Co-Feminismus

Wie Männer Emanzipation sabotieren - und was Frauen davon haben
 
 
Hogrefe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. Februar 2013
  • |
  • 216 Seiten
 
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978-3-456-95280-2 (ISBN)
 
Sie reden wie Männer von morgen und handeln wie Patriarchen von gestern: Co-Feministen sind Wölfe im Schafspelz der Geschlechtergerechtigkeit. Markus Theunert beleuchtet ihr (un)heimliches Treiben, er zeichnet ein Psychogramm dieser smarten Saboteure und enthüllt ihre politischen Strategien. Seine aufrüttelnde Diagnose: Der Co-Feminismus hat die Frauenbewegung in eine unheilige Allianz gelockt - und macht mit ihr die Herrschaft der Männlichkeitsideologie noch stärker als zuvor. Denn erst wenn wir das doppelte Spiel des Co-Feminismus durchschauen, gibt es Frieden im Geschlechterkampf, so der Autor.
1., Aufl.
  • Deutsch
  • Bern
  • |
  • Deutschland
  • 1,35 MB
978-3-456-95280-2 (9783456952802)
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Markus Theunert sorgte für Schlagzeilen, als er im Frühjahr 2012 vom Kanton Zürich zum ersten staatlichen Männerbeauftragten der Welt ernannt wurde - und nur drei Wochen nach Amtsantritt von seiner Aufgabe zurücktreten musste.Theunert ist unter anderem Gr
1 - Inhalt/Vorwort [Seite 8]
2 - 1 Vorspann [Seite 16]
2.1 - Der Teufelskreis der Bonsai-Männer [Seite 19]
2.2 - Männeranliegen? Männeranliegen! [Seite 21]
2.3 - Bedrohliche Verbu¨ndete [Seite 23]
2.4 - Männerinteressen werden «mitberu¨cksichtigt» [Seite 26]
2.5 - An der gläsernen Decke [Seite 29]
2.6 - Der Nährboden des Geschlechterkampfs [Seite 34]
2.7 - «Der junge Mann sieht sehr gut aus» [Seite 36]
2.8 - Scherben bringen Glu¨ck [Seite 39]
2.9 - Nun geht es los [Seite 41]
3 - 2 Männer und Geschlechterpolitik: Das Koordinatensystem der XY-Feministen [Seite 42]
3.1 - Profeminismus [Seite 46]
3.2 - Antifeminismus [Seite 52]
3.3 - Männerrechtler [Seite 61]
3.4 - Die Entdeckung des Co-Feminismus [Seite 68]
4 - 3 Typologie des Co-Feminismus [Seite 70]
4.1 - Die Ausbremser [Seite 73]
4.2 - Die unsichtbare Stärke des Co-Feminismus [Seite 74]
4.3 - Die zehn Spielarten des Co-Feminismus [Seite 78]
4.4 - Im Spinnennetz des Co-Feminismus [Seite 81]
4.5 - Test: Sind Sie ein Co-Feminist? [Seite 87]
5 - 4 Die Sabotagestrategien der Co-Feministen [Seite 90]
5.1 - Sabotage durch Menschlichkeit [Seite 91]
5.2 - Sabotage durch Großmut [Seite 98]
5.3 - Sabotage durch Domestizierung [Seite 104]
5.4 - Sabotage durch Förderung [Seite 110]
5.5 - Sabotage durch Solidarität [Seite 114]
5.6 - Sabotage durch Beweglichkeit [Seite 119]
6 - 5 Warum Co-Feminismus? [Seite 124]
6.1 - Im Schatten des kollektiven Unbewussten [Seite 126]
6.2 - Die androzentrische Norm [Seite 128]
6.3 - Das perfekte Paar [Seite 131]
6.4 - Rollentausch [Seite 134]
6.5 - Um jeden Preis [Seite 136]
6.6 - Aus dem gleichen Holz geschnitzt [Seite 140]
7 - 6 Tiefenbohrungen [Seite 144]
7.1 - Das Erbe unserer (Groß-)Väter [Seite 146]
7.2 - Auf Luft gebaut [Seite 149]
7.3 - Vatermangel [Seite 150]
7.4 - Gefangen in der Fremde [Seite 152]
7.5 - Von echter und eingebildeter Schuld [Seite 155]
7.6 - Vom Gefangenen, der sein eigener Wärter ist [Seite 159]
7.7 - Falsche Patriarchen [Seite 164]
7.8 - Das Größen-Ich [Seite 167]
7.9 - Die Herrschaft der kranken Kämpfer [Seite 170]
8 - 7 Die ungewisse Zukunft der Geschlechterpolitik [Seite 174]
8.1 - Ausgleichende Ungerechtigkeit [Seite 175]
8.2 - Am Wendepunkt [Seite 176]
8.3 - 7.1 Schritte im Kleinen [Seite 178]
8.3.1 - Männer gibt es [Seite 179]
8.3.2 - Starke Männer braucht es [Seite 182]
8.3.3 - Doppelte Emanzipation [Seite 184]
8.3.4 - Wege aus dem Co-Feminismus [Seite 187]
8.3.5 - Respekt statt Ru¨cksicht [Seite 189]
8.4 - 7.2 Schritte im Großen [Seite 193]
8.4.1 - Paradigmenwechsel [Seite 196]
8.4.2 - Ein Neubeginn ist nötig [Seite 199]
8.4.3 - Neue Bu¨ndnisse [Seite 202]
8.4.4 - Nu¨tzen wir die historische Chance! [Seite 204]
9 - 8 Abspann [Seite 208]
10 - Über den Autor [Seite 210]
Ein bisschen heiß reicht aber auch noch nicht. Der Preis, ein Mann mit Anliegen zu werden - also kein «richtiger Mann» mehr zu sein -, ist viel zu hoch für den nebulösen Gewinn, der vielleicht mit Glück irgendwann zu erreichen ist. Bevor der Mann nicht innerlich kocht, geht gar nichts. Meistens braucht es einen äußeren Anlass, bis der Dampfkochtopf birst. Unfall, Scheidung, Arbeitsplatzverlust: Das sind die gängigen Schauplätze, auf denen Männer in Bewegung kommen. In ihrer Wut gegen die Gewalt, die sie sich im autonomen Nachvollzug der gesellschaftlichen Amputationsforderung selbst angetan haben, erfüllen sie dann das Klischee, wonach nur Verlierer bewegte Männer werden.

In dieser ersten Zeit als Herausgeber der Schweizer Männerzeitung reift in mir eine neue Gewissheit: Wenn es männlichen Leidensdruck gibt und dieser groß ist, sich aber trotzdem nicht zu äußern vermag, dann muss es einen noch größeren Gegendruck geben. Dieser Gegendruck hat ein doppeltes Gesicht. Das macht den Teufelskreis der Selbstentfremdung so raffiniert. Aus Sicht des betroffenen Mannes funktioniert er so: Weil die Männlichkeitsideale gleichermaßen unerfüllbar wie unentrinnbar sind, hält das Wachsen meines Leidensdrucks stets Schritt mit dem Wachsen meiner Angst davor, ihnen nicht zu genügen. Im gleichen Tempo macht sich die innere Leere breit: Aus der blutarmen Innenwelt wird mit der Zeit eine militarisierte Sperrzone, der ich mich nur unter Lebensgefahr zuwenden kann: nämlich unter der sehr realen Gefahr, das bisherige Leben als «Leben aus zweiter Hand» zu erkennen und dieses Korsett sprengen zu wollen. Je mehr ich leide, desto mehr wächst meine Angst vor Veränderung und desto schärfer muss ich gegen jedes Anzeichen von Leiden vorgehen - bis ich innerlich tot bin oder platze. So werden Bonsai-Männer gezüchtet. So entstehen Männer, die Gefängniswärter und Gefängnisinsassen in Personalunion sind.

Diese Kraftanstrengung nährt sich aber natürlich nicht nur aus innerpsychischen Abwehrkräften. Diese sind eher Anpassungsreaktionen auf äußere Gegebenheiten. Das Korsett des «Alles-im-GriffMannes» ist dabei bloß das für jeden Mann spürbare Kondensat von Systemeigenheiten, die ihn in diesem Sinn formen wollen. Diese Systemeigenheiten zu beleuchten, ohne in den Verruf des Verschwörungstheoretikers zu geraten, ist anspruchsvoll, zeichnen sie sich doch gerade durch ihre Unfassbarkeit und Unsichtbarkeit aus. Es wird im Weiteren immer wieder davon die Rede sein. An dieser Stelle möchte ich es bei einem kleinen Beispiel belassen. In der Schweiz hat der Vater eines Neugeborenen - im Gegensatz zu Deutschland und Österreich - keinen gesetzlichen Anspruch auf Väterzeit; er ist sogar auf den guten Willen seines Arbeitgebers angewiesen, wenn er nur frei haben möchte, um bei der Geburt seines Kindes dabei zu sein. Muss die Politik deshalb handeln? Aber nein, sie sagt: Weshalb wir? Wir machen ja gar nichts! Was stimmt und genauso nicht stimmt: Das ist eben die Schwierigkeit. Die Politik betreibt eine äußerst wirkungsmächtige Politik, indem sie keine Politik macht. Mit dem Verzicht auf eine väterpolitische Massnahme begünstigt sie die väterliche Entfremdung aus dem familiären Bereich vom ersten Lebenstag eines kleinen Kindes an. Sie macht Vaterschaft zur Privatsache. «Wenn einem jungen Vater die Geburt seines Kindes keinen Urlaubstag wert ist, dann hat er das Vatersein gar nicht verdient», argumentierten beispielsweise die älteren Herren der bürgerlichen Parteien im Schweizer Parlament bei der Behandlung einer Gesetzesinitiative für eine Väterzeit. Stößt ein Vater dann an seine zeitlichen Grenzen oder findet er seinen Platz in der Familie nicht, dann ist er bloß ein individueller Versager - und das System ist fein raus. Dieser Mechanismus des wirkmächtigen Nichts-Tuns begleitet uns als Leitmotiv durch dieses Buch.

Männeranliegen? Männeranliegen!

In einem schlichten Kirchengemeindesaal am grauen Rand der Schweizer Stadt Winterthur trifft sich im Herbst 2002 eine Gruppe von Fachmännern der Jungen-, Männerund Väterarbeit. Eigentlich ist die Veranstaltung der Vernetzung von ehrenamtlichen und bezahlten Fachleuten gewidmet. Aus dem allgemeinen Unbehagen über die ständige Geldknappheit und die mangelnde Anerkennung drängt sich aber ein ganz anderer Fokus in den Vordergrund: die politischen Rahmenbedingungen. Warum gibt es keine Männerlobby, fragen wir uns. Wie kann es sein, dass 75 % der Politiker männlichen Geschlechts sind, wir uns aber als Männer von ihnen nicht vertreten fühlen? Wie kommt es, dass Männer Politik machen, aber Männerpolitik scheuen wie der Teufel das Weihwasser? Wir beschließen, diese Frage zu vertiefen. Während dreier Jahre trifft sich eine Gruppe von acht Fachmännern. Zu Beginn können wir noch nicht wissen, dass diese Treffen am 28. Juni 2005 zur Gründung des Dachverbands Schweizer Männerund Väterorganisationen (www. maenner.ch) führen würden, dessen Präsident ich seither bin. Wir mussten uns langsam und kreisend annähern. Jeder von uns war beseelt vom Wunsch, als Mann einen Beitrag zu echter Geschlechtergerechtigkeit zu leisten und die historische Chance zur Gestaltung von Beziehungen auf Augenhöhe zu nutzen. In jedem von uns schlummerte aber auch ein Unbehagen gegenüber dem System und den Frauen, Wut auch und Trotz. Jeder von uns kannte die Last der «Erbschuld» aus 5000 Jahren Patriarchat, das nagende schlechte Gewissen, «Profiteur» der herrschenden Geschlechterordnung zu sein, Empfänger der «patriarchalen Dividende». Wie können wir als «Männerlobby» die Perspektiven und Anliegen von Män nern einbringen, ohne uns als Scharfmacher zu inszenieren, ohne in einen Befindlichkeitsdiskurs abzugleiten und ohne uns dem Vorwurf auszusetzen, strukturelle Frauenbenachteiligungen (die es gab und gibt) auszublenden?

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