S.M.S. Kaiserin Elisabeth S.M.S. Fasana - eine Begegnung

Während ihrer Aufsehen erregenden Weltreisen treffen sich 1893 der k.u.k. Kreuzer und die Korvette auf hoher See
 
 
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  • 2. Auflage
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  • erschienen am 21. April 2020
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  • 296 Seiten
 
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978-3-7504-7507-6 (ISBN)
 
Weshalb drängte Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand den Linienschiffsleutnant Erzherzog Leopold aus der k.u.k. Kriegsmarine? Was bedeutete der Tod des Kommandanten für S.M.S. FASANA? Wird die Korvette den Kampf mit dem Taifun, der großen Dampfern zum Verhängnis wurde, bestehen?
Diese Fragen, sowie die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Erzherzöge und der Bemannung von den Ereignissen an Bord beider Schiffe werden durch authentische Aufzeichnungen und Dokumente ausführlich beantwortet und belegt.
Ein Buch für Leser, die an der ehemaligen österreichisch-ungarischen Marine interessiert sind, und an den Weltreisen der beiden Schiffe - mit allen persönlichen Konflikten die sich an Bord ergaben - teihaben wollen.
2. Auflage
  • Deutsch
  • 38,97 MB
978-3-7504-7507-6 (9783750475076)
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Als "Binnenländer" ist Heinz Strauss durch den Jahrgangsnamen nach dem legendären österreichisch-ungarischen U-Bootskommandanten "Ritter von Trapp", unter dem sein Sohn Andreas die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt absolviert hat, mit der k.u.k. (Kriegs-)Marine in Berührung gekommen. Seither ist er leidenschaftlich mit diesem Thema befasst und Verfasser mehrerer Bücher zur k.u.k. Marinegeschichte.
Der Autor verwendet vorwiegend bisher unveröffentlichtes privates Schriftgut der porträtierten österreichisch-ungarischen Marineoffiziere und stellt ihre - oftmals reservaten - Schilderungen und spannende Erlebnisse in den historischen Kontext, der durch Dokumente belegt wird.
Ganz im Sinne jenes Zitates, das jeden Buchtitel begleitet und 1920 von k.u.k. Kontreadmiral a. D. Erich Heyssler an Korvettenkapitän a. D. Peter Handel-Mazzetti nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie geschrieben wurde:
"[...] so bin ich ganz der Meinung, dass etwas geschehen müsste, um unserer alten Marine einen Denkstein zu setzen, damit sie nicht ebenso spurlos, wie sie vom Weltbild verschwunden ist, auch aus der Geschichtet verschwindet."
Heinz Strauss, geb, 1945 in Graz, vor der Pensionierung Mitarbeiter im Marketing eines Elektrizitätsunternehmens, lebt im Süden Österreichs - in der Thermenstadt Bad Radkersburg.

Vor Antritt der Weltreise


Die k.u.k Monarchie - immerhin eine Großmacht - die sich aber in der Kolonialpolitik in Übersee zurückhielt, wollte wieder einmal ihre zumindest handelspolitischen Interessen durch ein großes und modernes Kriegsschiff sichtbar machen.

Bei dieser Gelegenheit wurde die Ratifizierungsurkunde in Korea, die nach Verhandlungen zwischen Österreich-Ungarn und Japan am 23. Juni 1892 in Tokio in einen Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag mündete, übergeben.

Gleichzeitig sollten wissenschaftliche Aufgaben erfüllt und traditionell die maritime Ausbildung der angehenden Marineoffiziere durchgeführt werden.

Als Hilfsmittel dafür diente die für elf Monate geplante Weltreise mit Erzherzog Franz Ferdinand d'Este (1863-1914), die am 15. Dezember 1892 beginnen sollte.

Der k.u.k. Admiralsbefehl vom Marinekommandanten Maximilian Freiherr Daublebsky von Sterneck zu Ehrenstein (1829-1897) erschien am 2. November 1892 und verzeichnete die Bemannung des Torpedo-Rammkreuzers KAISERIN ELISABETH, der dann Mitte November in den Dienst gestellt wurde.

Vor dem geplanten Reiseantritt mussten allerdings noch einige Probefahrten absolviert werden, um die Zuverlässigkeit des Kreuzers vor der langen Fahrt zu überprüfen.

Die Mitglieder des Schiffsstabes - Offiziere und Beamte - wurden sorgfältig ausgewählt und mussten ausgezeichnete Qualifikationen haben.

Der Kommandant, Linienschiffskapitän Alois Ritter von Becker, hatte bereits große Erfahrung mit Missionen in großer Entfernung: 1876 hatte er an einer britischen Arktis-Expedition an Bord von HMS PANDORA unter dem Kommando von Sir Allen Young (1822-1915) teilgenommen und von 4. Oktober 1888 bis 23. Dezember 1889 hatte er selbst die S.M. Korvette SAÏDA auf einer Fahrt nach Westindien und Nordamerika kommandiert.

Erzherzog Leopold Ferdinand von Österreich-Toskana, nun Linienschiffsleutnant, hatte als Seekadett 1887/89 an Bord S.M.Korvette FASANA Ostasien bereist, wo er u.a. mit dem Schiffsstab beim japanischen Kaiser und beim König von Siam eingeladen war, und war ebenfalls "missionserprobt".

Dass er aber diesmal an der Auslandsmission der KAISERIN ELISABETH absolut nicht teilnehmen wollte, hatte weniger damit zu tun, dass ihm die Route bekannt war, sondern weil Erzherzog Franz Ferdinand mit an Bord war. Seine Befürchtung, es werde zu einer Auseinandersetzung mit ihm kommen, würde sich später bestätigen.

Verzögert sich das Auslaufen?


Ob der geplante Abreisetermin eingehalten werden konnte, war einige Tage nicht sicher. Erzherzog Franz Ferdinand hatte im November 1892 die Teilnahme an mehreren Verpflichtungen und Jagdausflügen zugesagt:

  • Abschied von der Oedenburger Garnison
  • Teilnahme am Militär-Seelenamt in der Hof-Pfarrkirche mit Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916)
  • Jagdausflug im Salzkammergut mit Erzherzog Leopold Ferdinand Salvator
  • Treibjagd im ungarischen Gödöllö
  • sowie eine Jagd in der Steiermark.

Mitte November war ein Dejeuner beim russischen Thronfolger Großfürst Nikolaus im erzherzoglichen Palais in der Favoritenstraße in Wien zu absolvieren, bei dem er in russischer Uniform mit dem Bande des Andreas-Ordens erscheinen musste, bevor es dann zum Galadiner beim Kaiser ging.

Trotz des kalten, feuchten und stürmischen Wetters, das naturgemäß um diese Jahreszeit herrschte, musste sich für den schießwütigen Erzherzog noch eine weitere Jagd ausgehen:

Auf der Majoratsherrschaft des Markgrafen Alexander Pallavicini (1853-1933) in Mindszent-Algyö/Ungarn einige Tage vor dem Abreisetermin, zog sich Franz Ferdinand durch die raue Witterung prompt eine Halsentzündung zu.

Die viertägige Jagd lieferte damals eine beachtliche Strecke: 2 Rehe, 155 Fasane, 7107 Hasen, 56 Rebhühner, sowie einige Füchse und Raubvögel.

Deshalb war zunächst unklar, wann die KAISERIN ELISABETH tatsächlich auslaufen und Kurs auf Port Saïd und danach die Fahrt durch den Suez-Kanal aufnehmen würde.

Doch der Erzherzog erholte sich rasch und schon nach einigen Tagen konnte er das Zimmer zu einer Ausfahrt verlassen, "trug jedoch aus Vorsicht den Hals noch in einer Binde verwahrt'. Die Weltreise konnte also planmäßig angetreten werden.

Mit einem Kurierzug der Südbahn reiste Franz Ferdinand in Begleitung seiner Eltern, Erzherzog Karl Ludwig und Erzherzogin Marie Therese sowie seinen Geschwistern Otto und Josepha von Wien nach Triest, wo sie vom k.u.k. Marinekommandanten Admiral Maximilian Freiherr Daublebsky von Sterneck zu Ehrenstein und anderen Honoratioren empfangen wurden.

Der Marinekommandant war schon am Vortag, dem 13. Dezember 1892, mit der für ihn ausgerüsteten kaiserlichen Raddampfyacht GREIF von Pola, die den Eltern Franz Ferdinands als Salon und Nachtquartier dienen sollte, in Triest angekommen.

Am 15. Dezembervormittags besichtigte die erzherzogliche Familie den Rammkreuzer KAISERIN ELISABETH und wurdean Bord von Franz Ferdinand und Linienschiffsleutnant Erzherzog Leopold Ferdinand empfangen.

Hier war von den später auftretenden Spannungen zwischen den beiden Hoheiten noch nichts bemerkbar. Diese sollten sich an Bord erst allmählich aufbauen und mit einem Knalleffekt, der für den erzherzoglichen Seeoffizier erhebliche Konsequenzen haben wird, enden.

Der passionierte Jäger Erzherzog Franz Ferdinand (Bildmitte) mit Ernst Emanuel Graf von Silva-Tarouca (1860-1936) auf einer Jagd in Böhmen, etwa zwei Jahre vor seiner Ermordung.

Erzherzog Karl Ludwig gab am 15. Dezember auf der Yacht zu Mittag ein Abschiedsdiner für die Familie, bevor um 14.15 Uhr die KAISERIN ELISABETH, begleitet von den beiden Dampfern ARCIDUCHESSA CARLOTTA und DANUBIO bei prächtigem Wetter von San Carlo auslief.

Im Hafen hatte sich eine riesige Menschenmenge eingefunden, die bis San Andrea reichte und "sogar die Flächen des ungeheuren Wellenbrechers waren von zahlreichen Menschen besetzt."

Die öffentlichen Gebäude Triests waren beflaggt und alle Schiffe im Hafen hatten Flaggengala gehisst.

Erzherzog Franz Ferdinand - zwar von Kaiser Franz Joseph I. noch nicht formell bestätigt - wurde nach dem Selbstmord des Sohnes des Kaisers, des Erzherzogs Rudolf 1889 in Mayerling, allgemein als Thronfolger angesehen und war sich dieser Rolle auch bewusst.

Der Autor Dr. med. Gerd Holler schrieb 1982 in seinem Buch über den Erzherzog:

"So widersprechend auch die Aussagen über die Fähigkeiten des Thronfolgers sein mögen und die Spekulation, ob er ein großer, ein guter oder schlechter Monarch gewesen wäre, ob er fähig oder unfähig war, in einem Punkt waren und sind sich alle Kommentatoren einig: Er wurde der Schöpfer der modernen österreichischungarischen Kriegsmarine. Nur auf diesem Gebiet konnte er allein arbeiten, der Kaiser überließ ihm diese Aufgabe und mischte sich nicht in diese Kompetenzen ein.

Die Kriegsmarine interessierte Franz Joseph zeitlebens nicht, es wird sogar behauptet, dass er, obwohl Oberbefehlshaber, nicht einmal eine Marineuniform besessen hätte, geschwelge denn sich in ihr öffentlich zeigte. Der Thronfolger hat jedenfalls auf diesem militärischen Sektor Großes geleistet".

Wie die Stabsmitglieder, so wurde auch bei der Entourage die Personen nach bestimmten Kriterien ausgewählt.

Sie mussten neben der angemessenen gesellschaftlichen Stellung auch mit der ausgeprägten Jagdleidenschaft Erzherzogs Franz Ferdinand mithalten und die bejagten Tiere "ansprechen" - also Gattung, Art, Alter, Geschlecht und Merkmale der Trophäen bestimmen können.

Vor Antritt der Weltreise wurden einerseits über diplomatische Kanäle die Regierungen der besuchten Länder von Einzelheiten der Planung in Kenntnis gesetzt, andererseits wurde die Öffentlichkeit natürlich durch die Zeitungen über die Vorbereitungen, die Ereignisse während der Reise und die Aufenthaltsorte laufend informiert.

Skurrile Angebote


Während in den Depeschen der ausländischen Regierungen der Freude über den Besuch des Erzherzogs Ausdruck verliehen wurde, löste es im Inland angeblich eine Flut von Zuschriften an die Kanzlei des Erzherzogs Franz Ferdinand von Leuten aus, die den Thronfolger begleiten wollten und ihre Dienste anboten.

Wissenschaftler und Künstler wiesen darauf hin, durch ihre Fähigkeiten zum Gelingen der außergewöhnlichen Reise beitragen zu wollen.

Kurios war zB der Antrag einer bekannten Wiener Pianistin-vielleicht Adele Radnitzky-Mandlik (1864-1932) - sie könne dem Erzherzog "in den Stunden der Monotonie, die während der langen Seereise eintreten könnten, durch Musik im vornehmen Style edle Erheiterung" bieten.

Die Gesuche wurden allein schon wegen der beengten Verhältnisse an Bord zurückgewiesen.

Die Raumverhältnisse an Bord


Bereits die Unterbringung der Entourage des Erzherzogs verursachte auf dem Kriegsschiff, das ja nicht als Luxusdampfer konzipiert...

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