Verletzte Gefühle

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. April 2011
  • |
  • 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-014-0 (ISBN)
 
Barbara sieht sich ihrem Ziel, Herrscherin über den Fürstenhof zu werden, so nahe wie nie zuvor, als Götz sie heiratet. Was sie jedoch nicht ahnt, ist, dass Götz inzwischen seine eigenen Pläne verfolgt ... Für Rosalie bricht die Welt zusammen, als sie begreift, dass Michael ihr die Affäre mit Jacob Krendlinger nicht verzeihen kann. Verzweifelt ver- sucht sie ihn von ihrer Liebe zu überzeugen, aber es scheint jede Hoffnung verloren zu sein. Eva hat sich entschieden: für ihre große Jugendliebe Marcus und gegen Robert. Aber wieso kann sie nicht aufhören an Robert zu denken? Liebt sie ihn etwa noch immer?
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,54 MB
978-3-86349-014-0 (9783863490140)
3863490142 (3863490142)

1. KAPITEL

"Das dürfen Sie nicht!" Eva versuchte alles, um den Bauern davon abzubringen, den kleinen Esel in seinen Transporter zu verladen. Markus hatte ihr eben eröffnet, dass das niedliche Tier zum Schlachthof gebracht werden sollte. "Haben Sie denn gar kein Herz?" Aber der Bauer reagierte nicht, sondern scheuchte den Esel unbeirrt die Laderampe hinauf. Ohnmächtig mussten Eva und Markus mit ansehen, wie der Transporter davonfuhr. Dabei waren sie so glücklich gewesen, Emil, den Alpenesel, endlich gefunden zu haben.

"Das kann doch alles nicht wahr sein!" Eva war am Boden zerstört, als Markus und sie zurück zum Hotel gingen. Auch Markus war betrübt - er hatte Eva eine Freude machen wollen, und nun das . "Es ist doch nicht deine Schuld", meinte sie.

"Ich habe gedacht, wir machen zusammen einen kleinen Ausflug", seufzte er. "Und du bekommst ein bisschen Inspiration für deine Zeichnungen." Sie strich ihm über die Wange.

"Das war ja auch eine gute Idee", sagte sie liebevoll. "Wer ahnt denn schon, dass so etwas passiert?" Überhaupt konnte sie sich nicht vorstellen, wer auch nur auf die Idee kam, Eselfleisch zu essen. Und dann ausgerechnet den süßen, kleinen Emil .

"Hören Sie auf!" Michael spürte Panik in sich aufsteigen. Hilflos war er dem Angriff des Fremden ausgeliefert, der ihn im Wald hin und her schubste. Und der kein Wort dabei sagte. "Sie Feigling! Machen Sie verdammt noch mal den Mund auf!" Doch Till Kloppenbeck sprach kein Wort, sondern musterte sein Opfer nur verächtlich. Unsicher tastete Michael nach vorne und bekam dabei die großen Knöpfe an der Jacke seines Gegenübers zu fassen. Till riss sich von ihm los. Und dann waren Schritte zu hören: Ein Pärchen spazierte den Waldweg entlang. Till gab Dr. Niederbühl noch einen letzten, heftigen Stoß, dann rannte er schnell davon.

Als Michael endlich den Weg zurück in die Wohnung gefunden hatte, verschwieg er Rosalie, was eben geschehen war. Und sie bemerkte auch gar nicht, in was für einer desolaten Verfassung er sich befand - sie war noch zu beschäftigt mit der Tatsache, dass sie die Hochzeit von Barbara von Heidenberg und Götz Zastrow organisieren sollte.

"Das wird der absolute Horror!", stöhnte sie. "Als hätte ich nicht genug zu tun. Was die für Extrawünsche haben!" Barbara hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass sie das tollste Fest wünschte, das der Fürstenhof je gesehen hatte. "Klar, die möchten vor allem den Saalfelds eins auswischen. Aber wer hat die Arbeit? Ich!"

"Du Arme." Michaels Stimme klang brüchig. Erst jetzt fiel Rosalie auf, dass es ihm offensichtlich nicht gut ging.

"Was ist mit dir?", fragte sie besorgt. "Alles in Ordnung?"

"Alles gut", behauptete er tapfer. "Soweit man das sagen kann."

"Ist im Moment alles nicht so leicht für dich, was?" Er brummte etwas Unverständliches. "Aber auf unsere Hochzeit, auf die freust du dich schon noch, oder?"

"Ist vielleicht ganz gut, dass sie erst im Frühling ist", gab er zur Antwort. "Vielleicht passiert ein Wunder, und ich kann bis dahin wieder sehen."

"Bestimmt", entgegnete Rosalie.

"Und wenn nicht, habe ich bis dahin gelernt, dich auch mit einem Blindenstock zum Altar zu führen", meinte er bitter. Sie schluckte und bat ihn dann, sich nicht so viele Gedanken zu machen. Alles würde gut werden. Es musste einfach.

André bekam einen großen Schrecken, als er bemerkte, dass sich an der Rezeption seine Sachen stapelten. Koffer und Kartons, sogar seine Stehlampe hatte neben Alfons einen Platz gefunden. Sofort verlangte André, dass alles zurück in die Wohnung gebracht würde.

"Das geht leider nicht", erwiderte Herr Sonnbichler etwas gequält. "Wir haben eine Anweisung von Herrn Saalfeld ." Nun fiel bei André der Groschen. Sein Bruder hatte seine Drohung tatsächlich in die Tat umgesetzt. Der konnte was erleben.

"Bist du jetzt völlig verrückt geworden?!" Wütend hatte sich André vor Werner aufgebaut. "Wie kommst du dazu, meine Sachen zu packen?!"

"Ich hatte das Gefühl, du nimmst meine Aufforderung nicht wirklich ernst", erwiderte der Senior spöttisch.

"Du kannst mich doch nicht einfach so rausschmeißen!" Aber das konnte Werner, daran bestand kein Zweifel. "Du musst mir doch wenigstens die Chance geben, etwas Neues zu suchen!" André hatte keine Ahnung, wo er auf die Schnelle unterkommen sollte. Das Hotel war ausgebucht.

"Du bist hier aber unerwünscht", stellte Werner nun fest, und seine Worte waren voller Kälte. "Du hast mich und deine Familie verraten. Und willst hier noch weiter auf unsere Kosten wohnen? Niemals!" Da trat Charlotte ins Zimmer, und André versuchte sein Glück bei ihr.

"Rede mit ihm", bat er und deutete auf seinen Bruder. "Er will mich einfach so auf die Straße setzen."

"Das hast du dir ganz allein zuzuschreiben", erklärte sie abweisend. "Was du getan hast, ist niederträchtig." Sie hätte nicht anders entschieden als ihr Exmann.

"Frag doch deinen neuen Freund Götz Zastrow", höhnte der. "Vielleicht hat er ja Platz für dich. In seinem Bett, zwischen sich und Barbara." Wie ein geprügelter Hund schlich André hinaus.

Ihm blieb nichts anderes übrig, als Frau Sonnbichler sein Leid zu klagen und an ihr gutes Herz zu appellieren. Hildegard war eigentlich gar nicht wohl bei dem Gedanken, André bei sich zu Hause aufzunehmen - Eva und Jacob wohnten schon dort, und außerdem war Alfons nicht unbedingt ein Fan des Chefkochs.

"Warum hat Ihr Bruder Sie eigentlich hinausgeworfen?", fragte sie, um Zeit zu gewinnen.

"Eigentlich eine lächerliche Sache", log André. "Will ich lieber gar nicht erzählen. Sonst denken Sie nur schlecht über Werner." Hildegard runzelte die Stirn. "Im Moment ist er eben sehr gereizt", fuhr André fort. "Wegen Götz Zastrow. Werner spielt auf einmal nur noch die zweite Geige, und das macht ihn total fertig." Das konnte sich Frau Sonnbichler in der Tat lebhaft vorstellen. "Meine liebe Hildegard, es wäre ja auch nicht für lange." Der Chefkoch lächelte sie treuherzig an.

"Na schön." Sie seufzte. "Aber nur für eine Nacht, ist das klar?"

Markus hatte begonnen, die Schlachthöfe in der Umgebung abzutelefonieren. Er wollte den kleinen Esel unbedingt retten. Schon allein, damit Eva wieder lächelte. Aber nirgends wusste man von dem Tier. Erst Rosalie brachte Markus auf die Idee, es in der Wurstfabrik zu versuchen, die Pachmeyers Bruder gehörte.

Dort bekam Markus die Auskunft, dass der Bruder von Pachmeyer gerade Urlaub in Italien machte. Der Bürgermeister persönlich kümmerte sich in seiner Abwesenheit um die Geschäfte der Wurstfabrik. Und als Markus ihn mit der Bitte, den kleinen Esel zu verschonen, aufsuchte, versprach er, sein Möglichstes zu tun.

Michael hatte sich Nils Heinemann anvertraut. Und er hatte Tanjas Mann gegenüber auch geäußert, dass er sich sicher war, dass Till Kloppenbeck ihn im Wald überfallen hatte.

"Ich dachte schon, jetzt macht er mich fertig", berichtete Michael. "Aber zum Glück kamen Spaziergänger - da ist er abgehauen."

"Und Sie sind sicher, dass er es war?", fragte Nils skeptisch.

"Ja", bestätigte Dr. Niederbühl. "Denn er hat die ganze Zeit kein Wort gesagt. Und nur er wusste, dass ich ihn an seiner Stimme erkennen kann. Deshalb hat er die Klappe gehalten." Bestimmt wollte sich Kloppenbeck an ihm rächen, weil Michael ihn offen als Dieb verdächtigt hatte.

"Da könnten Sie recht haben", gab Nils zu und fragte, ob Dr. Niederbühl irgendetwas Besonderes aufgefallen war. Ein Aftershave vielleicht oder etwas anderes, anhand dessen man Till identifizieren könnte?

"Seine Jacke", antwortete Michael nach kurzem Zögern. "Die hatte extrem große Knöpfe." Er hatte sich ja praktisch daran festgehalten.

"Sehr gut." Nils grinste. "Ich glaube, ich weiß, wie wir unseren Freund drankriegen können."

"Wie denn?" Aber jetzt hatte Nils keine Zeit, seine Idee zu erläutern. Er musste zu Dr. Heuer. "Sie assistieren ihm weiterhin?", wunderte sich Michael. "Auch wenn er seine Praxis offenkundig nicht aufgeben möchte?"

"Ich habe mich noch nicht dazu durchgerungen, meine Heilpraktikerambitionen komplett an den Nagel zu hängen", erklärte Nils. Obwohl er immer weniger wusste, ob dieser Beruf wirklich das Richtige für ihn war. "Je mehr ich von seiner Arbeit mitbekomme, desto klarer wird mir, dass eine Ausbildung nicht reicht, um wirklich helfen und heilen zu können. Dazu braucht es doch mehr Wissen und Erfahrung."

"Das ist allerdings richtig", pflichtete Michael ihm bei. "Aber wenn Sie tatsächlich als Heilpraktiker tätig werden wollen, müssen Sie irgendwo einen Anfang machen." Nils nickte betrübt. Doch dann straffte er auf einmal den Rücken.

"Wissen Sie, was? Ich schwänze heute." Er wollte nun doch lieber einen Plan schmieden, um Till Kloppenbeck zu überführen.

Rosalie hatte unterdessen Jacob ins Büro gerufen. Sie brauchte seine Unterstützung bei den Hochzeitsvorbereitungen. Denn Barbara von Heidenberg wünschte eine weiße Kutsche mit weißen Pferden davor.

"Kannst du mal schauen, wie teuer so...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

4,49 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Adobe DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok