Planetenroman 91 + 92: Traumschiff der Sterne / Im Nichts gestrandet

Zwei abgeschlossene Romane aus dem Perry Rhodan Universum
 
 
Perry Rhodan digital (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Dezember 2017
  • |
  • 308 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8453-4986-2 (ISBN)
 
Nicht immer dient die Raumfahrt der Erforschung oder der Verteidigung gegen Angreifer. Häufig wird sie auch einfach von Touristen genutzt. Von den Erlebnissen der Passagiere an Bord eines solchen Schiffes, der EMPRESS OF THE OUTER SPACE, handelt dieser Band. Lhoreda Machecoul ist Kriminalistin. Als sie in letzter Minute das Attentat eines Psychopathen verhindern kann, erhält sie eine besondere Belohnung: Die Terranerin darf an einer Kreuzfahrt durch die Milchstraße teilnehmen. Sie ahnt jedoch nicht, dass ein Mörder an Bord ist ... Später wird das 'Traumschiff der Sterne' von einer kosmischen Katastrophe erfasst. Die Menschen an Bord sind auf sich selbst gestellt, die Technik versagt, Hilfe ist nicht in Sicht. Kälte, Dunkelheit und Panik breiten sich aus - und ein mörderischer Kampf ums Überleben beginnt ...
  • Deutsch
  • 0,92 MB
978-3-8453-4986-2 (9783845349862)

1.


 

»Ich weiß, dass er etwas plant!«, stieß die junge Frau hervor; ihre Miene hatte sich verfinstert. »Seit vier Monaten verfolge ich seine Spur, und wenn es jemals einen hochverdächtigen Mann gegeben hat, dann ist er es.«

Sie warf einen raschen Blick auf den Monitor. Auf dem Bildschirm war das Porträt eines Mannes zu sehen. Er wirkte unauffällig - ein breites, durchschnittliches Gesicht, umrahmt von einem mattblonden Bart, braune Augen, eine kleine Nase, beginnende Stirnglatze. Es gab auf der Erde wahrscheinlich einige zehntausend Männer seines Schlages und seines Aussehens, und auf den von Terranern besiedelten Planeten der Galaxis ließ sich wahrscheinlich eine runde Million ähnlich unauffälliger, durchschnittlicher Männer auftreiben.

»Ich weiß, er sieht überhaupt nicht so aus, wie man sich einen Attentäter vorstellt«, fuhr die Kriminalistin fort und deutete auf den Bildschirm. »Jedenfalls nicht nach den landläufigen Klischees. Trotzdem, ich bin mir sicher ...«

Sie ließ die Hand sinken, ihre Stimme wurde leiser. Sie zuckte mit den Schultern und blickte wieder hinüber zu Franiton Hashemy, ihrem Vorgesetzten.

»Du glaubst mir nicht, habe ich recht?«

Hashemy wiegte nachdenklich den Kopf.

»Es ist keine Frage des Glaubens«, antwortete er bedächtig. »Mehr eine Angelegenheit von Beweisen. Gerichtskräftigen Beweisen. Hast du die?«

Die junge Frau senkte den Kopf.

Auf einem der anderen Monitore war zu sehen, dass die Vorbereitungen für die Einweihung fortgesetzt wurden. Die weiten Prallfeldtribünen begannen sich mit Zuschauern zu füllen. Die meisten der Besucher waren festlich und dunkel gekleidet, eine weihevolle Stimmung lag über der Szene, passend für die Eröffnung einer Nekropole, einer Totenstadt.

»Ich kenne deinen Instinkt, Lhoreda«, nahm Hashemy das Gespräch wieder auf. »Und ich bin sicher, dass du dich nicht irrst.«

»Und du lässt ihn trotzdem wieder laufen?«

Hashemy zuckte mit den schmalen Schultern.

»Ich muss«, sagte er und stand auf. »Er ist ein Bürger unseres Staates, bisher unbescholten, und er hat seine Rechte. Und dies ist einer der unvermeidlichen Nachteile unseres Berufes: Als Gesetzeshüter sind wir dazu verpflichtet, die Spielregeln unbedingt und in jedem Fall einzuhalten.«

Dem hatte Lhoreda Machecoul nichts entgegenzusetzen außer einer trotzigen Miene. Sie wusste, dass ihr Vorgesetzter Recht hatte. Es gab keine Beweise, nichts, was man einem Haftrichter hätte vorlegen können. Es gab nur Lhoredas Verdacht.

Hashemy blickte auf den Verdächtigen; seine Miene hatte sich ebenfalls verdüstert.

Nach dreißig Berufsjahren bekam man unweigerlich ein Gespür für Menschen, das mitunter fast telepathische Züge annehmen konnte. Nach einer so langen Zeit wusste man, wie sich Verdächtige im Gewahrsam aufzuführen pflegten. Wie sich Unschuldige benahmen, die in das Räderwerk des Gesetzes geraten waren, welche Manieren versierte Straftäter vorzeigten, je nachdem, ob sie zu Recht oder zu Unrecht festgenommen worden waren. Es gab leise und stille Typen, es gab Krakeeler, es gab völlig verängstigte Gestalten und abgebrühte Profis.

Dieser Mann hieß, wie seine Identitätsdokumente auswiesen, Daryl Parthenay; von Beruf war er Bioniker, seine Leistungen in diesem Beruf waren eher mittelmäßig. In den Akten der Polizei war er nicht in Erscheinung getreten, jedenfalls nicht in jener vergleichsweise kurz zurückliegenden Frist, deren Daten den Ermittlern zur Verfügung standen. Für den Zugriff auf seinen gesamten Datenbestand fehlte die Berechtigung in Form eines richterlichen Befehls.

Daryl Parthenay hatte es sich in einem Pneumosessel bequem gemacht, die Beine übereinandergeschlagen. Er zeigte jenen selbstzufriedenen Ausdruck, den die beiden Kriminalisten nur zu gut kannten: »Ich weiß es«, besagte diese spöttische Miene, »ihr wisst es, und ihr wisst, dass ich es auch weiß. Aber ihr könnt mir nichts beweisen. Ätsch!«

»Ich werde ihn freilassen«, sagte Hashemy missmutig. »Ich habe keine andere Wahl.«

»Und was soll ich tun? Einfach zusehen?«

»Die Augen offen halten«, antwortete ihr Vorgesetzter. »Mehr kann man nicht tun.«

Lhoreda blickte auf den großen Monitor. Auf dem Bildschirm daneben, der abgeschaltet war, konnte sie ihr Spiegelbild bewundern: ein schmales, energisches Frauengesicht, umrahmt von eisgrauen Haaren in einer Windstoßfrisur. Die Haare sahen aus, als sei Lhoreda morgens nur kurz mit den Fingern durchgefahren, und das stimmte auch. Eitelkeit in diesen Dingen war ihr fremd.

Das leichte Glitzern an der rechten Seite ihres Kopfes stammte von einem golfballgroßen Ohrschmuck, der im Rhythmus ihres Herzschlages pulsierte. Die Farbe dieses Anhängers war auf dem Abbild ebenso wenig zu erkennen wie die ihrer Augen - was im Übrigen ohnehin schwer genug zu erkennen war. Die meisten Beobachter einigten sich auf grün mit bernsteinfarbenen Punkten, andere wiederum nannten Lhoredas Augen schlichtweg gelb, was einen frischgebackenen Mediziner einmal zu der Vermutung veranlasst hatte, Lhoreda leide an einer sehr gefährlichen Krankheit, der Haemochromatose, auch Eisenspeicherkrankheit genannt. In Wirklichkeit handelte es sich bei den gelblichen Pigmenten in ihrer Iris um ein Erbteil ihrer Mutter, die von dem Planeten Rhordon im Garanorsystem stammte.

Auf den anderen Bildschirmen war das Geschehen auf dem großen Platz vor dem Tor der Nekropole zu sehen.

Die Tribünen begannen sich langsam zu füllen. Der Beginn der Einweihungsfeier stand kurz bevor. Und ein führendes Mitglied der Kosmischen Hanse würde die Eröffnungsrede halten.

Ursprünglich war geplant gewesen, einen ranghöheren Repräsentanten der Hanse einzuladen, eine jener großen Gestalten, welche die Geschichte dieser Organisation und die Geschicke der Menschheit so oft und so nachhaltig beeinflusst hatten. Aber dann waren den Veranstaltern doch Bedenken gekommen.

Zur Eröffnung einer Totenstadt ausgerechnet einen Zellaktivatorträger einzuladen und sprechen zu lassen, wäre wohl ziemlich absurd gewesen. Was wusste solch eine Person schon vom Sterben und vom Tod? Also hatte man entschieden, jemanden diese Ehre anzutragen, der Chancen hatte, eines nicht zu fernen Tages ebenfalls in der Nekropole bestattet zu werden.

Lhoreda Machecoul stand auf und verließ den Raum. Sie empfand dieses Gespräch als Niederlage, und sie hasste Niederlagen. Vor allem dann, wenn sie absolut sicher war, im Recht zu sein.

Sie verließ die Polizeistation und spazierte langsam hinüber zu den Tribünen.

In einem weiten Dreiviertelkreis umspannten die Sitzreihen den Eingang der Nekropole, deren goldglänzende Einfassung im Licht der Nachmittagssonne schimmerte.

Im Laufe der Jahrtausende hatten sich die Bestattungsriten der Terraner öfters geändert. Ziemlich aus der Mode gekommen war zu dieser Zeit das Verfahren, die Toten bei Temperaturen nahe des absoluten Nullpunkts einzufrieren, in der Hoffnung, dass eines fernen Tages vielleicht ein Mittel gefunden werden konnte, den Verstorbenen wiederbeleben und heilen zu können. Die Erfahrung hatte gezeigt: War erst einmal der Tod eingetreten, gab es nichts mehr zu retten und zu heilen.

Eine Zeitlang war es üblich gewesen, die Toten im Weltraum beizusetzen; dieses Verfahren war aus der Mode gekommen, seit einige im All driftende Leichen mit Raumschiffen kollidiert waren. Sehr verbreitet war im Jahr 1199 NGZ, das in wenigen Wochen enden würde, die Sitte der Einäscherung und anonymen Bestattung.

Aber es gab bei einigen Milliarden Erdbewohnern auch immer genug Menschen, die nach ihrem Tode aufwendig und prunkvoll, vor allem aber in einer Form bestattet werden wollten, die ihrem Leben ein dauerhaftes Monument setzte.

Dazu sollte die neue große Nekropole dienen.

Die Totenstadt war in einen Ausläufer des Pamir-Gebirges gegraben worden, kilometertief hinein in den massiven Fels. Es gab einen Hauptstollen von drei Kilometern Länge, von dem ein System von Quer- und Nebengängen ausging, das wiederum in einigen tausend kleineren und größeren Kammern endete. Diese Grüfte konnten, wenn man die erforderlichen Galax besaß, für einige Jahrhunderte angemietet werden.

Lhoreda besaß weder das Geld noch das Verlangen, sich später einmal in diesem Grabgewölbe beisetzen zu lassen. Der Aufwand erschien ihr übertrieben, außerdem besaß sie keine lebenden Verwandten, die an ihrem Grab hätten trauen können.

Die Sicherheitsposten ließen die junge Frau passieren; sie kannten sie bereits von früheren Kontrollgängen.

Hinter der Einfassung aus zolldickem, massivem Gold begann der Hauptstollen. Boden und Gewölbe waren mit einer Schicht aus edlem Marmor überzogen worden - jedenfalls sah das Material aus wie Marmor. Lhoreda wusste es besser: In Wirklichkeit handelte es sich um eine raffiniert hergestellte Mischung aus Calciumsulfat - also simplem Gips - der mit speziellen Kunststoffen verwitterungsfest gehärtet und auf Hochglanz poliert worden war.

Ein sanftes, perlmuttartiges Licht erhellte den Stollen, an den Wänden waren Halterungen und Leuchter zu sehen, deren leicht flackerndes Gaslicht zwar nichts zur Beleuchtung, dafür aber sehr viel zur feierlich-getragenen Atmosphäre beitrug.

In diesem für einen Laien kaum durchschaubaren Gewirr von Gängen und Kammern hatte Lhoreda den Mann namens Daryl Parthenay mehrfach angetroffen, und er hatte dort nichts zu suchen gehabt.

Wahrscheinlich hatte er dort auch nichts zu tun gehabt: Es gehörte einfach zum Spiel, ebenso wie die kurze Notiz an die Sicherheitsbehörden, es sei ein Anschlag auf den Repräsentanten der Kosmischen Hanse geplant.

Lhoreda kannte diesen...

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