G. F. Unger Sonder-Edition Collection 13 - Western-Sammelband

5 Romane in einem Band
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Februar 2019
  • |
  • 400 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-7442-1 (ISBN)
 
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G. F. Unger wird zu Recht als der beliebteste und erfolgreichste deutschsprachige Western-Autor gefeiert. Mit einer Rekordauflage von über 250 Millionen Exemplaren gehört er zur internationalen Spitzenklasse der Spannungsliteratur. Seine Epoche ist das späte 19. Jahrhundert, seine Schauplätze sind die unermesslichen Weiten des amerikanischen Westens, deren Grenzen von unerschrockenen Frauen und Männern immer weiter nach Westen verschoben werden, bis sie schließlich die Küste des Pazifiks erreichen.

Erleben Sie den amerikanischen "Wilden Westen", wie nur G.F. Unger ihn schildern kann: hart, authentisch, leidenschaftlich.



Dieser Sammelband enthält die Folgen 61 bis 65 der G. F. Unger Sonder-Edition:

Folge 61: Longhorn Queen

Folge 62: Sein Name ist Fess Mackay

Folge 63: Die Jones-Brüder

Folge 64: Böse Town

Folge 65: Chaccos Krieg

Ich musste durch einen bitterkalten Creek. Mein Pferd rutschte auf den glatt geschliffenen Felsen, legte sich mit mir ins Wasser - und stand nicht wieder auf. Ich wollte das zuerst nicht glauben, aber es war doch wohl so, dass mein guter Brauner ganz einfach einen Herzschlag bekommen hatte wie ein Mensch, der sich in eiskaltes Wasser stürzt.

Ich konnte nichts Anderes tun, als mir den Sattel und die paar für mich noch notwendigen Dinge auf meine Schultern zu laden und mich zu Fuß auf den Weg zu machen.

Drei Stunden später - es war schon fast Abend erreichte ich die Wagenstraße am Fluss. Es war ein schlechter Weg wie alle Wege in den Bergen Colorados. Eigentlich war es ein Wunder, dass es hier überhaupt Wege gab.

Doch zum Gold und zu den käuflichen Sünden dieser Erde gibt es wohl immer Wege. Um diese Plätze zu erreichen, strengen sich die Menschen besonders an.

Ich saß auf einem Stein und betrachtete meinen an den Zehen klaffenden Stiefel, als die Postkutsche kam.

Oha, was ist das für ein Glück!, dachte ich, denn ich hatte schon viele Wochen keine Menschen mehr gesehen, und deshalb war meine Meinung von diesen Lebewesen etwas besser geworden, eigentlich sogar ausgesprochen gut.

Deshalb stand ich freundlich grinsend auf dem Weg, als die Postkutsche herangerollt kam. Neben mir lag der Sattel mit meinem kärglichen Bündel, und jeder Mensch konnte erkennen, dass ich mein Pferd verloren hatte.

Aber als die Postkutsche vor mir hielt, zielte der Begleitmann mit seinem Parker-Schrotgewehr auf mich und war bereit, beide Läufe auf mich abzufeuern.

Der Fahrer hörte sich meine Geschichte so misstrauisch an, als versuchte ich, ihm einen Hut mit faulen Kartoffeln als frische Eier zu verkaufen.

Schließlich sagte er: »Wenn Sie Ihren Revolver und das Gewehr abliefern, können Sie mitfahren. Es ist Vorschrift auf dieser Linie, unterwegs keine bewaffneten Fremden einsteigen zu lassen. Also?«

Was blieb mir übrig? Ich wollte nach Golden Town, und so böse die Stadt auch sein mochte, sie war für mich jetzt das Mekka. Dort gab es ein Pferd, neue Stiefel und sauberes Zeug - auch einen Barbier. Und es gab dort Whisky, Mädchen und ein Spiel. Oh, ich hatte schon lange nicht mehr das Lachen einer Frau gehört. Und an einem Tisch wollte ich auch mal wieder essen.

Es gab also genug Gründe, dankbar für das Mitgenommenwerden zu sein.

Deshalb lieferte ich meine Waffen ab, warf meinen Sattel zu dem anderen Gepäck auf das eingezäunte Wagendach und kletterte in die Kutsche.

Drinnen starrten mich alle an. Es waren Minenleute, ein Spieler, ein würdig aussehender, graubärtiger Mann, dessen Augen jedoch fest und hart blickten, und ein paar Mädchen, die etwas zu bunt wirkten und keinem Männerblick auswichen.

Ich quetschte mich zwischen zwei dieser Honeys und sagte: »Kennen wir uns nicht, ihr Schönen? Wart ihr nicht vor einem halben Jahr die große Nummer in Leadville im Golden Nugget?«

Sie betrachteten mich, und ich wandte ihnen mein Gesicht zu. Dann sagte eine: »Lily, das ist der Indianer, mit dem damals die Carpenter-Brüder einen solchen Streit bekamen, dass der ganze Saloon in Trümmer ging. Das ist er. Wir sollten ihn darum bitten, dass er nicht gerade wieder dann eine Prügelei beginnt, wenn wir auf der Bühne stehen und singen.«

Sie blickten mich böse an.

»Wir sind nämlich Künstlerinnen«, sagte Lily. »Und es ist eine Beleidigung, sich zu prügeln, wenn wir >Hot Love< singen.«

»Das sehe ich ein«, antwortete ich. »Doch ich gab dem einen Carpenter nur was auf sein Maul, weil er laut sagte, dass eine der Hillhorn Sisters eine Trillerpfeife und die andere eine quietschende Maus im Hals hätte und dass sie lieber nicht singen, sondern ihre Beine zeigen sollten. Da musste ich ihm doch was aufs Maul geben - oder?«

Sie sahen mich wieder an - prüfend und misstrauisch.

Dann begannen wir alle laut zu lachen. Die Hillhorn Sisters waren wirklich nicht übel, und dumm schon gar nicht.

Deshalb konnten sie jetzt auch lachen.

Als wir genug gelacht hatten, sagte ich: »Wenn ich gebadet und mich fein gemacht habe und nach Fliederwasser rieche, komme ich euch besuchen. Wo tretet ihr denn auf?«

»Im Paradiesvogel«, erwiderte Lily.

Und Molly fügte hinzu: »Und wir zeigen diesmal auch unsere Beine.«

Es ist schwer zu sagen, wie unsere Unterhaltung weiter verlaufen wäre, wenn es nicht plötzlich eine Unterbrechung gegeben hätte.

Die Kutsche fuhr mit ihrem linken Vorderrad in ein Loch. Wir hörten es bersten und krachen, als das Rad brach.

Der Fahrer und dessen Begleitmann fluchten. Dann aber waren in der Dämmerung Reiter um uns.

Eine scharfe Stimme rief: »Wenn ihr es haben wollt, dann ballern wir los und geben es euch!«

Das wollte niemand. Selbst der Begleitmann, der mich vor einer halben Stunde mit seinem Schrotgewehr so vorsichtig unter Kontrolle gehalten hatte, riskierte nichts. Er wäre ja auch ein Narr gewesen, hätte er es getan. Die Kutsche war bewegungsunfähig. Und wenn die Banditen einige Sharps Flinten bei sich hatten, konnten sie Wagen und Fahrgäste durchlöchern.

Wir mussten aussteigen.

Es waren vier Banditen, die sich um uns kümmerten und auch die Geldkisten aus der Kutsche und unter dem Bock hervorholten. Sie entdeckten auch meinen mit Gold gefüllten Gürtel, den ich unter dem Hemd auf der bloßen Haut trug.

Sie fanden auch bei den anderen Fahrgästen noch ein paar Dinge außer Geld. Einer der Banditen sagte, dass Kleinvieh auch Mist mache und sie nichts verschenken könnten, da die Zeiten schlecht und die Preise hoch seien.

Ihre Gesichter waren nicht zu erkennen. Die Kerle trugen Zuckersäcke, in die sie Löcher geschnitten hatten, als Kapuzen. Diese Fünf-Kilo-Zuckersäcke passten so genau auf einen Männerkopf, dass man auch noch den Hut aufsetzen konnte.

Als sich die Burschen dann zu den Pferden zurückzogen, die ein fünfter Bandit hielt, machte der Begleitmann den letzten und größten Fehler seines Lebens. Er bückte sich schnell nach seinem Parker-Schrotgewehr. Wenn er etwas schneller gewesen wäre, hätte er es sogar geschafft. Mit den beiden Ladungen Indianerschrot konnte man fünf Banditen ordentlich was durch die Jacken ballern.

Aber einer der Kerle war mit seinem Colt schneller - viel schneller. Er schoss den Begleitmann von den Beinen.

Dann ritten sie davon.

Ich hätte die Schrotflinte jetzt gern gehabt, deshalb beeilte ich mich. Der Begleitmann war auf das Ding gefallen. Ich musste ihn erst herunterrollen.

Danach war es zu spät.

Der Mann stöhnte. Ich kniete neben ihm nieder. Alle anderen umgaben uns.

Der Begleitmann krallte seine Hände in meine Ärmel und zog mich näher zu sich nieder. Ich hörte ihn flüstern: »Katy - meine Katy. Jemand muss sich um Katy kümmern. Katy! Gehen Sie zu Katy, Mister. Versprechen Sie mir, Katy zu helfen.«

»Welche Katy?«

»Katy McDarren. Ich bin ihr .«

Dann starb er, und ich konnte ihm nichts mehr versprechen - oder besser gesagt, ich brauchte es nicht. Wenn wir nach Golden Town kamen, würde ich mir erst mal selber helfen müssen.

Es war schon schlimm, dass sie mir das Gold abgenommen hatten, und dass ich kein Pferd mehr besaß, war noch viel schlimmer.

Ich erhob mich und wandte mich mit Bitterkeit an den Fahrer.

»Wenn ihr mir nicht den Colt abgenommen hättet, würde der Begleitmann seine Schrotflinte abgefeuert haben. Denn ich wäre .«

Ich brach ab. Es hatte keinen Sinn, jetzt Reden zu schwingen, in denen Worte wie »hätte« und »wäre« vorkamen.

Es war geschehen.

Auch die anderen Fahrgäste fluchten und schimpften. Man hatte ihnen alles abgenommen, was einigermaßen brauchbar war.

Nur die beiden Hillhorn Sisters waren ungeschoren davongekommen, und das lag gewiss daran, dass die Kerle sie kannten. Sängerinnen und Tänzerinnen kamen im Goldland weit herum, waren bekannt und erfreuten sich auch der Bewunderung von Banditen.

»Sie hätten uns Ihren Goldgürtel geben sollen, Indianer. Bei uns wäre er sicher gewesen«, meinte Lily Hillhorn.

Ich grinste und sagte: »Ach, ich hole mir aus meiner Goldmine neues Gold.«

Sie lachten, denn sie glaubten nicht an meine Goldmine.

Ich musste den anderen Männern helfen, die Kutsche anzuheben und das Reserverad einzusetzen.

Als wir losfuhren, saß ich neben dem Fahrer auf dem hohen Sitz und war wieder bewaffnet. Der tote Begleitmann lag hinter uns auf dem Wagendach.

Es war Nacht geworden.

Wir mussten langsam fahren. Die beiden Laternen warfen nur ein spärliches Licht voraus. Nach einer Weile fragte ich den Fahrer: »Der Begleitmann sprach von einer Katy McDarren, um die sich jemand kümmern müsse. Was ist das für eine Katy?«

Er ließ mich auf die Antwort warten, und ich wollte ihm schon sagen, dass ich ihn vom Bock werfen würde, wenn er auf eine freundliche Frage keine Antwort geben wolle. Aber dann sagte er: »Die kam vor kurzem nach Golden Town. Sie war Jim Stonehunters Braut. Es gibt in Golden Town keinen Vertreter der Kirche, der sie hätte trauen können. Sie hatten auch noch keine gemeinsame Unterkunft. Also warteten sie mit der Hochzeit. Nächste Woche wollten sie in ein kleines Blockhaus am Rand der Stadt ziehen. Jim erzählte mir auf dieser Fahrt, dass Katy einen Bratstand an der Golden Street übernommen hätte. Ich glaube schon, dass sie sich ohne Jill in dieser bösen Town ziemlich einsam und verlassen...

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