Wie kann ich dich erobern, Darling?

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Mai 2020
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1741-4 (ISBN)
 
Er gilt als der Frauenschwarm New Yorks: der sexy Mode-Erbe Kyle Hamilton. Nur für Designerin Zoe ist er ihr arroganter, verletzender Exboss, den sie meidet. Doch während der Fashion Week gerät er in ein Intrigenspiel um Macht, Liebe und Eifersucht. Wird Zoe ihm beistehen?

1. KAPITEL

"Das ist der Letzte, Nelson", verkündete Kyle Hamilton, als er den großen braunen Umzugskarton durch die Tür seines im fünfzehnten Stockwerk gelegenen Apartments trug.

Sein Cousin eilte Kyle entgegen, um ihn von seiner Last zu befreiten. "Danke, dass du mich bei dir wohnen lässt. Wenn alles so läuft wie geplant, bleibe ich nicht länger als ein paar Monate."

Kyle wischte sich die Schweißperlen von der Stirn. "Mach dir keine Sorgen, Nelson. Du kannst so lange bleiben, wie du möchtest."

"Bist du sicher, dass ich dich nicht störe? In ein paar Wochen fängt die Fashion Week an, und ich weiß, wie beschäftigt du bist. Mom treibt ihre Angestellten seit Monaten in den Wahnsinn, damit alles für ihre Show fertig ist."

"Typisch Tante Vanessa", erwiderte Kyle und lächelte. Vanessa Bonnard Hamilton war eine bekannte Modedesignerin. Bevor sie unter dem Namen Bonnard ihr eigenes Label gegründet hatte, war sie kurzzeitig für die Firma seines Vaters, Roger Hamilton Designs, beschäftigt gewesen.

Kyle schob sich an einem Stapel Umzugskartons vorbei in die Küche, wo er mehrere Flaschen Wasser aus dem Kühlschrank holte, bevor er zurück ins Schlafzimmer ging. Nelson Hamilton hatte bereits angefangen, die ersten Kartons auszupacken.

Kyle reichte seinem Cousin eine der Flaschen. "Ich gehe für ein paar Stunden in die Firma. Ich bin noch nicht ganz zufrieden mit der neuen Kollektion."

"Ich dachte, es wäre alles schon fertig."

"Im Großen und Ganzen ja, aber irgendwas fehlt noch. So geht es mir jedes Mal vor der Fashion Week."

Kyle ging zur Tür. "Auf dem Küchentresen liegen Prospekte von verschiedenen Restaurants mit Lieferservice. Falls du Hunger hast und nicht rausgehen magst, bestell dir einfach was."

Bevor Nelson etwas erwidern konnte, war Kyle schon zur Tür hinaus.

Kyle freute sich, dass sein Cousin in den nächsten Monaten seine großzügig geschnittene Vierzimmerwohnung mit ihm teilen würde. Nelson war vor einigen Jahren nach Los Angeles gezogen, um dort sein Glück als Schauspieler zu versuchen, war dann im Sommer jedoch wieder zurück nach Philadelphia gegangen. In regelmäßigen Abständen fuhr er zu Vorsprechterminen nach New York. Kyle selbst hatte Nelson vorgeschlagen, dauerhaft nach New York zu kommen.

Wegen einer Familienfehde zwischen seiner Mutter und dem Rest des Hamilton-Clans wollte Nelson gerade nicht in seinem Elternhaus in Philadelphia wohnen. Daher hatte er keinen Moment gezögert, Kyles großzügiges Angebot anzunehmen.

Während die anderen New Yorker sich den Feierlichkeiten anlässlich des Labour Days hingaben, fuhr Kyle zu den Büros von Roger Hamilton Designs im historischen SoHo-Bezirk. SoHo war eines der angesagtesten Viertel in Manhattan, das Künstler und andere Menschen, die das alternative Leben suchten, anzog. Hier fand man viele kleine Boutiquen und interessante Läden.

Kyle erreichte die Firmenräume und deaktivierte die Alarmanlage, bevor er das menschenleere Büro betrat und die Tür hinter sich zuzog. Alle Angestellten von RHD genossen das lange Wochenende. Denn Kyle hatte darauf bestanden, dass sich alle freinahmen, weil er allein besser arbeiten konnte.

Kyle holte ein Kleid aus seiner Schutzhülle hervor und legte es vor sich auf den Mahagonitisch in seinem weiträumigen Büro. Kritisch betrachtete er das Kleidungsstück, bevor er ein Stück transparenten Chiffon holte, den er als Kragen um den Halsausschnitt des Kleides drapierte.

Er lächelte zufrieden, als er den Stoff an den entsprechenden Stellen mit Stecknadeln festheftete und anschließend wieder behutsam in die Schutzhülle gleiten ließ. Eines nach dem anderen holte er die Kleider der aktuellen Kollektion hervor und unterwarf sie einer kritischen Betrachtung. Hier kürzte er einen Saum, dort fügte er ein Detail hinzu. Die neue Frühlings-/Sommerkollektion musste auf der Fashion Week einschlagen wie eine Bombe. Alles andere wäre inakzeptabel. Wenn es nach Kyle ginge, würde die Fashion Show von RHD dieses Jahr den Maßstab für die gesamte Branche setzen.

Kyle war mit seinen vierunddreißig Jahren der älteste Sohn von Lila und Roger Hamilton. Er ging davon aus, dass er RHD irgendwann selbst führen würde, und so setzte er alles daran, seinen Eltern zu beweisen, dass er ein würdiger Nachfolger war. In den letzten drei Saisons hatte Kyle fantastische Kritiken für seine Kreationen erhalten und war sogar mit einer der renommiertesten Auszeichnungen der Branche zum Designer des Jahres gekürt worden.

Kyles Großeltern väterlicherseits hatten früher eine Textilreinigungskette in Philadelphia besessen, Kyles Vater Roger wollte jedoch einen anderen Weg einschlagen. Roger zog nach New York und machte sich dort nach kurzer Zeit einen Namen als Designer. Schon bald nach seinem Umzug traf er Lila Eustace, die anfing, als Model für ihn zu arbeiten. Innerhalb weniger Jahre gelang es Roger, die Firma RHD zu einem großen Namen aufzubauen, und auch Lila begann, für die Marke zu designen. Schließlich folgte Kyle dem Vorbild seiner Eltern. Er hatte sich nichts Geringeres vorgenommen, als ihren Erfolgskurs fortzusetzen und das Unternehmen weiter auszubauen.

Es war kurz nach sechs Uhr abends, als Kyle schließlich das Gebäude verließ. Als er hinter sich zwei Frauen aufgeregt tuscheln hörte, grinste er amüsiert. Ihm war bewusst, dass er mit seinen ein Meter neunzig und dem durchtrainierten Körper eine gewisse Wirkung auf die Damenwelt ausübte.

Kyle pfiff leise vor sich hin, als er die Wagentür öffnete und auf dem Fahrersitz Platz nahm. Wenn Nelson sich noch nichts bestellt hatte, würde Kyle mit ihm zu Abend essen. Der Gedanke, dass sein Cousin in den nächsten Monaten bei ihm wohnen würde, erfüllte ihn mit Freude. Nelsons Anwesenheit würde das Gefühl der Einsamkeit, das ihn in den letzten Monaten häufiger überkam, hoffentlich etwas dämpfen.

Kyles Mutter machte immer wieder Anspielungen in die Richtung, dass es vielleicht an der Zeit sei, eine Familie zu gründen. Bei dem Gedanken daran musste Kyle lächeln. Natürlich fragte er sich manchmal, wie es wäre, wenn ihn jemand zu Hause erwartete. Eine Frau, die ihn liebte, die zärtlich und süß war. Kyle verbot sich diese Gedanken jedoch immer sofort, weil er sich sehr wohl klar darüber war, dass er nicht zum liebenden Ehemann taugte. Außerdem hatte er nicht die geringste Lust zu heiraten. Das Einzige, was für ihn zählte, war seine Arbeit.

"Genau wie beim letzten Mal. Sie haben uns schon wieder den Termin nach der RHD-Show gegeben."

Seit fünfzehn Minuten hörte Zoe ihrem Boss dabei zu, wie er sich über den Tag, der ihnen für die Show auf der Fashion Week zugewiesen worden war, beschwerte. Zoe spürte, wie sie immer ungehaltener wurde.

"Jerry, es ist doch völlig egal, wann die Show von RHD stattfindet. Unsere neue Kollektion ist umwerfend." Sie schlug einen sanfteren Ton an. "Die Kleidungsstücke werden reißenden Absatz finden."

Jerry seufzte und nickte dann. "Du hast wahrscheinlich recht."

Ihr Boss, der mit einer braunen Lederhose und einem bunt gestreiften Pullover bekleidet war, begann im Raum auf und ab zu gehen, während er unaufhörlich an seinem kleinen Ziegenbärtchen zupfte.

Zoe sah ihm einen Moment lang ungerührt zu, bis sie die Arme vor der Brust verschränkte und sich in ihrem Stuhl zurücklehnte. "Wann hörst du endlich auf, ständig mit Kyle zu konkurrieren?" Zoe hatte noch nie jemanden wie Jerry Prentice kennengelernt. Normalerweise schien er alles im Griff zu haben, doch fiel der Name Kyle Hamilton, sah Jerry plötzlich rot. Zoe fand sein Verhalten einfach nur albern.

Es war allgemein bekannt, dass Jerrys und Kyles gemeinsame Geschichte weit in die Vergangenheit zurückreichte. Ihr erbitterter Wettstreit hatte begonnen, als sie zusammen am College Modedesign studierten. Nach dem Studienabschluss hatte sich ihre Rivalität noch verschärft. Kyle fing an, im Familienunternehmen zu arbeiten, und Jerry nahm einen Job bei Guava International an - dem größten Konkurrenten von RHD.

"Kyle und ich stehen nicht in Konkurrenz", entgegnete Jerry gereizt. "Ich kann diesen Typen und sein großes Ego einfach nicht ertragen."

Zoe hatte ihre eigenen Probleme, wenn es um Kyle ging, aber sie war fest entschlossen, nicht darüber nachzudenken. Die Vorbereitungen auf die Fashion Week erforderten ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, und sie konnte es sich nicht leisten, ihre Energie auf den Mann zu verschwenden, der erst mit ihren Gefühlen gespielt und sie dann, ohne mit der Wimper zu zucken, einfach aus seinem Leben gestrichen hatte.

Gegen ihren Willen stieg das Bild von Kyles Gesicht in ihrem Kopf auf, und für einen ganz kurzen Moment gestattete Zoe sich, das angenehm warme Gefühl zu genießen, das auf einmal ihren Körper überflutete. Innerhalb von Sekunden wandelte es sich jedoch in kalte Wut. Zu ihrem eigenen Besten sollte sie sich lieber darauf konzentrieren, diesen Groll in sich zu bewahren.

Abrupt schob Zoe den Stuhl von ihrem Schreibtisch und erhob sich, um zu einem voll behängten Kleiderständer zu gehen. Aus den verschiedenen Outfits zog sie eines hervor. "Das hier ist unser Knüller, Jerry. Es ist die beste Arbeit, die du bisher gemacht hast."

Ein breites Lächeln breitete sich auf Jerrys Gesicht aus. "Dem kann ich nur zustimmen."

"Hör auf, dich mit Kyle Hamilton zu beschäftigen. Verwende deine Kreativität lieber auf deine Arbeit, anstatt dich in negativen Gedanken zu verlieren."

"Und was ist mit dir? Hast du etwa aufgehört, an ihn zu...

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