Die Morde von Cornwall: Ein Fall für Inspektor Lestrade (Cosy Crime, britischer Krimi)

 
 
Inspektor Lestrade Krimi-Reihe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Mai 2018
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96087-328-0 (ISBN)
 
Eine Bestie, die den Tod mit sich bringt - ein neuer Fall für Inspektor Lestrade Inspektor Lestrade bekommt den Auftrag das wilde Treiben einer geheimnisvollen Bestie in Cornwall aufzuklären. Dort wurden etliche Schafe zerfetzt - doch der Inspektor ist verstimmt: Der Fall ist eindeutig unter seiner Würde! Plötzlich nimmt der scheinbar harmlose Fall eine dramatische Wendung und ein Dorfbewohner kommt grausam ums Leben. Dass dieser Routinefall der Anfang einer umfangreichen Mordserie werden könnte, wird dem Inspektor erst im Laufe der Ermittlungen klar. Die Ereignisse geraten ins Rollen und Lestrade ist als Undercover-Agent gefragt ... Jeder Band der Reihe ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden. Erste Leserstimmen "ein echter Krimi-Genuss für zwischendurch" "gemütlicher Cosy Crime vor idyllischer Kulisse" "origineller und zugleich amüsanter Krimi um den Inspektor aus der Sherlock Holmes-Reihe" "britisch, schwarzhumorig und charmant"

Ein denkwürdiger Tag


Alex Dunn nahm Edwin Cookes hartgekochtes Ei und pellte es sorgsam. Er sah zu, wie die Stückchen der Schale über seinen Steigbügelriemen zu Boden fielen und kaute das Ei dankbar. Er hatte nicht gefrühstückt und auch gestern nicht zu Abend gegessen. Sein Magen erinnerte ihn lautstark daran, dass seine Kehle wie zugeschnürt gewesen war. Da kam plötzlich rechts vor ihm etwas in Bewegung, und er wünschte, er hätte nicht an zugeschnürte Kehlen gedacht. Ein Stabsoffizier - war es nicht Lewis Nolan?  - galoppierte an den wartenden Reihen vorbei auf die Stelle zu, wo Lucan auf seinem Pferd saß. Er war heute Morgen der vierte Melder, doch wenn Lewis Nolan auftauchte, hieß das in der Regel, dass es losging. Dunn stopfte den letzten Bissen in den Mund und drehte sich im Sattel um. Zu seiner Linken kritzelte Roger Palmer eine Notiz mit der glatten Oberfläche seiner Säbeltasche als Unterlage. Lieber Vater, Palmers Bleistift war ein Stummel, und seine Hände waren kalt, nur ein paar Zeilen in Eile ... Sein Bleistift brach ab. Er steckte den Zettel in seine Säbeltasche und folgte Dunns Blick die Reihe entlang. Harrington Trevelyan wickelte sich seine Säbelquaste um die Hand. Palmer konnte Travelyans Feldmütze nicht billigen. Sie entsprach nicht der Vorschrift, und Palmer hielt sich immer an Vorschriften.

Henry Wilkin war entzückt. Er war eigentlich nie dahintergekommen, warum er Chirurg geworden war. Den ganzen Tag bis zu den Achselhöhlen in den Eingeweiden anderer Leute - was war das für ein Leben? Aber jetzt war er Truppenoffizier, das war etwas anderes. Und man muss bedenken, dass er heute Morgen gar nicht hier wäre, hätte Yates sich nicht krankgemeldet. Wenn Nolans Meldung bedeutete, dass es losging, würde er sich auf seinen Säbel verlassen müssen, denn seine Patronentasche war mit Laudanum gefüllt - Vermächtnis eines Mediziners. Er musste den Arztberuf wirklich aufgeben. Als wolle er sogleich den ersten Schritt in diese Richtung unternehmen, trieb er sein Pferd in die vordere Reihe der F-Schwadron. Cook starrte ihn an, knurrte etwas von verdammten Quacksalbern, und Wilkin wich ein wenig zurück. George Loy Smith war ein zu alter Haudegen, um sich über einen Pferdehintern vor seinem Gesicht aufzuregen. Er zog seinen Steigbügelriemen zurecht, als Wilkin sein Rückzugsmanöver versuchte. Er richtete sich auf, bugsierte seine Bärenmütze wieder in die richtige Stellung, befestigte das Kinnband unter seinem mächtigen, kastanienbraunen Bart und herrschte Bill Bentley an, seinen Priem auszuspucken. Kein Soldat seiner Schwadron ging mit einem schwarzen Spritzer am Kinn ins Gefecht. Bentley bemerkte ihn erst, als er die Hand des Hauptfeldwebels spürte, die ihm einen kräftigen Schlag auf die Schulter versetzte. Er hatte mit offenen Augen geträumt. Heute feierte seine Emma Geburtstag. Sie wurde elf. Und Bentley hatte sich an ihre Taufe in Kilmainham erinnert. Damals war er ein einfacher Soldat gewesen, doch stolz hatte er in der Uniform seines Regimentes das Baby zum Taufbecken getragen. Emma, in den Mantel ihres Vaters gekuschelt, war das wundervollste Baby der Welt gewesen. Seth Bond stand mit seinem Pferd auf dem Flügel der C-Schwadron. Die Cholera ließ ihn zittern, und er konnte sein Pferd nicht ruhig halten. Er versuchte sich abzulenken, indem er die Auseinandersetzung vor der Front beobachtete. Der Stabsoffizier, puterrot im Gesicht, gestikulierte heftig. Lord Look-On schien verwirrt, verständnislos. Der Stabsoffizier schwenkte herum, um sich auf der linken Seite bei den Siebzehnern einzureihen.

Es war das erste Mal, dass Bond die Generäle miteinander reden sah - Look-On und der adlige Yachtbesitzer. Wegen der Pferde, die auf ihren Gebissen kauten, und dem Gemurmel der Männer hinter ihm konnte er die gedämpfte Unterhaltung nur teilweise verstehen. John Kilvert zu Bonds Rechten fragte sich, warum er sich überhaupt hatte anwerben lassen. Auch er hatte den größten Teil der Nacht damit zugebracht, sich über seinen Stiefeln zu erbrechen, und war froh, dass ihm niemand etwas zum Frühstück angeboten hatte. Er wünschte sich nach Nottingham zurück, in sein Wein- und Schnapsgeschäft. Jetzt würde er wohl kaum noch Bürgermeister werden, und seine Chancen schwanden in dem Augenblick, da er sah, wie Cardigan seinen Kastanienbraunen in die Mitte der Brigade trieb. Es war nicht Cardigans Erscheinen, das William Perkins Sorgen machte, es sei denn, Seine Lordschaft hätte eines seiner vorquellenden blauen Augen am heutigen Morgen auf Perkins' Trompete gerichtet. Er hatte ein paar seiner französischen Fotografien bei Bentley gegen Tabak eingetauscht, doch er war entsetzt, als er feststellte, dass Bentley die Fotos dazu benutzt hatte, einen Riss in seinem Zelt zu flicken. Sein Entsetzen wuchs bei der Entdeckung, dass jemand - er dachte sofort an Jim Hodges - ihm einen Pflock in das Mundstück getrieben hatte. Aber schließlich war Joseph Keates Stabstrompeter der Elften. Er würde darauf hoffen müssen, dass Keates, sollte ein Signal befohlen werden, für ihn mitblies. Im Lärm eines Angriffs würde das niemand bemerken.

Für William Pennington war dies alles neu. Während er in der B-Schwadron auf seinem Pferd saß, dachte er darüber nach, ob die Handelsmarine wirklich so schrecklich gewesen war, dass er geglaubt hatte, sie verlassen zu müssen. Vielleicht war es das Porter an jenem Januartag in Dublin gewesen, vielleicht die glitzernde Uniform des Werbeoffiziers, die neun Pfund Handgeld, vielleicht ... Doch jetzt war es zu spät für Selbstzweifel. John Parkinson versetzte ihm einen Stoß mit dem Ellenbogen und deutete nach vorn. Cardigan nickte steif zu John Douglas hinüber, der groß und stumm in der Mitte der Elften saß. Sie setzten sich in Bewegung. Alex Dunn zückte seinen Säbel, sodass er in der Sonne blitzte, die trübe über der ramponierten Brigade aufging. Loy Smith fluchte, als er sah, dass der Idiot Hope an seinen Platz zu seiner Rechten galoppierte. Der Krüppel ritt ein Kavalleriepferd der Grauen. Wo, zum Teufel, hatte er gesteckt? Hatte wohl irgendwo einen Anfall bekommen. Nun, er würde es ihm zeigen, wenn alles vorüber war. Pennington kamen die Stille und das jähe Schweigen unwirklich vor. Doch er saß gleichwohl mittendrin. Vor ihm erstreckte sich ein langgestrecktes Tal, pergamentfarbener Sand und Schotter. Auf den Hügeln zur Rechten eine Reihe von Kanonen. Russische Kanonen. Zur Linken eine noch größere Zahl von Kanonen. Was lag vor ihnen? Er konnte es nicht erkennen, aber er spürte, wie Panik sein Herz erfasste. Loy Smith drehte sich im Sattel um.

»Alles bereit, Mr. Pennington?« Und er schenkte Edwin Hughes, der erst sechzehn war und nicht einmal die vorschriftsmäßige Größe hatte, einen väterlichen Blick. Er wird uns alle überleben, dachte der Hauptfeldwebel.

»Die Brigade rückt vor«, kam Cardigans raues, arrogantes Bellen, »die erste Schwadron der Siebzehnten Leichten Kavallerie zuerst.«

Und die schrillen Töne der Trompete übertönten seine Worte. Für einige Sekunden saßen die Husaren vom Elften Leibregiment Prinz Alberts bewegungslos da, jeder Mann ein Gefangener seiner eigenen Gedanken und Ängste. Dann brachen sie nach vorn, und wie auf dem Exerzierplatz von Maidstone fiel die Elfte auf Befehl Lucans zurück, um die Siebzehnte an die Spitze zu lassen. Die leichte Kavallerie in ihren dunklen Jacken ritt in vorderster Front, die Fähnchen an den Lanzen knatterten im Wind, der durch das Tal pfiff. Es war der Lärm, der Pennington am deutlichsten im Gedächtnis blieb, das Schnauben der Pferde und das Klirren der Gebissstangen und über dem unaufhörlichen Hufgetrappel von Zeit zu Zeit das Gebrüll von Loy Smith.

»Säbel heraus.« Es war Colonel Douglas, der seine Waffe zückte, während Cardigan das Tempo beschleunigte. Er konnte die Führer sehen - Mayow und Fitz Maxse - vor der Linie der Siebzehner. Die Säbel der Elften flogen heraus.

»Gegen den Hang«, ermahnte Loy Smith seine Schwadron. Bentley presste die Klinge gegen seine Schulter und verkürzte die Zügel. Sie waren jetzt in Trab gefallen. Noch ragten die Lanzen senkrecht empor. Noch immer war Cardigan an der Spitze. Wie ein Kirchturm, dachte Palmer. Er wich weder nach links noch nach rechts aus, die Sonne glänzte auf der Goldlitze seines Umhangs. Er spürte, wie die Linien schneller wurden, um dem letzten der Brudenells zu folgen.

Loy Smith sah es als erster, denn seinen erfahrenen, alten Augen entging keine ungewöhnliche Bewegung in der Formation. Der Stabsoffizier, der den letzten Befehl überbracht hatte, schoss vom linken Flügel der Siebzehner nach vorn, quer nach rechts hinüber und jagte hinter Cardigan her. Er fuchtelte mit der Schwerthand und schrie etwas, doch Loy Smith konnte kein Wort verstehen. Die Siebzehner begannen zu schwanken. Sie drehten ab. Douglas zügelte sein Pferd, auf der Rechten wurde Dunn ebenfalls langsamer. Zog sich die Brigade zurück? Man hörte kein Trompetensignal. Warum gab es kein Signal?

Ein heulendes Pfeifen, hoch über dem Wind. Lauter und lauter. Ein

Krachen und ein Ausbruch von Flammen und Rauch. Der Stabsoffizier krümmte sich, krallte sich wie ein Krebs am Sattel fest, doch sein rechter Arm war noch immer emporgereckt. Das entsetzte Pferd brach aus, raste mit hängenden Zügeln im Kreis herum und bahnte sich seinen Weg zurück durch die Reihen. Die Siebzehner ließen es passieren und formierten sich erneut. Einer nach dem anderen sahen die Unteroffiziere, die Feldwebel und die Männer im Zentrum Pferd und Reiter und hörten den unmenschlichen Schrei. Was von Lewis Nolan übriggeblieben war, galoppierte an ihnen vorüber. Sein Gesicht war kreidebleich, seine Augen blicklos, und wo früher seine goldbetresste Jacke gewesen war, sah man jetzt seine...

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