Wahrheit

Roman
 
 
C. Bertelsmann Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Mai 2011
  • |
  • 496 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06681-9 (ISBN)
 
Ein großer Spannungsroman über die trostlose Moral einer Gesellschaft, in der Mord zum Tagesgeschäft gehört

Es ist die Zeit der großen Waldbrände, die alles zu vernichten scheinen und auch die Stadt Melbourne bedrohen. In einem neu erbauten Luxuskomplex wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Stephen Villani, der die Ermittlungen leitet, wird von der Politik an der Aufklärung gehindert. Aber es beschäftigt ihn nicht nur die Frage, warum der Mord vertuscht werden soll. Die Ermordete sieht aus wie seine jüngste Tochter, die spurlos verschwunden ist. Und diese familiäre Situation zermürbt ihn mehr als der frustrierende Polizeialltag. »Wahrheit« ist ein überaus eindringlicher Roman über einen Mann, eine Familie, eine Stadt und einen fernen Kontinent. Es geht um Gewalt, Mord, Liebe, Korruption, Ehre und Betrug. Und es geht um Wahrheit. Peter Temples neuer Roman wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Victorian Premier's Award und dem Miles Franklin Award - als bester australischer Roman.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
C. Bertelsmann
  • 0,56 MB
978-3-641-06681-9 (9783641066819)
3641066816 (3641066816)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"(S. 5-6)

Sie fuhren über die West Gate Bridge, hinter ihnen lag eine Wohnung in Altona, eine tote Frau, eigentlich noch ein Teenager, schmutzige, rot gefärbte Haare, ausgebleichte Tätowierungen, Stichverletzungen in Bauch, Brustkorb, Rücken, Gesicht, zu viele, um sie zu zählen. Dem Kind, männlich, zwei oder drei Jahre alt, hatte man den Kopf eingetreten. Überall war Blut. Auf dem Nylonteppich in Pfützen, eine Kette klebriger schwarzer Pfützen. Villani betrachtete die Hochhäuser der City, zitternd, unbeständig in dem schwefligen Dunst. Er hätte nicht kommen sollen. Es war überflüssig. »Diese Klimaanlage ist im Arsch«, sagte er. »Die zweite diese Woche.« »Immer wenn ich hier rüberfahre, muss ich dran denken«, sagte Birkerts.

»An was?« »Mein Opa. War auf der Brücke.« An einem Frühlingsmorgen im Jahr 1970 ragte es in den Himmel, das halb fertige Stahlgerippe der Brücke, auf dem es von Männern wimmelte, ledigen Männern, Männern mit Frauen, Männern mit Frauen und Kindern, Männern mit Kindern, die sie nicht kannten, Männern, die nichts hatten außer der Arbeit und einem schlimmen, schlimmen Kater, und dann stürzte das Brückenteil zwischen den Trägern 10 und 11 ein. Einhundertundzwölf Meter, neu errichtet aus Stahl und Beton, zweitausend Tonnen schwer. Männer und Maschinen, Werkzeuge, Lunchboxen, Toiletten, ganze Schuppen – sogar, wie jemand behauptete, ein schwarzes bellendes Hündchen –, alle fielen durch die Luft. In wenigen Momenten waren fünfunddreißig Männer tot oder lagen im Sterben, die Körper zerschmettert, eingesunken in den übel riechenden, grauen, verkrusteten Schlamm am Ufer des Yarra-Flusses.

Überall war Diesel. Ein Feuer brach aus, und langsam stieg eine schmutzige Rauchfahne auf und markierte den Ort der Katastrophe. »Tot?«, fragte Villani. »Nein, er war gerade scheißen, ist mit dem Plumpsklo bis ganz nach unten gerutscht.« »Sein Talent, durch die Scheiße zu rutschen, hat er jedenfalls weitervererbt«, stellte Villani fest und dachte an Singleton, der auch nicht die Hände von der Arbeit lassen, nicht im Büro bleiben konnte. Was man beim Leiter des Morddezernats nicht bewunderte. Sie fuhren gerade von der Brücke ab, als Birkerts’ Handy klingelte; er hatte es auf Lautsprecher gestellt.

Finucanes tiefe Stimme: »Chef. Chef, wegen Altona, wir sind jetzt im Haus von dem Bruder des Ehemanns in Maidstone. Er ist hier, der Göttergatte, in der Garage. Schlauch. Na ja, kein Gartenschlauch, so ’n schwarzes Plastikdings, ’ne Art Schwimmbeckenschlauch, verstehen Sie?« »Ausgezeichnete Arbeit«, sagte Birkerts. »Er hätte inzwischen in Alice Springs sein können. Oder in Tennant Creek.« Finucane hustete. »Tja, also, vielleicht kann die Spurensicherung herkommen, Chef. Und der Wagen.«

»Regeln Sie das, Fin. Könnte auf Pizza hinauslaufen.« »Ich sag meiner Frau, sie soll mit den Steaks warten.« Birkerts beendete das Telefonat. »Die Altona-Sache in einer Stunde abgeschlossen«, sagte er. »Das ist ziemlich gut für die Aufklärungsrate.« Villani hatte Singo im Ohr: Scheiß auf die Aufklärungsrate. Wichtig ist, dass man anständige Arbeit leistet. Joe Cashin hatte geglaubt, anständige Arbeit zu leisten, und man brauchte den Spreizer, um das unter dem eingestürzten Haus begrabene Auto zu öffnen. Diab war tot, Cashin atmete zwar, aber es war hoffnungslos, zu großer Blutverlust, zu viel gebrochen und gerissen. Singleton verließ das Krankenhaus nur, um in seinem Wagen zu sitzen, dem alten Falcon."

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