Linux Mint 19

Praxiswissen für Ein- und Umsteiger
 
 
MITP (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. November 2018
  • |
  • 232 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95845-812-3 (ISBN)
 
Ganz einfach und Schritt für Schritt auf Linux Mint umsteigen Die Benutzeroberfläche von Linux Mint kennenlernen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen Windows und Linux Mint parallel betreiben Steigen Sie mit Mint ein in die Linux-Welt! Egal, ob Sie parallel zu einem anderen Betriebssystem oder ausschließlich mit Linux Mint arbeiten wollen: Dieses Buch nimmt Sie an die Hand und ermöglicht Ihnen einen problemlosen Start. Dabei geht der Autor hauptsächlich auf die Standardversion Linux Mint Cinnamon ein, stellt aber auch die Distributionen MATE, KDE, Xfce sowie die OEM-Version und die No-codecs-Version vor. Christoph Troche erklärt Ihnen gut nachvollziehbar die verschiedenen Installationsmöglichkeiten von Linux Mint (Live-Version, Festinstallation, allein oder parallel zu Windows). Er demonstriert, wie Sie Mint einrichten und macht Sie mit der Arbeitsoberfläche bekannt, so dass Sie direkt loslegen können. Der Autor zeigt Ihnen die Programme, die Linux Mint bereits mitbringt, und empfiehlt Ihnen geeignete Alternativen. Auf die Arbeit mit dem Bürosoftware-Paket LibreOffice geht er dabei besonders ein. Im weiteren Verlauf des praxisnahen Buches erhalten Sie wertvolle Informationen und Tipps in Sachen Multimedia, Mobilität, Datensicherung in der Cloud oder Sicherheit Ihres Systems. So hilft Ihnen dieses Buch mit seiner verständlichen Art dabei, alltägliche Aufgaben problemlos zu meistern und Linux Mint optimal zu nutzen.
2019
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 11,52 MB
978-3-95845-812-3 (9783958458123)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Christoph Troche ist Fachbuchautor und Linux-User der ersten Stunde. Er legt besonders großen Wert auf die praktische Verwendbarkeit und Benutzerfreundlichkeit seiner Anleitungen.

Kapitel 1: 
Linux? Mint?


In diesem Kapitel möchte ich Ihnen einige Hintergründe zu Linux und Linux Mint geben. Es ist nicht zwingend nötig, dieses Kapitel zu lesen, um Linux installieren und benutzen zu können, aber es erklärt, warum Linux und damit auch Linux Mint so ist, wie es ist, und was hier anders ist als in der gewohnten Windows-Welt. Denn wie fast alle PC-Benutzer kennen und nutzen Sie sicher Microsoft-Windows, erreicht dieses Betriebssystem doch einen weltweiten Marktanteil von über 90 % auf Desktop-PCs und Notebooks. Windows und sein Vorgänger DOS wurden von der Firma Microsoft entwickelt, um damit Geld zu verdienen. Und das funktionierte so gut, dass deren ehemaliger Besitzer Bill Gates einer der reichsten Menschen der Welt wurde.

Aber: Wie alle anderen Nutzer auch sind Sie schon mit den Mängeln und Fehlern dieses Systems konfrontiert worden. Viren und andere Schadsoftware bedrohen Ihre Daten, das System wird im Laufe der Zeit immer langsamer und regelmäßig treten Sicherheitslücken auf, die geflickt werden müssen.

Zudem ist Windows recht teuer. Falls Sie der Meinung sind, Windows sei ein fester Bestandteil Ihres Computers und Sie hätten es praktisch als notwendige Dreingabe zu Ihrem gekauften Computer erhalten, schauen Sie doch einmal nach, was derselbe PC ohne vorinstalliertes Windows gekostet hätte.

1.1 Linux


Linux' Entwicklung und Selbstverständnis ist demgegenüber das genaue Gegenteil:

Linux ist ein Betriebssystem, das auf dem in den 1960er- und 1990er-Jahren auf Großrechnern führenden UNIX-System basiert. UNIX war im Windschatten des Apollo-Programms entstanden und zu seiner Zeit das State-of-the-art-System: Es war multiuser- und multitaskingfähig, konnte also mehrere Nutzer mit klar definierten Zugriffsrechten verwalten und mehrere Prozesse gleichzeitig getrennt voneinander ausführen. Darüber hinaus war das System bereits netzwerkfähig und verfügte über eine eindeutige Dateienhierarchie.

Tipp

Ein Betriebssystem im weiteren Sinne ist eine Sammlung von Programmen, die Sie benötigen, um Programme auf dem Computer überhaupt starten zu können. Das Betriebssystem sorgt dabei dafür, dass Sie die Computer-Hardware, also Tastatur, Maus, Bildschirm . benutzen können. Ohne dass Sie es merken, verwaltet das Betriebssystem darüber hinaus die Systemressourcen, also die Speicher, die CPU-Auslastung .

Im Laufe der nächsten Jahre entstand aus einer freien UNIX-Lizenz eine Unzahl verschiedenster Versionen. Eine dieser Versionen war das kostenlose, aber auch nicht besonders leistungsfähige Minix. Der finnische Student Linus Torvalds war Ende der 1980er-Jahre im Besitzer eines PCs mit Minix, das auf seinem 386-PC allerdings nicht zu seiner Zufriedenheit lief. Der Legende nach wollte er im Winter einfach nicht die Wohnung verlassen und begann eine Möglichkeit zu entwickeln, sich mit seinem PC in den Universitätscomputer einzuloggen. Irgendwann erkannte er dann wohl, dass er gerade im Begriff war, ein völlig neues Betriebssystem zu entwickeln. Dies war allerdings bereits in den Anfangszeiten des Personal Computers eine Herkulesaufgabe, die ein Mensch alleine gar nicht bewerkstelligen konnte. So postete er seine Entwicklung im gerade entstehenden Internet und forderte andere Interessierte auf, am System mitzuarbeiten und Verbesserungsvorschläge zu machen (»Nur so als Hobby, es wird nicht groß und professionell .«).

Weltweit beteiligten sich von Beginn an Enthusiasten an der Entwicklung, programmierten viele Millionen Seiten Programmcodes und brachten die Entwicklung weiter voran.

1.2 Linux ist .


Open Source


Den entscheidenden Schritt in der Entwicklung von Linux war die Idee, den Code unter der so genannten GNU General Public License (GPL) zu veröffentlichen. Diese Lizenz erlaubt es einem Nutzer, eine Software zu nutzen, sie zu studieren, zu verändern und weiterzugeben, solange diese Nutzerrechte ebenfalls weitergegeben werden. Dies bedeutet, dass alle Software, die unter dieser Lizenz vertrieben wird »frei« ist. »Frei« heißt in diesem Zusammenhang nicht unbedingt nur »kostenlos«. Es bedeutet, dass der Quellcode eines Programms offen zugänglich sein muss.

Hinweis

Der Quellcode ist der vom Menschen lesbare Text, den Programmierer eingeben, um einem Computer Befehle zu übermitteln. Diese Befehle werden dann mit einem Compiler in Maschinensprache, die nur aus 1 und 0 besteht, übersetzt. Da diese Übersetzung nur in einer Richtung funktioniert, also ein Rückübersetzen in den Quellcode nicht möglich ist, muss Entwicklern der Quellcode zugänglich sein, um die Software verändern zu können. (»Open Source«)

Das GNU-Projekt unter dem Softwarepionier und -aktivisten Richard Stallman arbeitete damals bereits einige Jahre an der Entwicklung eines kostenlosen und freien Systems, das dem von Linus Torvalds ähnelte. Sie hatten bereits eine Reihe klassischer UNIX-Tools so programmiert, dass sie sich auf unterschiedlichen Systemen einsetzen ließen. Zu einem kompletten Betriebssystem fehlte lediglich der Kernel, und den lieferte nun Linus Torvalds.

Linux Mint nutzt diesen Linux-Kern und die Tools und ist damit natürlich ebenfalls ein Open-source-Projekt. Dies hat zur Folge, dass das gesamte Programmpaket transparent bleibt, es gibt keine versteckten, unliebsamen Überraschungen.

Der Linux-Kernel

Der Kernel ist der innerste Teil eines Betriebssystems. Die grundlegenden Aufgaben wie beispielsweise die Steuerung der Hardware und des Speichers werden hier erledigt. Während der Kernel von Windows zu den am besten gesicherten Industriegeheimnissen der Welt gehört, enthält der Linux-Kernel keinerlei Geheimnisse, sein Quellcode ist frei zugänglich.

Die GPL-Lizenz war unter anderem auch deswegen nötig, weil die Platzhirsche des boomenden Softwaremarktes immer wieder versuchten, die Ergebnisse der freiwilligen und oft ehrenamtlichen Arbeit der Entwickler in ihren Besitz zu bringen.

Allerdings ist Linux bei weitem kein Hobby-Projekt mehr. Die großen Firmen der IT-Branche, von A wie Adobe bis Z wie ZTE unterstützen die Linux-Foundation, helfen bei der Entwicklung des Kernels sowie anderer Open-source-Projekte. Dabei verfolgen diese Unternehmen durchaus eigennützige Ziele: Linux hat UNIX längst verdrängt und findet seinen Platz vor allem in der Netzwerktechnologie. Und hier sind die Großen der Branche darauf angewiesen, dass ihre Ideen und Standards mit Linux kompatibel bleiben. Und seit 2016 ist eben sogar Microsoft Mitglied der Linux Foundation.

Die Tools


Nun bringt ein Kernel alleine ein System noch nicht zum Laufen, es werden darüber hinaus noch eine Menge anderer Programmpakete benötigt. Auch diese sind elementarer Bestandteil von Linux Mint. Während Sie als Nutzer mit dem Kernel gar nicht in Kontakt kommen, nutzen Sie diese anderen Programme direkt oder indirekt. Es handelt sich hierbei unter anderem um:

  • Den X-Window-Manager. Linux kümmert sich eigentlich nicht um die grafische Darstellung, dies übernimmt ein eigenes Grafiksystem, der X-Window-Manager (Dies hat nichts mit Windows zu tun). X-Window wurde am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambrigde entwickelt und an Linux angepasst.
  • Die GNU core Utilities, eine Sammlung von Befehlszeilenprogrammen, mit denen Sie Linux außerhalb der grafischen Benutzeroberflächen steuern können. Die Programme sind meist sehr klein und beschränken sich auf eine bestimmte Aufgabe.
  • Die Shell. Diese Befehle müssen außerhalb einer grafischen Nutzeroberfläche irgendwo eingegeben werden. Die Aufgabe übernimmt die Shell. Obwohl es mehrere Shell-Programme gibt, gilt das Programm bash (bourne-again-shell) als Standard und gehört auch zu Linux Mint. Die Shell ist nicht zu verwechseln mit dem Programm Terminal. Ein Terminal ist nur ein grafisches Programm, um die Shell zu bedienen.
  • Den GNU Compiler, um die Quellcodes der benutzten Programme in von Computer lesbare Formate zu übertragen.
  • Den GNU-Bibliotheken. Ein Entwickler muss nicht alle Details seines Programms selbst schreiben. Viele Routinen, Abläufe und Dienstprogramme existieren bereits als Module und der Programmierer kann darauf zurückgreifen. Die wichtigste Linux-Bibliothek heißt glibc.

Diese Pakete waren im Vorfeld bereits durch die Beteiligten des GNU-Projektes erstellt worden. Am Ende wurde daraus ein Streit, der bis heute andauert: Handelt es sich um ein GNU-Projekt, dem später nur noch der Kernel hinzugefügt wurde, oder ist der Kernel der zentrale Punkt und die GNU-Programme sind nur Beiwerk?

Als Folge dieser Diskussion werden Sie oft den Ausdruck GNU/Linux lesen, als Würdigung der Rolle, die R. Stallman und sein GNU-Projekt bei der Entstehung von Linux spielte.

1.3 Freie Software


Stallman und Torwalds sind der genaue Gegenentwurf von gewinnorientierten Unternehmern wie Bill Gates, Steve Jobs und Steve Ballmer, der Linux und die Idee freier Software schon auch mal als ein »Krebsgeschwür« bezeichnete. Für Stallman und Torwald hingegen sollte Information kostenlos jedermann zur Verfügung stehen können.

»Freie Software« bedeutet in diesem Zusammenhang allerdings nicht zwingend »kostenlos«. Auch für freie Software kann eine Gebühr erhoben werden, sofern der Nutzer dieselben Rechte erhält, also das Programm seinerseits weiterentwickeln und verkaufen darf. Sie sollten sich ohnehin darüber im Klaren sein, dass ein...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

16,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen