Big Money

Strategien zur individuellen Vermögensbildung
 
 
REDLINE (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. Oktober 2013
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-86414-825-5 (ISBN)
 
Geldanlage mit dem Schweizer Gütesiegel: Jacques Trachsler, einer der meistgelesenen Schweizer Finanzautoren, zeigt, wie Sie Ihre Anlagestrategie erfolgreich selbst in die Hand nehmen und durch kreatives Investment finanzielle Unabhängigkeit bis ins Alter erreichen. Die Sicherheit der staatlichen Rente und das Für und Wider privater Altersvorsorge sind ein seit Jahren heiß diskutiertes Thema. Immer mehr Menschen erkennen die Notwendigkeit, ihre Vermögensbildung aktiv zu gestalten, um auch in späteren Jahren ihren Lebensstandard halten zu können. Mit diesem neuen Wegweiser erreichen Sie Ihr Vermögen nach Maß - die komplette Geld-Strategie für jedermann!
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 16,32 MB
978-3-86414-825-5 (9783864148255)
3864148251 (3864148251)
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Jaques Trachsler, einer der meistgelesenen Schweizer Finanzautoren, war redaktioneller Leiter der Geldredaktion bei Weltwoche, Cash und Tagesanzeiger. Daneben hat er langjährige Erfahrung als Portfolio-Manager, Vermögensberater und Verleger des Finanzbriefs Zyklen Trends Signale. Als Autor, Koautor und Herausgeber hat er zehn Finanzbücher publiziert.
2 Sind 10% Rendite seriös?

Kurz gesagt: 10% sind keine utopische Rendite. Bei der Rendite, die einer Anlage zu Grunde gelegt wird, ist die jeweilige Anlagedauer entscheidend. Vielen nachfolgenden Berechnungen dieses Buches liegen die folgenden Renditen zugrunde:

12% - für die Anlagedauer 15 Jahre und mehr. Die einfachste dazu empfohlene Anlage ist die Welt-Drittelung mit Aktienfonds oder Indexaktien. Je ein Drittel der Aktienfondsanlagen fällt auf Amerika, Asien, Europa. Diese Drittelung sollten Sie periodisch durch Käufe und Verkäufe wieder herstellen. Vor allem wenn in einem Jahr eine kontinentale Börse viel stärker gestiegen ist als die andern (= Rebalancing).

9% - für die Anlagedauer von 11 bis 14 Jahren. Die einfachste empfohlene Anlage entspricht derjenigen der Anlagedauer über 15 Jahren. Also ebenfalls die Welt-Drittelung mit Aktienfonds oder Indexaktien - je ein Drittel Amerika, Asien, Europa.

6% - für die Anlagedauer von 6 bis 10 Jahren. Die einfachste empfohlene Anlage sind Anteile von «ausgewogenen» Portfoliofonds mit einem Aktienanteil von bis zu 50%.

2,5% - für eine Anlagedauer bis 5 Jahre. Einfachste empfohlene Anlage: Zinsanlagen in der Heimwährung Euro und Franken. Allenfalls können zur Renditesteigerung für die Anlagedauer von 3 bis 5 Jahren Portfoliofonds mit einem tiefen Aktienanteil von höchstens 25% gewählt werden. Oder der gesamte Vermögensteil für diese Anlagedauer wird hälftig aufgeteilt in Zinsanlagen und einen solchen Portfoliofonds.

Dieses Kapitel zeigt Ihnen als Checkliste, wie Sie mit bestimmten Maßnahmen und Strategien mehr Rendite erzielen. Und welches Risiko dies beinhaltet.

Die genannten Renditen sind meine vorsichtigen Erfahrungszahlen, die historisch auch in Phasen schlechter Börsenentwicklung und ungünstiger Zinsentwicklung erzielbar waren.

Die tiefe Rendite von 2,5% für die kurze Anlagedauer bis zu 5 Jahren berücksichtigt beispielsweise, dass Zinseinnahmen überall als Einkommen versteuert werden müssen. Von hohen Zinserträgen muss auch ein größerer Teil an den Fiskus abgeführt werden.

Das perfekte Investment - ist nicht etwa eine einzige Aktie, ein einziger Anlagefonds usw., sondern eine Kombination aus verschiedenen Anlagen, Strategie und Zeit.

Das perfekte Investment, das hoch rentiert, einen nie im Stich lässt, stetig steil ansteigt und Steuern spart, gibt es leider nicht. Wenn doch, dann nur auf begrenzte Zeit wie z. B. mit dem Kauf von Obligationen zur rechten Zeit - am Zinshöchststand wie zu Beginn der 90er Jahre.

Aktien bewegen sich langfristig im steilsten Trend aufwärts, aber unter Umständen auch mit starken Schwankungen bis zum Absturz. Genügend Zeit plus eine Strategie helfen über solche Abstürze hinweg. So gesehen sind Aktien, besser Aktien- oder Indexfonds, das optimale Investment für die lange Anlagedauer, mit der guten Chance, Rückschläge wieder aufzuholen. Aber beginnen wir mit Zinsanlagen.

Mehr Zins-Rendite dank Kauf zur rechten Zeit. Dazu werden die großen Zinsschwankungen genutzt. Die Zinspapiere, vor allem Obligationen mit langer Laufzeit, werden idealerweise am Zinshöchststand gekauft und - mit Ausnahmen (siehe später) - während der ganzen Laufzeit liegengelassen.

Die letzten zwei Zinsspitzen waren zu Beginn der 90er Jahre und 1994. Langfristige Obligationen in DM hatten einen Zinscoupon von 9% respektive 7,5%. Franken-Obligationen brachten 7,5% respektive 5,5%.

Mehr Zins-Rendite mit Tiefcoupon-Obligationen. In Zeiten hoher Zinsen sinkt der Kurs von alten Obligationen mit sehr tiefem Zinscoupon weit unter den Rückzahlungskurs von 100%. Je tiefer der Zinscoupon und je länger die Restlaufzeit, desto tiefer fällt der Kurs. Optionsanleihen, wo die Option abgetrennt wurde (= ex Option), sind die Extrembeispiele, wo manchmal gar nur 1%-Zins oder noch weniger gezahlt wird.

Bis zur Rückzahlung der Obligation zu pari erhält der Investor somit eine Rendite bestehend aus dem tiefen, steuerpflichtigen Zinscoupon und dem durchschnittlichen jährlichen Kursgewinn, der steuerfrei ist. Insgesamt lässt sich dank steuerfreiem Kursgewinn die Rendite mitunter drastisch erhöhen und übertrifft für eine kurze Anlagedauer jene von Geldmarkt, Kassaobligationen und Kontozins. Damit diese Rendite gesichert ist, muss die Tiefcoupon-Obligation bis zur Rückzahlung zu 100% gehalten werden.

Noch mehr (steuerfreie) Rendite pro Zeiteinheit ergibt sich schneller, wenn nach dem Kauf eines solchen Tiefprozenters die Zinsen rasch sinken, wie z. B. 1992/1993.

Die ideale Anlage wäre eigentlich der Zerobond. Dies ist eine Obligation/Rente mit 0% Zins. Die Obligation wird abgezinst (discounted) zu einem tiefen Kurs herausgegeben und zu 100%/pari zurückgezahlt.

Beträgt heute die (Rest-)Laufzeit z. B. 30 Jahre und der Marktzins 4,5%, so notiert der Zerobond auf einem rechnerischen Kurs 26%. Sinkt der Marktzins in zwei Jahren auf 3,5%, so steigt der Zerobond-Kurs auf 38% - also ein Kursgewinn von 46%. Aber, leider steuerpflichtiger Kursgewinn.

Mehr Zins-Rendite mit Währungs-Mix. Dazu eignen sich sowohl Obligationen in Fremdwährungen wie auch Geldmarktanlagen. Die Strategie heißt: kontrolliert «fremdgehen», z. B. die Hälfte der Zinsanlagen in höher verzinsliche Fremdwährungs-Obligationen investieren.

Renditen im Geldmarkt von 1983 bis 2000

Geldmarktanlagen, brutto, in Franken gerechnet

Renditen im Geldmarkt von 1983 bis 2000

Geldmarktanlagen, brutto, in D-Mark gerechnet

Mit den Fremdwährungen erhöhen sich jedoch die Risiken. Es drohen stets Verluste, weil die Fremdwährung gegenüber der Heimwährung sinken kann. Auf der positiven Seite lockt Gewinn dann, wenn der Dollar, das Pfund oder der Yen steigen.

Die beiden Tabellen (Seite 19/20) zeigen aus Sicht der D-Mark und des Frankens, wie viel sich jährlich im Geldmarkt in vier verschiedenen Währungen verdienen ließ, trotz manchmal massiver Währungsverluste.

Dabei schnitt ein Währungs-Mix aus jeweils vier Währungen auf Dauer nicht oder kaum schlechter ab als die Geldmarktanlagen in der Heimwährung D-Mark oder Franken. In beiden Fällen war das Pfund-Festgeld die beste Geldmarkt-Einzelwährung.

Hinweis: Aus Brutto- machen Sie Nettozinsen, indem Sie in steuerfreie Währungspolicen und fondsgebundene Versicherungen investieren.

Mehr Zins-Rendite mit Junk-Bonds. Solche hochverzinslichen Schrott-Obligationen werden heute vornehmer High-Yield-Bonds genannt. Die höhere Rendite muss ganz besonders hier mit einem höheren Schwankungsrisiko erkauft werden; die höhere Rendite geht auf Kosten der Qualität und der Sicherheit.

Eine mögliche Strategie für Mutige für maximal 10% des Vermögens: Man kaufe fünf Junk-Bonds verschiedener Schuldner, deren Kurs auf tiefe 20% gesunken ist. Erholt sich nur eine davon und wird zu 100% zurückgezahlt, so hat man den Kapitaleinsatz zurück, plus Zinsen. Erholen sich zwei, hat man den Kapitaleinsatz verdoppelt.

Mehr Zins-Rendite durch frühzeitigen Obligationenverkauf. Viele Investoren verschenken mit hoch verzinslichen Obligationen meist unbemerkt eine höhere Rendite und steuerfreien Kapitalgewinn.

Im Zinsrückgang schießen die Kurse solcher Hochprozenter oft weit über «pari», über den Rückzahlungskurs von 100%. Berechnet ab einem solchen Punkt bis zum Ablauf oder Verfall der Obligation zu pari 100% kann die Gesamtrechnung sogar plötzlich negativ werden. Wenn nämlich der Kapitalverlust pro Jahr bis zum Verfall der Obligation größer ist als der Nettozins (Zins nach Abzug der Steuer).

Ein Umsteigen ist also angezeigt, z. B. in Geldmarktanlagen, in Tiefcoupon-Obligationen, in eine Kapitalversicherung.

Mehr Zins-Rendite mit einer Kapitalversicherungs-Police. Die Zinserträge auf Versicherungspolicen sind steuergünstig oder unter bestimmten Bedingungen steuerfrei (siehe Kapitel 4). Deshalb können auch mit tieferen Renditen auf der Versicherungspolice die vermeintlich höheren auf dem Zinsmarkt geschlagen werden.

Beispiel: Ein Investor habe eine Steuerbelastung von 30% auf jedem zusätzlich verdienten Franken (30% = sein persönlicher Grenzsteuersatz). Um eine 3,5% Rendite auf der - meist spesenfreien - Versicherungspolice zu schlagen, müsste er auf der Zinsanlage bei der Bank mindestens 5% Rendite erwirtschaften. Plus noch ein bisschen mehr für die Spesen und Depotgebühren.

Mehr Ausschüttungs-Rendite mit Aktien und Immobilienfonds. Unter diesen Anlagen gibt es Titel, die traditionsgemäß eine hohe Dividende oder Ausschüttung auszahlen, die über den Zinsen liegen kann. Allerdings besteht das Risiko, dass die Dividenden oder Ausschüttungen gekürzt werden und dass die Kurse dieser Aktien und Immobilienfonds fallen können.

Mehr Zins-Rendite plus Aktien-Gewinn mit Wandelanleihen. Wandelanleihen zahlen während der Laufzeit einen...

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