G. F. Unger 2049 - Western

Die drei Harten
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Februar 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-9359-0 (ISBN)
 
Sie sind drei gefürchtete Banditenjäger. Seit dem Tag, an dem Guerillas ihre Frauen schändeten, ihre Kinder ermordeten und ihre Ranches niederbrannten ...
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 2,53 MB
978-3-7325-9359-0 (9783732593590)

Er erwidert ihre Blicke und spricht ruhig: »Wenn wir bei unserem Geschäft bleiben wollen, dürfen wir nicht kneifen. Denn tun wir es auch nur einmal, dann .«

Er verstummt und winkt verächtlich mit der Hand.

»Ja, dann würden wir es immer wieder tun, wenn der Bissen uns zu groß erscheint«, brummt Nat Walker.

Und Stud Blaisdell spricht wie immer gar nicht, sondern nickt nur.

»Na gut, dann los«, entscheidet Lannogan und reitet wieder an und in den dunklen Canyon hinein. Sie folgen ihm sofort und reiten rechts und links neben ihm Steigbügel an Steigbügel.

Man nennt sie im Umkreis von tausend Meilen »Die drei Harten«.

Und wer sie so reiten sieht, der spürt sofort ihre Härte. Alle drei strömen sie eine absolute Unerschütterlichkeit aus, als könnten sie niemals verlieren, ganz gleich, was sich ihnen auch in den Weg stellt.

Ihre Pferde sind besondere Tiere. Keines wäre für weniger als dreihundert Dollar zu kaufen. Und dabei bekommt man in diesem Land ein durchschnittliches Pferd schon für zwanzig Dollar. Auch ihre Ausrüstung ist bestens, mag es sich um die Waffen, die Kleidung, die Sättel oder das Campgerät handeln.

Sie sind ein perfekt funktionierendes Trio, wenn es um Menschenjagd geht. Denn sie sind Kopfgeldjäger.

Nun, sie reiten also in den Canyon hinein, in dem es immer dunkler wird.

Der Canyon - man nennt ihn den Black Ghost Canyon - wird rechts und links von engen Schluchten durchbrochen und ist angefüllt mit Felsklötzen.

Er bietet viele Schlupfwinkel rechts und links in den engen Schluchten. Dort gibt es Geächtete und Gejagte, die im beständigen Hass gegen die menschliche Gemeinschaft leben.

Und deshalb gibt es die Kopfgeldjäger.

Die drei reiten ruhig durch den Canyon, so als hätten sie es nicht eilig, zu einem Ziel zu kommen. Und dennoch strömen sie eine bedrohlich Unaufhaltsamkeit aus.

Nach etwa drei Meilen - es wurde inzwischen Nacht - erblicken sie die Lichter des kleinen Ortes mitten in dem hier bauchigen Canyon.

Am Himmel kamen inzwischen die Sterne zum Vorschein, die mit zunehmender Dunkelheit immer klarer und stärker erstrahlen.

»Das ist es, dieses Nest«, murmelt Lannogan. »Ich denke, dass sie schon zu Abend gegessen, sich den ersten Rausch angetrunken haben und jetzt bei den Mädchen im Hurenhaus liegen. Das ist immer so, wenn diese Sorte einen gelungenen Coup feiert. Die müssen wir nicht lange suchen.«

Sie haben angehalten. Nun wittern sie hinüber zu den Lichtern von Ghost Lodge. Denn so heißt der kleine Ort, der aus einem einzigen Haus entstanden ist, um das sich nun andere Häuser, Hütten, Corrals, Weidekoppeln und ein paar Äcker und Felder scharen.

Ghost Lodge ist ein böses Nest inmitten eines Landes von Geächteten und für diese sozusagen der Nabel der Welt.

Nun endlich spricht Stud Blaisdell.

»Na gut«, sagt er hart und reitet an.

Sie bleiben nicht hinter ihm zurück. Und so erreichen sie bald die ersten Hütten und Häuser. Es gibt eine Schmiede, einen Mietstall, einen Store und natürlich einen Saloon. Dieser Saloon war das erste Haus in Black Ghost Canyon und nannte sich Ghost Lodge.

Sie reiten daran vorbei.

Aber eine der Gestalten, die vor dem Saloon auf der Veranda herumlungern, ruft ihnen zu: »Ins Hurenhaus kommt jetzt keiner hinein! Dort hat sich Jed Mortimer mit seinen Jungs breit gemacht. Die werfen euch gleich wieder raus. Bleibt hier, wenn ihr keinen Ärger wollt.«

Die drei Harten halten an.

Die heisere Stimme des Mannes fragt: »Wie viele seid ihr überhaupt? Müssten wir euch kennen?«

»Nein«, antwortet Lannogan ruhig. »Wir sind schon lange nicht mehr hier durchgekommen. Damals war der Ort noch sehr viel kleiner. Aber Elviras Hurenhaus stand schon. Sonst wäre Ghost Lodge wohl kaum gewachsen.«

Sie sind nach Lannogans Worten am Saloon vorbei. Rechts und links stehen noch einige Häuser, aus deren Fenstern Lichtbahnen fallen. Eines der Häuser ist eine Speiseküche. Dort tritt ein Mann, der sich eine Schürze umgebunden hat, beim Klang des Hufschlags aus der offenen Tür und ruft den drei Reitern zu: »Ich habe Hammelbraten für einen halben Dollar! Steigt ab und kommt herein.«

Aber sie reiten weiter, kommen an einem Sattlerladen und einem Waffengeschäft vorbei, dann an einem Sargladen und einem Barbier, der auch eine Badeanstalt unterhält, was im Lichtschein einer Laterne auf einer Tafel zu lesen ist.

Das Hurenhaus steht am Ende des Ortes etwas zurück.

Vor dem Eingang sind sechs Sattelpferde angebunden. Sie werden dort gewiss die ganze Nacht verbringen müssen, indes ihre Reiter drinnen ihrem Vergnügen frönen.

Die drei Harten halten an, sitzen ab und binden ihre Pferde ebenfalls an den Haltebalken an.

Vor der Tür erhebt sich ein riesiger Neger, dessen Stimme jedoch sehr höflich klingt, als er spricht: »Gentlemen, es ist alles von Jed Mortimer und dessen Jungs besetzt. Die wollen nicht gestört werden. Es geht heute nicht, Gentlemen.«

Als er verstummt, erwidert der sonst so wortkarge Stud Blaisdell mit seinem typischen Texanerslang: »Bimbo, mach dir keine Sorgen um uns. Wir kommen mit Mortimer gewiss zurecht.«

»Nein, ihr müsst erst einmal mit mir zurechtkommen«, erwidert der Schwarze. »Und mein Name ist Caesar Bonaparte. Sie kommen hier nicht rein. Denn wenn euch die Mortimers rauswerfen, geht drinnen gewiss eine Menge zu Bruch. Also .« Er klatscht bei seinem letzten Wort in die Hände, so als könnte er auf diese Weise die drei Ankömmlinge verjagen.

Die drei Harten nehmen beim Absitzen ihre Gewehre aus dem Sattelfutteral. Stud Blaisdell nickt dem Schwarzen zu, als dieser sich vor ihm aufbaut.

»Oh, mein Amigo Caesar Bonaparte«, spricht er freundlich, »wenn das so ist .«

Er macht einen Bewegungsansatz, so als wollte er sich abwenden, doch dann wirbelt er ganz herum wie ein Wildkater, dem jemand in den Schwanz beißen will. Der Gewehrlauf trifft den Schwarzen quer über dem Ohr und schlägt ihm fast den Kopf von den Schultern.

Sie steigen dann über die riesige Gestalt hinweg und betreten das Putahaus.

In der Empfangshalle befindet sich die Bar, und hier sehen sie die Chefin Elvira stehen, die sie mit den Worten empfängt: »Heute nicht. Wieso hat Caesar euch überhaupt reingelassen, caramba!« Ja, sie stößt es zornig hervor.

Diesmal ist es Pat Lannogan, der spricht: »Doña Elvira, wir sind gekommen, um uns die Mortimers zu holen. Und wenn Sie jetzt zu kreischen beginnen, dann gibt es hier eine Schlacht. Wollen Sie eine Schlacht in Ihrem wunderschönen Putahaus?« Er fragt es richtig freundlich und so, als machte er sich ehrlich Sorgen.

»Nein, ich will keine Schlacht«, erwidert sie. »Aber wenn die harten Jungs und Hombres hier erst begreifen, dass Kopfgeldjäger gekommen sind, dann werdet ihr den Canyon nicht mehr lebend verlassen.«

»Wir werden sehen.« Pat Lannogan lächelt. »Sind sie alle oben bei den Mädchen? Oder ist noch einer hier unten?«

Sie gibt ihm keine Antwort. Aber ein Mann in Unterzeug taucht im Durchgang zur Vergnügungshalle auf, der sofort böse fragt: »Wer seid ihr? Raus hier!«

Der Mann hält in jeder Hand eine Flasche. Offenbar ist er heruntergekommen, um die Tequilaflaschen zu holen, weil oben der Vorrat ausging.

Nun steht er in seinem Unterzeug da und hält die Flaschen wie Keulen in den Händen. Sekunden später stürmt er brüllend auf die drei Kopfgeldjäger los, schwingt die vollen Flaschen wie Keulen.

Dabei brüllt er: »Achtung, Mortimers!«

Als er nahe genug ist, um Stud Blaisdell eine der Flaschen auf den Hut zu schmettern, schlägt Blaisdell wieder mit dem Gewehrlauf zu, indes er dem Angreifer durch einen Seitenschritt ausweicht.

Der wilde Mortimer in seinem roten Unterzeug kracht zu Boden wie ein gefällter Baum, aber sein Alarmschrei reichte aus, um die anderen Mortimers zu alarmieren.

Nun brüllen sie oben vielstimmig, und weil sie nicht nur die wilden Mortimers sind, die sich stets durch Kühnheit behaupten, sondern auch noch einen Rausch haben, kennen sie keine Vorsicht.

Drei von ihnen kommen schießend die Treppe - halb nackt, so wie sie bei den Mädchen in den Betten lagen.

Sie haben sich so lange bei Elvira und deren Mädchen aufgehalten, weil sie glaubten, ihren Verfolgern entkommen zu sein. Und begreifen nun ihren Irrtum. Den aber wollen sie korrigieren, indem sie versuchen, sich den Weg freizuschießen, wie sie es mehr als einmal taten.

Doch bis jetzt haben sie es noch nicht mit den drei Harten zu tun gehabt und springen direkt in den Hagel der Schrotkugeln hinein. Mehr oder weniger mit Blei gefüllt landen sie in der Amüsierhalle.

Allerdings sind es nur vier, die nun am Boden liegen, und die drei Harten wissen, dass es sechs sein müssen. Also fehlen noch zwei.

Und die kommen von draußen hereingesprungen, weil sie das Haus durch die Fenster verließen, um die Angreifer in die Zange zu nehmen.

Es sind Old Man Mortimer und sein ältester Sohn Lance.

Aber auch sie haben keine Chance, denn die drei Harten erwarten sie schon.

Es ist dann vorbei.

Die Mortimers stöhnen oder fluchen, je nachdem, wie schwer sie angeschossen wurden. Einer kann keinen Laut mehr von sich geben, denn er ist tot. Es ist der jüngste Mortimer, den sie Tate nennen.

Oben kreischen die Mädchen und heulen wilde Beschimpfungen.

Die massige Doña Elvira zeigt sich, nachdem sie ihre Deckung hinter der Bar verließ. Kehlig sagt...

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