Now you're mine - Glut der Nacht

 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Dezember 2017
  • |
  • 327 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-0685-1 (ISBN)
 
Eine unvergessliche Nacht voller Leidenschaft



Die Journalistin Jenna Martin reist in die Arabischen Emirate, um einen Artikel über ein exklusives Ferien-Resort zu schreiben. Dort trifft sie den faszinierenden Milliardär Kalan Al Talyani, mit dem sie eine unvergessliche Nacht verbringt, eine Nacht voller Verführung, Verlockung und ungekannter Leidenschaft.

Zurück in Amerika, versucht Jenna sich einzureden, dass es nicht mehr als ein exotischer One-Night-Stand war, ein Traum, der schon bald verblassen wird. Doch Kalan folgt ihr nach Boston ... und Jenna steht vor einer Entscheidung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen könnte ...
1. Aufl. 2017
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,05 MB
978-3-7363-0685-1 (9783736306851)

Kapitel 1


Deine Herausforderung, falls du bereit bist, sie anzunehmen .

Ich begann zu lachen, als mir die feierlich vorgetragenen Worte in den Sinn kamen.

Meine Herausforderung, meine Mission - sie war eine Idee meiner allerbesten Freundinnen Beth und Angie und die Folge übermäßigen Margarita-Konsums - bestand darin, mir meine Dienstreise nach Abu Dhabi mit einem kleinen Extrabonbon zu versüßen, indem ich einen exotischen Mann für einen One-Night-Stand aufriss. Aber ich war jetzt schon seit Stunden mit dem Auto unterwegs und kam immer mehr zu der Überzeugung, dass der einzige Mann, der in Betracht kam, nur ein Arbeiter sein konnte, der in ein paar Jahren bei Ölbohrungen in einer Sanddüne auf meinen ausgedörrten Leichnam stoßen würde.

Hätten Beth und Angie mich jetzt so sehen können, hätten sie auch gelacht.

Nicht dass der desolate Zustand meines Liebeslebens, auf dem diese Schnapsidee beruhte, so furchtbar lustig gewesen wäre, auch wenn ich an jenem Abend gewohnheitsmäßig in das Lachen der beiden eingestimmt hatte.

Mick Riggs - oder Mick, der Missionar, wie wir ihn nannten - hatte mir erst kürzlich den Laufpass gegeben, wobei er so nett gewesen war, mir eine Liste mit fünf Gründen zu präsentieren, die ihn zu der Trennung bewogen hatten. Der erste Punkt auf dieser Liste, die wir Micks Manifest getauft hatten, bemängelte die Monotonie unseres Sexlebens. Mir die Alleinschuld an diesem Umstand in die Schuhe zu schieben fand ich etwas unfair, schließlich hatten wir ihm nicht grundlos den Beinamen Missionar gegeben! Trotzdem musste ich zugeben, dass er nicht ganz unrecht hatte. Meine intimen Begegnungen folgten alle demselben Schema: schnell zum beiderseitigen Orgasmus, ein unverbindliches »Man sieht sich« und tschüss. Ich hatte gescherzt, dass es sich dabei weniger um einen angeborenen Instinkt als vielmehr um erlerntes Verhalten handelte. Und dieses beruhte auf meinen betrüblichen Erfahrungen mit Bostoner Männern, die in der Regel wenig Interesse daran hatten, nach dem Sex noch zum Kuscheln zu bleiben. Also, Erfahrungen mit Bostonern und einem Australier - Sean; und was sich mit ihm abgespielt hatte, war wirklich alles andere als lustig gewesen.

Genauso wenig wie die Tatsache, um auf die Gegenwart zurückzukommen, dass ich mich in der Wüste verirrt hatte.

Jedes normale Mädchen in meiner Situation hätte so viel Grips besessen, sich nun wenigstens ein kleines bisschen zu fürchten. Immerhin war ich zum ersten Mal weg von Amerika und ganz allein unterwegs in einem öden fremden Land, auf der Suche nach einer Urlaubsanlage, die anscheinend gar nicht existierte, und all das kurz vor Einbruch der Dunkelheit.

So wie es aussah, war auch Punkt zwei in Micks Manifest, »das Fehlen typisch weiblicher Eigenschaften«, nicht ganz unzutreffend, da ich eine Irrfahrt durch die Wüste erheblich spannender fand, als mich mit Netflix und einem großen Becher meiner Lieblingseiscreme zum Schmollen auf die Couch zurückzuziehen, wie ich es nach einer Trennung sonst immer tat.

Ich hatte jede Menge Benzin, Wasser und ein Handy bei mir. Mein Überleben war also gesichert. Alles war gut. Alles war sogar sehr gut.

Die Sonne war schon untergegangen, als ich schließlich auf zwei Pfeiler stieß, die wie mächtige Wachtposten links und rechts der Straße aufragten. Ihre Farben waren die der Wüste: Gold, Beige und Rot, und das alles zugleich. Von unten angestrahlt leuchteten sie wie aus einer anderen Welt, was mir einen Schauder über den Rücken jagte. Einen wohligen Schauder.

Als ich zwischen den Pfeilern durchfuhr, holte ich erwartungsvoll Luft, bereit, mich umhauen zu lassen von dem, was mir die Reiseredakteurin als neues Weltwunder beschrieben hatte - nur um gleich darauf den Atem mit einem enttäuschten Schnaufen wieder ausströmen zu lassen.

Welch eine Ernüchterung!

Da war keine Urlaubsanlage.

Nur eine staubige Straße, die bis in weite Ferne einen schmalen Pfad in den Sand zeichnete.

Ich verringerte drastisch das Tempo. Ein Eingang, der ins Nichts führte, war beunruhigend, sogar für jemanden wie mich, eine unromantische Frau mit einem Mangel an typisch weiblichen Eigenschaften. Aber man hatte doch bestimmt nicht grundlos ein paar Pfeiler am Ende der Welt errichtet - was bedeutete, dass das Resort irgendwo da vorne sein musste.

Benzin, Wasser, Handy, rief ich mir in Erinnerung. Plus ein Schokoriegel für den Notfall. Es war also noch immer alles gut. Fahr weiter. Abenteuer, ich komme.

Zehn Minuten später ragten weitere Pfeiler auf, noch größer und beeindruckender als die ersten. Wieder holte ich voller Vorfreude Luft, als ich sie passierte. Achtung, fertig machen zum Staunen uuund -

»Was zur Hölle?«, sprach ich meine Verwunderung laut aus, als ich erneut nichts vor mir sah - den Sand, den Himmel und die Sterne einmal ausgenommen.

Ich wagte mich langsam weiter vor, doch meine Zuversicht schwand. Meiner Meinung nach übertrieb es diese Hotelanlage ein bisschen mit ihren »Exklusivitätsbestrebungen«, wie ich es in meinem Artikel nennen würde. Es war eine Sache, sich in diskretem Abstand zu den Hauptstraßen niederzulassen, aber eine völlig andere, das arabische Äquivalent zum Bermudadreieck zu spielen.

Als ich vor mir das dritte Pfeilerpaar erblickte, ließ ich auf der Stelle das Stadium der Verwunderung hinter mir und war alarmiert. Allmählich wurde das Ganze unheimlich. Ein Gefühl, das mein Körper offenbar teilte, denn er reagierte auf eigenartigste Weise. Meine Haut begann zu kribbeln, mein Herz zu rasen, mein Atem geriet ins Stocken, und mein Blut erstarrte geradezu. Die groß und leuchtend gen Himmel strebenden Pfeiler schienen mich zu locken, mich aufzufordern, doch ruhig weiterzufahren. Ein wirklich abstruser Gedanke für ein Mädchen wie mich. Die Wüste lockte mich? Oder wollte mein sechster Sinn mich nur warnen? Jedenfalls hatte ich das unglaublich intensive Gefühl, dass hinter diesen Pfeilern irgendetwas war und auf mich wartete.

»Um Himmels willen, Jenna, was soll denn schon dahinter sein?« Ich stellte mir die Frage zwar mit lauter Stimme, um mir Mut zuzusprechen, musste aber zugeben, dass sie etwas zittrig klang.

Sämtliche Sinne in höchste Alarmbereitschaft versetzt wagte ich mich mit weit aufgerissenen Augen und wild schlagendem Herzen vor, Stück für Stück. Und noch ein Stück. Wenn sich diesmal wieder nichts da vorne befand, würde ich auf der Stelle kehrtmachen und denselben Weg zurückfahren, den ich gekommen war. Und noch ein Stück. Denn im Ernst, was genug war, war genug. Und noch ein Stück. Lichter voraus. Und noch ein Stück. Ich befand mich fast zwischen den Pfeilern. Und noch ein Stück. »Es ist doch nur ein Resort und nicht das Portal zu einer anderen Welt«, sagte ich zu meiner eigenen Beruhigung. Allerdings war meine Stimme der reinste Wackelpudding. »Hör endlich auf, so - Oh! Ohhh .«

Denn da war es.

Wahrhaftig ein neues Weltwunder.

Mit einem ehrfürchtigen »Wow!« stellte ich den Motor ab.

Die Anlage war zwar kleiner, als ich erwartet hatte, aber umso bezaubernder. Sie sah aus wie das Produkt der Liebe zwischen einer Zitadelle und einer Ranch - eine Kombination aus mit Zacken versehenen Türmen und niedrig gehaltenen Gebäuden, die aus dem Sand gewachsen zu sein schienen und im Glanz von Hunderten, Tausenden, ja Millionen sanfter Lichter leuchteten. Einladend und abschreckend zugleich.

Ich war vollkommen überwältigt. Nicht nur von der atemberaubenden Herrlichkeit dieses Orts, sondern auch weil ich es tatsächlich geschafft hatte. Ich, Jenna Martin, ein einfaches Mädchen aus Boston, war ganz allein bis mitten ins Herz der Wüste gefahren, in eine andere Welt, eine faszinierende Welt, wo mich niemand kannte, wo alles möglich war, wo magische Dinge geschehen konnten.

Eine Welt, wo ich sein konnte, wer auch immer ich sein wollte .

Im Rückspiegel erblickte ich mein von Ehrfurcht ergriffenes Gesicht und musste lachen, weil mitten auf meiner linken Wange ein Schmutzfleck prangte. »Yeah, Jenna, das bist du, das Schärfste, was Boston zu bieten hat, für zwei ganze Tage«, sagte ich und wischte mir den Schmutz ab. »Und du schreibst eine Hotelbewertung und keine Fortsetzung vom Herrn der Ringe, also reiß dich zusammen.«

Ich stieg aus dem Auto und blickte mich kurz um. Ich befand mich auf einem Gelände, das nach einem überdimensionalen Parkplatz aussah, andere Autos sah ich dort jedoch nicht. Ebenso wenig geschäftiges Hotelpersonal. Niemanden, der herbeieilte, um mir die große Tasche abzunehmen, die ich aus dem Kofferraum hievte. Für eine Sechs-Sterne-Anlage fand ich das Ganze etwas seltsam. Irgendwie falsch. Nicht, dass ich irgendwelche Erfahrungen mit Sechs-Sterne-Resorts oder selbst Anlagen mit nur fünf oder vier Sternen gehabt hätte.

Andererseits, wann hatte ich jemals erwartet, dass man sich meines Gepäcks annahm? Noch nie, um genau zu sein. Wo also war das Problem, sich selbst darum zu kümmern? Zumal ich jeden Augenblick in ein Luxusbad voller Rosenblüten sinken konnte - so ein Bad hatte ich auf der Website des Hotels gesehen -, umgeben von einem Dutzend hübscher Kerzen und mit einem Glas Champagner in der Hand.

Ich rollte meine Tasche über das holprige Kopfsteinpflaster, doch wenige Schritte vor den Stufen zum Eingang hinauf gab ich dem Drang nach, stehen zu bleiben und alles um mich herum...

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