Weibliche Genitalbeschneidung in Ägypten

Debatten zwischen Islam und Medizin, 1940-2010
 
 
Ergon (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. September 2021
  • |
  • 452 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95650-828-8 (ISBN)
 
Ägypten zählt zu den Regionen mit dem höchsten Vorkommen weiblicher Genitalverstümmelung: 87 % der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren sind dort beschnitten. Religiöse und vorgebliche gesundheitliche Gründe spielen eine wichtige Rolle für die andauernde Legitimation des Eingriffs. Doch haben MedizinerInnen, religiöse Gelehrte und andere Intellektuelle die Praktik bereits im frühen 20. Jahrhundert mithilfe medizinischer und islamrechtlicher Argumente infrage gestellt. Ausgehend von dieser Beobachtung erforscht die interdisziplinäre Studie den Wandel normativer Vorstellungen über weibliche Genitalverstümmelung von 1940 bis 2010. Sie macht für Ägypten somit zum ersten Mal nachvollziehbar, wann, wie und wodurch sich Positionen dazu verändern.
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  • Cover
  • 1. Einleitung
  • What's in a name? Bezeichnungen und Formen der vorliegenden Praktik
  • Die weibliche Beschneidung als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung
  • Islam, Medizin und die diskursive Konstruktion von Wissen
  • Das islamische Recht als diskursive Tradition
  • Die Hüter der islamischen Tradition und die Herausforderungen der Moderne
  • Medizin, Ärzte und der Anspruch auf Modernität
  • Noch einmal: Islam und Medizin
  • Quellen und Vorgehen
  • Teil I
  • 2. Die Entwicklung eines medizinischen Diskurses: Genitalchirurgie in gynäkologischen Publikationen vor 1940
  • 2.1. Ärzte, ?akimat und dayat: Moderne medizinische Praxis und Genitaloperationen im 19. Jahrhundert
  • 2.2. Kolonialismus und Gynäkologie: Die weibliche Beschneidung in der Medizin des frühen 20. Jahrhunderts
  • 2.3. Fazit: Weibliche Genitalbeschneidung zwischen Ägypten und Europa
  • 3. Vom wissenschaftlichen Diskurs zur gesellschaftlichen Kontroverse: Ärzte, dayat und ?ulama?, ca. 1940-1960
  • 3.1. Chronologischer Abriss der Entstehung einer Kontroverse
  • Hinweise auf eine Kritik an der Beschneidung von Mädchen bis 1940
  • Schauplätze und Konfliktlinien der Kontroverse, 1940 bis 1957
  • Eine Kampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung unter Nasser? 1957 bis 1960
  • 3.2. Medizin: Die Debatte um die Beschneidung von Mädchen als Aushandlung eines neuen ärztlichen Selbstverständnisses
  • Bauern und Frauen: Reformdebatten zwischen 1930 und 1960
  • Ärzte und dayat: Die weibliche Beschneidung als barbarische Volkspraktik
  • Ärzte und Religion: Die weibliche Beschneidung als unislamische Angelegenheit
  • Arzt und Gelehrter: ?amid al-Gawabi als Verteidiger der weiblichen Beschneidung
  • Fazit
  • 3.3. Islam: Reaktionen religiöser Gelehrter auf die medizinische Kritik
  • Beschneidung und Sunna: Konzeptualisierungen der Praktik in Anlehnung an überlieferte Texte
  • Beschneidung und ma?la?a: Das Abwägen von Nutzen und Schaden
  • Islam und Medizin: Von der edlen Tat zum potenziellen Verbot
  • Fazit
  • 3.4. Sexualität: Die weibliche Beschneidung zwischen moralischer Pflicht und sozialem Problem
  • sahwa und la??a: Normative Vorstellungen der weiblichen Sexualität
  • Sex und Drogen: Eine Gesundheitsgefährdung für die ganze Nation
  • 3.5. Fazit: Die Marginalisierung weiblicher Stimmen in der Debatte
  • 4. Von der Debatte zum rechtlichen Beschluss: Die weibliche Beschneidung als Gegenstand nationaler und internationaler Politik in den 1950er Jahren
  • 4.1. National: Regelungen der weiblichen Beschneidung in Ägypten
  • 4.2. Transnational: Diskussionen in Kolonien und internationalen Organisationen
  • Zwischenfazit I
  • Teil II
  • 5. Kampagnen gegen weibliche Genitalverstümmelung zwischen Medizin und Zivilgesellschaft seit 1979
  • 5.1. Internationale Debatten: Von Gesundheit zu Menschenrechten
  • 5.2. Die Cairo Family Planning Association: Von Familienplanung zu reproduktiver Gesundheit
  • 5.3. Task Force und NCCM: Von zivilgesellschaftlichem Engagement zu staatlichen Programmen
  • 6. Medizin, Ethik und das Problem weiblicher Genitaloperationen seit den 1990er Jahren
  • 6.1. Die Produktion wissenschaftlichen Wissens über die weibliche Beschneidung
  • Empirie und Überzeugung: Forschung im Dienste der Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung
  • Indikation und Expertise: Medizinische Rechtfertigungen für Genitaloperationen
  • Ästhetik, Hygiene und gesundheitlicher Nutzen: Die medizinische Lobby für die weibliche Beschneidung
  • Fazit
  • 6.2. Recht und Praxis: Die Medikalisierung der Beschneidung von Mädchen
  • 6.3. Islam und Medizin: Ärzte als religiöse Gelehrte
  • Der Irrtum der Rechtsgelehrten: A?mad Sauqi al-Fangari
  • Die religiöse Inkompetenz der Mediziner*innen: Munir Mu?ammad Fauzi
  • 6.4. Fazit: Die weibliche Beschneidung als medizinethisches Problem
  • 7. Islam, ?ulama? und das Streben nach Eindeutigkeit, ca. 1990-2010
  • 7.1. Fragmentierung, Pluralisierung und Nationalisierung: Islam und religiöse Autoritäten von Nasser bis Mubarak
  • 7.2. ?itan al-ina? laisa min sa?a?ir al-islam: Genealogie einer Aussage
  • al-?ifa? fi ?aqq al-ina? masru?: ?ulama? und die Legitimierung der weiblichen Beschneidung
  • ?Ada wa-laisa ?ibada: Kritische Stimmen zur weiblichen Beschneidung in der Religionsgelehrsamkeit
  • Hal a?ba?a ?itan al-ina? ?araman? Eine Analyse von Kontinuität und Wandel
  • 7.3. Na?? sar?i ?a?i?? Die Beurteilung der islamrechtlichen Tradition zur weiblichen Beschneidung
  • La tunhiki: Interpretationen der Hadithe zur weiblichen Beschneidung
  • La ?arar wa-la ?irar: Die Argumentation mit allgemeinen Prinzipien der Scharia
  • Laisa fi l-?itan ?abar yurga?u ilaihi wa-la sunna tuttaba?u: Die Umdeutung der islamischen Rechtstradition
  • 7.4. Fa-s?alu ahl a?-?ikr in kuntum la ta?lamuna (Sure 16:43): Medizin in der Urteilsfindung religiöser Gelehrter
  • 7.5. Der Versuch der Vereindeutigung: Islam, ?ulama? und Kampagnen gegen weibliche Genitalverstümmelung
  • 7.6. Fazit: Von der Legitimierung der Praktik zur Legitimierung ihres Verbots
  • 8. Islam & Medizin vor Gericht: Die Aushandlung einer rechtlichen Norm, 1994-2013
  • 8.1. Gesetze und Klagen: Die Produktion rechtlicher Normen zur weiblichen Beschneidung
  • 8.2. Scharia und Medizin: Gerichtsurteile über die Zulässigkeit eines Verbots der Beschneidung von Mädchen
  • 8.3. Fazit: Die Bestätigung des Interpretationspluralismus in Islam und Medizin
  • Zwischenfazit II
  • 9. Schlussbetrachtung: Die weibliche Beschneidung zwischen Islam und Medizin
  • Ärzte, medizinisches Wissen und Genitaloperationen bei Frauen und Mädchen
  • ?Ulama?, die islamische Rechtstradition und der Wandel im Urteil über die weibliche Beschneidung
  • Ein letztes Mal: Islam und Medizin
  • Where do we go from here? - Ein Ausblick
  • Anhang
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Literaturverzeichnis
  • Hinweise
  • Interviews
  • Einzelne unpublizierte Quellen
  • Gesetze, Rechtsverordnungen und Gerichtsurteile
  • Dokumente des Völkerbunds und der UN inkl. ihrer Sonderorganisationen
  • Systematisch durchgesehene Zeitungen und Zeitschriften
  • Publizierte arabischsprachige Literatur
  • Literatur in europäischen Sprachen

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