Sephiria

Der Zorn des Magiers
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. September 2018
  • |
  • 340 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7528-5585-2 (ISBN)
 
Wie durch ein Wunder hat Kyle den Angriff von Xerian überlebt, jedoch schwer verletzt. Nach seinem Erwachen muss er mit Entsetzen feststellen, dass bereits viel Zeit seit dem Kampf verstrichen ist und der Dämon und seine Anhänger schon längst mit der Zerstörung begonnen haben. Nun liegt das Schicksal Sephirias einzig und allein in den Händen der verbliebenen Wächter und ihren engsten Verbündeten, um der nahenden Dunkelheit Einhalt zu gebieten und das Böse endgültig zu vernichten ...

Dies ist die Fortsetzung des Buches "Sephiria - der Ring der Wächter".
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,84 MB
978-3-7528-5585-2 (9783752855852)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Corinna Michelle Struck wurde 1997 in Moers am Niederrhein geboren.
Fantasy-Erzählungen interessierten sie schon sehr früh, und so begann sie bereits im zarten Alter von 12 Jahren mit dem Schreiben eines zweiteiligen Romans, ohne jedoch ernsthaft an eine spätere Veröffentlichung desselben zu denken. In den Folgejahren kamen weitere neue Fantasy-Geschichten hinzu, und aus den anfänglichen Schreibversuchen wurde alsbald eine wunderbare Leidenschaft.
Man darf auf weitere fantastische Erzählungen der Jung-Autorin gespannt sein.

Finsteres Erwachen


Kyle stürzte haltlos in die Tiefe eines Abgrundes. Als er den Kopf zur Seite wandte, erblickte er neben sich schemenhaft die Gestalt aus seinen Träumen. Seite an Seite fielen sie in die dunkle Unendlichkeit hinab. Dann legte der Fremde zum ersten Mal seinen Blick auf den Jungen. Der Schüler erschrak, als er unter der Kapuze sein eigenes Antlitz erblickte. Rot glühten die Augen seines Spiegelbildes auf, während es die Hände nach ihm ausstreckte. Kurz darauf erschien ein weißes Licht, und die Welt verblasste.

Als Kyle erwachte, wurde er sofort von heftigen Schmerzen geplagt. Er lag auf einem harten Untergrund, seine Hände waren zusammengebunden worden. Eine Augenbinde hinderte ihn am Sehen. Er zitterte, und der Geruch von Blut stieg ihm in die Nase. Panik ergriff ihn, er riss vergebens an den Stricken, bis seine Kräfte nachließen. Er schrie nach Jaren und Delren, bis seine Stimme versagte. So harrte er dort aus, lauschte dem wilden Pochen seines Herzens, als er plötzlich Schritte vernahm. Eine Tür wurde geöffnet. Jemand trat ein und näherte sich ihm langsam. Die Person sprach kein Wort, Kyle konnte lediglich ihre leisen und gleichmäßigen Atemzüge hören.

»Wer seid Ihr?«, fragte er matt. Er erhielt keine Antwort. Stattdessen spürte er, wie sich eine kühle Hand auf seine Stirn legte. Er bekam eine Gänsehaut. Dann vernahm er eine tiefe Stimme, kaum lauter als ein Flüstern: »Nur Mut, Junge, du wirst es überleben.«

Kyle biss die Zähne zusammen, als ein stechender Schmerz seinen Arm erfüllte. Die fremde Gestalt hatte ihm einen nadelähnlichen Gegenstand ins Fleisch gestoßen. Für einen kurzen Augenblick spürte er ein seltsames Gefühl durch seinen Körper fluten, Schwindel erfasste ihn. Dann schwanden ihm erneut die Sinne, und er versank in tiefem Schlaf.

Schreie durchschnitten die Luft wie meuchelnde Klingen, als das verheerende Feuer entflammte. Weit loderte das Unheil über die schützenden Mauern hinweg und verzehrte all jene, die der drohenden Gefahr nicht hatten entrinnen können. Erstickender schwarzer Dunst füllte die Lungen der Überlebenden und nahm ihnen die Sicht. Das Letzte, was sie spürten, war ein tödlicher Schwertstreich aus dem Nichts.

Hoch über den Dächern und Türmen schwebte eine dämonische Gestalt, der die Mordlust in den Augen funkelte. Ihre Haut war grau wie die Asche am Boden, ihr Haar züngelte sich feurig um ihr Haupt. Immer wieder stürzte sie sich in die Tiefe und schwang ihre schwarze Klinge, um die Hilflosen zu meucheln. Jenen, die ihr Widerstand leisten wollten, nahm sie das Leben durch ihre Magie. Erst, als alles zerschmettert ward, als das Blut ihrer Opfer den starren Grund tränkte, hielt sie inne. Eine tiefe Genugtuung erfüllte ihr verdorbenes Herz, als sie ihr Werk betrachtete, und ihre blutleeren Lippen verzogen sich zu einem Grinsen. Ihre Diener allerdings, die Vorboten ihres Fluchs, sahen nur mit furchterfüllten Augen zu ihr auf.

Einer der Anhänger, eine bleiche Frau mit pechschwarzem Haar, schlang fröstelnd die Arme um sich. Sie war soeben Zeuge eines grausamen Massenmordes geworden, und zum ersten Mal seit vielen Jahren lief ihr beim Anblick von Toten ein eiskalter Schauer über den Rücken. Ihr war bewusst, dass sie allein die Schuld daran trug, denn immerhin hatte sie der Zerstörung den Weg bereitet. Sie, die stolze und mächtige Lady Sargat. Sie hatte einen Dämon befreit. Sein Name war Xerian.

Als Kyle abermals sein Bewusstsein wiedererlangte, waren seine Schmerzen verflogen. Die Fesseln hatte man ihm abgenommen, und auch die Augenbinde war verschwunden. Es dauerte einen Moment, bis er sich an das spärliche Licht in der Kammer gewöhnte, in der er sich befand. Er selbst lag auf einem schmalen Bett, bedeckt mit einem Leinentuch. Sein Oberkörper war mit dicken Bandagen verbunden worden, an denen die Reste getrockneten Blutes zu erkennen waren. Als er sich weiter umsah, erblicke er einen Schemel in der Ecke und einen kleinen Tisch, auf dem einige seltsame Phiolen standen. Den einzigen Ausgang des kleinen Raumes bot eine alte Holztür, durch deren Ritzen vereinzelte Lichtstrahlen fielen. Was war dies für ein Ort? Wer hatte ihn hergebracht?

Schritte ertönten, ein Schatten erschien unter dem Türspalt. Jemand drückte die Klinke herunter, und helles Tageslicht flutete in den Raum. Geblendet kniff Kyle die Augen zusammen und versuchte zu erkennen, mit wem er es zu tun hatte, jedoch konnte er nur eine schemenhafte Gestalt ausmachen, die eintrat.

»Wer seid Ihr?«, fragte der junge Magier.

Die Person hielt einen Augenblick inne. »Du bist erwacht!«, rief sie dann überrascht aus.

An der Stimme konnte Kyle erkennen, dass es sich um einen Mann handelte.

»Wie fühlst du dich?«, wollte sein Gegenüber wissen. »Kannst du aufstehen?« Er reichte Kyle die Hände und half ihm vorsichtig auf.

Der Junge merkte sofort, wie schwach er sich auf den Beinen fühlte; es kostete ihn viel Kraft. Dies fiel auch dem Fremden auf, der ihn sogleich stützte. Behutsam führte er den Versehrten nach draußen auf einen kleinen Hof hinaus und setzte ihn auf einer Steinbank neben einem Brunnen ab. Hier vermochte Kyle den Fremden auch zu erkennen. Es handelte sich um einen etwas stämmigen Mann mit kurzen, leicht ergrauten Haaren und dunklen Augen. Er erinnerte Kyle ein wenig an Halgor, den Schmied des Dorfes, in dem er einst gelebt hatte.

Neugierig betrachtete der Mann ihn für eine Weile, dann fragte er: »Wie nennst du dich, Junge?«

Kyle nannte ihm seinen Namen.

Der Fremde lächelte. »Ich bin Thur, der Alchemist«, stellte er sich vor. »Willkommen in meinem Heim. Ich bin Heilkundiger und lebe hier mit meiner Familie.«

Kyle entdeckte weitere kleine Häuser in der Nähe. Eines von ihnen war die winzige Hütte, in der er geruht hatte. Der Brunnen war das Zentrum des kleinen Anwesens. »Verzeiht mir die Frage«, bat er etwas unsicher, »doch wo genau sind wir hier?«

Thur lachte und antwortete: »Im Norden Temariahs, an der Grenze zu Dornam. Der Elghari-Strom liegt ganz in der Nähe. Dort haben wir dich übrigens auch gefunden. Hattest du dich etwa verirrt?«

Kyle schüttelte den Kopf. Ihm wurde plötzlich elend zumute, als er sich langsam erinnerte, was geschehen war. Nach seinem Kampf mit Xerianmusste er in die große Schlucht Lokarns gestürzt sein, in deren Tiefen das Wasser des Flusses Elghari wütete. Wie konnte es dennoch sein, dass er am Leben war? Hatte dies etwas mit der seltsamen Vision zu tun, die er in der Tiefe empfangen hatte?

Seine Gedanken kreisten und erfüllten seinen Geist mit Chaos. Auch der Alchemist bemerkte seine Verwirrung und schüttelte etwas ungläubig den Kopf. »Die Schöpferin muss wohl über dich gewacht haben!«, meinte er. »Es grenzt an ein Wunder, dass du wieder ins Leben zurückgekehrt bist! Wir hatten die Hoffnung bereits aufgegeben.«

Diese Worte lösten großes Unbehagen bei Kyle aus. »Wie lange war ich fort?«, wollte er wissen.

Thurs Miene verfinsterte sich. »Deine Wunden waren sehr schwer«, erzählte er, »und dein Schlaf glich einer Ewigkeit. Als wir dich an dem Fluss fanden, in einer Lache aus Blut liegend, haben wir dich unverzüglich hergebracht.« Er schwieg einen Moment, bevor er fortfuhr: »Das war vor etwa einer Woche.«

Kyle gefror das Blut in den Adern, als er das hörte. »Das ist unmöglich!«, stammelte er ungläubig und starrte Thur niedergeschlagen an, doch konnte er nichts in dessen Augen lesen, was das Gegenteil bewies. Eine Woche! So viel Zeit war bereits vergangen seit Xerians Auferstehung. Zeit, die niemals hätte vergeudet werden dürfen! Bestürzt senkte Kyle seinen Blick. Delren war tot, ermordet durch die Hand des Dämons! Doch was war mit Jaren geschehen? Hatten sie auch ihn getötet?

Ohne, dass er es wollte, traten dem Jungen die Tränen in die Augen. Verzweifelt griff er sich an die Stirn. »Ich muss zurück!«, murmelte er. »Ich kann nicht länger verweilen!« Hastig sprang er auf, aber sogleich zwang ihn die Erschöpfung in die Knie.

»Vorsicht!«, hörte er seinen Retter über sich, der ihm wieder aufhalf. »Du musst dich schonen!«

Kyle schüttelte den Kopf und erwiderte: »Ihr versteht nicht! Ganz Sephiria ist in Gefahr! Eine dunkle Macht bedroht uns!«

Der Mann kniff die Augen zusammen und murmelte: »Dann sind die Gerüchte also wahr. Es heißt, dass sich die Magier nun wieder erhoben haben, um Rache zu nehmen. Weißt du etwas darüber? Verrate es mir!«

Der Wächter erzählte ihm stockend von den Schwarzmagiern und Xerians Auferstehung. Thur lauschte angespannt seinen Worten, Argwohn zeichnete sich in seiner Miene ab. »Und woher weißt du all dies?«, unterbrach er den Jungen irgendwann.

»Weil ich selbst dort war, als es geschah«, gestand der Magier. »Ich bin ebenfalls ein Begabter, doch ich gehöre einem Orden an, der gegen die dunklen...

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