Coaching schafft Räume

Von der mentalen Kraftkammer in die Zukunftswerkstatt - kreative Interventionen, wirksame Lösungen
 
 
Klett-Cotta (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. September 2017
  • |
  • 260 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-608-10990-0 (ISBN)
 
Praktisch erprobte Anregungen für Coaches und BeraterInnen

Die sinnliche Vorstellung eines Hauses mit Räumen strukturiert den Prozess eines Coachings auf plastische Weise. Coaching schafft Räume. Innen und außen. Räume für wertvolle Erkenntnisse. Räume, die eine konstruktive innere Haltung ermöglichen. Räume für Impact, also für Bewegung hin zu nachhaltig wirksamen Lösungen. Coach und Klient bewegen sich je nach den aktuellen Erfordernissen in der mentalen Kraftkammer, im Spiegelkabinett, in der Zukunftswerkstatt oder einem anderen Raum, der innere und äußere Weiterentwicklung ermöglicht.

Führungskraft im Change? Schlaue Positionierung in der Organisation? Konflikte im Team? Vorbereitung von Entscheidungen? Persönliche Neuorientierung? Egal ob Top-Management, Experte oder Schlüsselkraft: Coaching hat sich als effektive Unterstützung bestens etabliert und bewährt.

Dieses Buch macht den Coach und Organisationsberater erfolgreich, denn es situiert besonders wirksame Coaching-Tools in der sinnlich präsenten Vorstellungswelt eines Hauses mit diversen Räumen: Coach und Klient bewegen sich je nach aktuellem Thema in der mentalen Kraftkammer, der Sparringzone, dem Spiegelkabinett, der inneren Schatzkammer, der Zukunftswerkstatt oder dem Panoramagarten, um alle Ressourcen, Optionen und Lösungen zielorientiert zu erfassen.

Beispiele aus der psychologisch fundierten Coaching-Praxis des Autors runden den originellen und prägnanten Ansatz ab.

Dieses Buch richtet sich an:
- Coaches
- Psychologische BeraterInnen
- OrganisationsberaterInnen
- SupervisorInnen
weitere Ausgaben werden ermittelt
Klaus Theuretzbacher, Studium der Psychologie und Philosophie, arbeitet seit 20 Jahren als selbständiger Coach und Organisationsberater sowie als Personal- und Organisationsentwickler. Er ist für Profit- und Common-Profit-Organisationen vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern tätig; er lebt in Linz.

1.3 Das Modell des Coaching-Hauses


Das Modell


Das hier als Aufhänger dienende Modell des Coaching-Hauses ist zu verstehen als eine chancenreiche Form, den Coaching-Prozess zu strukturieren, die Multi-Dimensionalität von Menschen in ihren beruflichen und privaten Lebenswelten anschaulich und handhabbar zu machen. Es ist eine mögliche Leitstruktur für ein professionelles Handling verschiedener Ebenen und Zielsetzungen.

Der architektonische Grobentwurf kommt von mir als Coach. Ich stelle das Modell zur Verfügung, das Angebot der verschiedenen Räume mit ihren jeweiligen Benennungen, mit Durchgängen, Möglichkeiten für Ausblicke, mit Schutzzonen etc.

Die Nutzung der Räume wird mit den Coaching-Zielen des Klienten abgestimmt. Ich erfrage, ob der gewünschte Fokus eher im Außen oder im Innen liegt. Geht es dem Klienten um persönliche, also innere Weiterentwicklung? Will er sich in seiner Wirksamkeit nach außen verbessern? Oder steht eine Kombination beider Aspekte im Vordergrund? Die letzte Variante kommt übrigens am häufigsten vor - auch ein Indiz dafür, dass die Grundarchitektur von Innenräumen und Außenräumen Sinn macht. Es handelt sich um Räume, deren Übergänge oft fließend sind und die in vielerlei Variationen miteinander verbunden werden können.

»Du8 fragst dich vielleicht, wie du dich gut weiterentwickeln kannst. So gehst du in dich und gehst so dahin und gehst und gehst . . . bis du auf einmal vor einem Haus stehst. Es ist ein Haus, das dir sehr vertraut ist. Es ist dein Haus. Dein Haus, das allein zum Zweck deiner persönlichen Entwicklung da ist. Du öffnest die Tür und betrittst dein Haus . . . Im Eingangsbereich, dem Entree, verweilst du ein wenig. Du weißt, das Haus hat mehrere Räume. Innenräume und Außenräume. Innenräume, wo du für dich wichtige persönliche Angelegenheiten bestens geschützt und sicher aufbewahrst . . . und diese Angelegenheiten und Fragen auch für dich gut bearbeiten kannst . . . Und Außenräume, wo du die Welt da draußen in einer hilfreichen Weise thematisieren kannst . . . und für deine Anliegen zu passenden Lösungen finden kannst. . . . Du befindest dich also in deinem Haus . . .«

Die konkrete Gestaltung und Einrichtung der Räume liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Coach und Klient. Hier wird auch der Klient zum Architekt. Wie ist der jeweilige Raum konkret gestaltet? Welches Inventar ist wo plaziert? Was muss unbedingt im Raum zu finden sein, was braucht es weniger? Auch die Frage, welcher Raum wie intensiv und wann genutzt wird, obliegt beiden.

Mit anderen Worten: Den Coaching-Kontrakt könnte man auch als Vereinbarung über die Nutzung der Räumlichkeiten verstehen. Dazu kann übrigens auch die Frage gehören, wer sich hin und wieder um das kräftige »Durchputzen«, also um eine intensive Grundreinigung, kümmert.

Natürlich sind die einzelnen Räume von Person zu Person völlig unterschiedlich gestaltet. Die Frage nach der jeweiligen Inneneinrichtung kann bei den KlientInnen interessante Assoziationen auslösen.

  • Um welche Art von Training und Stärkung geht es in der Mentalen Kraftkammer? Welche Hilfsmittel haben sich da schon bisher bewährt? Was sollte noch ergänzt werden?

  • Wie reichhaltig ist die Innere Schatzkammer? Wie gut gesichert? Wie leicht findet die Klientin bzw. der Klient Zugang zu den eigenen Schätzen?

  • Welche neuen Perspektiven soll das Spiegelkabinett bieten? Welche Spiegel braucht es dafür? Wer könnte noch weiterführende Blickwinkel bieten?

  • Was ist in der Zukunftswerkstatt alles zu berücksichtigen? Welche Werkstücke wurden da bereits gefertigt? Welche Blicke nach draußen erleichtern die Arbeit in der Werkstatt, welche sind weniger hilfreich?

  • Wie weit erstreckt sich das Umfeld? Welche Zwischenräume sind relevant? Welche Personen sind in dieser Umgebung von Bedeutung, und wie steht es um die Qualität ihrer Beziehungen zueinander?

  • Wie tough soll es in der Sparringzone zugehen, wie hart will der Klient bzw. die Klientin trainieren? Wie sehr abgeschottet soll diese Zone sein? Wann fühlt sich der Klient bzw. die Klientin gut gewappnet, die aktuellen Herausforderungen zu meistern?

  • Welche Weitblicke sollen im Panoramagarten möglich sein? Was will der Klient bzw. die Klientin wann ernten? Wie weit reicht seine bzw. ihre Befugnis als GärtnerIn?

Eine der wohl kühnsten und beeindruckendsten architektonischen Metaphern der menschlichen Psyche zeichnet der US-amerikanische Romanautor Matt Ruff in seinem genialen Buch »Ich und die Anderen« (2004), das im Original bezeichnenderweise den Titel »Set This House in Order« trägt. Einige der wesentlichen Romanfiguren leiden unter sogenannten »Dissoziativen Identitätsstörungen«, landläufig besser bekannt als »Multiple Persönlichkeitsstörungen«. Der therapeutische Ansatz dafür ist ein faszinierender: Man stelle sich einen Menschen mit diesem Phänomen wie ein Haus vor. Ein Haus, in dem sich die verschiedensten Persönlichkeitsanteile tummeln, in der Gestalt ganzer, wahrhaftiger Personen. Zwei Stockwerke, mit einer großen Lobby in der unteren Etage und vielen kleineren Zimmern oben. Und einem kanzelartigen Balkon mit Aussicht, quasi der Steuerzentrale des Hauses. Welcher Anteil da gerade steht, nimmt die Umgebung wahr und entscheidet, auf welche Impulse reagiert wird und was letztlich zu tun ist. Es geht also unter anderem darum, welcher Anteil einer multiplen Persönlichkeit gerade das Sagen hat.

Ähnliche Bilder schlagen übrigens auch bekannte Hypnosystemiker wie etwa Gunther Schmidt (2004) oder Stefan Hammel (2015) in ihren Ansätzen für die Beratung und Begleitung von KlientInnen ohne psychische Beeinträchtigungen vor.

Anwendung und Nutzen des Haus-Modells


Das Modell des Coaching-Hauses bietet mit seinen zahlreichen Metaphern vielerlei Ansatzpunkte für kreative Interventionen, Ansatzpunkte für Coaches, aber auch für die KlientInnen selbst. Man kann somit aus einer großen Bandbreite an Variations- und Kombinationsmöglichkeiten schöpfen. Die verschiedenen Innenräume eröffnen dem Klienten ganz spezielle Betrachtungen seiner selbst. Auch in der Bearbeitung des Umfelds kann der Klient - je nach Außenraum - unterschiedliche Blickwinkel einnehmen.

Dabei ist es oft gar nicht notwendig, mit dem Klienten explizit das Modell des Hauses zum Thema zu machen. Entscheidend für die professionelle Gestaltung eines Coaching-Prozesses ist jedenfalls, dass man als Coach eine Struktur zur Verfügung hat, die Orientierung und Sicherheit gibt und aus der man Impulse für wertvolle Interventionen ableiten kann. Das Modell dient als Leitstruktur für den Coach und als Metapher für den Coaching-Prozess, die mit dem Coachee gemeinsam geteilt und thematisiert werden kann. Ich gebe gerne zu Beginn eines Coaching-Prozesses dem Klienten eine Broschüre bzw. einen Folder mit dem Plan des Coaching-Hauses und beziehe mich während des Coachings bei passender Gelegenheit explizit auf die Raummetapher.

Dazu finden sich in den einzelnen Abschnitten des Buchs etliche Beispiele aus der Praxis, die Wert und Anwendung des Modells gut belegen. Wie hilfreich die Haus-Metapher für die Grundorientierung in einem Coaching-Prozess sein kann, illustrieren etwa die Kapitel »Zuerst Entspannung, dann mentale Kräftigung« sowie »Die Themen hinter den Themen«. Eine der wohl ersten Fragen im Coaching: Arbeiten wir zunächst in den Innenräumen, also an der Person der Klientin bzw. des Klienten? Oder beginnen wir im Außen? Wohl wissend, dass es letztlich kein Entweder-oder ist.

Manchmal erschließt sich der Zielfokus aus der Betrachtung des Modells durch Coach und Coachee gemeinsam. So wird etwa bei »Ein Schlüsselwort und weitere Ressourcen« die Innere Schatzkammer als wichtigster Raum ausgewählt. Es kommt durchaus häufig vor, dass dieser Zielfokus bereits durch das Anliegen des Klienten...

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