G. F. Unger Sonder-Edition Großband 10 - Western-Sammelband

10 Romane in einem Band
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. August 2020
  • |
  • 800 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-7547-3 (ISBN)
 
10 spannende Westernromane von G. F. Unger zum absoluten Sparpreis in einem Band! G. F. Unger wird zu Recht als der beliebteste und erfolgreichste deutschsprachige Western-Autor gefeiert. Mit einer Rekordauflage von über 250 Millionen Exemplaren gehört er zur internationalen Spitzenklasse der Spannungsliteratur. Seine Epoche ist das späte 19. Jahrhundert, seine Schauplätze sind die unermesslichen Weiten des amerikanischen Westens, deren Grenzen von unerschrockenen Frauen und Männern immer weiter nach Westen verschoben werden, bis sie schließlich die Küste des Pazifiks erreichen. Erleben Sie den amerikanischen "Wilden Westen", wie nur G.F. Unger ihn schildern kann: hart, authentisch, leidenschaftlich. Dieser Sammelband enthält die Folgen 91 bis 100 der G. F. Unger Sonder-Edition. Folge 91: Apachus Folge 92: Krieg im Roten Tal Folge 93: River Lady Folge 94: Fünf staubige Wagen Folge 95: Texas-Richter Folge 96: Jagd auf Quade Folge 97: Jessup Folge 98: El Toro Folge 99: Schatten folgen seiner Fährte Folge 100: Die Canons - Der Aufstieg
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 20,79 MB
978-3-7325-7547-3 (9783732575473)

So ist das mit Clint Hannagan. Ja, man kann ihn als zweibeinigen Wolf bezeichnen.

Die kleine Stadt wurde einst von den Spaniern gegründet, denn nach den Rittern und deren gepanzerten Soldaten, die nach Gold suchten, kamen die Missionare. Und sie gründeten auch hier eine Mission, um die dann ein Dorf und schließlich eine kleine Grenzstadt entstanden.

Später kamen Anglo-Amerikaner und bauten sich einen eigenen Stadtteil.

Solche Städte gibt es jetzt zu Dutzenden längs der Grenze.

Clint Hannagan weiß es.

Er sieht die leere Postkutsche auf der Straße wenden und bald darauf in der Einfahrt zum Wagenhof der Postgesellschaft verschwinden. Dort neben dieser Hofeinfahrt befindet sich auch das Postbüro. Natürlich ist es noch geöffnet, denn mit der Postkutsche kamen ja auch Postsäcke, Pakete und Päckchen.

Clint Hannagan setzt sich endlich in Bewegung und überquert schräg die Fahrbahn. Dabei fällt auf, dass er seiner Kleidung nach ein Reiter ist, sich jedoch so leicht und geschmeidig wie ein Bergläufer bewegt - wie ein Yaqui zum Beispiel. Und Yaquis können wie Katzen klettern und hundert Meilen fast so schnell wie Pferde traben.

Clint Hannagan ist groß und hager.

Als er das Postbüro betritt, wendet sich der Post- und Frachtagent Stap Eastmaster ihm zu. Er steht mit einer Handvoll Briefen vor einem Regal und ist dabei, diese Briefe in viele Fächer zu sortieren.

Doch diese Arbeit vergisst er nun völlig.

Er hält es für sehr viel wichtiger, seinen Besucher zu betrachten und ihn sehr genau anzusehen.

Selten sah er einen härter wirkenden Mann. Und das hat in diesem Land an der Grenze, in dem es sehr viele harte Männer gibt, schon eine ganze Menge zu sagen.

Clint Hannagans Gesicht wirkt auf den ersten Blick dunkel, ruhig und etwas narbig. Aber dann - wenn man erst in seine rauchgrauen Augen sieht -, erkennt man mehr, eine ganze Menge mehr.

Und man spürt es plötzlich.

Was?

Nun, das ist nicht so einfach zu beschreiben. Es ist etwas, was einem sagt, dass man jetzt sehr wachsam sein sollte - und höflich und freundlich. Und vielleicht gibt es dann und wann auch einen Mann, der das Gefühl bekommt, dass seine Nackenhaare sich sträuben.

So ist das also.

Stap Eastmaster ist ein rotblonder, bulliger Mann, der sich als Maultiertreiber und Frachtfahrer hocharbeitete und der durchaus in der Lage ist, eine raue Frachtwagenzugmannschaft als Boss zu führen. Eastmaster ist ein Mann, der schon auf vielen Wegen kämpfte.

Dennoch ist er jetzt instinktiv wachsam wie noch nie.

»Ja?«, fragt er.

»Ein Brief«, murmelt Clint Hannagan. »Ein Brief für mich. Postlagernd unter dem Kennwort >Pikes-Whisky<. Kann ich den Brief haben?«

Eastmaster nickt. »Ja, so einen Brief habe ich im Fach«, murmelt er und wendet sich wieder dem Regal zu.

Er nimmt einen Brief heraus und reicht ihn dem Fremden.

»Kann ich Ihren Namen erfahren?«, fragt er.

Clint Hannagan lächelt ernst - und etwas bitter, wie es scheint.

»Das wird sich nicht vermeiden lassen, sollte ich noch eine Weile hier in Santa Rosa bleiben.«

Dann öffnet er den Brief und wirft einen kurzen Blick hinein. Offenbar hat er nur wenige Worte zu lesen. Er ballt das Papier sofort in der Faust zusammen, steckt es in die Tasche und macht auf dem Absatz kehrt.

Er verschwindet, ohne seinen Namen zu nennen.

Stap Eastmaster flucht grimmig hinter ihm her und sagt dann zu sich selbst: »Wenn das kein verdammter .«

Doch er verstummt und presst die Lippen zusammen. Er wirft die Briefe, die er soeben noch sortieren wollte, auf den Tisch und tritt hinaus auf die Straße.

»Verdammt, verdammt, wer mag dieser Hombre sein?«, murmelt er und sieht drüben beim Hotel den Fremden in den Lichtbahnen auftauchen und im Hotel verschwinden.

Als Hannagan verschwunden ist, macht Eastmaster eine Bewegung, als wollte er ihm folgen. Doch er lässt es bleiben, denn er sieht den Town Marshal Earl Kilham auftauchen und gleichfalls ins Hotel gehen.

»Na gut, dann .«, murmelt Eastmaster und geht in sein Office zurück.

Inzwischen hat Clint Hannagan drinnen im Hotel dem Portier, der ihm das Anmeldebuch zuschieben wollte, zugenickt und gesagt: »Später vielleicht. Jetzt muss ich erst einmal auf Zimmer Nummer fünf. Dort wartet Ted Harriet auf mich. Ist er noch oben?«

Der alte Mann hinter dem Anmeldepult schluckt etwas mühsam und nickt dann stumm. Er deutet zur Treppe.

Clint Hannagan findet das Zimmer schnell. Es ist nicht verschlossen, und die Lampe brennt. Im Bett liegt ein Mann. Es ist Ted Harriet. Er ist tot und schon kalt.

Clint Hannagan betrachtet den Messergriff, der aus Ted Harriets Leib ragt.

Es ist ein Green-River-Messer mit einer schmalen Klinge und einem schweren Griff. Diese Dinger kennt er gut genug aus seiner Zeit im Norden auf dem Oregon und Bozeman Trail.

Als er aufblickt, sieht er den Town Marshal, es gibt keinen Zweifel daran, denn der Stern blinkt im Lampenlicht.

Der Revolverlauf in des Marshals Hand glänzt matt.

»Haben Sie ihn im Schlaf erstochen?«, fragt Marshal Earl Kilham mit trockener Kälte.

Hannagan betrachtet den Mann schweigend.

Er sieht einen weißblonden Tex mit einem sichelförmigen Schnurrbart, dessen Enden tief über die Mundwinkel niederhängen. Er sieht einen großen, hageren Mann mit hellen, harten Augen.

Nach einigen Atemzügen lächelt er kaum merklich und spricht dann mit lässiger Nachsicht: »Langsam, Marshal. Der Hombre hier ist schon kalt. Da ich soeben aus der Postkutsche stieg, kann man sich leicht ausrechnen, dass ich zumindest vierzig Meilen von Santa Rosa entfernt war, als jemand dieses Messer in Ted Harriet steckte. Noch irgendwelche Einwände?«

Der Marshal sagt nichts. Aber er kommt weiter herein. Mit schussbereitem Colt geht er um Clint Hannagan herum und holt sich dann - von hinten an ihn herantretend - den Colt.

Dann erst tritt er an das Bett des Toten und befühlt dessen Handgelenk und die Stirn.

»Na schön«, sagt er. »Aber warum ist er tot? Und warum besuchten Sie ihn? Was verbindet - oder vielmehr, was verband euch? Sie kamen mit der Postkutsche und wussten genau, wo Sie ihn finden konnten. Ich sah Sie zuerst ins Postoffice gehen. Wahrscheinlich hatte er dort eine Nachricht für Sie hinterlegt. Ich möchte diesen Brief sehen. Her damit!«

Er zielt mit dem Colt auf Hannagan und streckt die andere Hand verlangend aus. Hannagan grinst nachsichtig.

»Warum nicht«, murmelt er und greift in die Tasche. Er holt das zusammengeknüllte Papier heraus, ballt es in der Faust zusammen - und wirft es nicht etwa dem Marshal zu, sondern lässt die kaum mehr als nussgroße Papierkugel in den Zylinder der Tischlampe fallen. Die Papierkugel klemmt sich gleich oben fest und brennt sofort.

Der Marshal flucht und springt vor, um mit spitzen Fingern hineinlangen zu können. Er nimmt es in Kauf, sich die Fingerspitzen zu verbrennen, denn er ist davon überzeugt, dass mit dem brennenden Papierkügelchen eine wichtige Nachricht und ein wichtiger Hinweis vernichtet werden.

Er schafft es, den brennenden Papierball herauszuzupfen. Doch er muss ihn fallen lassen und mit dem Fuß austreten.

Als er sich bückt, um ihn aufzuheben, begeht er einen Fehler. Er achtet in der Eile nicht auf Clint Hannagan. Vielleicht verlässt er sich zu sehr darauf, dass dieser unbewaffnet ist.

Hannagan trifft den sich bückenden Mann mit dem Knie auf Ohr und Schläfe. Der Marshal kracht mit der Schulter gegen die Zimmerwand und bleibt am Boden.

Hannagan schnauft bitter. Er holt sich seinen Revolver und entlädt die Waffe des Town Marshals. Er wirft sie so neben den Mann, dass man meinen könnte, dieser habe sie verloren.

Dann hebt er den schon halb verbrannten Papierball auf und faltet ihn auseinander, so gut dies noch möglich ist. Aber er braucht sich eigentlich keine Mühe zu geben, die wenigen Worte zu entziffern. Er las sie zwar nur einmal, doch sie waren leicht zu merken.

Er sagt sie noch einmal in Gedanken, während er still mitten im Zimmer steht:

»El Toros zusammengeraubte Beute befindet sich noch in Santa Rosa. Ich weiß genau, wer sie versteckt hält. Komm sofort auf Zimmer fünf.

Ted«

Das waren die Worte - und sie sind in Hannagans Kopf.

Aber Ted Harriet ist tot.

Er kann ihm nicht mehr sagen, wer die Beute von El Toro hier in Santa Rosa verborgen hält. Und es ist keine geringe Beute.

Was der berüchtigte Banditenführer und ehemalige Revolutionsgeneral El Toro in all den Jahren mit seinen Banditen zu beiden Seiten der Grenze zusammenraubte, erbeutete, erpresste und auf noch andere Weise mit Gewalt, List und Gnadenlosigkeit erwarb, ist kein kleiner Schatz.

Irgendwie glich dieser El Toro immer einem Piratenkapitän, der seinen Schatz nicht nur gut versteckte, sondern ihn auch ständig vermehrte.

Und dann bestahl ihn sein bester Freund, sein zuverlässigster Leutnant und Stellvertreter. Paco Rodriges' Treue reichte wohl nicht mehr aus.

Die große Jagd begann.

Clint Hannagan ist nur einer der Jäger.

Ted Harriet war einer seiner Helfer, die er längs der Grenze in allen Ortschaften und Siedlungen verteilt hatte.

Vor zwei Tagen erreichte ihn eine Nachricht, dass Ted Harriet eine Spur gefunden habe. Und so kam er nach Santa Rosa und fragte nach einem postlagernden Brief unter dem...

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