Raum 48 Es geschieht, damit etwas werde

 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. April 2018
  • |
  • 104 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-9433-0 (ISBN)
 
Im Vorspann wird erklärt, was es mit Singsang-Summ-Brumm-Fetzen-Lied auf sich habe. Es handelt sich um eine Ausdrucksform, welche die Einsamkeit erträglich macht. Sie hilft, die beschädigte Seele zu trösten.
Es ist viel Resignation in diesen Liedern, aber auch Schönheit, eine Art Melancholie.
Eremias, Streuner und Wanderprediger predigt von der Wahrheit. Doch wer hört ihm zu? Einige Wüstenfrösche, ein paar verkohlte Baumstämme.
Schließlich predigt Eremias in den Wind.
Wovon und war Eremias predigt? Der Raum 48.2 enthält einige Beispiele. Eines von diesen beginnt so: Eremias: Ich bin es, der den Tod erkannte, ich bin es, der den Tod benannte.
Weitere Kernbilder aus diesem und den folgenden Räumen:
Halt hintan das große Sterben, ein Gebet,
die Natur will die Wahrheit über sich selbst,
Inseln der Ordnung im Chaos des Seins,
Die Evolution kann als Resultierende von unterschiedlich wirkenden Kräften aufgefasst werden.
Die Seele, eine Form von Energie?
Das Leben, ein Funke glüht auf und verglimmt.
Der Fährmann wartet schon.
Der Nachspann beschäftigt sich damit, ob es in der Natur eine Absicht geben kann. Wenn ich sage, dass es das Universum nur deshalb existiere, damit es die Menschen gäbe, würde sich der aufgeklärte Teil der Menschen sich an di Birne fassen.
Aber was ist die Alternative? Die Entstehung unseres Universums ist ein blinder, von Zufällen und Notwendigkeiten gesteuerter, beliebig oft wiederholbare Ablauf?
Und was ist mit den Menschen. Für diese gilt das gleiche. Menschen oder vergleichbare, relative intelligente Strukturen gibt es belieb oft, falls nicht in diesem Universum, das in den anderen Universen, die es sonst so geben könnte.
Auf der anderen Seite sind Absichten in der Natur nichts Seltenes: Die Tiere haben Augen, damit sie sehen können. Die Rose hat Dornen, damit sich schützen kann, die Reihe ist beliebig.
Die Aussage hingegen, dass die Eigenschaften der Atome so sind, wie sie sind, damit sich, zum Beispiel, ein Kristall bilden kann, scheint absurd.
Es scheint also so, dass es eine Absicht, und ein Damit erst im Laufe der Evolution in die Wirklichkeit gelangte.
Das wiederum zeigt klar, dass die Absicht und da Damit als Möglichkeit im Sein an sich vorhanden ist.
Ich staune und frage, welche Lehren ich daraus zu ziehen habe.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,30 MB
978-3-7407-9433-0 (9783740794330)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Ich gehöre in den Jahrgang 39. Ich habe lange in Schwarzafrika gelebt und gearbeitet, mehrere Jahre davon in der Kalahari.
Ich hatte dort, in der Savanne, in der Wildnis, in der Einsamkeit, viel Zeit, über das Leben nachzudenken.
Stimmt nicht. Ich hatte keine Zeit, ich habe mir die Zeit genommen, genaugenommen gestohlen. Gott sei es geklagt.
Und nun sitze ich hier, in Lüneburg, und weiß immer noch nicht, was es mit dem Leben und dem Sterben auf sich habe, und ob es nicht doch eine Form der Unsterblichkeit geben könnte.

Raum 48.2 Die Predigten des Eremias


Bild 1 Vom Zwang und vom Spiel


Erste Predigt vom Wollen und Trachten: Worüber reden die Menschen. hör mal hin: Ich fände es gut. ich fände es nicht gut.. ich bin dafür ...ich bin dagegen...das ist böse ...das ist gut ...und so weiter, und so weiter

Babuun, natürlich, Babuun, Spottkarikatur eines affenähnlichen Wesens:

Es muss einen Grund für derart widersprüchliche Antworten geben!

Eremias, noch einigem Zögern:

Es sind Spiele und Verzweigungen und Verästelungen. Die Natur spielt, die Natur lässt die Menschen suchen.sie lässt sie probieren.

Du musst das das verstehen. alle Tiere folgen bestimmten Zwängen und Drängen, die in unterschiedliche Richtungen weisen.

Manchmal liegen diese eng beieinander. manchmal sehr weit auseinander. manchmal weisen sie in einander genau entgegengesetzte Richtungen.

So gesehen muss es also zu unterschiedlichen Reaktionen und Antworten kommen.

Und es macht dabei keinen Unterschied, ob diese, Triebe, Zwänge und Dränge dem Herz, dem Bauch oder dem Hirne entstammen.

oder einer Kombination aus allem.

Babuun, dazwischengrunzend: Egel ob Haut oder Hintern.

Eremias, nach einigem Zögern:

Verstehst du, es sind, im Grunde, die Versuche eines jeden einzelnen, heil und bequem in die Zukunft zu gelangen.

Natürlich kommt es zu Koalitionen, Verbänden, Vereinigung. Dies insbesondere dann, wenn die Zwänge stark, einseitig und deshalb leicht erkennbar sind.

Ein jeder Mensch versucht, seine blinden Dränge und Triebe zu befriedigen.

Es gibt unterschiedliche Methoden, dies zu tun. Eine davon ist die Verkleidung seiner Wünsche, Sehnsüchte und Triebe in ein schönes Kleid.

Andere Methoden sind brachialer Art. oder es ist eine Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche. Das Bettrügen ist eine weitere Methode.

Eremias, nach einigem Zögern:

Das sogenannte Ringen um den richtigen Weg ist im Grunde ein Spiel.

Zuweilen ist es ein spielerisches, oftmals ein todernstes Spiel.je nachdem, ob es um ein Gedicht geht. oder um einen Krieg. wollen wir den totalen Krieg?

Alles ist Spiel. Spiele sind ganz und gar eingebunden in die natürlichen Abläufe. und ganz und gar typisch für die Evolution der Tiere.

Bild 2 Bewusstsein weg und alles ist gut


Eremias mit einer weiteren Predigt:

Leid, Unwohlsein, seelische Schmerzen.all die Bedrückungen und Berückungen. sie a alle haben etwas mit dem Bewusstsein zu tun.

Bewusstsein weg, Leid weg: So einfach ist die Schose. so einfach wäre sie, hätte der Mensch keine Bewusstsein.

Man nehme dem Tier das Bewusstsein und alles ist gut. Es ist mir ein Rätsel, warum jene Tiere mit Bewusstsein, jene Tiere ohne Bewusstsein bedauern, oder gar verachten.

Glaubt mir, die Bewusstlosen haben es gut. Die Toten haben es deshalb besonders gut.

Frei von Gedanken und Gefühlen, bis in die kleinsten Bestandteile zerlegt, ziehen sie ihre Bahnen .

von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Bild 3 Getrennt als Hexer und als Hexe


Eremias predigte eine dritte Predigt:

Mann und Frau sind alt geworden. Sie schweigen. worüber auch sollten sie reden,

Ein altes Ehepaar. In den fernen Hochzeitsnächten wurde alles gesagt. und alles abgetastet. kurz davor, und während, und kurz danach.

Alternde alte Ehepaare sind das schlimmste, was es gibt. Warum tun die sich das an?

Nicht einmal Trauer blieb.

Alles im Kopf ist leer und wässerig. wie die Augen, alles leer und wässerig.

Wäre es nicht besser, dass Mann und Frau, nach dem Ende ihrer biologischen Bestimmung, nach Geschlechtern getrennt lebten. als Hexer und als Hexe zum Beispiel.

Balz, Kinder und Aufzucht, und dann die Trennung, wär dies nicht natürlicher. ehrlicher und freier?

Babuun auflachend:

Seidenhemd sagte es!

Eremias predigte einen Anhang:

Liebe, trister Schein und alles Lügen. welke Blüten, welke Blätter, hingetrimmt auf Immerschön.

Ist es nicht furchtbar, Liebe fühlen zu müssen, obwohl diese schon längst erloschen ist?

Vielleicht sind Mann und Frau auch nur zu feige. Sie wollen nichts wissen. sie bleiben lieber dumpf und unbestimmt.

Es ist die große Gleichgültigkeit, jene, die an die Bewusstlosigkeit grenzt. jene, die kurz vor dem Tode in den Tod hinübergleitet.

Bild 4 Vom Wesen der Menschen


Eremias vierte Predigt:

Diese Menschen. sie sammeln Bilder, ausgestopfte Vögel, Marken und Sonstiges. Kuriositäten oder

Essbestecke.alles Mögliche.

alte und neue Puppen, aufgespießte Schmetterlinge, Münzen, bunte Steine. alles Mögliche.

Gebeugt, geneigt verkommen sie mit ihren Schätzen. Es ist so sinnlos. und sie spüren es und verweigern dennoch jenen Kampf, den wir alle führen müssen

Warum, weil sie feige sind? Oder nur gedankenfaul?

Oder können sie nicht anders?

Oder ist es, mal wieder, die Biologie. ist es, mal wieder die Natur, welche die Menschen zwingt zu sammeln und zu horten.

Babuun, dazwischenkichernd:

Ich versteh es schon. es ist ein Trieb.

Wie Eichhörnchen sammeln und sammeln sie, stapeln sie aufeinander, stecken das Gesammelte in Löcher oder vergraben es.

Wenn die Zeiten schlechter werden, graben sie ihre Puppen aus und fressen sie auf.

Ich kenn das. Es handelt sich um das sogenannte Eichhörnchen-Syndrom. es ist eine rein biologisch gesteuertes aber in die Irre abgeglittenes Verhalten.

Dein Reden, Eremias.

Eremias, nach einigem Staunen:

Sie zeigen ihre Schätze einem interessierten oder gelangweilten Publikum

Babuun, dazwischenkichernd:

Die Eichhörnchen würden das wohl weniger tun.

Eremias, nach einiger Besinnung:

As welchen Gründen verweigern die Menschen diesen Kampf. diesen Kampf, den wir alle führen müssen. jedenfalls dann, wenn wir zu den Sternen wollen.

Babuun, dazwischenkichernd

Die meisten Menschen wollen nicht zu den Sternen.

Sie sagen, was sollen wir dort oben. Wir bleiben lieber auf der Erde.

Eremias predigte von den Menschen:

Ich glaube, dass die Menschen unglücklich sind..

dass die Menschen, von glücklichen Momenten gelungener Befriedigung der drängendsten Triebe einmal abgesehen, unglücklich sind.

Sie sind unglücklich in ihrer Haut. Sie wollen raus aus ihrer Haut. Es gelingt ihnen nicht. sie zappeln und strampeln umsonst.

Später am Abend. die Stimmung schlug um

Eremias, in einer Reimereistimmung:

Dauerrenner, Dauerbrenner, Diskussionen, Frustrationen

Babuun reimte ebenfalls:

Schikanonen, Erbsenzähler, dicke Bohnen.

Bild 5 Die fünfte Predigt, diesmal gesungen


Eremias, sich mit einem Appell an die Menschen wendend:

Kommt, ihre Menschen, zu den Sternen fahren wir! Kommt ihr Menschen, macht euch endlich auf den Weg!

Der Sternenraum sei euer Ziel, kommt, zu den Sternen fahren wir!

Seht her! Die Probleme, hier auf Erden, werden, hier auf Erden, nie gelöst!

Schon deshalb nicht, weil ein jeder von euch etwas anderes will. und wohl wollen muss, etwas anderes denken und fühlen muss!

Die Biologie schreibt es vor.

Geht nach vorn, schaut zu den Sternen hoch, geht den Sternen entgegen!

Lasst die Probleme hinter euch.

Die trocknen aus, macht euch deshalb keine Sorgen. Die Zukunft wird die Probleme der Vergangenheit relativieren.

nach einer Zeit werden sie vergessen sein. Armer Eremias, jetzt langsam und leise: Nur wenn du alt bist und nicht mehr gehen kannst, darfst du bleiben.

Nur wenn du alt bist, uralt, gebeugt und nicht mehr gehen kannst, dann neige dich der Erde zu, und beuge dich.

Und sieh, die Wirklichkeit verbrannte dich zu Asche.

Bild 6 Die Hörer langweilten sich


Armer Eremias, armer Prediger. es hatte keinen Zweck, die Hörer langweilten sich. Sie verzogen sich, so nach und nach und samt und sonders.

Nur die Baumstämme nicht, die blieben, verständlicherweise, und das Dornengestrüpp, und der eine und andere schwarze Ast.

Vor leerem Hause

Eremias' leiser Nachschub:

Sollt ich lieber von der Liebe lassen, sollt ich lieber Liebe hassen...

Armer Eremias, es hatte keinen Zweck. der Nachschub verhallte, unbeachtet, ungehört und völlig nutzlos.

Babuun, mit einer zynischen Nuance:

Wär es nicht besser, du schlössest deine Augen? Das ist...

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Warengruppensystematik 2.0

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