Die Amino-Revolution

Der Alters-Code entschlüsselt - forever young mit Eiweiß, dem Grundstoff des Lebens | Warum uns Erbsen froh, Quark schlank und Hühnereier fit machen
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. März 2021
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-27169-5 (ISBN)
 

Nicht die Gene steuern unsere Gesundheit - sondern unsere Ernährung und unser Lebensstil!

Eine Revolution kündigt sich an in der Erforschung des Alterungsprozesses: Wie alt wir werden (und noch werden können) und ob wir ein hohes Alter gesund oder krank erleben - das ist nicht in unsere Gene eingeschrieben, sondern es ist unser Stoffwechsel, der darüber entscheidet.

So wurden in einer großen Studie mehr als 44.000 Probanden untersucht. Ergebnis: Es fanden sich 14 wesentliche Werte, von denen jeder einzelne ein Indikator für unsere aktuelle Lebensqualität und unsere weitere Lebenserwartung ist - entscheidend dafür, jung und gesund zu bleiben.

Neben Blutfett und Blutzucker betreffen diese Werte vor allem Aminosäuren, denen mit 5 von 14 Werten offenkundig eine entscheidende Rolle zukommt. Anders gesagt: Vollkorn war ein Irrtum. Der menschliche Körper besteht hauptsächlich aus Eiweiß, und er braucht deshalb hauptsächlich Eiweiß.

Mit einer Fülle aktuell recherchierter medizinischer Studien und vielen Heilungsgeschichten aus seiner Praxis zeigt Dr. Strunz, wie wir mit Aminosäuren nicht nur unsere Selbstheilungskräfte und Leistungsfähigkeit aktivieren - sondern viel mehr erreichen können: Lebensqualität.

  • Deutsch
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Heyne
  • 1
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  • 90 farbige Abbildungen, 1 s/w Abbildung
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  • durchgehend 2c
  • 16,38 MB
978-3-641-27169-5 (9783641271695)
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Dr. med. Ulrich Strunz ist praktizierender Internist, Molekularmediziner und Gastroenterologe. Schwerpunkt seiner ärztlichen und publizistischen Tätigkeit ist die präventive Medizin. In Vorträgen, Seminaren und TV-Auftritten begeisterte er viele Jahre lang Zehntausende von Menschen - und führte sie in ein neues, gesundes Leben.

Von der großen Macht der kleinsten Bausteine


Ein Paukenschlag. Etwas ganz Neues. Faszinierendes. Eine Entdeckung, die Ihr Leben unmittelbar revolutionieren kann. Stammt aus der höchsten wissenschaftlichen Institution in Deutschland: aus dem Max-Planck-Institut. Worum geht's? Es geht darum, ob man früher oder später stirbt. Es geht um Krankheit oder Gesundheit. Sein oder nicht sein. Es geht um die zentrale Frage unserer Existenz. Und da lautet die neue Erkenntnis: Vergiss das, worauf wir in den letzten 50 Jahren unsere große Hoffnung gesetzt hatten. Vergiss die Sache mit den Genen. Spielt keine Rolle für dein Alter. Stattdessen:

Kümmere dich um deine Aminos.


Wer das sagt? Die niederländische Gerontologin Eline Slagboom, die zurzeit am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln forscht und außerdem als Professorin für molekulare Epidemiologie an der Universität Leiden lehrt. Sie war auf der Suche nach dem Methusalem-Gen, wertete das Erbgut von mehr als 13 000 Hundertjährigen aus und fand: so gut wie nichts. Denn:

Das Altersgen gibt es nicht.

Da änderte Eline Slagboom ihre Strategie. Wendete ihre Statistikprogramme statt auf die Gene nun auf den Stoffwechsel an. Messbar im Blut. Nahm sich wieder Tausende von Datensätzen vor - dieses Mal mehr als 44 000 Blutbilder von Menschen zwischen 18 und 109 Jahren, die in insgesamt zwölf Studien bereits erhoben worden waren, zum Beispiel in Finnland, Estland, den Niederlanden. Alle Teilnehmer, das ist das Besondere, wurden nach der Studie bis zu 16 Jahre lang weiter beobachtet. Das lieferte Slagboom zwei wesentliche Anhaltspunkte: Das Blutbild. Und die Info: Lebt oder ist gestorben.

In einer für mich sensationellen Studie (Nature Communications 2019, 10:3346, offen zugänglich unter www.nature.com) hat nun also Eline Slagboom aus dem Blut von 44 168 Menschen die »Formel zur Messung des gesunden Alterns« destilliert. Schritt für Schritt hat sie eine unübersichtlich große Menge von Faktoren heruntergerechnet, bis schließlich die Lösung auf dem Tisch lag:

14 Laborwerte: Die Formel für gesundes Altern

Slagbooms 14 Werte zeigen, ob man kürzer oder länger lebt. Kränker oder gesünder. Welche Werte sind das? Ich zitiere aus der Originalstudie:

Biomarker

Name

XXL-VLDL-L

Total lipids in chylomicrons and extremely large VLDL

S-HDL-L

Total lipids in small HDL

VLDL-D

Mean diameter for VLDL particles

PUFA/FA

Ratio of polyunsaturated fatty acids to total fatty acids (%)

Glc

Glucose

Lac

Lactate

His

Histidine

Ile

Isoleucine

Leu

Leucine

Val

Valine

Phe

Phenylalanine

AcAce

Acetoacetate

Alb

Albumin

GlycA

Glycoprotein acetyls

© Shutterstock.com (Alex Traksel)

Die ersten vier Werte sind Blutfette, dann kommen zwei Blutzucker (Glukose, Laktat), es folgen fünf Aminosäuren, schließlich der Ketonkörper (AcAce), das Eiweiß Albumin und zum Schluss noch GlycA: ein relativ frisch entdeckter und wichtiger Biomarker, der im Körper ernste Probleme anzeigt.

Für mich sind die fünf Aminosäuren die sensationelle Nachricht dieser Studie. Warum? Dass zu viele und zu viele falsche Blutfette ein Gesundheitsrisiko darstellen, wissen wir schon lange. Genauso, dass Zucker den Stoffwechsel entgleisen und die Zellen altern lässt. Bekannt ist auch, dass der winzige Eiweißkörper Albumin und der Verzuckerungsmarker GlycA mit akuter Entzündung im Körper zu tun haben und dass Entzündung das Leben verkürzt. Und jetzt kommt's. Ich zitiere direkt aus der Studie: »Der Zusammenhang zwischen den anderen identifizierten Biomarkern und der Sterblichkeit ist weniger gut beschrieben, obwohl diese alle eine bekannte Rolle bei Gesundheit und Krankheit spielen«, schreibt Eline Slagboom, die international anerkannte Forscherin, also heute über Aminosäuren.

Meine Rede seit 20 Jahren. Versuchen Sie mal, in den medizinischen Datenbanken dieser Welt vernünftige Studien zum Einfluss der Aminosäuren auf Krankheit und Gesundheit zu finden. Sie finden: einzelne Nadeln. Im Heuhaufen. Schlagen Sie in dem 1000 Seiten dicken Fachbuch »Janeway Immunologie« Aminosäuren nach. Fast nichts! Es wird so wenig geforscht, dass Sie immer wieder auf relativ alte Studien zurückgeworfen werden oder auf Publikationen aus diversen Eigenverlagen, die zwar sehr gut recherchiert sind, aber in der Fachwelt schon aus Prinzip nicht zur Kenntnis genommen werden (z. B. Theuerkauff 2019; Reglin 2003; Arndt 1999).

Alle Aminos sind lebensentscheidend


Und jetzt kommt Slagboom. Kommt mit fünf Aminosäuren daher, an deren Spiegel im Blutplasma sich ablesen lässt, ob Sie in fünf oder zehn Jahren noch leben. Oder leider nicht mehr. Diese Aminosäuren sind, für mich wenig überraschend: Histidin, Isoleucin, Leucin, Valin, Phenylalanin.

Was ist mit Arginin? Was mit Tryptophan? Sind die etwa nicht lebensentscheidend? Halt, nicht so schnell. Natürlich sind alle Aminosäuren lebensentscheidend, genau wie alle anderen Mikronährstoffe von Vitamin A bis Zink lebensentscheidend sind. Haben Sie einen dieser Stoffe nicht, sind Sie tot. Diese fünf aber, von Histidin bis Phenylalanin, die haben es über die statistischen Hürden in Slagbooms Auswertung geschafft. Deren Spiegel steht also unabhängig von anderen Spiegeln in einem direkten Zusammenhang zu Ihrer Lebensdauer.

Medizinisch gesehen ergibt das freilich wenig Sinn: Im Körper hängen alle Stoffe eng zusammen, der eine wird aus dem anderen gebildet, der nächste funktioniert überhaupt erst, wenn wieder ein anderer in korrekter Menge vorhanden ist. Statistisch war die Frage nach den »biomarkers independently associating with all-cause mortality« aber interessant.

Denn dahinter steht die Hoffnung auf ein zuverlässiges, gleichzeitig unkompliziertes und kostengünstiges Messinstrument für klinische Zwecke: eine kleine Auswertung von nur 14 Faktoren im Blut, die eine große Entscheidungshilfe wäre für oder gegen eine komplizierte Operation zum Beispiel an einem 95-Jährigen, der gerade die Treppe heruntergestürzt ist.

Dahinter steht aber noch viel mehr: Es steht dahinter die Hoffnung auf ein ganz einfaches Mittel für zu Hause. Ein Selbsttest, der einem jeden Tag Auskunft geben könnte: Wie hoch ist eigentlich mein Sterberisiko . heute? Jetzt wird's spannend. Fast schon unangenehm spannend. Und genau darauf will Eline Slagboom hinaus. Es geht ihr darum, die Menschen ein wenig in Richtung Gesundheit zu stupsen. Nach dem Motto:

»Schau her, dein Profil sieht so aus.
Du könntest deine Lebensspanne verlängern,
wenn du deinen Lebensstil änderst.
Wenn du zum Beispiel mehr Proteine zu dir nehmen würdest, weil deine Muskeln schwach werden.«

Hat sie am 07.11.2019 genau so im Deutschlandfunk erklärt. Dahinter steht wiederum eine fast schon revolutionäre Idee: eine personalisierte Lebensstilverbesserung. Heißt noch einmal ganz praktisch: Sie brauchen nicht auf komplizierte Genanalysen zu warten, wenn Sie wissen wollen, ob Sie 100 Jahre alt werden. Es genügt eine einfache Blutprobe. Dass man hier auf Blutfette und Blutzucker guckt, war schon immer selbstverständlich. Dass aber das perfekte Aminogramm die entscheidende Rolle spielt, ist für viele Internisten neu. Nicht für uns: Wir bestimmen in der Arztpraxis Roth seit 1994 Aminogramme. Routinemäßig seit 2001. Wir waren die Ersten in Deutschland. Wohl auch in Europa.

Was...

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