Der Tod und das Mädchen

Ein Fall für Max Liebermann
 
Frank Tallis (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 5. September 2011 | 416 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06502-7 (ISBN)
 
Ein diabolischer Mord in Wien der Jahrhundertwende
Wien 1903: Die Starsängerin der Hofoper wird tot aufgefunden. Zunächst scheint es, dass sie an einer Überdosis Beruhigungsmittel gestorben ist. Doch der Pathologe stellt einen Rippenbruch fest: Jemand muss sie erstickt haben. Der Verdacht fällt auf ihre Konkurrentin in der Oper, der sie die Rolle der Senta im »Fliegenden Holländer« weggeschnappt hat. Doch dann stellt sich heraus, dass sie schwanger war vom Wiener Oberbürgermeister, der gerade eine beispiellose Kampagne gegen Juden beginnt. Inspektor Rheinhardt und sein Freund, der Psychoanalytiker Liebermann, müssen sich wappnen, um gegen die politischen Ränkeschmiede bestehen zu können.


Frank Tallis ist Schriftsteller und praktizierender klinischer Psychologe. Für seine Romane, vor allem für seine Erfolgsserie um den Psychoanalytiker und Detektiv Max Liebermann, erhielt er zahlreiche Preise, u. a. den 'Writers' Award from the Arts Council of Great Britain' und den 'New London Writers' Award'. Tallis lebt in London.
Die Max-Liebermann-Krimis | Band 6
Holger Wolandt | Lotta Rüegger
Deutsch
1,55 MB
978-3-641-06502-7 (9783641065027)
364106502X (364106502X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
43 (S. 241-242)

»Frau Kluge?« »Ja?« »Inspektor Rheinhardt.« »Oh ja, treten Sie ein.« Sie war eine gebrechliche Frau Anfang siebzig mit zerzaustem Haar und einer halbmondförmigen Brille auf einer langen Nase mit einer sehr runden Nasenspitze. »Haben Sie die Bahn genommen?« »Nein.« »Sehr weise. Sie haben den Hofpavillon für den Kaiser gebaut, aber er verwendet ihn nie.

Dafür muss es doch einen Grund geben, oder?« »Schon möglich.« »Man kann nicht vorsichtig genug sein.« Rheinhardt fragte sich, ob nicht Frau Kluge wie schon ihr Gatte von der Hilfe Professor Saminskys hätte profitieren können. Die alte Frau führte ihn in ein Zimmer, dessen Wände mit Büchern bedeckt waren und in dem es nach Verfall, Ammoniak, Schimmel und verrottendem Leder roch. In der Mitte saß ein Herr mit einem langen weißen Bart in einer gesteppten Jacke und einem traditionellen, chinesischen Hut. Der Seidenhut war mit leuchtenden Drachen und Chrysanthemen bestickt. Er las konzentriert.

»Herr Inspektor Rheinhardt«, sagte Frau Kluge und lenkte die Aufmerksamkeit ihres Ehemannes auf den Besucher. »Hast du Inspektor Rheinhardt gesagt?« »Ja«, erwiderte Frau Kluge. »Er will mit dir über Professor Saminsky sprechen.« »Ach?« »Das stand auf seiner Karte.« Der alte Mann erhob sich, indem er sich auf beiden Lehnen abstützte. Dann stand er zwei Sekunden lang da, verbeugte sich, erklärte: »Adalbert Kluge«, und ließ sich dann wieder in den Sessel fallen. Rheinhardt knallte die Hacken zusammen. »Vielen Dank, dass Sie mich empfangen haben, Herr Kluge.«

Frau Kluge stand neben ihrem Mann und nahm seine Hand. »Adalbert ging es nicht gut.« »Das hat mir Professor Saminsky bereits gesagt. Haben Sie etwas dagegen, dass ich Platz nehme?« »Nein.« »Das ist zu freundlich.« Rheinhardt zog sich einen Hocker heran und nahm vor dem Paar Platz. »An welcher Krankheit leiden Sie, Herr Kluge?« Der alte Mann antwortete widerwillig: »Sie sagen, ich würde Dinge in der Welt wahrnehmen, die keine materielle Realität besitzen.« Frau Kluge strich ihrem Gatten über den Ärmel. »Mach dir keine Sorgen, mein Lieber.« »Gute Christen glauben an die Existenz von Engeln und Dämonen – und niemand erklärt sie für verrückt.« »Niemand hat gesagt, dass du verrückt bist, mein Lieber.«

»Aber das denken alle, das denkt Saminsky auch.« »Er sagt, dass du schwache Nerven hast.« »Ich habe genug von dieser Elektrotherapie. Sie ist unangenehm. Er sagt, es würde nur kribbeln – aber die Stäbe sind heiß. Sie brennen. Und seine Pillen bringen mich vollkommen durcheinander.« Rheinhardt hustete, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. »Professor Saminsky hat Sie am Abend des siebten September aufgesucht.« Kluges feuchte Augen reagierten nicht. Rheinhardt wandte sich an seine Frau. »Stimmt das, Frau Kluge? Ihrem Gatten ging es sehr schlecht, und Sie riefen Professor Saminsky.«

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

9,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen