Two of Us: Außer Kontrolle

 
 
Amrun Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. August 2019
  • |
  • 353 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95869-406-4 (ISBN)
 
Ein wunderschönes Haus in Florida, beruflich läuft es prächtig, die Kinder sind erwachsen und Alexa und Marc gelten als das Vorzeigepaar. Eigentlich beneidenswert, doch immer wieder beschleicht Alexa das Gefühl, dass sie den Höhepunkt ihres Lebens bereits hinter sich hat und keine Herausforderungen mehr auf sie warten. Ihr ist klar: Es muss etwas geschehen!
Da kommt ihr ein etwas delikater Auftrag ihres Chefs gerade recht. Es bleibt nicht bei der journalistischen Recherche, Alexa findet sich bald selbst mitten im Geschehen wieder. Plötzlich ist in ihrem Leben alles anders. Ihre Wünsche scheinen sich zu erfüllen. Oder ist sie am Ende einen Schritt zu weit gegangen? Läuft sie Gefahr, den Menschen zu verlieren, den sie am meisten liebt?
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Von Holly Summer bereits erschienen:
Master-Reihe
1: Master of my heart
2; Master of my passion
3: Master of my dreams
4: Master of my feelings
Boston Bad Boys Reihe
1: Secret Stranger
2: Dark Guardian
3: Perfect Lover
1
  • Deutsch
  • Traunstein
  • |
  • Deutschland
  • 0,65 MB
978-3-95869-406-4 (9783958694064)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Holly Summer, Jahrgang 1970, lebt glücklich verheiratet mit ihrer Familie im Taunus. Sport ist eines ihrer liebsten Hobbys, und zwar besonders das Fechten mit dem Degen.
Sie reist gerne mit ihrer Familie und liebt es, an einsamen Stränden spazieren zu gehen, von der Reling eines Schiffes in den Sonnenuntergang zu schauen und sich in fremden Ländern inspirieren zu lassen.

Kapitel 1


Wie jeden Morgen kurz vor den Achtuhrnachrichten steht Alexa im Badezimmer vor dem Spiegel und legt ihr Make-up auf. Die Samstage und Sonntage ausgenommen. Denn seit die Kinder aus dem Haus sind, genießt es Alexa, die Wochenenden mit einem späten Frühstück zu beginnen und das Mittagessen ausfallen zu lassen. Jetzt schneidet sie eine Grimasse und mustert sich im Spiegel. Sie ist keine Zwanzig mehr, die Dreißig hat sie längst hinter sich gelassen und eine dicke Vier weist auf ihre Altersgruppe hin. Die ersten winzigen Fältchen graben sich langsam, aber sicher einen Weg in ihre sonst makellose Haut, wenn sie, wie jetzt, die Mundwinkel nach oben zieht und ein Lächeln ihre Augen erstrahlen lässt. Mimikfalten nennt ihre Freundin Christabel die dünnen Linien. Aber Alexa weiß es besser: Das Alter beginnt, sich in ihren Körper und ihr Gesicht zu schleichen. Erst gestern hat sie doch tatsächlich das erste graue Haar an ihren Schläfen entdeckt. Vielleicht waren es auch zwei oder drei. Alexa hat nicht lange gezögert und sie mit einem erhabenen Lächeln einfach herausgezupft. Sie strahlt immer noch eine Attraktivität aus, um die sie viele ihrer Freundinnen beneiden. Trotzdem benutzt sie schon seit einiger Zeit mehr als nur ihren dezenten Lipgloss und schwarze Mascara, mit der sie ihre dünner gewordenen Wimpern wieder in Form bringt. Seit sie die 40 überschritten hat und die 50 in greifbare Nähe rückt, war das nicht mehr genug. 50! Aber was bedeuten schon Zahlen? Zufrieden lächelt sie ihr Spiegelbild an.

Ihr Mann Marc hat heute früher das Haus verlassen und ist zu einem Termin bei Gericht gefahren. In letzter Zeit ist er immer häufiger unterwegs. Wenn er dann abends nach Hause kommt, wirkt er abgespannt, müde und ist mit seinen Gedanken meist noch bei einem seiner Klienten. Alexa weiß aus Erfahrung, dass sie ihn dann nicht auf unangenehme Themen ansprechen darf. Selbst ihre Versuche, mit ihm auf Kuschelkurs zu gehen, blieben in den letzten Monaten oft erfolglos. Doch aufgeben kommt für Alexa nicht in Frage. Auch wenn die Situation sie frustriert, weiß sie, dass sie Mittel und Wege finden wird, ihren Mann zurückzugewinnen. Der Sprecher im Radio sagt einen wunderschönen Frühlingstag mit einer Regenwahrscheinlichkeit von null Prozent voraus, was Alexa wieder an das Golfmatch erinnert, zu dem sie mit Marc und Freunden am Abend verabredet ist. Und Marc hat ihr versprochen, dass er heute nicht zu spät nach Hause kommen wird. Wie oft hat er diesen Satz schon zu ihr gesagt und sich doch verspätet, denkt sie wehmütig und lässt den Lippenstift wieder in die Kosmetiktasche gleiten. Alexa hat es zwischenzeitlich aufgegeben, ihm deswegen Vorwürfe zu machen. Er ist ein schwerbeschäftigter Mann, der seinen Beruf als Anwalt ernst nimmt. Seit er in die große Kanzlei mit einsteigen konnte und damit die Chance ergriffen hat, sich beruflich und auch gesellschaftlich einen Namen zu machen, hat sich vieles in Alexas und Marcs Leben verändert. Alle haben sie davon profitiert. Besonders die Kinder.

Die Zeitansage im Radio holt Alexa in die Realität zurück. Entschlossen zieht sie sich die Pumps über, schnappt sich ihre leichte Sommerjacke und verlässt das obere Stockwerk. Ihre Absätze klackern auf dem dunklen Marmorboden, der den Eingangsbereich bedeckt, während sie nach ihrer Tasche und den Autoschlüsseln greift und das Haus verlässt. Auf dem Weg zur Redaktion kommt ihr wieder das Gespräch in den Sinn, das sie gestern mit ihrem Chef geführt hat. »Warum übernimmst du nicht die Kolumne für Haus und Garten?«, hatte er sie ganz offen gefragt. Haus und Garten! Hielt er sie für zu alt für die Rubrik Lifestyle? Musste eine jüngere Kolumnistin her? Stand sie vielleicht schon in den Startlöchern? Schließlich hatte Lance nicht umsonst vor einem halben Jahr Heather zur Unterstützung für Alexa eingestellt. Eine Aufgabe, die die junge und ambitionierte Frau von Beginn an mit Bravour gemeistert hat. Und doch denkt Alexa gar nicht daran, ihre Kolumne aufzugeben und ihr Lebenswerk einer Jüngeren zu überlassen.

Lance hatte ihr vor zehn Jahren selbst die Lifestyle-Kolumne angeboten und sie so zur Daily Post gelockt. Der Erfolg gibt beiden Recht. Alexas Artikel sind populär, und für die Leser nicht mehr wegzudenken. Trotzdem sind die Auflagezahlen der Zeitung in letzter Zeit geschrumpft. Liegt das auch an ihren Texten? Haben sie nicht mehr genügend Aktualität oder Esprit, die Leser zu fesseln? Warum muss sie immer an ihrem Können zweifeln? Die Kolumne ist Alexas Baby und sie wird sie behalten. Punkt! Wer hat denn die ganzen Kontakte zur Szene? Alexa!

Warum Heather überhaupt mit ihrem hervorragenden Abschluss in der Tasche hier unten in Florida Fuß fassen will, ist Alexa ein Rätsel. Sie könnte überall bei den großen Zeitungen unterkommen. Aber Heather hat sich für die Daily Post entschieden. Nur wenige Minuten in Lance' Büro und schon waren sich ihr Chef und Heather einig. Weiß der Teufel, warum. Sie hat eine Chance verdient, aber keine, die Alexa schadet.

Innerlich aufgewühlt hätte sie fast die rote Ampel übersehen und eine Passantin angefahren, die in letzter Sekunde auf den Bürgersteig springt und fürchterlich zu schimpfen anfängt. Alexa rollt nur die Augen und murmelt eine Verwünschung, bevor sie sich mit einem Lächeln bei ihr entschuldigt. In diesem Moment klingelt ihr Handy. Es ist ihre Tochter, die genau wie damals Alexa, in New York Journalismus studiert.

»Hi Schatz.«

»Hi Mom. Ich wollte dir nur sagen, dass ich dieses Wochenende nicht nach Hause komme. Ein paar Leute aus der Uni fahren nach Rhode Island hoch.«

»Und da willst du natürlich mitfahren.«

»Ja, ist doch kein Problem für euch, oder?«

»Nein, natürlich nicht. Mach dir ein schönes Wochenende.«

»Wir sehen uns dann spätestens zu eurer Silberhochzeit. Bis dahin ist es eh nicht mehr lange. Ich weiß nicht, ob ich es noch schaffe, vorher zu euch zu kommen. Ich hab noch viel aufzuarbeiten, weißt du?«

Alexa kommt es vor, als wollte sich Toni rechtfertigen, aber das muss sie nicht. Sie lebt jetzt in New York, hat dort neue Freude gefunden und in erster Linie zählt nur ihr Studium. Alles okay!

»Mach dir keine Gedanken Schatz, wir verstehen das.«

Alexa zögert kurz, ihrer Tochter anzubieten, nächstes Wochenende zu ihr nach New York zu kommen, verwirft diesen Gedanken aber schnell wieder. Toni ist erwachsen und muss ihr eigenes Leben führen, auch wenn es Alexa schwerfällt, loszulassen.

»Wir haben hier sowieso alle Hände voll zu tun.«

»Habt ihr denn jetzt eigentlich ein Event für euren besonderen Tag geplant?«

»Nicht wirklich. Dein Dad hüllt sich noch in Schweigen. Er will sich um alles kümmern und mich damit überraschen.«

»Oh mein Gott. Wenn Dad sich um die Silberhochzeit kümmert, dann kann da nichts Gescheites rauskommen. Ihr solltet Heather damit beauftragen. Ich finde, sie hat ein Händchen dafür, tolle Partys zu planen.«

»Ach weißt du, vielleicht fahren dein Dad und ich auch einfach für ein paar Tage weg.«

»Das könnte euch so passen. Einfach ab durch die Mitte, was?« Toni lacht und Alexa wechselt das Thema, bevor ihre Tochter sich noch weiter einmischen kann.

»Hast du was von deinem Bruder gehört?«

»Mitch?«

»Ja, ich wüsste nicht, dass du einen weiteren Bruder hast.« Alexa muss grinsen.

»Nö, nur gesehen. Er hat mir ganz stolz ein Foto von sich vor der Harvard Uni geschickt.«

»Dann bist du uns einen Schritt voraus«, sagt Alexa wehmütig.

»Er wird sich schon melden, Mom. Spätestens, wenn ihm das Geld ausgegangen ist«, ulkt Toni. Sie war schon immer die Schlagfertigere von den Zwillingen, Mitch der feinfühlige und ruhige Typ. Und gerade deshalb ist Alexa immer ein wenig in Sorge um ihn.

»Er hat sich eben viel vorgenommen.« Alexa ergreift automatisch Partei für ihren Sohn. Sie liebt beide Kinder, aber Mitch war im Geheimen immer ihr Liebling. Dafür konnte Marc Toni nie einen Wunsch abschlagen.

»Mag sein. Mitch war ja schon immer ein Perfektionist.«

»Bist du jetzt nicht ungerecht?«

»Du, Mom ich muss los. Wir sehen uns ja bald. Ciao.«

»Ciao Süße.«

Hi, ciao, eine Absage, das war alles. Für einen Augenblick ist es wieder da: dieses Gefühl von Verlust. Doch das wird vergehen. Ganz sicher wird es vorbeigehen. Toni und Mitch leben jetzt ihr eigenes Leben, an dem Alexa und Marc nur noch begrenzt teilhaben werden. Wieder drängt sich das Gefühl in Alexa auf, nicht mehr gebraucht zu werden, alles im Leben erreicht zu haben, so dass es nur noch bergab gehen kann. Aber das darf es nicht. Nicht bei ihr und Marc. Die meisten ihrer Freunde sind längst geschieden, haben Verhältnisse oder leben nur noch nebeneinander her, weil es bequem ist. Bequem! Ist es bei ihr und Marc auch nur bequem und zur Gewohnheit geworden? Nicht zum ersten Mal denkt sie über diese Frage nach. Wann hatte sie das letzte Mal Sex mit ihrem Mann? Wann haben sie mal etwas Verrücktes getan? Ihr Leben ist durchorganisiert und geplant bis ins...

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