Wolf packt La(h)ma

Wie Sie die Dinge zügig anpacken und konsequent erledigen
 
 
Hogrefe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen in 2013
  • |
  • 199 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-456-95210-9 (ISBN)
 
Mit dem Unbewussten gegen das ewige Aufschieben Gegen Prokrastinieren und Aufschieben gibt es zahllose Strategien. Wie Sie vielleicht schon selbst gemerkt haben, helfen viele allerdings nur bedingt. Johannes Storch und Julia Weber zeigen einen völlig neuen Weg - abseits von Regeln, Listen und Ratschlägen. Entwickeln Sie mit diesem Buch Ihre ganz persönliche Strategie gegen das tägliche Hinausschieben. Die beiden Autoren und ZRM-Trainer zeigen Ihnen auf vergnügliche und leichte Art, wie Sie Ihr Unbewusstes nutzen können, um künftig souverän und motiviert mit Ihren Aufgaben umzugehen.
1., Aufl.
  • Deutsch
  • Bern
  • |
  • Deutschland
  • 141,06 MB
978-3-456-95210-9 (9783456952109)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Inhalt [Seite 6]
2 - Von Prokrastination und Aufschieberitis [Seite 8]
3 - Ein Wolf taucht auf [Seite 14]
4 - Zwei Systeme: Verstand und emotionales Erfahrungsgedächtnis [Seite 23]
5 - Arbeitsschwerpunkt und Stimmungslage [Seite 30]
6 - Kurzer Einblick in die PSI-Theorie [Seite 60]
7 - Wunschelemente-Technik [Seite 69]
8 - Ideenkorb-Technik [Seite 79]
9 - Affektbilanz [Seite 91]
10 - Absichtsformulierung [Seite 101]
11 - Motto-Ziele [Seite 109]
12 - Wolf packt La(h)ma [Seite 126]
13 - Drei Kernkriterien für Motto-Ziele [Seite 128]
14 - Priming [Seite 137]
15 - Wichteln [Seite 147]
16 - Primes und Negativprimes am Arbeitsplatz [Seite 151]
17 - Arbeitsplatzgestaltung [Seite 164]
18 - Bemerken, Loben und Belohnen [Seite 170]
19 - Wenn-dann-Plan [Seite 175]
20 - Wie es weiterging [Seite 190]
21 - Adressen im Internet/Literatur [Seite 198]
Evelyne las die Annonce mehrmals durch. Es klang verlockend, sie wäre die geeignete Kandidatin. Unangenehme Pflichten hätte sie genug, die Zeit könnte sie sich auch noch freischaufeln, und an einer wissenschaftlichen Studie wollte sie schon immer einmal teilnehmen. Aber würde es ihr wirklich nützen? Während der Seminartage wäre sicher alles toll, die Ratschläge der Trainer einleuchtend und scheinbar mühelos umzusetzen, alle wären euphorisch, jeder würde sein Leben umkrempeln wollen, alles anders machen. Aber was wäre dann zu Hause, im Alltag? Würden die guten Vorhaben nicht schnell wieder verpuffen? Wäre nicht bald wieder alles beim Alten? Hatte sie nicht schon oft versucht, etwas an ihrer Art zu verändern? Durchgehalten hatte sie die neuen Vorsätze nie lange. Auf die Unterstützung durch ihren Mann konnte sie auch nicht hoffen, er meinte immer nur, sie müsse hier gar nichts umkrempeln, sondern einfach spontaner werden, einfach anfangen, dann liefe alles wie von selbst. Das könne ja so schwer nicht sein.

Wenn sie ihm jetzt von dieser Studie erzählen würde, würde er bestimmt wieder die Augen verdrehen. Er war nicht so der wissenschaftliche Typ, sondern Handwerker durch und durch. Wahrscheinlich hatte er ja recht mit seinen Argumenten, auch wenn sie seine besserwisserische Art störte, aber der Erfolg gab ihm recht. Ihm gelang ja all das, was ihr nicht von der Hand gehen wollte.

Nachdem sie die Tasse in den Geschirrspüler gestellt hatte, ging sie mit der Zeitung in der Hand zum Arbeitszimmer, um sie zum Altpapier zu legen. Doch etwas ließ sie zögern. Was würde ihr Mann an ihrer Stelle wohl tun, würde er von einer Idee, die ihm so gut gefiel, ablassen? Niemals, jedenfalls hatte sie das noch nie erlebt. Und hätte sie nicht gern ein Scheibchen von seiner Tatkraft und Spontaneität? Warum es nicht einfach mal versuchen, was konnte schon passieren? Vielleicht haben sie ja auch schon genügend Teilnehmer gefunden, und das Seminar war bereits voll. Fragen kostet ja nichts, und wenn ihr Mann deswegen die Augen verdrehte, wäre es ihr auch egal, das tat er ja fünfmal am Tag, wenn sie ihm von ihren Sorgen erzählen wollte.

Fünfzehn Minuten später saß Evelyne mit einer frischen Tasse Kaffee und einer Zigarette in der Hand auf dem Balkon und konnte ihren Mut noch nicht ganz fassen. Sie hatte eine freundliche Dame am Telefon, die sich für ihre Bereitschaft, an der Studie teilzunehmen, bedankte und die ihr heute noch einige Fragebögen mailen würde, die sie schnellstmöglich ausfüllen und zurücksenden sollte. Das Seminar selbst startete in vier Wochen, und auf ihre Frage, ob sie denn dann Ratschläge und Verhaltenstipps bekäme, damit sie zu Hause weiterüben könne, lachte die Frau und meinte, das gäbe es bei ihnen nicht, aber sie würde ganz sicher erfolgreich sein und sich ihre Tipps künftig selber geben. Schließlich wisse sie ja am besten, was sie benötige.

Deutlich beschwingter als zuvor ging Evelyne in ihr Arbeitszimmer. Die Staubkörner, die sie auf die letzte Reise schicken wollte, hatte sie darüber ganz vergessen.

Die Steuererklärung ging ihr leicht von der Hand, sie hatte direkt Freude daran. Der Umgang mit Zahlen hatte sie immer schon beruhigt, die Ordnung und Klarheit waren ihre Welt. Bis 24 Uhr musste sie die Steuererklärung beim Finanzamt einwerfen, dieses Jahr würde sie es schaffen, pünktlich abzugeben. Und ihr Mann sollte sich und den Kindern eine Pizza bestellen und ihr auch gleich eine mit, heute bleibt die Küche kalt. Als ihr Mann abends nach Hause kam, war er ziemlich erstaunt, Evelyne um diese Uhrzeit noch so konzentriert bei der Arbeit zu sehen, erklärte sich aber sofort dazu bereit, die Pizzen zu bestellen, und bot ihr sogar an, die Steuererklärung zum Finanzamt zu bringen, egal wann sie damit fertig sei. Doch diesen Triumph wollte sie sich nicht nehmen lassen.

Eigenhändig würde sie sie mit dem dazugehörigen Schwung in den Briefkasten befördern. In dieser Woche war Evelyne wie elektrisiert, alles ging ihr flott von der Hand, ihre ellenlange Liste schrumpfte auf DinA5-Format, sie fühlte sich voll Energie und war seit langer Zeit wieder zufrieden mit sich selbst. Aber nachdem sie über das Wochenende einen spontanen Familienurlaub gemacht hatten und dann noch ihre Mutter krank wurde und ihre Unterstützung brauchte, geriet ihr Arbeitsplan wieder aus den Fugen. Schnell stellte sich bei ihr das altbekannte Gefühl ein, ihren Terminen nur hinterher zu rennen, nie pünktlich zu sein, immer nur das Schlimmste zu verhüten, nichts mehr unter Kontrolle zu haben. Sie fühlte sich ausgebrannt und leer. Ob sich das wohl je ändern würde? Der Gedanke, dass ihr restliches Leben so verlaufen könnte, machte sie mutlos und müde.

Die schriftliche Erinnerung an das Seminar und die Bitte, an die Pflichtenliste zu denken, passten ihr in diesem Moment gar nicht. Zwei komplette Tage weg von zu Hause konnte sie im Moment nicht gebrauchen. Ihre Mutter war immer noch krank und somit auch nicht in der Lage, die Kinder nach der Schule in Empfang zu nehmen und zu bekochen. Ihre To-do-Liste schien länger denn je, und ihr Energievorrat war bereits auf Reserve angekommen. Aber das war ihr ja nicht neu, das kannte sie nur zu gut. Etwas Versprochenes nicht einzuhalten, war allerdings auch nicht ihre Art, zuverlässig war sie auf jeden Fall, wenn auch nicht immer pünktlich. Die Kinder könnten nach der Schule zu ihren Freunden gehen, dort essen und Hausaufgaben machen, und ihrer Mutter würde sie am Vorabend bringen, was sie brauchte, und nach dem Seminar noch kurz vorbeischauen. Das sollte reichen, schließlich ging es ihr ja schon etwas besser. Nein, diese Zeit würde sie sich nehmen, vielleicht könnte sie ja doch lernen, ihren Tag so zu strukturieren, dass sie alles, was sie sich vorgenommen hatte, auch erledigte.

Die Anweisung der Seminarleiterin, eine oder mehrere unangenehme Pflichten mitzubringen, wäre die leichteste Übung, da nähme sie einfach ihre aktuelle Aufstellung mit. Nein, es waren keine weltbewegenden Dinge darauf notiert, nichts wirklich Wichtiges, der übliche Kleinkram eben, der sich in einem Haushalt über die Woche neben ihrer 50-Prozent-Stelle in der Buchhaltung eines Autohauses ansammelte. Aber von wichtig und dringend stand ja auch nichts in der Ausschreibung, es ging nur um unangenehme Pflichten, die immer wieder bis zum letzten Drücker aufgeschoben werden, immer wieder auftauchen, nie endgültig erledigt sind. Und davon hatte sie genug, zumindest diese Aufgabe konnte sie mühelos erledigen. Ihr Mann war in dieser Woche auf betrieblicher Fortbildung, dem müsste sie auch nichts erklären. Insgeheim freute sie sich auch auf diese beiden Tage, die nur ihr allein gehören würden.

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