Geheimnisvolle irische Rose

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Februar 2021
  • |
  • 94 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7534-2389-0 (ISBN)
 
Zenia muss es riskieren.
Um dem Waisenhaus zu entkommen und damit einem Leben im Elend, spricht sie mutig den Diener des Lords an. Dem Mann, der im Waisenhaus nach Mägden für das Schloss sucht.
Sie hat Glück und der Mann entscheidet sich für sie. Sehr zum Ärger der Heimleiterin, die Zenia bereits an einen Bordellbesitzer verkauft hat.
Der Diener entpuppt sich als Sir Lanzelot, Neffe und Erbe des Lords. Er nimmt Zenia und auch ihren kleinen Bruder mit zum Schloss.
Zenia wird zu einer guten Freundin und Beraterin für Lanzelot. Sie verliebt sich in den Mann. Wissend, dass nie etwas daraus werden kann, denn er ist adlig, verlobt und bereits so gut wie verheiratet.
Der alte Lord vermittelt Zenia und ihren Bruder an seinen Freund, Lord Mac Gregory, aus Irland. Er will Zenia aus dem Haus haben, wenn die zukünftige Frau von Lanzelot hier einzieht.

In Irland findet Zenia, zusammen mit ihrem Bruder, das große Glück. Ihr Leben wird wunderschön.

Doch ihr Herz gehört für immer Lanzelot. Sie weiß, es wird niemals anders sein.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,24 MB
978-3-7534-2389-0 (9783753423890)

1 Kapitel


1 Kapitel


"Das Mädchen lügt, Herr. Das erfindet sie nur. Sie ist dumm wie ein Esel" sagte Madame Rosalie schnell und zerrte mich zurück. Doch ich riss mich los und schob mich nach vorne. Dann kniete ich mich verzweifelt vor dem großen, muskulösen Mann. Nervös senkte ich meinen Blick. Er sollte nicht die Angst in meinen Augen sehen. Der Mann räusperte sich, um Madame Rosalie davon abzuhalten, mich hochzureißen. Interessiert betrachtete er mich. Dann beugte er sich herunter und hob meinen Kopf. Er schwieg einen Moment. Meine dunkelgrünen Augen schienen ihm zu faszinieren. Wieder räusperte er sich leise diesmal.

"Wie heißt du, Kind" fragte er mich auf Deutsch. "Mein Name ist Zenia Barrow, Herr" wiederholte ich in Deutsch. Ich wollte, dass er wusste, ich log nicht. Dass ich ihn verstanden hatte. "Mein Name ist Lanzelot Ich bin der Diener und der Vertraute des Lords. Der Lord könnte jemanden gebrauchen, der seinem Sekretär bei der Korrespondenz hilft. Der Lord bekommt oft Briefe aus ganz Europa." sagte der Diener weiter. Er schien nachzudenken. Ich nickte und hob ein wenig meinen Kopf.

Ich wollte nicht respektlos wirken. "Mein Vater war Lehrer für Sprachen, Herr. Ich lebte in vielen Ländern von Europa." Sagte ich nur. Der Diener hob überrascht die Augenbrauen. "Nimm das Tuch ab." Befahl er mir dann ernst. Ich nickte, schob das Tuch vom Kopf und senkte verlegen den Blick. Meine roten Haare würden den Mann abschrecken. Rote Haare bedeuteten immer Ärger. So sagte man doch.

"Eine irische Blume! Eine wunderschöne irische Rose! Kein Wunder, dass sie mir das Mädchen vorenthalten wollten, Madame! Ich kann mir denken, welchen Weg sie für das arme Mädchen gewählt haben" schnauzte der Diener plötzlich los. Ich zuckte zusammen. Der Mann zog mich auf. "Geh deine wenigen Sachen packen, Magd. Du kommst mit mir" befahl er dann hart. Überrascht über seinen, strengen, veränderten Ton, nickte ich nur. Ich drängte mich durch die neugierigen Mädchen und rannte die Treppe hoch. Im großen Schlafsaal griff ich meinen Koffer und zog ihn unter dem Bett hervor. Ich überprüfte, ob noch alles da war. Ich hatte Glück. Nichts war verschwunden. Meine Bilder und wenigen Papieren waren noch vorhanden. Nun, diese Dinge waren ja ohne Wert, jedenfalls für Fremde, dachte ich. Für mich waren es die einzigen Erinnerungen, die ich an meine Eltern hatte.

"Du hintertriebene Hure! Hast du es also doch geschafft, mir zu entkommen. Ich verliere eine Menge Geld. Gregor wird mich das büßen lassen" schrie Madame Rosalie hinter mir. Sie hatte ihren Rohrstock erhoben und kam auf mich zu. "Gregor, der Puffbesitzer? Ich verstehe nicht" sagte ich panisch. Angsterfüllt wich ich zurück. Plötzlich wusste ich, welches Schicksal Madame für mich vorgesehen hatte. "Sie wollten mich an den Puff verkaufen?" fragte ich erschrocken. Ich fiel auf das Bett und konnte mich nicht wehren.

"Das habe ich bereits. Gregor wollte dich heute Nacht holen kommen" schrie Madame wütend. Ich schrie auf, denn was das bedeutete, wusste ich gut. Ich war in letzter Sekunde entkommen. Das Schicksal meinte es doch noch gut mit mir. Der Rohrstock sauste herunter. Ich rollte zur Seite und wich aus. Doch schon hob Madame den Stock erneut.

"Wagen sie nicht, das Mädchen zu schlagen, Madame Rosalie! Der Lord wird hiervon erfahren! Er zahlt ihnen gutes Geld, damit sie armen Waisen ein Heim bieten. Und jetzt muss ich hören, dass sie die Kinder jeden Tag, selbst am Tag des Herrn, hart arbeiten lassen und die schönsten Mädchen an den örtlichen Puff verkaufen! Das wird harte Konsequenzen nach sich ziehen" schrie hinter uns eine harte Männerstimme. Madame Rosalie schreckte zusammen und ließ ihren Rohrstock sinken. Voller Hass starrte sie mich an.

"Beeil dich, Magd. Ich habe noch eine Menge Arbeit!" schnauzte mich der Diener finster an. Ich schluckte zitternd und griff meinen Koffer. Dann schob ich mich an Madame Rosalie vorbei und ging hinter dem muskulösen Diener in Sicherheit. "Geh zur Kutsche und warte dort auf mich. Ich folge gleich" befahl mir der große Mann. Ich rannte fast die Treppe herunter und durch die große Eingangstür. Vorbei an den anderen, erschrockenen Mädchen. Noch draußen konnte ich den Mann schreien hören.

Der Kutscher nahm meinen kleinen Koffer und verstaute ihn. Dann half er mir auf den Kutschbock. "Na, Feuerkopf, da hast du ja echt Glück gehabt. Ich kenne den Gregor gut. Du wärst genau seine Kragenweite. Das wäre recht unschön für dich geworden" sagte der Kutscher grimmig. Zitternd mit den Tränen kämpfend, saß ich auf der Kutsche und wartete, dass der große Mann aus dem Haus kam. Ich versuchte mich zu beruhigen. Ich durfte jetzt keine Schwäche zeigen, dachte ich und betete still ein Dankgebet. Doch, ich hatte wirklich Glück gehabt, Glück entsteht aus Mut, sagte Vater immer. Und Mut hatte ich heute bewiesen.

"Komm in die Kutsche. Ich will mit dir reden" schnauzte der Diener, dieser Lanzelot, wütend. Er stand plötzlich unter mir und hielt die Arme auf. Ich sollte springen. Unsicher ließ ich mich fallen. Er fing mich mit Leichtigkeit auf. Dann schob er mich zur eleganten Kutsche. "Steig ein" befahl er unwirsch. Kaum saß ich als die Kutsche auch schon anrollte. Fast wäre ich gefallen und auf dem Boden gelandet. Ich schwieg nervös. Mutter hatte immer gesagt, Schweigen sei ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit. Nichts sei schlimmer als Geschwätzigkeit.

"Waran denkst du, Kind?" fragte mich der Mann nach einem Moment. Wir hatten gerade die Stadt hinter uns gelassen. Die Gegend wurde ländlicher. Ich drückte mein Kreuz durch und schluckte die Tränen herunter. "Daran, was für einem Schicksal ich entkommen bin, Hoheit. Und dass ich mir große Sorgen um meinen kleinen Bruder mache. Verstehen sie mich nicht verkehrt. Ich bin dankbar, dass sie mich gerettet haben. Und ich werde fleißig arbeiten, um mich dafür zu revanchieren. Aber Ernst ist erst dreizehn Jahre alt. Madame wird ihn für alles büßen lassen." Sagte ich schnell. Dann schwieg ich wieder. Ich dachte daran, wie Madame Ernst schlagen würde. Voller Hass, voller Wut.

Der Mann sah mich nachdenklich, prüfend an. Dann grinste er leicht. "Warum nennst du mich Hoheit. Ich bin auch nur ein Diener!" sagte er dann streng. Sein Blick aus grauen Augen fixierte mich. Ich schüttelte meinen leicht roten Kopf und senkte den Blick. Dann schmunzelte ich trotz meiner Furcht. "Ihr Kutscher hat sie verraten, Hoheit. Er hat nicht widersprochen als sie mich zu sich in die Kutsche holten." Erklärte ich dann leise.

Der Mann mir gegenüber hob überrascht die Augenbrauen. "Der Kutscher ist für die Kutsche verantwortlich und auch für die Pflege und Sauberkeit. Wären sie nur ein Diener, hätte er ihnen verboten, mich Dreckspatz in die Kusche zu lassen." Erklärte ich und wies auf meine abgetragenen Schuhe. "Aber ich denke, sie gehören zur Familie des Lords. Deswegen schwieg der Kutscher." sagte ich weiter. Ich unterdrückte ein unangebrachtes Kichern. Das wäre unhöflich gewesen. Schweigen trat ein. Der Mann überlegte kurz. "Wo ist dein Bruder im Moment?" fragte er dann nachdenklich. Ich schöpfte leise Hoffnung. "Beim Obsthändler, Sir. Dort muss er jeden Tag arbeiten. Ich meine, der Händler ist streng, aber gerecht. Er lässt Ernst nicht hungern" sagte ich schnell. Der Mann griff nach dem Sprachrohr. "Ludwig, wende die Kutsche. Wir fahren noch einmal in die Stadt zum Obsthändler" befahl er dann dem Kutscher. "Wir werden deinen Bruder holen. Ich fürchte, er wird sonst von Madame Rosalie zusammengeschlagen. Ich traue es der Frau zu." Erklärte er mir dann weiter. Er sah zu, wie mir dankbar die Tränen über das Gesicht liefen. Liebevoll wischte er sie fort. "Dein Bruder ist also dreizehn. Wie alt bist du, Mädchen? Heißt du wirklich Zenia?" fragte er jetzt dunkel.

"Ich heiße wirklich Zenia, Herr. Meine Mutter nannte mich nach einem irischen Luftgeist. Und ich werde in zwei Wochen siebzehn Jahre alt." Sagte ich zitternd vor Hoffnung, auch meinen Bruder retten zu können. Ich beugte mich vor, um die Augen des Mannes zu sehen. Meine grünen Augen starrten in dunkelgraue. "Warum tun sie das alles für mich? Ich meine für mich und Ernst? Warum, Hoheit? Sie kennen uns doch nicht einmal." fragte ich dann nervös. Denn es war unhöflich, die Gründe meiner Rettung zu hinterfragen. Das wusste ich natürlich.

Dieser Lanzelot lächelte schmal. "Weißt du, was das zweite Gesicht ist, Zenia? Kennst du den Ausdruck?" fragte er mich lächelnd. Ich nickte verwirrt. "Mutter stammt aus Irland, Sir. Sie sagte, es gibt Menschen, die spüren, wenn andere Hilfe brauchen und ihnen vielleicht einmal wichtig werden könnten. Sie nannte es das zweite Gesicht. Vater nannte es Empathie. Menschen, die besonders sensibel auf die Gefühle anderer reagieren." Sagte ich und schlug mir auf den Mund. "Entschuldigt, Herr. Ich rede zu viel." Sagte ich verlegen.

"Nein, tust du nicht. Ganz im Gegenteil. Es ist erfrischend. Du hebst meine Laune beträchtlich. Und du hast recht mit deinen Worten. Du hattest sehr klug Eltern, die ihr Wissen an dich weitergaben. Eine irische Blume, die nicht nur hübsch, sondern auch klug ist. Interessant. Und ich dachte heute Morgen, der Tag würde langweilig werden." Sagte der Mann lächelnd. Mein Herz schlug rasend schnell. Mein Wissen nervte ihn nicht. Er hatte mich tatsächlich gelobt, dachte ich kurzatmig. Das war mir lange nicht mehr...

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