Reflexive Wirtschaftspädagogik. Wirtschaftliche Erziehung im ökonomisierten Europa

Eine neo-institutionelle Dekonstruktion des individuellen und kollektiven Selbstinteresses
 
 
Eusl (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Mai 2020
  • |
  • 748 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-948719-02-9 (ISBN)
 
Wir leben in einem ökonomisierten Europa. Meyer (2005) spricht von der Kultur der Rationalität und Vietta (2012) vom Imperium der Rationalität. Wie sollte und könnte wirtschaftliche Erziehung in einer Kultur aussehen, in der Zweckrationalität, Funktionalität und ökonomisches Denken eine kulturbestimmende Rolle einnehmen?
Drei Antworten der Wirtschaftspädagogik sind möglich: Erstens kann die beschriebene kulturelle Situation ignoriert oder als nicht vorhanden abgelehnt werden. Zweitens kann dieser Diagnose im Allgemeinen zugestimmt werden, aber im Besonderen darin kein Grund erkannt werden, über die Ausrichtung der Wirtschaftspädagogik nachzudenken. Drittens kann die Herausforderung erkannt und eine Antwort darauf gesucht werden. Diese kann einerseits in einer Wirtschaftspädagogik gefunden werden, welche die Ökonomik und das Selbstinteresse in den Mittelpunkt stellt und damit den pädagogischen Auftrag gerade darin erkennt, der Ökonomisierung und Zweckrationalisierung zu dienen. Andererseits kann eine Antwort in einer Wirtschaftspädagogik gefunden werden, die den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt rückt und die gesellschaftlichen Folgen des ökonomischen Denkens und Handelns mitberücksichtigt sowie die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgabenstellungen reflexiv in Frage stellt. Diesen Weg verfolgt das vorliegende Buch.
Das Eingebettetsein von Menschen und Organisationen in Gesellschaft und Kultur eröffnet die soziale Dimension und damit das Ethisch-Moralische und das Staatsbürgerliche, das sich nicht mehr allein auf den Nationalstaat bezieht, sondern sich um das Unionsbürgerliche erweitert hat. Da die Marktwirtschaft so wie der Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht schaffen kann, werden Ethik und Politik zu Teilen der wirtschaftlichen Erziehung. Wirtschaftliches Tun ist also mehr als der Vollzug der rein ökonomischen Vernunft: Wirtschaftliche Erziehung ist ohne wirtschaftliche Inhalte leer, ohne Ethik blind und ohne Politik rahmenlos.
  • Habilitationsschrift
  • |
  • 2014
  • |
  • Humboldt-Universität Berlin
  • Deutsch
  • Detmold
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • Ungekürzte Ausgabe
  • 5,00 MB
978-3-948719-02-9 (9783948719029)
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1 - Verzeichniss und Vorworte [Seite 6]
1.1 - Inhaltsverzeichnis [Seite 6]
1.2 - Vorwort der Herausgeber [Seite 10]
1.3 - Vorwort des Autors [Seite 14]
1.4 - Abkürzungsverzeichnis [Seite 18]
1.5 - Abbildungsverzeichnis [Seite 20]
1.6 - Tabellenverzeichnis [Seite 22]
2 - Zusammenfassung [Seite 24]
3 - 0 Einführung [Seite 30]
3.1 - 0.1 Motivation und Ausgangspunkt [Seite 33]
3.2 - 0.2 Der wirtschaftspädagogische Bezug [Seite 34]
3.3 - 0.3 Die Forschungsfragen [Seite 43]
3.4 - 0.4 Das Theorieverständnis im Sinne des Cultural Turn [Seite 46]
3.5 - 0.5 Methodologische Rahmung und methodischer Aufbau der Arbeit [Seite 52]
4 - 1 Wie Institutionen das Denken lenken [Seite 60]
4.1 - 1.1 Kulturbegriff und Kulturtheorien [Seite 60]
4.2 - 1.2 Institutionen [Seite 69]
4.3 - 1.3 Neo-Institutionalismus [Seite 76]
4.4 - 1.4 Fazit: Der neo-institutionalistische Ansatz in dieser Arbeit [Seite 92]
5 - 2 Die Bedeutung von Institutionen für die Wirtschaftspädagogik [Seite 96]
5.1 - 2.1. Institutionen aus der Makrosicht [Seite 97]
5.1.1 - 2.1.1 Das Scheitern der Real-Handlungsakademie in Österreich [Seite 99]
5.1.2 - 2.1.2 Die klassische Berufsbildungstheorie - die erste Phase [Seite 104]
5.1.3 - 2.1.3 Nationalsozialismus und Wirtschaftspädagogik - die zweite Phase [Seite 121]
5.1.4 - 2.1.4 Kritische Theorie und kritischer Rationalismus - die dritte Phase [Seite 128]
5.1.5 - 2.1.5 Institutionalisierung in Österreich [Seite 134]
5.1.6 - 2.1.6 Ausdifferenzierung - die vierte Phase [Seite 141]
5.2 - 2.2 Institutionen aus der Mesosicht [Seite 151]
5.2.1 - 2.2.1 Analyse der Entwicklung der Studienpläne [Seite 156]
5.2.2 - 2.2.2 Analyse der Entwicklung der Lehrpläne der Handelsakademien [Seite 161]
5.3 - 2.3 Fazit: Wirtschaftspädagogik - ausdifferenziert und normativ [Seite 165]
6 - 3 Wirtschaftliche Erziehung [Seite 172]
6.1 - 3.1 Erziehung und Erziehungswissenschaft [Seite 173]
6.2 - 3.2 Wirtschaftliche Erziehung und Wirtschaftspädagogik [Seite 187]
6.2.1 - 3.2.1 Wirtschaftliche Erziehung bei Abraham [Seite 189]
6.2.2 - 3.2.2 Berufserziehung bei Zabeck (2004) [Seite 210]
6.2.3 - 3.2.3 Abraham und Zabeck - neo-institutionell interpretiert [Seite 225]
6.3 - 3.3 Fazit: Wirtschaftliche Erziehung [Seite 255]
7 - 4 Wirtschaftliche Moralerziehung: Die Beck-Zabeck-Kontroverse [Seite 262]
7.1 - 4.1 Ethik und Moral [Seite 272]
7.1.1 - 4.1.1 Moral [Seite 277]
7.1.2 - 4.1.2 Menschenwürde als Ausgangspunkt von Ethik und Moral [Seite 288]
7.1.3 - 4.1.3 Methoden ethischer Urteilsbildung [Seite 298]
7.2 - 4.2 Ausdifferenzierung der Systeme [Seite 341]
7.2.1 - 4.2.1 Folgt Beck der Systemtheorie von Parsons oder von Luhmann? [Seite 342]
7.3 - 4.3 Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung [Seite 377]
7.3.1 - 4.3.1 Das Stufenmodell Kohlbergs [Seite 378]
7.3.2 - 4.3.2 Kritik am Stufenmodell Kohlbergs [Seite 382]
7.3.3 - 4.3.3 Interpretation für die Beck-Zabeck-Kontroverse [Seite 386]
7.4 - 4.4 Homanns rein ökonomische Vernunft [Seite 393]
7.4.1 - 4.4.1 Ziele der Wirtschaftsethik Homanns [Seite 395]
7.4.2 - 4.4.2 Das Programm [Seite 400]
8 - 5 Staats- und unionsbürgerliche Erziehung [Seite 514]
8.1 - 5.1 Kulturelle Deutung des Europäisierungsprozesses [Seite 523]
8.2 - 5.2 Neo-Institutionalismus und Makroebene: Isomorphie [Seite 541]
8.2.1 - 5.2.1 Traditionelle Integrationstheorien [Seite 542]
8.2.2 - 5.2.2 World polity und die Kultur der Rationalisierung [Seite 544]
8.2.3 - 5.2.3 Der Nationalstaat aus Sicht der world polity [Seite 546]
8.2.4 - 5.2.4 Die Europäische Union aus Sicht der world polity [Seite 555]
8.2.5 - 5.2.5 Isomorphie und Entkopplung - eine hermeneutische Untersuchung [Seite 558]
8.3 - 5.3 Neo-Institutionalismus und Mikroebene: Handlungsorientierung [Seite 565]
8.3.1 - 5.3.1 Menschenrechte als das Ergebnis der Wertegeneralisierung [Seite 565]
8.3.2 - 5.3.2 Janusgesicht des Nationalstaates und kulturell kognitive Institutionen [Seite 574]
8.3.3 - 5.3.3 Die europäische Supranationalität und Identität [Seite 590]
8.3.4 - 5.3.4 Menschenrechte und Nationalstaat (empirische Untersuchung) [Seite 601]
8.4 - 5.4 Fazit: Einheit in standardisierter Vielfalt [Seite 642]
9 - 6 Reflexive Wirtschaftspädagogik [Seite 650]
9.1 - 6.1 Die Dimensionen der Wirtschaf [Seite 651]
9.2 - 6.2 Institutionen lenken das Denken, nehmen aber die Verantwortung nicht [Seite 653]
9.2.1 - 6.2.1 Kompatibilismus und das Handwerk der Freiheit [Seite 654]
9.2.2 - 6.2.2 Ökonomisches Denken und praktische Vernunft [Seite 659]
9.3 - 6.3 Doppelt integrative Ethik: Tugend für Individual- und Institutionenethik [Seite 670]
9.3.1 - 6.3.1 Kommunikation und Eth [Seite 672]
9.3.2 - 6.3.2 Das Modell der doppelt integrativen Ethik [Seite 674]
9.4 - 6.4 Politische Bildung und wirtschafts(unions)bürgerliche Tugenden [Seite 684]
9.4.1 - 6.4.1 Kulturelle Kompetenz: Toleranz als (unions)bürgerliche Tugend [Seite 686]
9.4.2 - 6.4.2 Problemlösungsplattform auf Basis von Subsidiarität und Solidarität [Seite 701]
9.5 - 6.5 Fazit: Reflexive Wirtschaftspädagogik [Seite 706]
9.6 - 6.6 Abschlussthese [Seite 732]
10 - Literaturverzeichnis [Seite 736]

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