Die Frau des Ratsherrn

Historischer Roman
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Oktober 2011
  • |
  • 672 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06154-8 (ISBN)
 
Hamburg, 1269: eine große Intrige und eine noch größere Liebe ...

Hamburg, 1269: Nach der nicht standesgemäßen Liebeshochzeit mit dem Ratsherrnsohn Albert, beginnt für die junge, mittellose Dänin Ragnhild ein Leben in Feindschaft mit Rat und Kirche. Als die Kogge ihres Gemahls während einer Flandernreise sinkt, bleibt sie schutzlos im Kreise ihrer missgünstigen Familie zurück. Trotz allem entschlossen, den totgesagten Albert zu finden, gerät sie zwischen die Fronten der Macht. Sie erfährt Verrat und Unterdrückung aber auch Freundschaft und Liebe, bis ein gewaltiger Stadtbrand ihre Zukunft für immer dramatisch verändert ...



Joël Tan wurde 1982 in Bremen geboren. Sie studierte Medien und Information an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und arbeitete vor, während und nach dieser Zeit in verschiedenen Verlagshäusern und Medienunternehmen. Als Zweitälteste von sieben Kindern lernte sie das turbulente Leben in einer Großfamilie kennen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Töchtern im Hamburger Norden und widmet sich mit Hingabe ihrer großen Leidenschaft - dem Mittelalter.
  • Deutsch
  • 1,48 MB
978-3-641-06154-8 (9783641061548)
3641061547 (3641061547)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Joël Tan wurde 1982 in Bremen geboren. Sie studierte Medien und Information an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und arbeitete vor, während und nach dieser Zeit in verschiedenen Verlagshäusern und Medienunternehmen. Als Zweitälteste von sieben Kindern lernte sie das turbulente Leben in einer Großfamilie kennen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Töchtern im Hamburger Norden und widmet sich mit Hingabe ihrer großen Leidenschaft - dem Mittelalter.
TEIL III (S. 405-406)

Hamburg Sommer, im Jahre des Herrn 1284

1


»Nunc dimittis servum tuum Domine, secundum verbum tuum in pace. Quia viderunt oculi mei salutare tuum, quod parasti ante faciem omnium populorum, lumen ad revelationem gentium et gloriam plebis tuae Israel.« Das Komplet war fast beendet. Gerade hatte der Pfarrvikar den Gesang des Nunc dimittis ertönen lassen, worauf jetzt die Oration und der Segen für die Nacht erfolgten.

Danach würde bis zum nächsten Morgen nicht mehr gesprochen werden. Laut ertönte das Wort Oremus aus dem Mund des Pfarrvikars, der damit die Gläubigen aufforderte, nun mit ihm zu beten. Nur selten mussten die Schwestern des Beginenklosters den Stundengebeten eines Tages vollständig beiwohnen. Da es hierfür keine festen Regeln gab, bestimmte der Domdekan diese Tage nach seinem Gutdünken. Runa trat ungeduldig von einem Bein auf das andere. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie sich nicht auf das Gebet konzentrierte, sondern immerzu nur an ihn dachte.

Schon am nächsten Tage würde es wieder so weit sein. Dann würden sie sich endlich wiedersehen. Sie konnte förmlich fühlen, wie seine Arme sich um sie schlossen und seine Lippen ihr Gesicht mit Küssen bedeckten. Zum unzähligsten Male fragte Runa sich, womit sie diese wunderbare Liebe verdient hatte. Es war ein so vollkommenes und herrliches Gefühl, wie sie es noch niemals zuvor verspürt hatte. Nichts, das sie kannte, war schöner als er, und niemand vermochte es, sie so sehr um den Schlaf zu bringen, ohne überhaupt anwesend zu sein. Eigentlich war Runas Glück perfekt – wäre da nicht die Tatsache, dass sie eine Beginen-Schwester und er der Ratsnotar von Hamburg war!

Die Beginen erhoben sich wortlos und gingen den kurzen Weg über die Steinstraße, auf deren anderer Seite ihr Kloster lag. Stumm wünschten sie sich eine gute Nacht und zogen sich in ihre schmucklosen Kammern zurück. Als Runa am nächsten Morgen erwachte, konnte sie ihre innere Unruhe kaum mehr beherrschen, doch bevor sie sich heute Abend mit Johann treffen konnte, musste sie ihre Arbeiten verrichten. Beschwingt machte sie sich auf den Weg zur Gröningerstraße auf der Grimm-Insel. Hierher kam sie seit einem Jahr fast täglich, um eine steinalte Frau zu versorgen, die nicht mehr sprechen noch aufstehen konnte.

Sie mochte diese Besuche sehr – vielleicht gerade weil die Dame nicht sprach. Hier konnte sie ihren Gedanken freien Lauf lassen und musste nicht befürchten, bei ihren Tagträumereien erwischt zu werden. Guten Tag, Schwester Runa. Ich habe schon auf Euch gewartet«, begrüßte sie die Hausherrin bereits an der Tür. Sie trug einen Korb bei sich und schien in Eile zu sein. »Guten Morgen, Domina Remburgis. Bin ich etwa so spät dran heute? Bitte verzeiht«, entschuldigte sich Runa erstaunt. »Nein, nein, Ihr seid nicht zu spät. Ich wollte das Haus nur nicht vor Eurem Eintreffen verlassen.

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