Friedrich Christoph von Goerne (1734 - 1817)

Selbstherrlicher Minister König Friedrichs II. oder Spielball seiner Sekretäre und fremder Magnaten?
 
 
Berliner Wissenschafts-Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Januar 2014
  • |
  • 483 Seiten
 
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978-3-8305-2923-1 (ISBN)
 
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Friedrich Christoph von Goerne gilt gemeinhin als das Zerrbild eines korrekten, pflichtbewußten preußischen Beamten, hat er doch nicht nur seine ministeriellen Obliegenheiten grob vernachlässigt, sondern durch Mißwirtschaft, Fahrlässigkeit und Verschwendung die ihm anvertraute Seehandlung fast in den Ruin geführt. War aber wirklich der Edelmann allein Schuld an der Misere von 1782, hätte nicht auch jeder andere an den Grundfehlern scheitern müssen, die bei Errichtung der Sozietät 1772 gemacht worden sind? Im Ergebnis der hier vorgelegten Untersuchung erscheint F. C. von Goerne ungeachtet all seiner Fehler und Amtsverstöße eher als Getriebener: getrieben von Friedrich II., von seinen Berliner und Warschauer Gewährsmännern, von polnischen Würdenträgern und Magnaten sowie nicht zuletzt vom eigenen Ehrgeiz. Zudem muß seine Ernennung zum Minister als personalpolitischer Fehlgriff gewertet werden. Es ist unverständlich, wieso der ob seiner Menschenkenntnis gerühmte Monarch so lange an einem Mann festhielt, der seine Weisungen offenkundig in den Wind schlug und sich bei der Leitung seines Ressorts ziemlich selbstherrlich gerierte. Die Auswertung von einigen hundert Briefen, die in den Jahren 1776 bis 1782 zwischen Berlin und Warschau gewechselt wurden, zeigt nicht nur die erheblichen Spielräume auf, über die entgegen herkömmlichen Vorstellungen hohe friderizianische Beamte verfügten, sondern wirft auch ein bezeichnendes Schlaglicht auf die inneren Verhältnisse in der polnischen Adelsrepublik, in der es zahlreiche Parteien gab, die sich zwar beständig auf das Beste der Nation beriefen, in Wirklichkeit jedoch meist nur egoistische Interessen verfolgten.
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • 1,79 MB
978-3-8305-2923-1 (9783830529231)
10.35998/9783830529231
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Intro
  • Einführung
  • I. Friedrich II. und seine hohen Beamten
  • Personalpolitische Glücks- und Fehlgriffe
  • II. Minister von Goerne: Herkunft, Laufbahn,wirtschaftliche Konzepte
  • 2.1. Elternhaus, Ausbildung, erste Laufbahn F. C. von Goernes
  • 2.2. F. C. von Goerne als Gutsherr
  • 2.3. Ernennung zum Minister und zum Chef der Seehandlung
  • 2.4. Zur materiellen Lage des neuen Ressortchefs im Jahr 1775
  • 2.5. Über das Spektrum der ministeriellen Tätigkeit
  • a) Die Umsetzung gewerblicher Vorhaben
  • b) Handelspolitische Vorstellungen und Projekte
  • c) Die Errichtung des kur- und neumärkischen Kreditwerkes
  • 2.6. F. C. von Goerne als Chef der Seehandlung
  • a) Das Exposé vom 2.4.1775
  • b) Die Vereinigung von Société maritime und Compagnie de Prusse
  • c) Der Immediatbericht vom 13.6.1775
  • d) Königliche Investitionen als Vehikel zur Bestreitung a.o. Ausgaben
  • III. Sekretäre, Agenten, Gewährsmänner. Polnische Pläne
  • 3.1. Joseph von Hein als Agent der Seehandlung in Warschau
  • 3.2. Das große Darlehen - Schlüssel für wichtige Vorhaben in Polen
  • a) Der ministerielle Plan vom 13.10.1776
  • b) Die Denkschrift vom 3.11.1776
  • 3.3. Zuwiderhandlungen gegen königliche Weisungen
  • 3.4. Polnische Aktivitäten
  • a) Beharren auf den polnischen Projekten. Auf dem Weg zum Debakel
  • b) Das Warschauer Kontor - Ein normales Handelshaus?
  • c) Warschauer Planspiele des Ministers
  • 3.5. Auswirkungen externer Faktoren auf die Sozietät
  • 3.6. Kritik an den polnischen Geschäften
  • 3.7. Handelsbalancen, preußische Reise, Hamburger Pläne
  • 3.8. Handlanger und Vertraute. Personen im Umfeld des Ministers
  • a) Carl Heinrich Friedrich Axt . Geh. Sekretär, preußischer Resident
  • b) Jean Batiste Serra
  • c) Konkurrenten um die ministerielle Gunst
  • IV. Dienstliche und private Geschäftein der Adelsrepublik
  • 4.1. Kontakte zu polnischen Magnaten
  • 4.2. Geschäfte, Gegengeschäfte, Spekulationen
  • 4.3. Nachrichtenübermittlung zwischen Berlin und Warschau
  • 4.4. Verhandlungen hinter dem Rücken des alten Hn. Oncle über die große Sache D -. Danzig als Köder für den Abbau von Handelshürden
  • a) Weitere Planspiele: Entzug des Stapelrechtes, Erklärung Danzigs zum Freihafen
  • b) Eine neue polnische Offerte
  • c) Und haben die Pohlen dazu weiter nicht nöthig
  • d) Zwischen allen Stühlen. Fürst Poninski und Polajewo
  • e) Bemühungen um das Indigenat in Polen
  • f) Verhandlungen mit Graf Rzewuski
  • 4.5. Der Minister als Spielball seiner Sekretäre
  • a) Axt als preußischer Resident in Warschau
  • b) Anton Christian Herbart als neuer Gewährsmann
  • c) Spannungen zwischen Axt und Herbart
  • d) Der Minister als Spielball seiner Sekretäre?
  • e) Axts ruhmlose Rückkehr aus Warschau
  • 4.6. F. C. von Goerne - Schutz-Engel Polens?
  • a) Krotoschin
  • b) Probleme bei der Verwaltung der Güter aus der Ferne
  • c) Allmählicher Rückzug aus Polen als Konsequenz bisheriger Geschäfte
  • V. Großer Ehrgeiz und seine Folgen
  • 5.1. Leben auf großem Fuß
  • 5.2. F. C. von Goernes Sturz
  • 5.3. Schulenburg als neuer Seehandlungschef, Untersuchung gegen von Goerne
  • 5.4. Verlust der anderen Ämter
  • 5.5. Haftentlassung und neuer Prozeß
  • Resümee
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • Quellenverzeichnis
  • Literaturverzeichnis (Auswahl)
  • Personenregister
BISAC Classifikation

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