In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel

Geflohene Frauen erzählen ihr Leben
 
 
Gütersloher Verlagshaus
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. September 2011
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-56209-0 (ISBN)
 
Bewegende Schicksale vertriebener, deutscher Jüdinnen in Israel

- Lebensbilder von ergreifender Dichte und Intensität

- Mit zahlreichen Fotos und Zusatzinformationen sowie einem Vorwort von Günter Jauch

weitere Ausgaben werden ermittelt
Andrea von Treuenfeld, hat in Münster Publizistik und Germanistik studiert und nach einem Volontariat bei einer überregionalen Tageszeitung lange als Kolumnistin, Korrespondentin und Leitende Redakteurin für namhafte Printmedien, darunter Welt am Sonntag und Wirtschaftswoche, gearbeitet. Heute lebt sie in Berlin und schreibt als freie Journalistin Porträts und Biografien. Im Gütersloher Verlagshaus erschienen bereits ihre beiden Bücher "In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel" und "Zurück in das Land, das uns töten wollte".
1 - Inhalt [Seite 6]
2 - Vorwort [Seite 8]
3 - Einführung [Seite 9]
4 - Als unsere Zeit kam [Seite 12]
5 - LORE WOLF [Seite 13]
6 - DR. ELLY FREUND [Seite 25]
7 - SARA SINGER [Seite 45]
8 - AHUVA SALANT [Seite 55]
9 - CHAJA FLORENTIN [Seite 65]
10 - SHULA COHEN [Seite 77]
11 - HERTA PROTER [Seite 87]
12 - CARY KLOETZEL [Seite 95]
13 - HILDE HOFFMANN [Seite 111]
14 - MIRIAM BETTELHEIM [Seite 127]
15 - ESTHER HERLITZ [Seite 143]
16 - SHOSHANNA FRIEDLÄNDER [Seite 157]
17 - ODA KISSINGER [Seite 167]
18 - ESTER GOLAN [Seite 181]
19 - ALIZA FALK [Seite 191]
20 - HANNA BLITZER [Seite 205]
21 - Zeugnis meiner Zeit [Seite 208]
22 - HISTORIE [Seite 209]
23 - GLOSSAR [Seite 219]
HANNA BLITZER (S. 204-205)

Geboren als Ilse Hanna Pagel am 9. April 1915 in Beuthen, lebt heute in Tel Baruch

Meine Gedichte hab ich erst sehr spät veröffentlicht, denn eigentlich hab ich für mich geschrieben. Auf Deutsch. Bin in ein deutsches Gymnasium gegangen, hab das deutsche Abitur. Und trotzdem: Ich fühle mich als Israelin. Ganz bestimmt nicht als Deutsche, ich wollte niemals zurückgehen.

Meine Eltern und meine Geschwister sind ausgewandert ’32. Ich bin geblieben und hab mein letztes Jahr in Deutschland bei einem Rabbiner gewohnt, bis ich das Abitur hatte. Letztendlich hat es mir nie etwas genützt. Damals wollte ich studieren, hab mich sehr für Geschichte interessiert. Später hab ich mich gefragt, ob ich Deutschland verlassen hätte, wenn es Hitler nicht gegeben hätte.

’33 kam ich her, und ein Jahr später hab ich geheiratet. Meinen Mann hatte ich schon in Deutschland kennen gelernt, er kam mir nach. Unsere Söhne sind ’36 und ’44 geboren, und anfangs haben wir zu viert in einem Zimmer gewohnt. Mein Mann war Elektriker und hat Baustellen beaufsichtigt, aber in den 40er-Jahren hat man nicht gebaut, weil es kein Rohmaterial gab. Ich ging putzen, und er passte auf die Kinder auf.

Das hab ich mir einige Jahre zuvor nicht vorstellen können, dass ich als Putzfrau arbeiten muss. Nachdem ’50 unsere Tochter geboren war, haben wir das Haus in Tel Baruch gebaut. Damals war es weit abgelegen, und ich war sehr unglücklich hier. Bis ich anfi ng, Gedichte zu schreiben – zwei jeden Morgen nach dem Frühstück. Wenn ich schrieb, war mir gut, denn ich konnte alles sagen. Ich hab sie erst sehr spät veröffentlicht, denn eigentlich hab ich für mich geschrieben. Auf Deutsch. Bin in ein deutsches Gymnasium gegangen, hab das deutsche Abitur. Und trotzdem: Ich fühle mich als Israelin. Ganz bestimmt nicht als Deutsche, ich wollte niemals zurückgehen.

Auch wenn ich stellvertretende Vorsitzende des Verbandes deutschsprachiger Schriftsteller in Israel war, als Schriftstellerin hab ich mich nie gesehen. Meine ganze Familie ist nicht literarisch eingestellt, und ich glaub auch nicht, dass sie die Gedichte verstanden hätte. Mein Mann hatte kein Interesse daran, und meine Eltern wussten davon nichts. Ich hab kein enges Verhältnis zu ihnen gehabt, vielleicht, weil man Vater so religiös war. Als ich Deutschland verließ, war ich auch sehr fromm. Ich habe an Gott geglaubt, Gott war für mich ein wunderbarer Halt. Aber inzwischen hab ich Verstand bekommen und gesehen, es gibt überhaupt keinen Gott.
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