"La utopía arcaica". Eine kulturwissenschaftliche Diskussion über Moderne in Peru

 
 
GRIN Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. September 2018
  • |
  • 168 Seiten
 
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978-3-668-79577-8 (ISBN)
 
Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Romanistik - Lateinamerikanische Sprachen, Literatur, Landeskunde, Note: 1, Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Wie kann eine Moderne für Peru aussehen? Um diese Frage dreht sich die kulturwissenschaftliche Diskussion, mit der sich diese Arbeit beschäftigt. Dabei bedingt es die Historie, daß in Peru die Frage nach der Moderne viel stärker als in Europa einhergeht mit der Frage nach einer nationalen Identität, also auch der Frage nach den Traditionen und dem Indio. Die aktuelle Diskussion hat sich insbesondere an der Position von Mario Vargas Llosa entzündet. Dessen Haltung auf literarischer wie politischer Ebene schlägt sich speziell in "La utopía arcaica. José María Arguedas y las ficciones del indigenismo" (1996) nieder, einer Sammlung von Essays. Darin analysiert er das Werk des Schriftstellers Arguedas und gelangt zu dem Schluß, dessen Erzählkunst sei "eine schöne Lüge" - "die als archaische Utopie gelten kann, weil sie sich aus der Asche jener archaischen, ländlichen, traditionellen, magischen (im besten Wortsinn folkloristischen) Gesellschaft erhebt". Er meint, der Indio der arguedianischen Welt sei frei erfunden: weil Arguedas danach strebe, ihn von den Lastern der Moderne rein zu halten. Zugleich macht Vargas Llosa seinen eigenen Standpunkt klar, was die Frage nach Indio und Moderne betrifft. Damit fordert er die Kritiker heraus, die nicht meinen, daß Arguedas' archaische Utopie eine Schimäre sei, und die andere Vorstellungen von einer möglichen Moderne für Peru haben. Diese Arbeit stellt die Entwicklung der Diskussion vom Indigenismo über Arguedas bis hin zu Vargas Llosa und der Kritik an ihm dar. Dabei enthält der Begriff der "utopía arcaica" die gesamte Debatte, insofern er Bezug nimmt auf Moderne und Tradition. Man kann ihn als Oxymoron lesen: Das "Utopische" wird mit Künftigem und Wünschenswertem assoziiert, das "Archaische" mit Vergangenem und Überholtem. Entsprechend ist diese Arbeit an diesem oxymoralen Begriff entlang aufgebaut. Zunächst werden die Begriffe "Utopie" und "archaisch" untersucht. Dann wird beschrieben, welche Formen die "archaische Utopie" in der peruanischen Literatur angenommen hat: Als Beispiel indigenistischer Romankunst wird "El mundo es ancho y ajeno" von Ciro Alegría analysiert, exemplarisch für den Neo-Indigenismo Arguedas' "Los ríos profundos". Danach wird Vargas Llosas umstrittene Position erörtert. Schließlich kommen zwei Kulturwissenschaftler zu Wort, die alternative Vorstellungen von einer Moderne vertreten: Antonio Cornejo Polar (Konzept der Heterogenität) und Néstor García Canclini (Begriff der Hybridität).
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