Niemandskatzen

Wahre Katzenschutzgeschichten
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2019
  • |
  • 488 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-7242-6 (ISBN)
 
Niemandskatzen...
Überall sind sie, auch wenn man sie nicht sieht: zurückgelassene, ausgesetzte, verwilderte Katzen oder Hofkatzen ohne Versorgung. Meist scheu fristen sie ein kurzes hartes Leben im Schatten - nicht wahrgenommen, ungewollt, verjagt.
Diese Katzen haben Miriam ungeplant zum Tierschutz gebracht und von ihnen wird hier berichtet. Es sind spannende, traurige und schöne Geschichten, Geschichten die jeden Tierfreund fesseln und nebenbei das Wesen der Katzen als solche und der Streuner im Besonderen näherbringt.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 1,94 MB
978-3-7504-7242-6 (9783750472426)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Miriam ist 1971 in Berlin geboren und lebt mit ihrer Familie seit 2007 in einem Dorf im Berliner Umland. Seit 2009 betreibt sie in ihrem Haus eine Pflegestelle für scheue Katzen und ist unter dem Pseudonym Taskali für ihre Tierschutzarbeit bekannt.

Wilde Jasmin

Gedanken werden real, wenn man den Mut hat sie laut zu denken

Nachdem Linciko so ungeplant vorzeitig aus dem Holzhaus entkommen war, stand ich im Hauswirtschaftsraum und begann etwas planlos, alles von ihm darin wegzuräumen und den Raum zu säubern. Mein Kerl sah mir dabei zu: "Du, ich bin mal kurz weg. Ich freu mich nachher darauf, wieder eine leergeräumte Treppenecke vorzufinden..."

Ich hielt beim Putzen inne und schluckte die Tränen herunter.

Da stand ich nun in diesem leeren Raum. Die Leere war fühlbar - nicht nur durch das Fehlen der Gegenstände, sondern auch durch das Fehlen der Seele in ihm. All die Mühe, um den Raum katzengerecht zu machen - die Gegenstände, die ich nun wieder hineinräumen sollte, interessierten sich nicht dafür.

Ich schmiss den Putzlappen in die Ecke und setzte mich in den Garten. Linciko war weg - daran konnte ich nichts ändern. Ich hatte ihm vielleicht nicht wirklich helfen können, aber war all die Anstrengung deshalb sinnlos gewesen?

Es kam mir so falsch vor ...

Am PC surfte ich durch die mir mittlerweile vertrauten Foren. Aus ihnen hatte ich mir einige Informationen zu FIV und dergleichen geholt. Mein Blick blieb an einem Thema hängen - ein Hilferuf aus meiner Gegend. Man hatte ausgesetzte Katzenbabys in einem Karton gefunden und suchte nun händeringend nach Leuten, die bereit waren, die Kleinen aufzunehmen und in ein gutes Zuhause zu vermitteln.

Es kam mir nicht nur falsch vor ....

Da hatte ich nun einen leeren Raum, der perfekt dafür eingerichtet war, dass Katzen sich darin aufhalten konnten, und es sollten Sachen darin herumliegen, während ausgesetzte Katzen draußen verhungerten und erfroren ...

Es war falsch!

Kurzerhand rief ich bei der Frau mit den ausgesetzten Kitten an.

Sie konnte mir mit großer Freude berichten, dass die Kleinen schon alle guten Plätze gefunden hätten. Ich erzählte ihr von Linciko und von dem Raum, und sie fragte mich, ob ich nicht vielleicht anders helfen wollte: Es gab da eine Katze, etwa zwei Jahre alt, die mit ihren Babys an einem Café aufgetaucht und von den Café -Bedienungen angefüttert worden war. Die Babys hätten tolle Pflegeplätze gefunden, aber die Mami wollte niemand haben. Die Fütterfrau hatte erzählt, dass die Süße immer bereits freudig auf sie wartete und sich mit Leckerlis aus der Hand füttern ließ. Sie tat ihr so leid. Die Miez war gerade bei einem Verein und wurde kastriert und wenn sich niemand finden würde, der sie aufnahm, dann müsste sie wieder raus. Und der Winter stand bevor ...

Es fühlte sich richtig an ...

Der leere Raum ... er sollte nicht mit Gegenständen gefüllt werden, sondern mit Leben. Vielleicht hatte ich Linciko nicht helfen können, aber dafür dieser kleinen Katze.

Es war richtig!

Ich sagte zu.

Kann man wilden Jasmin zähmen?

"Warum sind die Sachen noch unter der Treppe?" Mein Kerl kam erstaunt zu mir. Ich druckste etwas herum und erzählte ihm dann von der kleinen Katzenmama, die Hilfe brauchte. Er rollte mit den Augen. "Du und deine Katzen ..." Er seufzte. "Aber ok, ich versteh's - dann mach's."

Ein paar Tage später hielt abends ein Transporter der Katzenhilfe vor meiner Tür und der Fänger des Vereins brachte mir die kleine Katzenmama. Sie war echt niedlich - eine kleine Tigerin mit weißem Latz und großen Kulleraugen, die ängstlich aus der Box lugten. Wir entließen sie in den Raum und saßen dann noch lange bei mir in der Küche und redeten. Er erzählte mir über seine Arbeit als Katzenfänger, über das Leid der Streuner, und dass er so froh sei, dass ich es mit der Kleinen versuchen würde. Er bot mir auch an, wenn ich nochmal so einen Fall wie mit Linciko hätte, dass ich mich dann bei ihm melden sollte. Von ihm würde ich dann auf jeden Fall zumindest eine Falle haben können.

Auf der Suche nach einem Namen für die Süße blieb ich mit dem Blick auf dem Verwaltungszettel des Vereins hängen, den der Fänger mir kopiert hatte. Dort stand der Name der Kellnerin des Cafés, die die Mietz angefüttert hatte: Jasmin ...

Ja, die Miez sollte nach der Frau benannt werden, die genug Herz gehabt hatte, um nicht wegzuschauen, und genug Mut gezeigt hatte, um sich für die Katzen einzusetzen, damit sie nicht wieder raus müssen.

Jasmin ... wilde Jasmin ... kann man wilden Jasmin zähmen?

Das Spiel beginnt

Am nächsten Tag war ich positiv überrascht: Jasmin hatte ganz von allein den Sinn des Katzenklos verstanden. Ich hatte da doch mit einigen Problemen gerechnet.

Sie kauerte in der Kratzbaumhöhle und wenn ich reinlugte, dann sah ich in große ängstliche Kulleraugen. Arme kleine Maus, sie verstand die Welt nicht mehr.

Ich erzählte ihr leise etwas, legte ihr ein paar Leckerlis vorsichtig vorn in die Höhle und ging wieder aus dem Raum. Ich ging in die Küche und ließ meinen Blick kurz aus der Terrassentür schweifen - und blieb wie angewurzelt stehen: da saß ein kleines schwarzes Wuschelchen an Lincikos Futterstelle! Ich hatte das Kleine hier noch nie gesehen. Es war eindeutig ein Jungtier und langhaarig - wo kam es her? Ich wollte die Terrassentür öffnen, doch bei dem Geräusch war es sofort im Gebüsch verschwunden. Hm ...

Mir fiel ein, dass ja eine Ecke weiter gerade ein neugebautes Haus bezogen worden war. Die hatten sich bestimmt passend zum schicken Neubau auch ein schickes Kätzchen geleistet, so meine Gedanken. Trotzdem ging ich raus und füllte die Näpfe nochmal auf.

Vorsichtshalber. Als ich eine Weile später gucken ging, saß das Kleine wieder am Napf. Ich machte ganz vorsichtig durch das Fenster ein Foto. Der süße Fratz gefiel mir - die hatten einen guten Geschmack die Leute.

Nachts begann Jasmin, das Zimmer zu erkunden und entdeckte auch den Platz, an dem Linciko immer gesessen hatte: auf dem Schrank hinter dem Heizungsrohr. Dort saß sie dann am Morgen und duckte sich ängstlich hinter das Rohr. Ich setzte mich auf den Heizungskessel und las ihr leise etwas vor. So hoffte ich, dass sie sich besser an die menschliche Stimme und meine Anwesenheit gewöhnen würde, da dann meine Aufmerksamkeit nicht so sehr ihr galt, sondern mehr dem Buch und ich somit ungefährlicher für sie wirken könnte. Als ich die Leckerlies vor sie hinlegte fauchte sie diese herzhaft an. Später waren sie dann aber aufgefuttert.

Als ich an der Futterstelle draußen neues Futter hinstellte, war das schwarze Wuschelchen wieder am Napf, kaum dass ich wieder im Haus war. Ups - fand das Kleine etwa nicht zurück? Ich zeigte meinem Kerl, was da saß. "Ach, das wird schon ein zu Hause haben und sicher bald nach Hause gehen."

"Ich hoffe... aber wenn's morgen immer noch da ist, dann hör ich mich mal im Dorf um."

Am nächsten Morgen war das Kleine gleich wieder am Napf und so fragte ich in meiner Straße herum, ob jemand das Wuschelchen kannte. Aber niemand - auch nicht die Neuen - wussten, wo es hingehörte. In der folgenden Nacht gab es ein Riesenunwetter. Die gesamte Nacht über donnerte, blitzte, stürmte es und es regnete wie aus Kübeln. Ich musste an das Kleine denken und es tat mir so leid da draußen in diesem Unwetter. Aber andererseits - so ein schönes Langhaartier hatte mit Sicherheit ein Zuhause. Bestimmt war es jetzt endlich nach Hause gelaufen. Je länger ich dem Unwetter zuhörte, desto sicherer war ich mir und schlief über diesen Gedanken schließlich ein.

Am Morgen stellte ich zuversichtlich das Futter draußen hin, schloss die Terrassentür hinter mir - und da war es wieder! Shit!

Damit war wohl offensichtlich, dass es kein Zuhause hatte. Aber wo kam es her? Und - was mich in dem Moment noch mehr wunderte - warum war es halbwegs trocken? Es hätte doch völlig durchnässt sein müssen, wenn es die Nacht hier im Garten verbracht hatte.

Das Kleine guckte vom Futtern hoch, sah mich und verschwand schnell im Gebüsch. Und da sah ich, wo es hin flitzte: im Gebüsch stand ein in sich zusammengefallener ehemaliger Holzzaun, der eine Art kleine Höhle bildete - da hinein war das Kleine geflitzt, das war sein Unterschlupf. Dort drin war es halbwegs vor Regen geschützt und es konnte von dort aus direkt durch die Terrassentür ins Haus sehen - also immer genau beobachten, wann ich kam um Futter rauszustellen und wann wieder im Haus und somit die Luft rein war. Deshalb hatte es immer sofort nach dem Rausstellen am Napf sitzen können.

Ich überlegte, wie ich das Kleine einfangen könnte. Es fraß ja in der Futterbox, vielleicht konnte ich es darin auch einfangen?

Doch jeder Versuch endete damit, dass es bevor ich reagieren konnte, nach vorn aus der Box rausschoss. Also griff ich zum Telefon und wählte die Nummer des Fängers, der mir Jasmin gebracht hatte.

Marou - der Kater der vom Himmel fiel

"Ui - na das ging ja schnell, dass du meine Hilfe brauchst." Der Fänger lachte am Telefon. "Ja, ist kein Problem, klar kannst du eine Falle haben. Ich bin aber erst Mittwoch wieder im...

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