Winston - Nichts ist unmöglich

Pferdebuchserie in drei Bänden
 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. November 2019
  • |
  • 244 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-0250-2 (ISBN)
 
Juna begreift immer mehr, dass es die Sicherheit, nach der sie sich sehnt, im Leben nicht geben kann. Alles kann in jedem Augenblick anders sein, als erwartet. Sie versteht, dass die Welt der Pferde auch andere Seiten hat und nicht jeder Mensch die Tiere so sehr liebt, wie sie. Wird sie das Schlimmste verhindern können? Steht ein Abschied bevor? Wird Winston überleben?

Antonia Katharina Tessnow, ehemals Berufsreiterin und Ausbilderin, führt heute eine kleine Hundezucht der Schoßhunderasse Bolonka Zwetna und hat ihr Leben vollends den Tieren verschrieben, die sie über alles liebt. Winston, ihr letztes langjähriges Berittpferd in der Landesreitschule am Berliner Olympiastadion, sein einmaliger Charakter und seine leidvolle Geschichte, spiegeln sich in der Winston-Trilogie wider.

'Winston lehrte mich mehr über Menschlichkeit, Charakterstärke und Unduldsamkeit gegenüber Lieblosigkeiten aller Art, als jedes andere Wesen, dem ich je begegnet bin. Möge er in diesen, nach ihm benannten Büchern weiterleben, und möge die Botschaft seines Lebens nie verhallen.'
Antonia Katharina Tessnow

Webseite der Autorin:
www.antonia-katharina.de

Webseite der Bolonka Zwetna Hundezucht:
www.bolonka-zucht.de
1. Auflage
  • Deutsch
  • 1,32 MB
978-3-7407-0250-2 (9783740702502)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Antonia Katharina Tessnow begann mit 8 Jahren zu reiten und wurde früh gefördert. Mit 13 Jahren übernahm sie ihre ersten Berittpferde und mit 15 zeitweilig den Großpferdeunterricht an einem renommierten Reitstall in Berlin, ihrer Geburtsstadt. Nach einem einjährigen USA-Aufenthalt arbeitete sie mehrere Jahre in einem Privatstall außerhalb Berlins. Mit 22 wechselte sie in einen Sportstall nach Schleswig-Holstein, in dem sie sich auf die Dressur spezialisierte und Pferde aller Klassen trainierte und ausbildete.
Nach einer anschließenden 6-jährigen Tätigkeit im Berliner Olympiastadion als Landesverbandstrainerin des Modernen Fünfkampfes in der Disziplin Springreiten, verließ sie den Sport und widmete sich ihrer künstlerischen, heil-therapeutischen und schriftstellerischen Arbeit.
Sämtliche Trainerscheine erwarb sie am Brandenburgischen Haupt- und Landesgestüt Neustadt an der Dosse. An dem Aufbau dieses Gestütes orientiert sich der Ort, an dem der Hauptteil der Winston Trilogie stattfindet.
Winston war Antonias erstes Berittpferd an der Landesreitschule Berlin. Der Charakter und der Lebenslauf von Winston im Buch wurde von diesem wunderbaren Tier inspiriert.
Heute lebt sie in einem kleinen Dorf am Rande der Mecklenburgischen Schweiz, schreibt Bücher, musiziert und führt eine Hundezucht der russischen Zarenhunderasse Bolonka Zwetna aus dem Alten Jagdhaus.

Webseite der Autorin:
www.antonia-katharina.de

Webseite der Bolonka Zwetna Hundezucht:
www.bolonka-zucht.de

6


Wenn es einen nettesten Menschen der Welt gibt, dann ist es mit Sicherheit Hanna. Als ich abgehetzt im Stutenstall ankomme, ins Haus rase, meine Sachen auf mein Bett schmeiße und mich so schnell wie möglich umziehe, weil ich bei den Barnstedts nicht in Stallklamotten am Tisch sitzen soll, sehe ich im Vorbeifliegen eine Tasse Tee in der Küche stehen.

"'Ne halbe Stunde hast Du noch", ruft Hanna mir hinterher.

Im Nu bin ich umgezogen und sitze mit ihr am Tisch. Ein paar Kekse hat sie auch hin gestellt. Sie weiß, dass ich meist furchtbar ausgehungert bin, wenn ich Montag Abend rein komme, und es im großen Haus gar nicht gern gesehen ist, dass ich mir das Essen schaufelweise in den Mund schiebe.

Wir reden nicht. Schnell den Tee inhaliert, ein paar Stärkungskekse gegessen, raus, runter, aufs Rad, auf die große Allee und so schnell es geht durch den weichen Sand zum Haupthaus, Rad hingestellt, zum Hintereingang rein, durch Friedas Küche gerannt, die Treppe hoch ins Erdgeschoss und schon stehe ich vor der großen Tür zum Salon.

Ich erinnere mich noch gut, wie wir, die Heimkinder, zum allerersten Mal hier waren und in diesem Salon eine große Tafel mit Kaffee und Kuchen angerichtet war.

Sophie zog alle Aufmerksamkeit auf sich, weil sie so süß war. Heute, zweieinhalb Jahre später, zieht sie alle Aufmerksamkeit auf sich, weil sie immer bockiger wird.

Wenn einem alle Menschen jahrelang täglich sagen, wie süß und goldig man ist, trägt das nicht gerade zu einer gesunden Charakterentwicklung bei, oder zur Zurückhaltung oder zu Bescheidenheit. Katrin und Maria wissen manchmal schon gar nicht mehr, wie sie mit ihr umgehen sollen. Das haben sie jetzt davon.

Auch Michael fand sie toll und wollte sie adoptieren, nicht mich. Ich habe das zufällig mitbekommen; Worte, die nicht für meine Ohren bestimmt waren. Doch er weiß, dass ich sie gehört habe und bis heute liegt ein kühler Vorhang zwischen uns; eine Anspannung, ein gewisses Misstrauen, das nicht so recht weichen will.

"Sollen wir es ihr sagen?", Sylvias Stimme dringt im Flüsterton durch den Türspalt.

"Nein, wenn es dazu kommt, wird sie es früh genug erfahren."

Ich klopfe an. Ich will nicht, dass sie denken, ich würde sie belauschen. Dann gehe ich rein.

Der Tisch ist gedeckt, nicht prunkvoll, sondern ganz normal.

"Das gibt's doch nicht!", entfährt es mir.

Ein lautes Bellen, acht aufspringende Beine und zwei wedelnde Ruten kommen auf mich zugehastet. Die Bernhardiner!

Ich gehe unvermittelt auf die Knie und umarme sie. Sie schlecken mir mein Gesicht ab und sind außer sich vor Aufregung.

"Wo hattest Du die denn die ganze Zeit versteckt?" Ich gucke kurz zu Michael hoch. "Die habe ich ja seit unserem ersten Treffen nicht mehr gesehen!"

"Sie gehören meinen Eltern. Sie waren damals gerade hier und haben sie wieder mit nach Bayern genommen.

Jetzt sind sie wieder da."

"Hier?", ich stehe auf.

"Ja, hier. Doch sie sind von der langen Fahrt so erschöpft, dass sie heute nicht mit uns zu Abend essen. Sie sind oben in ihrem Zimmer."

Die Bernhardiner weichen nicht von meiner Seite.

"Was gibt's Neues?", fragt Sylvia.

Ich setze mich auf meinen Platz. Sie beginnt aufzutun.

Ich zucke mit den Schultern:

"Nichts. Erster Schultag. Was soll es da schon geben.

Dominik ist immer noch genauso blöd, wie vor den Ferien."

Sylvia grinst leicht.

"Du weißt aber, dass Du mit ihm klarzukommen hast?

Wir haben darüber gesprochen, nicht?" Michael.

Ich nicke stumm:

"Hm-hm", ich stochere in meinen Kartoffeln herum.

"Weil er der Sohn vom Hauptkommissar ist, oder warum?"

"Weil sein Vater zu unseren besten Kunden zählt und es wichtig ist, seine Kontakte zu pflegen und zu erhalten.

Wir waren selbst zusammen auf der Schule, damals, in München."

"Das hast Du schon mindestens eine Million Mal erzählt.

Aber ist das eine Entschuldigung dafür, ständig die Stimmung zu vergiften und alle anderen niederzumachen?"

Michael guckt mich entsetzt an.

"Dominik meine ich, nicht Dich. Der macht jeden nieder."

"Wie kommt denn Sonja mit ihm klar?", fragt Sylvia.

Wieder zucke ich mit den Schultern:

"Die macht alles mit sich selbst aus und frisst das in sich hinein, glaub ich. Außerdem hackt er auch nicht so doll auf ihr rum wie auf mir. Der hasst mich, nur, weil ihr ..", die letzten Worte bleiben mir im Hals stecken. Nein, meine Eltern sind sie nicht. Sie sind nett, sie kümmern sich um mich, das muss ich mittlerweile wirklich sagen, sie lassen mich hier wohnen und ich habe ein wunderbares Leben auf diesem Gestüt. Die Pferde sind und waren meine Rettung, das Beste, das mir in meinem Leben passiert ist. Dank ihnen. Doch meine Eltern sind sie deswegen noch lange nicht. Das werden sie nie sein.

" ... weil wir Deine Pflegeeltern sind", vervollständigt Sylvia den Satz.

Ich zögere einen Moment:

"Ja, genau deswegen."

Kurzes Schweigen.

"Ich kann das doch nicht einfach so auf mir sitzen lassen.

Der trampelt permanent auf mir rum und Ihr sagt mir, ich soll ihn gewähren lassen? Dann wird das nur noch schlimmer werden. Ihr werdet sehen."

"Was willst Du denn machen? Ihm eine reinhauen?",

Michael sieht mich erwartungsvoll an.

"Am liebsten."

Er lächelt.

"Sei besser als er", sagt Sylvia mit beruhigender Stimme.

"Werde gut und reite besser, als er jemals reiten können wird. Und kümmere Dich nicht um sein Geschwätz."

"Versuch es jedenfalls", fügt Michael hinzu. "Wie läuft's denn mit Winston? Ihr habt ihn angeritten, hat Sylvia erzählt?"

"Winston lief super. Ohne Probleme." Ich will, dass er stolz auf mich ist und sieht, dass ich gut bin. Je besser ich werde, umso geringer ist die Chance, jemals wieder hier weg zu müssen.

"Vielleicht ist Dominik ja auch einfach nur neidisch, hast Du darüber mal nachgedacht?", stellt Sylvia vielsagend in den Raum.

"Nein. Warum? Der hat's doch gut. Die haben viel Geld, oder nicht? Drei Pferde einzustellen und bereiten zu lassen ist ja schließlich nicht umsonst."

"Klar, aber Geld ist ja nicht alles." Es liegt eine Selbstverständlichkeit in Michaels Stimme, dass mir prompt die Gabel aus der Hand fällt.

"Verschluck' Dich nicht", Sylvia klopft mir auf den Rücken.

Michael beobachtet mich:

"So unglaublich diese Worte aus meinem Mund auch klingen mögen, doch Geld ist nicht alles. Der hat es nicht einfach, glaube mir."

"Warum? Was ist denn mit dem? Ein gutes Zuhause und viel Geld zu haben finde ich nicht gerade ein besonders schweres Schicksal. Also warum sollte der eifersüchtig sein?"

"Vielleicht, weil Du jetzt schon besser reitest als er?" Ein Lächeln zieht sich über Michaels Gesicht, das ich noch nicht kenne. Eine Mischung aus Überlegenheit und Anerkennung.

Sylvia wendet sich zu mir:

"Dominiks Mutter ist früh gestorben, genau wie Deine, wusstest Du das?"

Mein Teller ist zum Glück leer. Ich lege mein Besteck nieder:

"Nein."

"Es war ein Autounfall", erklärt Michael. "Herr Weißenberg ist gefahren. Sein Sohn und er haben überlebt, die Mutter starb noch an der Unfallstelle. Kurz danach wurde sein Vater gegen seinen Willen von München in die Uckermark versetzt. Ich glaube, das einsame Leben dieser beiden Männer ist zeitweilig ziemlich trostlos."

"Ich glaube, weder Vater noch Sohn haben diesen Vorfall je verwunden", spricht Sylvia weiter. "Herr Weißenberg hat sich an die Freundschaft mit meinem Mann geklammert und ist auf diesem Wege zu den Pferden und der Sohn sogar zum Reiten gekommen. Vielleicht ist das Verbreiten schlechter Stimmung Dominiks Art, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und mit seinem Schicksal klar zu kommen?" Sie reicht ein paar Schälchen für den Nachtisch herum. Schokoladenpudding. Der geht natürlich noch rein.

"Ich weiß, dass er sich ungerecht behandelt fühlt. Nicht von uns oder von Dir, sondern von seinem Leben und seinem Schicksal. Das hat uns Herr Weißenberg erzählt.

Dominik war deswegen sogar schon mal in Therapie."

"Dominik in Therapie?", ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Sylvia macht auf der Stelle eine beschwichtigende Geste und Michael raunt in strengem Ton:

"Verwende Dein Wissen nicht gegen ihn, hörst Du?", über den Tisch.

"Klar, kein Thema. Habe ich mit Sicherheit nicht vor."

"Wir trauen Dir, von allen Kindern in der Schule, am ehesten zu, damit umzugehen."

Wow, solche Worte von Michael! Was für ein Abend!

Mein Kopf dreht sich. Als ich ihn angucke, glaube ich für ein paar Augenblicke, die anfängliche Wärme in seinen...

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