Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Frage und Antwort

Fragen und Fallgeschichten zur Vorbereitung auf mündliche Prüfungen während des Semesters und Examen
 
 
Urban & Fischer (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. Oktober 2013
  • |
  • 208 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | PDF mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-437-29198-2 (ISBN)
 

HNO in Frage und Antwort Die 'In Frage und Antwort'-Reihe steht für die effiziente Vorbereitung auf mündliche Prüfungen während des Semesters und im Examen: lebensechte Prüfungsfragen mit mustergültigen Antworten und anschaulichen Kommentaren zum Selbst- und gegenseitigen Abfragen. Die Auswahl der Fragen basiert streng auf der Auswertung von Prüfungsprotokollen.

Ihre Pluspunkte:

  • Fragen wie in der mündlichen Prüfung
  • Antworten und Kommentare mit Hinweisen auf Stolpersteine und Fallstricke
  • Fallbeispiele zum Üben von klinischen Denkabläufen
  • Besonders geeignet zur Simulation der Prüfung (z.B. in der Lerngruppe)
  • Tipps und Tricks zum Umgang mit der Prüfungssituation
  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
  • 23,49 MB
978-3-437-29198-2 (9783437291982)
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Kapitel 1

Ohr


1.1 Grundlagen


FRAGE

Welche anatomischen Strukturen beurteilen Sie bei der Ohrinspektion?

Antwort

Die Ohrinspektion umfasst die Beurteilung der Ohrmuschel, des Gehörgangs, des Trommelfells und bei Perforation auch der Paukenhöhle. Des Weiteren ist auf das Mastoid und das Lymphknotenabflussgebiet des Ohrs zu achten, das präaurikulär und kaudal des Ohrs zu finden ist.

FRAGE

Wie unterscheiden sich knorpeliger und knöcherner Gehörgang?

Antwort

Der knorpelige Gehörgang, der die lateralen ⅔ des etwa 25 mm langen Schallkanals ausmacht, enthält Talgdrüsen, Zeruminaldrüsen und Haarfollikel. Er ist gegenüber dem knöchernen Anteil nach vorne unten abgewinkelt. Der knöcherne Gehörgang ist durch eine sehr dünne Haut ausgekleidet, die direkt mit dem Knochen des Schläfenbeins verwachsen ist.

FRAGE

Wie sieht der Normalbefund des Trommelfells aus?

PLUS

Die Trommelfellbeweglichkeit kann mit dem Valsalva-Versuch, dem Toynbee-Test oder mithilfe des Politzer-Ballons überprüft werden. Diese Untersuchungen ergeben auch Hinweise auf die Durchgängigkeit der Tuba auditiva.

Antwort

Das Trommelfell ist eine trichterförmige Membran von etwa 1 cm Durchmesser, in deren Mitte der Umbo – die zentrale Einziehung des perlmuttfarbenen Trommelfells – zu sehen ist (Abb. 1.1 und Abb. 1.2). Von diesem zieht der Hammergriff als schmaler Streifen sichtbar nach vorne oben. Das Trommelfell ist in zwei Regionen aufgeteilt: die größere Pars tensa und kranial davon die hautfarbene Pars flaccida. Das Trommelfell sollte glatt und perlgrau-glänzend gefärbt, intakt und der dreieckige Lichtreflex an der typischen Stelle im vorderen unteren Quadranten lokalisiert sein. Die Beweglichkeit der Membran sollte vorhanden und adäquat sein.

Abb. 1.1 Trommelfell rechts [E916]

Abb. 1.2 Gesundes Trommelfell [T570]

FRAGE

Beschreiben Sie den histologischen Aufbau des Trommelfells.

Antwort

Die kleinere Pars flaccida, auch Shrapnell-Membran genannt, besteht aus zwei Schichten:

• Zum Gehörgang hin, in den sie kranial übergeht, findet sich mehrschichtiges Plattenepithel (Stratum cutaneum). Bei Unterdruck im Mittelohr ist diese Fläche otoskopisch nicht immer klar abgrenzbar, es kann sich sogar eine Epitheltasche (epitympanale Retraktionstasche) nach innen (d. h. medial) bilden.

• Gegen die Paukenhöhle findet sich einschichtiges Plattenepithel (Stratum mucosum).

Die weitaus größere Pars tensa weist ebenfalls diese beiden Zellschichten auf, dazwischen liegen jedoch zusätzlich zwei bindegewebige Faserschichten (Stratum fibrosum), was die höhere Rigidität erklärt: eine äußere Schicht mit radiärem Verlauf (Stratum radiatum) und eine innere Schicht, die zirkulär aufgebaut ist (Stratum circulare). Sie ziehen zirkulär in den Anulus fibrocartilagineus, der das Trommelfell begrenzt und im Sulcus tympanicus des knöchernen Gehörgangs verankert ist.

FRAGE

An welche anatomischen Strukturen grenzen die sechs Mittelohrwände?

TIPP

Am besten stellt man sich das Mittelohr als kleinen Kasten vor, um die Seitenwände zu benennen.

Antwort

In der Umgebung des Mittelohrraums finden sich folgende Strukturen:

• Lateral ist das Trommelfell der Abschluss des Mittelohrs.

• Medial grenzt es an die Cochlea (Schnecke) des Innenohrs. Die Schneckenbasis wölbt die mediale Wand als Promontorium in die Paukenhöhle. Weiter dorsal liegen das ovale und das runde Fenster. Dem ovalen Fenster, das durch die Fußplatte des Stapes verschlossen ist, liegt der N. facialis, der nach kaudal und hinten umbiegt, an. Über dem Promontorium liegt der Kanal des M. tensor tympani.

• Die kraniale Wand der Paukenhöhle bildet eine dünne Knochenwand, das Tegmen tympani; darüber liegt in der mittleren Schläfengrube die Dura des Schläfenlappens.

• Kaudal grenzt die Paukenhöhle an den Bulbus venae jugularis.

• Nach ventral schließt sich der knöcherne Karotiskanal mit der A. carotis interna an.

• Dorsal findet man das Antrum mastoideum und das Mastoid mit den meist pneumatisierten Zellen und dem mastoidalen Teil des N. facialis. In der hinteren knöchernen Wand liegt die Eminentia pyramidalis, ein pyramidenförmiger Vorsprung, an dem der den M. stapedius ansetzt. Lateral davon zieht die Chorda tympani als Abgang des N. facialis in das Mittelohr.

FRAGE

Sie erwähnten die pneumatisierten Mastoidzellen. Wo befinden sich diese? Sind sie bei jedem mit Luft gefüllt?

PLUS

Antrum mastoideum: mit Schleimhaut ausgekleideter Raum zwischen Pauke und Mastoid.

Antwort

Das pneumatische System des Schläfenbeins liegt hinter dem Antrum mastoideum, durch das es mit der Paukenhöhle in Verbindung steht. Bei Geburt ist nur das Antrum selbst vorhanden; die weiteren Hohlräume im Knochen entstehen in den ersten Lebensjahren durch enzymatischen, osteoklastischen Knochenabbau. Das Ausmaß an luftgefüllten Zellen gestaltet sich sehr unterschiedlich. Kommt es in Folge von kindlichen Tubenbelüftungsstörungen und rezidivierenden Mittelohrentzündungen zu einer minderwertigen, hyperplastischen Schleimhaut und chronischer Otitis media mesotympanalis, ist eine gehemmte bis fehlende Pneumatisation die Regel. Die Pneumatisation ist üblicherweise mit dem 6.–15. Lebensjahr abgeschlossen.

FRAGE

Welche Funktion erfüllt die Gehörknöchelchenkette und wie ist sie aufgebaut? Wie wird die Steigbügelfußplatte im ovalen Fenster gehalten?

PLUS

Die Gehörknöchelchen sind die kleinsten Knochen im Menschen. Zusammen wiegen sie weniger als 100 mg.

Antwort

Die Gehörknöchelchen sollen eine möglichst verlustarme Übertragung der Schallenergie vom schwingenden Trommelfell auf das ovale Fenster der Cochlea ermöglichen. Der Hammer (Malleus) ist mit seinem Griff fest im Trommelfell verankert und weist hier mittig den charakteristischen Umbo auf (Abb. 1.1). Über ein relativ festes Sattelgelenk ist er mit dem Amboss (Incus) verbunden, der über ein relativ lockeres Gleitgelenk den Steigbügel (Stapes) in Bewegung versetzt. Die Basis des Steigbügels ist mit dem Lig. anulare stapedis im Foramen ovale verankert. Hier findet die Energieübertragung auf den Perilymphraum der Scala vestibuli statt. Die drei Gehörknöchelchen werden nur über ihr Periost mit Nährstoffen versorgt.

FRAGE

Wie werden die beiden Binnenohrmuskeln innerviert und welche Bedeutung haben sie?

PLUS

Ein Tremor dieser Muskeln kann ein objektivierbares Ohrgeräusch generieren.

Antwort

Im Mittelohr existieren zwei Binnenohrmuskeln:

• M. stapedius: innerviert vom N. facialis. Durch Zug am Stapeskopf versteift der Muskel die Gehörknöchelchenkette. Dies führt zu einer Dämpfung der Auslenkung und damit zu einer verminderten Schallenergie. Bei einer Fazialisparese kommt es daher durch den nerval bedingten Ausfall des M. stapedius zu einer Hyperakusis.

• M. tensor tympani: innerviert vom 3. Trigeminusast. Der Muskel spannt das Trommelfell durch medialen Zug am Hammergriff. Auch hier werden eine Schalldämpfung und damit ein Schutz der sensiblen Haarzellen...

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