SPY - Operation Himalaya

Agenten-Buch für Jungen und Mädchen ab 12 Jahre
 
 
Loewe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. August 2020
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7320-1431-6 (ISBN)
 
Hochspannung 4000 Meter über dem Meer Endlich ein offizieller Auftrag: In Kathmandu stößt Nick zu einer international besetzten Truppe von Junior-Agenten. Sie sollen die 15. Reinkarnation des Dalai Lama während seiner ersten Reise begleiten. Keine leichte Aufgabe, denn das neue Oberhaupt der Tibeter ist erst dreizehn Jahre alt, und es gibt genug Regierungen, die den Jungen gerne auf ihre Seite ziehen wollen. Bei seinem dritten Abenteuer macht SPY nicht nur die dünne Luft in 4000 Metern Höhe zu schaffen. Denn da ist noch diese hübsche Kollegin vom Mossad, mit der Carol gar nicht klarkommt ... Im neuen Teil der Abenteuer-Reihe schickt Bestsellerautor Arno Strobel zusammen mit Nina Scheweling Nick zu seinem ersten offiziellen Auftrag in das Himalaya-Gebirge. Ein turboschnelles, actionreiches Abenteuer und ideales Lesefutter für Jungen und Mädchen.

Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, wagte sich mit 40 Jahren an seinen ersten Roman. Seit 2010 schreibt er Psychothriller für Erwachsene, die regelmäßig in den Bestsellerlisten vertreten sind, und gehört zu den gefragtesten deutschen Thrillerautoren.
weitere Ausgaben werden ermittelt

KAPITEL 1

»Ich bin echt mal gespannt, warum Faber uns nach Muscat geschickt hat.« Nick ließ den Kopf gegen die Rückenlehne sinken und blickte aus dem Fenster, wo nichts zu sehen war außer dem zuckenden Blinklicht des Flugzeugs, das in kurzen Abständen für den Bruchteil einer Sekunde die Dunkelheit durchbrach. Am Horizont dahinter zeichnete sich der herannahende Morgen als gelblicher Streifen ab.

Er wandte sich wieder Carol zu. »Warst du schon mal dort?«

Seine zwei Jahre ältere Mitschülerin und beste Freundin schüttelte den Kopf. »Nein, im Oman war ich auch noch nicht. Aber wir werden uns wohl an Einsätze auf der ganzen Welt gewöhnen müssen.«

»Dem kann ich nur zustimmen«, kommentierte Bruno aus dem winzigen Lautsprecher, den man Nick gleich am Anfang seiner Spezialausbildung unter die Haut hinter dem rechten Ohr implantiert hatte.

Bruno war ein Computer Based Personal Interface, kurz CBPI, ausgestattet mit einer geradezu unglaublich ausgereiften künstlichen Intelligenz, das in einem hauchdünnen Band um Nicks Handgelenk untergebracht und direkt mit seinem Nervensystem verbunden war.

»Hätte mich auch gewundert, wenn du etwas unkommentiert gelassen hättest«, murmelte Nick.

Carol wusste, wem das galt, und grinste.

»Selbstverständlich«, entgegnete Bruno und sprudelte sofort los. »Es gehört schließlich zu meinen Aufgaben, dich als angehenden Sonderermittler des BND mit meiner Meinung und Einschätzung der Lage dahingehend zu unterstützen, dass ich stets .«

»Bruno?«

»Ja, bitte?«

»Klappe!«

Eine Stewardess erschien neben Carols Sitzplatz und lächelte ihnen entgegen. »Wir werden in Kürze mit dem Landeanflug auf Muscat beginnen und dort in etwa einer halben Stunde landen. Kann ich noch etwas für Sie tun?«

»Nein, danke«, entgegnete Carol, und auch Nick winkte ab. In den vergangenen sechs Stunden waren sie so ausgiebig mit leckerem Essen und Getränken versorgt worden, dass er nichts mehr herunterbekam. Natürlich waren für sie Plätze in der Economyclass gebucht worden, doch Carol hatte sich über ihr CBPI kurz vor dem Start in den Computer der Fluggesellschaft eingeloggt und mit wenigen Klicks dafür gesorgt, dass zwei der noch freien Plätze in der First Class auf ihren Namen reserviert wurden. Ob die Plätze nun frei blieben oder ob sie beide darauf säßen, mache ja schließlich keinen großen Unterschied, hatte sie gemeint. Nick sah das ebenso und genoss seinen ersten First-Class-Flug. Auch wenn sie nicht wussten, was sie an dem exotischen Ort erwarten würde, zu dem sie unterwegs waren.

Als die Maschine sich eine knappe halbe Stunde später in eine letzte Kurve legte, tasteten die ersten Strahlen der bald aufgehenden Sonne über die nur noch wenige Hundert Meter unter ihnen liegende Wüstenlandschaft aus gelb-braunen Hügeln.

Kurz darauf wurden die Gebäude und Hallen des Flughafens sichtbar und Nick stieß ein verwundertes »Wow!« aus.

»Was ist?« Carol beugte sich zu ihm hinüber.

»Sieht ja ziemlich modern aus da unten. Das hätte ich nicht erwartet.«

Carol zuckte mit den Schultern. »Warum denn nicht?«

Nick stellte fest, dass er das selbst nicht wusste. Vielleicht hatte er wegen der ausgedehnten, öden Wüstenlandschaft nur einen kleinen Provinzflughafen mit Holzbaracken erwartet.

Die freundliche Stewardess tauchte wieder neben Carol auf und sagte leise etwas zu ihr, was Nick allerdings nicht verstehen konnte, da im gleichen Moment Bruno losplapperte.

»Der Muscat International Airport ist der wichtigste Luftverkehrsknotenpunkt Omans. Derzeit werden 55 Flugziele in 27 Ländern angeflogen und .«

»Ja, ja, ja«, wiegelte Nick ab, woraufhin die Stewardess verstummte und ihn erschrocken ansah.

»Oh nein, ich .« stammelte Nick. »Das war . also, ich habe nicht Sie gemeint, sondern .«

Der Ausdruck im Gesicht der Frau wechselte von erschrocken zu auffordernd. »Sondern?«

Nick spürte, wie feine Schweißtropfen sich auf seiner Stirn bildeten.

»Mich! Ich habe mit mir selbst geredet. Das tue ich öfter, stimmt's?« Hilfe suchend wandte er sich an Carol, die ein Grinsen offensichtlich nur mühsam unterdrücken konnte. »Ja, er ist manchmal etwas sonderbar, der liebe Nick«, erklärte sie der Stewardess, auf deren Stirn sich nun deutliche Falten zeigten. »Manchmal gibt er auch einfach nur seltsame Laute von sich. Ich kann Ihnen sagen, daran muss man sich erst einmal gewöhnen .«

Nach einem letzten zweifelnden Blick zu Nick wandte die Frau sich schließlich ab und verschwand zwischen den komfortablen Ledersesseln.

»Na vielen Dank auch für deine Hilfe.«

»Gerne.«

Wenig später setzte die Maschine mit sanftem Ruck auf der Landebahn auf und bremste in der nächsten Sekunde so stark ab, dass sie gegen die Gurte gedrückt wurden. Die Triebwerke brüllten noch einmal auf, als der Umkehrschub einsetzte, doch dann verloren sie rasch an Geschwindigkeit. Kurz darauf war der Spuk vorbei und sie rollten von der Landebahn.

Auf dem Weg zu ihrer Parkposition kamen sie an Flugzeugen vorbei, die über herangeschobene Rolltreppen Reisende ausspuckten, neue Gäste aufnahmen oder einfach abgestellt waren. Nick registrierte es kaum. Er dachte an die Worte, mit denen Direktor Faber sie auf ihren ersten offiziellen Auslandseinsatz geschickt hatte.

»Eigentlich ist dies ein Auftrag für fertig ausgebildete Agenten mit mehrjähriger Berufserfahrung«, hatte er ihnen erklärt, während Carol und Nick ihm dabei zugesehen hatten, wie er hinter seinem Schreibtisch auf und ab gegangen war. Das tat er immer, wenn es um brisante Themen ging.

»Aber man hat speziell um Unterstützung von Agenten in eurem Alter gebeten.«

»Wer ist man?«, hatte Nick wissen wollen, von Faber aber lediglich ein Kopfschütteln geerntet.

»Das werdet ihr vor Ort erfahren. Nur so viel: Diese Mission ist von enormer Bedeutung und hätte unabsehbare politische Konsequenzen, wenn sie scheitert. Ich erwarte von euch verantwortungsvolles, aber entschlossenes Handeln in jeder Situation.«

Nick wurde aus seinen Gedanken gerissen, als die Maschine mit einem Ruck anhielt. Offenbar hatte sie ihre Parkposition erreicht. Die Anspannung in Nick stieg an.

Wer mochten wohl die anderen Mitglieder des Teams sein? Ebenfalls Junior-Agenten wie Carol und er? International hatte Direktor Faber gesagt. Bestimmt Engländer oder Amerikaner. Obwohl . im Oman? Vielleicht arbeiteten sie auch mit jungen Arabern zusammen?

»Jetzt bin ich gespannt«, sagte Carol, während sie den Gurt öffnete und sich anschickte aufzustehen.

»Ich auch.« Nick streckte sich ausgiebig. Trotz der bequemen Sessel, die sich sogar in eine Liegeposition hatten schieben lassen, war er froh, die Maschine gleich verlassen zu können.

»Ob wohl schon jemand am Flugzeug auf uns wartet?«

Carol hob die Schultern. »Wir werden es bald erfahren.«

Als Nick kurz darauf ins Freie trat, blieb er auf der obersten Stufe der Rolltreppe stehen und sah sich auf dem Rollfeld um. Außer den Passagieren, die vor ihm die Maschine verlassen hatten, und einigen Männern und Frauen der Flughafencrew in orangefarbenen Warnwesten war niemand zu entdecken.

»Wie es aussieht, wartet man wohl erst hinter der Passkontrolle auf uns«, bemerkte Carol, die schräg hinter Nick in der Flugzeugtür stand. »So wichtig scheint das alles also nicht zu sein.«

Nick musste grinsen. »Was hast du erwartet? Eine schwarze Limousine mit Standarten an den Kotflügeln?«

»Das dürfte nicht Carols Erwartungshaltung gewesen sein«, belehrte ihn Bruno. »Falls doch, hat sie diesbezüglich offenbar eine ebenso große Wissenslücke wie du. Standarten sind Hoheitszeichen eines Staatsoberhaupts, eines Regierungschefs oder eines diplomatischen Vertreters eines Staates. Sie zeigen der Öffentlichkeit an, wo sich diese Person befindet, und dürfen somit nicht von jedermann genutzt werden. Ein bekanntes Beispiel sind .«

»Bevor ich es vergesse«, fiel Nick ihm ins Wort und drehte sich zu Carol um, während er vor ihr die Treppe hinabstieg. »Kannst du bitte daran denken, mir bei der nächsten Modifikation von Bruno einen kleinen Gefallen zu tun?«

»Klar. Welchen?«

»Später. Ich möchte ihn nicht jetzt schon beunruhigen.«

»Pah!«, machte Bruno, dann schwieg er.

Vor den beiden geöffneten Schaltern der Passkontrolle hatte sich schon eine beachtliche Schlange gebildet, doch bevor sie sich anstellen konnten, wurden sie von einer jungen Frau in Flughafen-Uniform auf Englisch angesprochen. »Bitte folgen Sie mir. Sie brauchen nicht durch die Passkontrolle.« Sie lächelte freundlich und zeigte dabei zur Seite auf einen breiten Durchgang, über dem in arabischen, indischen und lateinischen Schriftzeichen das Wort Transitzone stand.

Carol zwinkerte Nick zu, während sie hinter der Flughafenmitarbeiterin hergingen. Nick fragte sich aufgrund der Tatsache, dass sie offenbar wusste, wer sie waren, ob sie überhaupt am Flughafen arbeitete.

»Keine Passkontrolle. Anscheinend sind wir doch wichtig.«

Aber Nick beschäftigte sich schon mit etwas anderem. »Transitzone? Was ist mit unseren Koffern?«

Die Frau sah ihn über die Schulter an. »Keine Sorge, die werden automatisch umgeladen.«

»Umgeladen?«

»In das Flugzeug, mit dem ihr weiterfliegt.«

Nick blieb stehen und hob die Brauen. »Weiterfliegen? Ich verstehe nicht .«

Das Lächeln der Frau blieb, als sie sich zu ihm umdrehte, wirkte nun...

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