Camille´s Tagebuch

Das Kreuz auf der Brust
 
 
epubli (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. Oktober 2020
  • |
  • 100 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7531-0613-7 (ISBN)
 
Camille¿s Tagebuch erzählt die fiktive generationenübergreifende Geschichte von Mitgliedern zweier sehr unterschiedlicher Familien, welche zunächst in Europa und zuletzt in den Vereinigten Staaten von Amerika unter dem Vorwand, die Menschheit vor dem Untergang zu retten, in aufregende Ereignisse verwickelt werden. Die Handlung umspannt dabei einen Zeitraum von fast achthundert Jahren und beginnt im Mittelalter, um letztlich in einer apokalyptischen Zukunft zu enden. In den Abenteuern der Protagonisten tauchen indessen immer wieder drei mysteriöse Gestalten auf, welche maßgeblich die Richtung der Erzählung beeinflussen.
Der Autor spart hierbei nicht mit Kritik bezüglich der gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse in der westlichen Hemisphäre.
2. Auflage
  • Deutsch
  • 1,22 MB
978-3-7531-0613-7 (9783753106137)
J. -H. Trummer, Jahrgang 1963, lebt in Norddeutschland, ist freischaffender Musiker und Pädagoge. Camille¿s Tagebuch ist seine erste Buchveröffentlichung. Ende des Jahres 2020 ist mit dem Fantasy-Roman "Phosphoros" eine weitere Publikation geplant.

X.      Kein Ende rechter Gewalt


 

Exkurs IV

 

Dariel: "Jacob sollte sich nicht von den Reichtümern blenden lassen, die er bald entdecken wird. Ich schätze aber, dass ihn unsere Prophezeiungen mehr interessieren dürften. So gesehen hätten wir dann den Richtigen ausgewählt." Bachiel: "Allerdings ist ihm noch nicht bewusst, in welcher Gefahr er schwebt. Am besten suchen wir ihn wieder heim, wenn er träumt." Aariel: "Ich für meinen Teil würde ihm am Liebsten persönlich helfen, doch das würde der hohe Rat niemals genehmigen. Wir haben ihn ausgewählt, weil er neben der nötigen Demut auch Mut und Tapferkeit mitbringt. Wenn wir ihn im Traum erreichen, müssen wir auch dafür sorgen, dass er unsere Botschaft anschließend nicht mehr vergisst." Dariel: "Dann soll es genauso geschehen. Als Hüter der Zukunft haben wir eine Verantwortung für die Menschen und das Wohl vieler zählt immer mehr als das Wohl eines einzelnen." Bachiel: "Doch wenn der oberste Rat das Ende der Menschheit beschlossen hat, müssen wir uns der Entscheidung beugen, auch wenn es schwerfällt." Aariel: "Es gibt noch eine Chance, wie wir die Apokalypse abwenden können. Dazu müssen allerdings auch die Nachkommen von Jacob, genauso wie es bei den Giffreys geschehen ist, in unsere Pläne eingebunden werden und bereit sein, die Katastrophe mit allen Mitteln zu verhindern. Dazu benötigt er viele Unterstützer. Es kann eine Sekte oder ein Geheimbund sein, wir müssen dafür sorgen, dass eine derartige Organisation in der Zukunft den nötigen Einfluss und die erforderliche Macht erhält." Dariel: "So soll es geschehen."

 

Jacobs Augen nahmen einen Schleier wahr, der sich nur langsam auflöste. Daraus hervor traten wieder die drei Männer, die ihm schon in einem früheren Traum begegnet waren. "Du und Deine Freunde schweben in höchster Gefahr. Suche nach der Wahrheit und nicht nach dem Schatz, der sich Dir offenbaren wird. Wir werden alles tun, um Dich vor den Konsequenzen Deines Handelns zu schützen", sprach eine der Gestalten. Direkt nach dieser Halluzination, welche ihm durchaus real erschien, schreckte Jacob auf, weil Caleb ihm mit der Hand in die Seite stieß und sagte: "Wir sind gleich in Straßburg Du Langschläfer, worauf Jacob fragte: "Wie lange habe ich geschlafen?" "Fast die gesamte Dauer der Fahrt, annähernd zwölf Stunden", antwortete ihm Julie. Zwei Stunden später erreichten sie Straßburg. Wohin geht die Reise jetzt?", fragte Caleb. "Wenn ich den Plan richtig gelesen habe, liegt die Person mit den Initialen C.F. auf einem Soldatenfriedhof, nahe einem Weingut bei Mühlhausen begraben." "Dann kann es unmöglich eine Frau sein", erwiderte Lea. "Zur Zeit des ersten Weltkrieges gab es noch keine Frauen in den Armeen." "Aber es gibt auch keinen besseren Ort für ein geheimes Grab, wenn hier sonst nur Soldatengräber zu sehen sind", entgegnete Jacob. "Und was soll da überhaupt außer einem Sarg zu finden sein?" fragte ihn Julie. "Ich denke mal, wenn ich Deine Gesichtszüge richtig lese, dass auch Du im Grunde keinen blassen Schimmer hast." Nach einer längeren Wanderung trafen sie bei dem Friedhof ein. "Wir müssen vermutlich jede Reihe absuchen. Bei vielen Gräbern fehlen die Namen, deshalb solltet Ihr Euch auf diejenigen Grabsteine oder Kreuze konzentrieren, welche beschriftet sind", wies Jacob seine Freunde an. Die Suche dauerte schon einige Stunden, als Caleb plötzlich rief: "Ich glaube, ich habe etwas gefunden." "Seht Ihr, die Schrift an dem Kreuz ist etwas ausgeblichen, aber die Inschrift ist noch erkennbar. Tatsächlich waren die Großbuchstaben C. und G. zu erkennen. "Aber Camille Giffrey kann hier nicht begraben sein, sie liegt doch im Familiengrab in Paris", merkte Julie an. "Da sind noch einige Spaziergänger auf dem Friedhof. Lasst uns mit der Ausgrabung beginnen, wenn die Dämmerung eingesetzt hat", schlug Jacob vor. "Und was machen wir solange?", fragte Julie in die Runde. "Wenn Ihr Euch umschaut, könnt Ihr hinter der Mauer auf der Südseite eine Wiese sehen. Wir könnten dort zum Beispiel ein Picknick machen oder spazieren gehen", warf Lea ein. "Ich habe meine Tasche mit der Verpflegung offensichtlich im Zugabteil vergessen", erklärte Caleb mit gesenktem Kopf und zaghafter Stimme. "Dann wählen wir eben die Option Spazieren gehen", sagte Jacob abschließend. Nachdem die vier jungen Leute zwei Stunden lang die Gegend erkundet hatten, verabschiedete sich langsam die Sonne am Horizont, und sie beschlossen, zum Friedhof zurückzukehren. "Einer oder eine von Euch muss Wache schieben, solange wir hier graben. Ich denke mal, dass das ein Job für Julie oder Lea wäre", schlug Jacob vor. Lea stimmte zu, dass sie die erste und Julie die zweite Wache übernehmen würde. Anschließend holten Jacob und Caleb ihre Klappspaten aus den Rucksäcken und begannen umgehend an der Grabstelle die Erde wegzuschaufeln. Nachdem sie etwa eineinhalb Meter tief gegraben hatten, stieß Caleb mit seinem Spaten auf Holz. "Das muss der Sarg sein", vermutete er. "Dann holen wir ihn jetzt heraus", erwiderte sein Bruder. Doch als sie die Erde um das Grab herum wegschaufeln wollten, mussten sie erkennen, dass es sich gar nicht um einen Sarg, sondern um eine Art Falltür handelte.

"Hast Du vielleicht ein Stemmeisen oder etwas ähnliches dabei, um diesen Verschlag aufzubrechen?", fragte Jacob seinen Bruder. Der kramte kurz in seinem Rucksack herum, um dann ein längeres Jagdmesser zu präsentieren. "Reicht das?" "Das müssen wir ausprobieren", antwortete Jacob. "Hoffentlich bricht die Klinge nicht ab", misstraute Jacob der Stabilität des Stahls, doch nach mehreren Versuchen konnte er den Riegel, der die Tür verschloss, aufhebeln, ohne dass das Messer zu Bruch ging. Glücklicherweise hatte Caleb eine Fackel und Streichhölzer dabei, denn hinter der Falltür konnte man vor Dunkelheit keinerlei Konturen erkennen. Zunächst mussten sie etwa eineinhalb Meter in die Tiefe springen, um sich danach einem finsteren Gewölbe gegenüber zu sehen. "Ich sage unseren Mädchen Bescheid, dass sie uns folgen sollen", schlug Jacob seinem Bruder vor. "Das ist mir lieber, als sie da oben alleine zu wissen." Nachdem die jungen Frauen zu ihren Freunden gestoßen waren, gingen alle vier geduckt einen langen Gang hinunter, dessen Seitenwände aus unregelmäßigen Natursteinen bestanden. Es roch sehr modrig und von der Decke hingen alte Spinnweben herunter. Nach circa hundert Metern erreichten sie das Ende des Tunnels, ein dickes hölzernes Tor, das durch drei Schlösser gesichert war. "Und wie kommen wir da jetzt rein?", fragte Caleb in die Runde. "Natürlich mit einem Schlüssel", antwortete Jacob. "Und wo bekommen wir den jetzt her?", mischte sich Lea ein. "Bei uns zuhause liegt der Ersatzschlüssel immer unter der Fußmatte oder einem Blumentopf", flachste Lea weiter. "Haben wir hier aber nicht", entgegnete Julie. "Sehen wir doch einfach mal nach, ob es hier vielleicht ein Geheimfach oder etwas Ähnliches gibt. Lasst uns zunächst einmal überprüfen, ob es hinter den Steinen in den Wänden Hohlräume gibt", gab Caleb als Devise aus. "Da seht Ihr meinen schlauen Mann", freute sich Lea. Mit einem Holzhämmerchen klopften Lea und Julie die Steine ab, während Caleb und Jacob nach einem Versteck im Boden suchten. Plötzlich stellte Lea fest, dass sich hinter einem der Steine tatsächlich ein Hohlraum befinden musste. Fast zeitgleich bemerkte Julie an der gegenüberliegenden Seite das gleiche Phänomen. Die Steine ließen sich leicht herausziehen, worauf das Tor sich plötzlich öffnete. "Die Schlösser sind nur eine Irreführung, eine Täuschung", riefen beide Frauen fast gleichzeitig. Julies und Leas Entdeckung motivierte nun auch ihre Freunde sich an der Toröffnung zu beteiligen. Mit vereinter Kraft lehnten sie sich gegen die schwere Holztür, bis sie ächzend nachgab. Anschließend schoben sie sich nacheinander durch den engen Türspalt, wobei Jacob mit einer Fackel vorausging. Was sie dann in der Gruft sahen, führte dazu, dass ihnen allesamt die Kinnlade herunterfiel.

Die Gruft war eine riesige mit Edelsteinen, Gold und vielen Kunstschätzen vollgestapfte Schatzkammer. "Das sind verloren geglaubte Schätze, welche die Nazis unserem Volk abgenommen haben. Sieh Dir nur die Gemälde an. Da sind Bilder von Klee, Emil Nolde, Franz Marc und Kokoschka. Das sind nicht nur materielle, das sind für mich vor allem ideelle Werte, die hier gelagert sind. Wir sollten den Alliierten so schnell wie möglich mitteilen, was wir hier gefunden haben", sagte Jacob. Plötzlich vernahmen sie Geräusche, welche aus dem Tunnel zu hören waren. "Versteckt Euch", rief Jacob, der sofort die Fackel ausmachte. Nur dreißig Sekunden später wurde die Tür aufgedrückt, und Richter, sowie zwei seiner Komplizen betraten den Raum. "Kommt lieber freiwillig raus, wir finden Euch sowieso gleich!", rief er von einem Echo begleitet in die Gruft. "Um seine Gefährten zu beschützen, beschloss Jacob sich aus der Deckung zu wagen und die Bedrohung auf sich zu ziehen. "Bitte nicht schießen, ich komme freiwillig raus", rief er, obwohl er sich fürchtete. "Jude, Du bist doch nicht alleine. Wo stecken die anderen? Letztendlich bekommen wir Euch ja doch alle", drohte Richter Jacob und seinen Freunden. Julie konnte ihren Freund in dieser Situation nicht alleine lassen und wagte sich ebenfalls aus ihrem Versteck. "Ihr seid doch noch mehr. Wenn ihr nicht rauskommt, seid Ihr gleich um diese eine hübsche Person weniger", sagte Richter, wobei er Julie eine Waffe an den Kopf hielt. "Das ist wahrscheinlich unser Ende", flüsterte Caleb seiner Freundin zu, "aber ich kann Jacob und Julie diesem Verbrecher nicht ohne Gegenwehr...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: ohne DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "glatten" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Ein Kopierschutz bzw. Digital Rights Management wird bei diesem E-Book nicht eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

3,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB ohne DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen