Am Ende der Gewissheiten

Die ökologische Frage im 21. Jahrhundert
 
 
Campus (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. August 2011
  • |
  • 301 Seiten
 
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978-3-593-41191-0 (ISBN)
 
Frank Uekötter erzählt die Geschichte der deutschen Umweltbewegungen, von ihren frühen Erfolgen bis zu den aktuellen Herausforderungen und Widersprüchen. Er zeigt, warum wir Umwelt heute neu denken müssen: global, bunt, vernetzt und weniger dogmatisch. Erst wenn man sich von alten Gewissheiten löst, eröffnen sich Chancen für ein ökologisches 21. Jahrhundert.
  • Deutsch
  • Neue Ausgabe
13 sw-Abb.
  • 4,61 MB
978-3-593-41191-0 (9783593411910)
3593411911 (3593411911)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Frank Uekötter, Dr. phil. habil., ist Privatdozent für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist Dilthey-Fellow am Forschungsinstitut des Deutschen Museums sowie LMU-Fellow am Rachel Carson Center für Umwelt und Gesellschaft in München. Er beschäftigt sich insbesondere mit Themen der Umwelt-, Wissenschafts- und Technikgeschichte.
1 - Inhalt [Seite 6]
2 - Die ökologische Frage im Schatten von Fukushima: Eine Vorbemerkung aus aktuellem Anlass [Seite 10]
3 - Einleitung: Umweltbewegung zwischen Vergangenheit und Zukunft [Seite 16]
3.1 - Stell Dir vor, es gibt eine Krise und niemand redet darüber [Seite 18]
3.2 - Eine Chance für die Geschichte [Seite 21]
3.3 - Produktiver zweifeln [Seite 26]
3.4 - Im Zeitalter der Unübersichtlichkeit [Seite 30]
3.5 - Wohin treibt die Umweltbewegung? [Seite 33]
4 - I.Von Grünen, Gerechten und Graugänsen: Eine kurze Geschichte der deutschen Umweltbewegungen [Seite 38]
4.1 - »Umweltbewegungen«: Annäherungen an ein diffuses Thema [Seite 38]
4.2 - Natur- und Heimatschutz, Rauch und Staub, Lebensreform: Das Kaiserreich als Wendezeit [Seite 41]
4.3 - Krisenjahre: Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus [Seite 59]
4.4 - Heimat und Schmutz: Umweltprobleme in den fünfziger Jahren [Seite 69]
4.5 - Die Entdeckung des Planeten: Die erste Globalisierung der Umweltdebatte [Seite 81]
4.6 - Umwelt in den siebziger Jahren: Von der Umweltpolitik der sozialliberalen Bundesregierung zum Atomprotest [Seite 92]
4.7 - Zwischenbetrachtung: Die ökologische Revolution erklären [Seite 102]
4.8 - Ein bundesdeutscher Sonderweg: Die ökologischen achtziger Jahre [Seite 113]
4.9 - Das Grüne Ende des Kalten Krieges: Die zweite Globalisierung der Umweltdebatte [Seite 122]
4.10 - Vom Schwinden einer Tradition: Umweltbewegungen in der DDR [Seite 126]
4.11 - Umweltbewegungen im wiedervereinigten Deutschland [Seite 131]
5 - II. Große Worte und verborgener Stillstand: Acht Fallstudien [Seite 138]
5.1 - Stagnation im globalen Treibhaus: Die Klimadebatte [Seite 139]
5.2 - Unfrieden ums friedliche Atom: Die nukleare Kontroverse [Seite 156]
5.3 - Totgesagte leben lange: Die Persistenz der »neuartigen Waldschäden« [Seite 165]
5.4 - Agrarwende: Das unvollendete Projekt der ökologischen Landwirtschaft [Seite 173]
5.5 - Saubere Felder? Die Grüne Gentechnik [Seite 184]
5.6 - Trügerische Reflexe: Das Feinstaub-Gespenst [Seite 196]
5.7 - Von der Verwaltung zur Bewegung und zurück: Naturschutz in der Entgrenzung [Seite 201]
5.8 - Der Preis eines Baches: Vom diskreten Charme grüner Großprojekte [Seite 218]
6 - III. Wege in einem Jahrhundert der Umwelt: Zwölf Thesen [Seite 228]
6.1 - Für eine unabhängige Umweltbewegung [Seite 230]
6.2 - Für eine vielfältige Umweltbewegung [Seite 232]
6.3 - Keine Angst vor politischen Details! [Seite 233]
6.4 - Für ein ökologisches Subsidiaritätsprinzip [Seite 235]
6.5 - Lebensstil und Wissen: Schlüsselbegriffe eines ökologischen Jahrhunderts [Seite 237]
6.6 - Für eine Umweltbewegung mit sozialem Gewissen [Seite 241]
6.7 - Deregulierung als Chance [Seite 243]
6.8 - Für eine dialogfähige Umweltbewegung [Seite 245]
6.9 - Bewusstsein schaffen - aber richtig! [Seite 247]
6.10 - Die Zukunft der ökologischen Kampagne [Seite 249]
6.11 - Umweltbewegungen im globalen Zeitalter [Seite 252]
6.12 - Für eine unbequeme Umweltbewegung [Seite 254]
7 - Die ökologische Frage im Zeitalter der Unsicherheit: Ein Epilog [Seite 256]
8 - Dank [Seite 262]
9 - Anmerkungen [Seite 266]
10 - Hinweise zum Weiterlesen [Seite 286]
11 - Register [Seite 290]
III. Wege in einem Jahrhundert der Umwelt: Zwölf Thesen (S. 227-228)

Als die Umweltbewegung nach den ökologischen achtziger Jahren in die Krise rutschte und die Grünen aus dem Bundestag flogen, waren mancherorts die ersten Nachrufe zu hören. Ökologische Themen seien lediglich eine Mode gewesen, eine kurze Zeit der emotionalen Aufwallung, die nun, in den nüchternen Neunzigern, endlich vorüber sei. Inzwischen sind solche Stimmen kaum noch zu vernehmen, auch nicht in Krisensituationen wie etwa nach dem gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen.

Im Rückblick ist nur zu deutlich, dass hinter den vorzeitigen Grabreden ein ziemlich verkürztes Verständnis von Umweltproblemen stand. Man ging offenbar davon aus, dass das Thema mit ein paar Filtern, einer geregelten Entsorgung der Abfälle und einer Handvoll Schutzgebiete für nette Biotope erledigt sein würde. »Wir arbeiten für den Tag, an dem wir überflüssig werden«, hatte Greenpeace in den achtziger Jahren erklärt. Inzwischen ist klar: Das kann noch dauern.

Es bedarf deshalb keiner prophetischen Gabe, um zu ahnen, dass das 21. Jahrhundert im Zeichen der Umwelt stehen wird. Das gilt ziemlich unabhängig davon, wie sich Bewusstsein und Politik in den nächsten Jahren entwickeln werden. Allein die Entwicklungen in der natürlichen Umwelt werden uns zu Reaktionen nötigen. Es wird durch den Klimawandel kaum einen Platz auf dem Planeten geben, an dem sich die Lebensbedingungen in den kommenden Jahrzehnten nicht wesentlich verändern werden.

Der Kampf gegen die Wüste wird in vielen Regionen ein existentielles Thema sein, in anderen der Kampf um den Wald oder um fruchtbares Ackerland. Hinzu kommt ein riesiger Berg von altbekannten und weithin ungelösten Problemen: Müll, Atomkraft, Dreck in Wasser, Boden und Luft und so fort. Hatte in den Achtzigern noch mancher Skeptiker geraunt, Ökologie sei ein verzichtbarer Luxus, so hat sich auch das inzwischen erledigt. Wir haben gelernt, dass es bei Umweltfragen um unser Leben geht, und um das von Flora und Fauna erst recht. Die Frage ist also nicht mehr, ob der Umweltbewegung die Themen ausgehen werden. Die entscheidende Frage lautet inzwischen anders: Wer wird das Jahrhundert der Umwelt prägen?

Wer wird die Themen der Umweltdebatte setzen, Wege und Lösungen vorschlagen, Impulse geben? Hatte es in den Siebzigern und Achtzigern noch eine gewisse Meinungsführerschaft der zivilgesellschaftlichen Verbände und Bürgerinitiativen gegeben, so hat sich dies inzwischen in einem vielstimmigen Chor aufgelöst. Viele Gruppen wollen Ökologie, und viele verfolgen damit spezifische Eigeninteressen: Forscher und Industriemanager, Politiker und Funktionäre. So ist es unübersichtlich geworden in der Umweltdebatte. Wer was will, warum und mit welcher Legitimation, bleibt allzu oft im Unklaren.

Die beiden vorigen Kapitel haben gezeigt, dass diese Unschärfe viel mit der unaufgearbeiteten Geschichte der Umweltbewegungen zu tun hat und speziell mit der stillen Krise der letzten beiden Jahrzehnte. Die Umweltdebatte hat in dieser Zeit eher orientierungslos vor sich hingetrieben, und so haben sich viele Dinge irgendwie ergeben: Prioritäten, Steuerungsinstrumente, Tabus. Es ist höchste Zeit für die Einsicht, dass die Umweltdebatte gestaltbar ist, ja dringend der kreativen Gestaltung bedarf.

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