Handbuch IT-Systemmanagement

Handlungsfelder, Prozesse, Managementinstrumente, Good-Practices
 
 
Hanser (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 6. Juni 2016
  • |
  • 700 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-446-45082-0 (ISBN)
 
Die Erfahrungen der Praxis zeigen - ein effizientes und ganzheitliches Management der installierten IT-Systeme ist heute unverzichtbar.

Um den vielfältigen Herausforderungen der Praxis gerecht zu werden, müssen klare Verantwortlichkeiten definiert und Personen für das Systemmanagement ausgewählt werden, die die zu ihren Systemen erforderlichen Methoden, Techniken, Vorgehensweisen und Hilfsmittel kennen und beherrschen.

IT-Anwendungen unterstützen die Geschäftsprozesse der Wirtschaftsunternehmen und der Dienstleistungsbetriebe.

- IT-Systeme umfassen Applikationen, IT-Infrastruktur-Komponenten und die dazu gehörigen Daten/Informationen, die in einem vernetzten Zusammenhang stehen. Dabei kann es sich sowohl um eine einzelne Applikation, eine Applikationsgruppe, ein Infrastrukturelement, ein Datenbanksystem als auch eine Kombination derartiger Elemente darstellen. Wichtig ist: Diese IT-Systeme erbringen Leistungen für Kunden, indem sie die Geschäftsprozesse unterstützen und einen Mehrwert (Value) schaffen.
- Aber nicht nur systemspezifisches und methodisch-instrumentelles Know-how ist wichtig; hinzu kommen neue Herausforderungen im IT-Systemmanagement; beispielhaft seien das System-Risikomanagement, das kundenorientierte Anforderungs- und Change-Management, das Qualitätsmanagement zu den IT-Systemen sowie rechtliche und finanzielle Fragen (IT-Lizenzmanagement, IT-Assetmanagement) genannt.
- IT-Systeme können unterschiedlicher Art sein und stehen in verschiedenen Vernetzungszusammenhängen.

In diesem Handbuch werden alle Varianten angesprochen, gleichzeitig wird aber auch auf Besonderheiten bestimmter Systemen mit gezieltem Praxisbezug eingegangen (etwa Mobile Devices, Cloud-Computing, Datenbank-Lösungen).

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  • Deutsch
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978-3-446-45082-0 (9783446450820)
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Dipl.-Hdl. Ernst Tiemeyer ist seit mehr als 20 Jahren in leitenden Projektfunktionen sowie als IT-Consultant und im Bildungsbereich bzw. Managementtraining tätig. Schwerpunktmäßig befasst er sich in der Praxis mit Projektmanagement, strategischem IT-Management, IT-Architekturmanagement, IT-Governance, IT-Controlling sowie prozessorientierten IT-Anwendungen (Business-IT-Lösungen).
1 IT-Systemmanagement ? Einordnung, Handlungsfelder und Instrumente

Ernst Tiemeyer

Fragen, die in diesem Kapitel beantwortet werden:

  • Wie ist das IT-Systemmanagement im Rahmen von IT-Management einzuordnen?

  • Welche Herausforderungen und Capabilities sind zu berücksichtigen, um ein nachhaltiges Planen und Betreiben von IT-Systemen zu ermöglichen?

  • Welche Aufgaben fallen im IT-Systemmanagement an und sollten möglichst über die Festlegung von Rollen in Prozessen organisiert sowie durch geeignete Instrumente und Tools unterstützt werden?

  • Welche typischen Handlungsfelder umfasst das IT-Systemmanagement und welche Teilbereiche und notwendige Handlungsergebnisse lassen sich für die Praxis daraus ableiten?

  • Wie sollte eine Planung und systematische Weiterentwicklung der IT-Systemlandschaft organisiert sein?

  • Inwiefern kann ein Servicemanagement-Framework wie ITIL ausgewählte Prozesse im IT-Systemmanagement unterstützen?

  • Welche Aufgaben und Prozesse umfassen die Betreuung und der Support von IT-Systemen?

  • Welche Herausforderungen und Aufgaben umfasst das Operational Systemmanagement für die Bereiche Infrastruktur- und Netzwerkmanagement, Applikationsmanagement und Datenmanagement?

  • Inwiefern sollte ein Relationship-Management zu den Kunden, Lieferanten und weiteren Stakeholdern durch IT-Systemverantwortliche erfolgen?

  • Warum und wie Risiko-, Security- und Notfallmanagement für einen sicheren IT-Systembetrieb zu organisieren ist?

  • Was sollten IT-Systemverantwortliche zum Personalmanagement sowie zur Organisation des Systembetriebs wissen?

  • Welche Qualitätsdimensionen bedürfen für die Optimierung des IT-Systemmanagement einer Ausgestaltung?

  • Inwiefern sind Kosten- und Finanzaspekte für das IT-Systemmanagement zu berücksichtigen und welche Instrumente stehen zur Finanzplanung bzw. Budgetkontrolle zur Verfügung?

1.1 IT-Systemmanagement in der Unternehmenspraxis ? eine Einordnung

Erfahrungen der Praxis zeigen: ein effizientes und ganzheitliches Management der installierten IT-Systeme ist heute in Unternehmen aller Größenordnungen unverzichtbar. Nur so können die IT-Infrastrukturen „stabil“ und „wirtschaftlich“ betrieben werden, die IT-Applikationen optimal die Geschäftsprozesse der Wirtschaftsunternehmen und der Dienstleistungsorganisationen unterstützen sowie neuen Herausforderungen wie die Integration von Cloud-Computing oder von mobilen Systemen erfolgreich begegnet werden. Vielfach eröffnen moderne IT-Systeme sogar neue Geschäftspotenziale bzw. stellen neue Produkte bereit (siehe zum Beispiel das Internet der Dinge).

Wie lassen sich IT-Systeme grundsätzlich einordnen bzw. welche Herausforderungen und Handlungsfelder ergeben sich für ein entsprechendes IT-Systemmanagement?

Zunächst eine Ausgangsfestlegung für den Begriff „IT-System“: Als IT-Systeme werden die informationstechnischen Systeme verstanden, die eine Verarbeitung, Speicherung und Wiedergabe von Daten/Informationen unterschiedlicher Art (strukturierte Daten, Dokumente, Social-Media-Daten, Tabellen/Reports, Management-Cockpits etc.) ermöglichen. Sie umfassen im Wesentlichen

  • Applikationen

  • IT-Infrastruktur-Komponenten und Netzwerke sowie

  • die dazugehörigen Daten/Informationen.

Grundsätzlich kann ein IT-System sowohl eine einzelne Applikation, eine Applikationsgruppe, ein Infrastrukturelement (z.?B. ein Server, ein Desktop oder ein Thin Client, eine Private- oder Public-Cloud), ein Datenbank- bzw. Dokumentenmanagementsystem als auch eine Kombination derartiger Elemente sein. Von Bedeutung für das Management dieser IT-Systeme ist, dass die IT-Systeme bzw. die Systemelemente in einem vernetzten Zusammenhang stehen.

Worauf kommt es bei der Optimierung der Nutzung von IT-Systemen an? Prioritär sollen die implementierten IT-Systeme definierte (bzw. vereinbarte) Leistungen für die Kunden (Fachbereiche im Unternehmen) erbringen, indem sie die Geschäftsprozesse der Kunden unterstützen und einen Mehrwert für das Unternehmen (Value) schaffen. Um diese Leistungen kontinuierlich auf hohem Niveau erbringen zu können, muss sich das IT-Management allerdings immer wieder neuen Herausforderungen stellen, dazu

  • eine laufende Planung bzw. Aktualisierung der IT-Systeme vornehmen,

  • integrierte Maßnahmen zur organisatorischen Gestaltung der Systemnutzung treffen sowie

  • die Ressourcenbereitstellung sichern.

Eine erfolgreiche Aufgabenbewältigung im IT-Systemmanagement ist aus verschiedenen Gründen heute schwieriger als in der Vergangenheit. Einfluss darauf haben:

  • Die zunehmende Komplexität der IT-Systemlandschaft: zu denken ist etwa an proprietäre IT-Silos, das Aufkommen von Virtualisierungslösungen sowie an die Notwendigkeit der Integration von mobilen Geräten und Cloud-Services. Die IT-Umgebung besteht selbst in mittelständischen Betrieben aus Hunderten von Netzwerk-, Server- und Speichergeräten. Diese große, meist heterogene Umgebung wächst durch Virtualisierung, moderne Storage-Systeme und Cloud-Lösungen kontinuierlich im Volumen wie auch in ihrer Komplexität.

  • Ein permanenter technologischer Wandel: Hier ist das Aufkommen völlig neuer Technologien und Systeme zu nennen. Die Vielfalt des Angebots und der rasche Wandel führen zu der Frage des geeigneten Einstiegszeitpunkts in neue bzw. veränderte Technologien und die darauf basierenden IT-Systeme.

  • Veränderte und steigende Anforderungen der Kunden: Dies betrifft die Nutzung der vorhandenen bzw. auch der neu zu implementierenden IT-Systeme. Damit verbunden sind beispielsweise auch wachsende Service-Level-Ansprüche: 24/7-Netzwerkverfügbarkeit, optimale Performance und sehr guter Service.

Aufgrund der skizzierten Phänomene stoßen IT-Systemverantwortliche in der Praxis der Aufgabenrealisierung oft schnell an ihre Grenzen, sobald es zu Unregelmäßigkeiten im IT-Betrieb, zu Störungen bzw. Abstürzen bei den IT-Systemen oder zu Performance-Engpässen kommt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die historisch gewachsene Komplexität der IT-Systemlandschaft möglichst transparent zu dokumentieren und zu gestalten. Dies bietet dann bereits eine gute Planungs- und Entscheidungsgrundlage für die Auswahl, die Implementation und den Betrieb von IT-Systemen.

Hinzu kommen neue Aufgaben im IT-Systemmanagement; beispielhaft seien das Identifizieren und Handhaben von Systemrisiken, das kundenorientierte Anforderungs- und Change-Management, das Qualitätsmanagement zu den IT-Systemen sowie rechtliche, personelle und finanzielle Fragen der IT-Systembeschaffung und IT-Systemnutzung (IT-Lizenzmanagement, IT-Assetmanagement, Personaleinsatz bzw. personelle Unterstützung) genannt.

Beachten Sie:

Um die IT-Systeme einer Organisation erfolgreich managen zu können, müssen klare Verantwortlichkeiten definiert und Personen für das IT-Systemmanagement insgesamt bzw. für einzelne IT-Systeme ausgewählt werden (Leitung IT-Systemmanagement, System-Owner, Systemadministratoren, Systemoperatoren etc.). Diese Personen müssen die für das Managen ihrer IT-Systeme erforderlichen Methoden, Techniken und geeignete Hilfsmittel für die Arbeitsbewältigung kennen, beherrschen und kompetent anwenden.

1.1.1 Herausforderungen für IT-Verantwortliche bei der Planung und dem Betrieb von IT-Systemen

In Zeiten klassischer zentraler Datenverarbeitung war das Systemmanagement relativ einfach organisierbar. Typischerweise wurden in dieser Zeit DV-Systeme (Zentralrechner und damit verbundene Terminalstationen) eingesetzt, die im Hinblick auf die Vernetzung und die installierten Applikationen durch herstellerspezifische Schnittstellen kompatibel waren. Aufgrund der geringen Heterogenität der IT-Landschaft und der hohen Herstellerkonzentration bezüglich der gelieferten IT-Systeme sowie der klaren Schnittstellen war ein abgesicherter Systembetrieb relativ leicht zu realisieren bzw. konnten auftauchende Probleme und Störungen zeitnah durch Anwender und/oder Herstellerunternehmen behoben werden.

Im Laufe der Zeit waren diverse Paradigmenwechsel für die IT-Systemlandschaft und damit für das Managen von IT-Systemen zu verzeichnen:

  • Eine grundlegende Änderung der Systemlandschaft ergab sich Anfang der 1980er-Jahre mit dem Aufkommen von Client-Server-Systemen bzw. Systemen der arbeitsplatznahen Datenverarbeitung.

  • Weitere Entwicklungssprünge wurden in den 1990er-Jahren durch das Aufkommen des Internets und lokaler Netzwerke ermöglicht, die schließlich zu webbasierten Systemwelten geführt haben.

  • Mit Cloud-Computing und der Einbindung mobiler Systemlösungen sind weitere Gestaltungsbereiche für das IT-Systemmanagement hinzugekommen.

Heute haben sich die IT-Welt und die IT-Systemlandschaft damit hinsichtlich der Komplexität und der Notwendigkeiten für ein effizientes Systemmanagement grundlegend geändert.

Aufgrund des über zum Teil viele Jahre gewachsenen Geflechts verschiedener IT-Systeme in Form von mobilen Systemen, Desktops, Client-Server-Systemen, Middleware und Mainframe-Systemen bis hin zu webbasierten Systemen und Cloud-Lösungen sind unterschiedliche Optionen der IT-Ausrichtung denkbar. Diese noch heute im Einsatz befindlichen Systeme arbeiten mit einer...

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