Diamond Legacy

 
 
Arena (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Juli 2020
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-401-84073-4 (ISBN)
 

***Eine uralte Legende. Ein magischer Diamant. Ein Mädchen, das die Macht der Götter in sich trägt.***

Seit Greta einen Diamantring von ihrer Großmutter geerbt hat, geschehen merkwürdige Dinge. Kaum steckt sie ihn an, scheint sie die Kraft des Windes beherrschen zu können. Und wer sind die skrupellosen Männer, die plötzlich Jagd auf Greta machen? Haben sie es auf den Ring abgesehen? Ausgerechnet Elias, der neue Mädchenschwarm an Gretas Schule, hilft ihr bei der Flucht. In einer atemlosen Jagd decken Greta und er die Legende um den Diamanten auf, die bis in die Zeit der griechischen Götter zurückreicht. Sie besagt, dass in Gretas Adern göttliches Blut fließt und somit das Schicksal der ganzen Welt in ihren Händen liegt. Greta muss lernen, die Macht des Windes zu beherrschen. Doch dann gerät der Ring in die falschen Hände und Greta erkennt, dass Elias ein dunkles Geheimnis vor ihr verbirgt ...

  • Deutsch
  • Würzburg
  • |
  • Deutschland
  • 3,91 MB
978-3-401-84073-4 (9783401840734)

Juli Summer wurde im Jahr 1981 geboren. Die gelernte Versicherungskauffrau lebt gemeinsam mit ihrem Mann, den zwei Töchtern, drei Katzen und je zwei Kaninchen und Wellensittichen in einem Dorf in Nordhessen. Lesen ist seit frühester Jugend eine Leidenschaft. Sie bringt dich an andere Orte, in fremde Welten und lässt dich tausende Leben leben. Vor ein paar Jahren wollte sie ihre eigene Welt erschaffen und begann mit dem Schreiben.

2

Ich fühle die Aufregung, das Adrenalin, wie es durch meine Blutbahn rast. Vor vier Stunden ist unser Flieger in Berlin gelandet. Gleich nach der Ankunft habe ich Lara, meiner besten Freundin, eine Nachricht geschickt. Nach der Schule erwartet sie mich. Ich muss ihr dringend von dem Ring erzählen.

Als sie mich entdeckt, springt sie mir freudig in die Arme.

"Schön, dich wieder bei mir zu haben."

"Ich bin auch froh, wieder hier zu sein."

"Wie war es in New York? Also bis auf die Beerdigung, meine ich."

"Du hast ja keine Ahnung."

Sie hakt sich bei mir unter. "Dann schlage ich vor, wir ändern das schnellstens."

Ob Lara weiß, wie viel mir ihre Freundschaft und ihre bedingungslose Loyalität bedeuten? Ich bin mir sicher, dass sie mir glauben wird, auch wenn ich zugeben muss, dass meine Geschichte absolut verrückt klingt. Ich würde Lara alles anvertrauen, dabei kenne ich sie erst seit einem Jahr. Damals stand sie plötzlich mit ihrem blonden Bob, den sie inzwischen knallrot gefärbt hat, und der riesigen Nerdbrille in der Tür zu unserem Klassenraum.

"Ich bin ganz Ohr."

Gemeinsam mit Lara sitze ich an unserem Lieblingsplatz. Es ist ein altes, stillgelegtes Parkhaus. Vor zwei Jahren wurde es dichtgemacht, um nicht weit entfernt ein größeres und moderneres zu bauen. Statt es abzureißen und ein paar Bäume zu pflanzen, ließ man es einfach stehen. Doch nach und nach nimmt sich die Natur, was ihr gehört. Efeu und andere Rankgewächse, hauptsächlich Unkraut, haben bereits einen Großteil der Außenfassade zurückerobert. Wilder Wein schlängelt sich daran empor. Auch zwischen schmalen und breiten Rissen wuchert im Frühjahr und Sommer eine Unzahl an Pflanzen. Mitten in einer Stadt voller Hektik und Schnelllebigkeit strahlt dieser Ort eine gewisse Ruhe aus. Nicht immer, denn inzwischen dient das Parkhaus dazu, illegale Autorennen oder Partys stattfinden zu lassen. Aber unter der Woche ist hier kaum was los, Lara und ich können ungestört über alles reden. Lediglich den ein oder anderen Sprayer oder auch mal ein knutschendes Pärchen verschlägt es hierher.

Lara und mich zieht es meistens auf die oberste Ebene. Dort, auf dem Dach des Häuschens, in dem sich die Fahrstuhlschächte befinden, lassen wir unsere Tage Revue passieren. Im Sommer, wenn die Hitze sich in den Straßen staut und hier oben ein laues Lüftchen weht. Im Frühling, wenn die Sonne den Beton unter uns wärmt. In der Dunkelheit, wenn die Sterne zum Greifen nah sind und die Stadt nur an diesem Ort zu schlafen scheint. Und wie jetzt, im Winter. Wenn das, was wir uns zu erzählen haben, niemand anders hören soll.

Mit den Beinen baumele ich über dem Dachvorsprung und suche nach Worten. Plötzlich fällt es mir schwer zu beginnen. Wie erkläre ich etwas, das ich selbst nicht verstehe? Das völlig verrückt klingt. So sehr mich das Übernatürliche in Filmen und Büchern begeistert, so wenig gehört es in die Realität. Je länger ich darüber nachdenke, desto alberner komme ich mir vor. Mit dem Daumen reibe ich über die Stelle an meinem Ringfinger, an der ich den winzigen Stich verspürt habe. Nichts ist mehr zu sehen. Natürlich nicht. Wäre ja auch zu einfach, wenigstens einen kleinen Beweis zu haben.

"Spann mich nicht auf die Folter. Erzähl endlich", fordert Lara mich auf.

Ich seufze. Die Arme leicht ausgestreckt und auf die Hände gestützt, lehne ich mich nach hinten und schaue in den Himmel. Der Sturm der vergangenen Tage hat nachgelassen, aber ich habe das Gefühl, er tobt nun in mir.

"So schlimm?", interpretiert Lara mein Schweigen.

"Ja . nein . keine Ahnung." Ich schließe die Augen, sammele mich und beginne mit dem wirren Gerede von Evelyn, Mums Feindseligkeit ihr gegenüber, dem Typen im Central Park und ende mit dem Ring.

"Ich habe ihn anprobiert und ."

"Und was?", drängt sie weiter.

"Kurz hatte ich das Gefühl, mich sticht etwas. Also wollte ich ihn wieder vom Finger ziehen, aber dann ."

"O Mann, Greta. Könntest du die Sätze mir zuliebe bitte beenden und mich nicht so auf die Folter spannen?"

Ich muss lachen, während ihre Augen sich vor Neugier weiten.

"Er hat sich verfärbt. Rötlich. Als würde er sich mit meinem Blut vollsaugen. Es war faszinierend und gleichzeitig voll unheimlich. Und dann, ganz plötzlich, war alles vorbei." Gespannt sehe ich sie an.

"Du glaubst also, der Ring hat dich gestochen?" Ihre Worte sind ein Flüstern. In ihrem Ton schwingt Aufregung mit. Selbst im matten Licht des Tages können ihre Augen das Funkeln nicht verbergen.

"Ich weiß nicht, was ich glauben soll. Es hat danach ausgesehen, ja. Aber klingt das nicht total dämlich in deinen Ohren?"

"Nein, das ist überhaupt nicht dämlich. Deine Großmutter hat dir den Ring aus einem bestimmten Grund gegeben. Sollte es tatsächlich mehr damit auf sich haben, wird sie es wissen."

"Ja, du hast recht. Ich sollte Evelyn anrufen und fragen."

"Gleich nachdem du mir den Ring gezeigt hast. Hast du ihn dabei?"

"Klar." Ich greife in die Hosentasche, lege den Ring in die hohle Hand und präsentiere ihn Lara.

"Aber hallo, wenn der nicht funkelt, weiß ich auch nicht." Mit dem Zeigefinger fährt sie vorsichtig über den Diamanten. "Nur, spooky sieht er nicht aus." Sie hält ihn ein Stück von sich weg.

"Ich weiß und deswegen glaube ich ja, ich habe mich von Evelyns wirrem Gerede bloß anstecken lassen."

"Bestimmt sehnt sich die Musterschülerin in dir nach einem kleinen Abenteuer", zieht Lara mich auf und ich knuffe sie in die Hüfte.

"Du bist ja nur neidisch."

"Auf jeden Fall."

Wir lachen beide. Es tut gut, mit Lara zu reden. Sie ist immer herrlich positiv. Aber nicht nur von innen strahlt sie wie die Sonne. Sie trägt den Sommer praktisch auf der Haut. Heute hat sie sich für pinke Turnschuhe und bunte Ringelleggins entschieden. Darüber einen schwarz-weiß gepunkteten Rock. Unter ihrem geblümten Wintermantel blitzt ein Stück ihres lila Pullis durch. Ich drücke sie an mich, bevor wir das Dach über eine Eisentreppe verlassen, die sich an der Außenfassade des Gebäudes befindet.

An der nächsten Haltestelle verabschiede ich mich von Lara und tauche kurz darauf in eine der Unterführungen zur U-Bahn ein. Mit der Masse der Menschen ströme ich tiefer Richtung Bahnsteig. Meine Nackenhaare stellen sich auf, als ein leichtes Kribbeln am Hinterkopf meine Aufmerksamkeit für sich beansprucht. Ich schaue kurz von meinem Handy auf, sehe mein Spiegelbild in den Fenstern eines U-Bahn-Abteils vor mir. Plötzlich stockt mir der Atem und ich bin wie gelähmt. Hinter mir, nicht weit entfernt, steht ein Mann mit dunklem Mantel und Hut. Ich fühle mich in den Central Park zurückversetzt. Die aufkommende Panik lässt sich nur schwer fernhalten. Die Bahn im Gleis vor mir fährt an. Die vorbeigleitenden Scheiben geben die Sicht nur noch schemenhaft frei. Ich zähle bis drei, dann drehe ich mich um. Mein Blick huscht hin und her. Keine Spur eines Mannes mit Hut. Blöde Kuh, schelte ich mich. Jetzt leidest du schon unter Verfolgungswahn.

Auch wenn ich weiß, dass ich mich albern benehme, zittern meine Hände leicht, als ich endlich die Wohnungstür aufschließe. Ein ungutes Gefühl hat sich in meiner Magengegend eingenistet. Nur langsam fällt die Anspannung von mir ab und das unangenehme Kribbeln ist nur noch eine vage Erinnerung.

Draußen hat es zu regnen begonnen. Der Wind hat aufgefrischt. Mit jeder Böe schiebt er Regenmassen vor sich her, die gegen die Fensterscheiben prasseln. Ich kuschele mich mit einer Decke auf die Couch und warte auf Mum. Zwischendurch versuche ich ein weiteres Mal, Evelyn zu erreichen. Ohne Erfolg.

Ich höre die Haustür ins Schloss fallen.

"Bin zu Hause", ruft Mum.

Es fühlt sich gut an, nicht mehr allein zu sein. Gemütlich sitzen wir nebeneinander vor dem Fernseher. Seit wir wieder in Deutschland sind, ist Mum wie ausgewechselt und zwischen uns herrscht Waffenstillstand. Gegen zehn beobachte ich, wie ihr Kopf in immer kürzer werdenden Abständen zur Seite kippt. Ich stupse sie amüsiert an.

"Ich sollte mich schlafen legen. Wird wieder ein langer Tag."

Mum arbeitet Vollzeit in einem Restaurant. Einige Monate nachdem wir damals aus Amerika hergezogen sind, hat sie die Stelle bekommen. Zuvor hatte sie sich von Job zu Job gehangelt. Ihr Talent und ihre Begeisterung fürs Kochen blieben vom Chefkoch nicht lange unentdeckt. Und auch ihre mandelförmigen Augen fanden seinen Zuspruch. Mum und Mario verliebten sich ineinander. Er ist ein lieber Kerl und tut ihr gut. Und zusammen versorgen mich die beiden mit köstlichem Essen.

Kurz nachdem Mum in ihrem Schlafzimmer verschwunden ist, gehe ich ebenfalls ins Bett. Achtlos werfe ich Jeans und Pulli auf meinen Schreibtischstuhl. Ich schlüpfe unter die Decke und ziehe sie bis zum Kinn. Lange liege ich wach, der Jetlag und die Ereignisse der vergangenen Tage machen mir zu schaffen. In der Stille und Dunkelheit meines Zimmers kommen auch die Bilder zurück. Der fremde Mann im Central Park. Hat er mich wirklich verfolgt? Und was war heute in der U-Bahn? Alles nur Einbildung? Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich da in etwas hineingeraten bin. Oh Mann Greta, das macht doch alles keinen Sinn. Entschlossen schiebe ich meine Gedanken auf die Seite. Irgendwann kämpft sich die Müdigkeit bis in meinen Kopf durch. Dankbar gebe ich mich ihr hin.

 

Der Wecker reißt mich aus dem Schlaf. Hinter den Vorhängen hat die Nacht den Himmel noch nicht freigegeben. Erschöpft von einem unruhigen Schlaf...

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