Der lange Flug der Dalian: Die Raumflotte von Axarabor - Band 164

 
 
Axarabor (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Mai 2020
  • |
  • 90 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-4017-6 (ISBN)
 
von Bernd Teuber Der Umfang dieses Buchs entspricht 82 Taschenbuchseiten. Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind. Die STARFIRE folgt dem Kurs der DALIAN, einem Multi-Generationen-Schiff, das vor mehreren hundert Jahren aufbrach, um Kolonisten auf ihren neuen Heimatplaneten Wahnuri 5 zu bringen. Aber das Schiff erreichte nie sein Ziel. Was geschah mit den Siedlern? Fanden sie Zuflucht auf einem anderen Planeten oder wurden sie getötet?
  • Deutsch
Uksak E-Books
  • 0,78 MB
978-3-7389-4017-6 (9783738940176)

2


Hackett hatte sechs Stunden geschlafen und fühlte sich wieder frisch und munter. Er löste Commander Overdic in der Zentrale ab.

" Immer noch keine Ortung?", wollte er wissen.

" Nein."

" Ruhen Sie sich aus", riet Hackett.

Als sein Stellvertreter die Zentrale verlassen hatte, ging er unruhig auf und ab. Einige Male wechselte er ein paar Worte mit den diensthabenden Offizieren, dann blieb er wieder vor den unzähligen Monitoren stehen, als könne er dort die Ursache für seine unerklärliche Unruhe entdecken. Aber die Bildschirme waren bis auf die leuchtenden Sterne leer. Er ging zum Kartentisch und betätigte einige Tasten. Eine dreidimensionale Projektion des Sektors, den die STARFIRE in diesem Moment durchquerte, wurde sichtbar. Hackett markierte den Kurs, den die DALIAN laut den Aufzeichnungen der Datenbank genommen hatte.

Niemand konnte sagen, wie exakt diese Daten waren. Schon eine geringe Abweichung machte sämtliche Berechnungen zunichte. Zudem wusste niemand, ob die DALIAN wirklich diesen Kurs genommen hatte. Alles beruhte nur auf Annahmen und Vermutungen. Hackett schalt sich einen Narren, weil er seine Zeit mit solchen Dingen verschwendete. Welchen Zweck hatte es, die DALIAN zu suchen? Es gab wichtigere Dinge, als sich mit diesen alten Sachen zu beschäftigen.

Hackett schaltete die Projektion wieder aus und richtete seine Aufmerksamkeit auf den Panoramabildschirm. Jeder Kommandant der Raumflotte von Axarabor hatte auf der Akademie einen Kursus in Astronomie absolvieren müssen - außer hundert anderen Kursen. Hackett verstand etwas von Astronomie. Auf der linken Seite des Schirms entdeckte er eine gelbe Sonne. Sie war riesig groß und flammend. Fast zehn Minuten beobachtete Hackett die Sonne. Sie erinnerte ihn an das Muttergestirn seines Heimatplaneten.

Riesige Protuberanzen schossen weit in den Raum, um dann wieder in die glühende Atmosphäre zurückzufallen. Schwarze Flecke standen am Sonnenäquator. In ihnen schienen helle Wirbel zu rotieren, die sich nur langsam veränderten. Die Oberfläche selbst, pockennarbig und scheinbar zäh wirkend, war völlig normal. Nichts war außergewöhnlich oder beunruhigend. Hackett beugte sich weiter vor, um die Protuberanz besser beobachten zu können, die langsam aber deutlich sichtbar in den Raum hinausstrebte.

Sie hatte nicht die allgemein übliche Form, sondern wirkte eher wie eine leuchtende Wolke glühender Gase. Sie mochte mehr als hunderttausend Kilometer lang und fast dreißigtausend Kilometer breit sein. Als sie den Höhepunkt ihrer Ausbreitung erreicht hatte, stieg sie weiter. Hacketts Augen verengten sich. Die Wolke hätte jetzt in die Sonne zurückfallen müssen. Aber das tat sie nicht. Sie stieg weiter.

Hackett fand dafür keine Erklärung. Das Gravitationsfeld der Sonne war sehr groß. Außerdem besaß sie ein beachtliches Magnetfeld. Keine Protuberanz würde diesen Feldern entfliehen können. Und doch geschah gerade das!

Hackett blieb unbewegt sitzen. Die Wolke schien keine Anziehungskraft zu kennen. Sie verhielt sich entgegen allen Naturgesetzen, als sie weiter stieg. Zwar verringerte sich ihre Leuchtkraft, aber sie war immer noch deutlich zu erkennen. Ihre Geschwindigkeit musste mehrere Tausend Kilometer in der Sekunde betragen, aber auf keinen Fall Lichtgeschwindigkeit wie der sogenannte Sonnenwind. Sie änderte sogar die Richtung und entfernte sich weiter von der Sonne. Aber sie tat es so gemächlich, dass sie die Flugbahn der STARFIRE kreuzen musste. Hackett begann daran zu zweifeln, dass es Zufall war.

Ein ungeheuerlicher Gedanke kam ihm, aber er verwarf ihn sofort wieder. Die Leuchtwolke hatte sich weiter vergrößert. Sie war zwar etwas dünner geworden, aber immer noch deutlich zu sehen. Hackett vermutete, dass sie von innen heraus und selbstständig leuchtete und somit nicht vom Licht der Sonne abhängig war. Das war keine Protuberanz. Aber was war es dann?

Mittlerweile betrug die Entfernung nur noch zehn Millionen Kilometer. Zielsicher strebte sie auf den Kollisionspunkt zu. Plötzlich kam Hackett der Gedanke, es könne sich um einen Angriff handeln. Es war mit Sicherheit kein Zufall, dass sich die Wolke so zielstrebig bewegte. Aber das blieb noch abzuwarten. In genau zehn Minuten würde sie den Kurs der STARFIRE kreuzen und dann weiterfliegen. Oder etwa nicht?

So ungewöhnlich es klingen mochte, aber es bestand durchaus die Möglichkeit, dass die Wolke lebte. Sie war intelligent. Sie lebte nicht nur, sondern sie dachte auch. Das ging eindeutig aus ihrer Handlungsweise hervor. Hackett ging zum internen Kommunikationsgerät und stellte eine Verbindung zur Medizinischen Abteilung her. Auf dem Monitor erschien das Gesicht des Bordarztes. Als Hackett ihm erzählte, was er beobachtet hatte, vergaß er sogar, das Kommunikationsgerät auszuschalten und erschien kurze Zeit später in der Kommandozentrale.

Die Wolke war inzwischen größer geworden. Sie näherte sich unablässig dem Kurs der STARFIRE. Im nächsten Moment verringerte sie die Geschwindigkeit und schwenkte herum. Dabei wurde sie etwas kleiner. Aber das war eine optische Täuschung. Die Spitze zeigte genau auf die STARFIRE, die ihr entgegenflog.

" Sie haben recht", sagte Doktor Mortimer. "Es handelt sich um lebende Materie, oder besser: lebende Energie. Ich vermute sogar, dass dieses Leben intelligent ist. Es denkt und handelt und benimmt sich so, als wolle es Kontakt mit uns aufnehmen."

" Eine Intelligenz, die keinen materiellen Körper besitzt?", fragte Hackett.

" Natürlich. Warum denn nicht? In den Datenbanken von Axarabor finden sich hunderte von Berichten über solche Begegnungen. Aber soweit ich weiß, gab es noch nie Kontakt zu lebendiger und intelligenter Energie. Doch das wird sich vermutlich gleich ändern."

" Und was schlagen Sie vor?", wollte Hackett wissen.

" Sie sollten den Kurs ändern und so schnell wie möglich von hier verschwinden", antwortete Mortimer. "Allerdings würde ich das sehr bedauern."

" Halten Sie diese Wolke für gefährlich?"

Mortimer zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Die STARFIRE verfügt über einen starken Schutzschirm, der jede Form von Energie abhält. Er lässt nichts durch. Auch diese Wolke nicht."

Hackett blickte wieder auf den Panoramabildschirm. Seine Unruhe wuchs. Die Wolke schloss das Schiff ein. Die schwächeren Sterne verblassten, nur die größeren schimmerten durch das Leuchten hindurch. Hackett wandte sich an den Kommunikationsoffizier und ließ die STARFIRE in Alarmzustand versetzen.

" Ich glaube, das ist unnötig", meinte Mortimer. "Warum sollte die Wolke gefährlich sein? Ich glaube nicht, dass sie uns angreifen wird."

" Sie benimmt sich aber dementsprechend", erwiderte Hackett. "Sie hat nicht nur die Richtung geändert, sondern ihre Geschwindigkeit auch der unseren angepasst. Sie hat das Schiff vollkommen eingeschlossen. Haben Sie dafür eine Erklärung?"

Mortimer schüttelte den Kopf. "Von der Medizin her gesehen, handelt es sich um ein unerklärliches Phänomen."

" Keine besonders originelle Erklärung", sagte...

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