Abbildung von: Until Us: Selma - Romance Edition

Until Us: Selma

Harley Stone(Autor*in)
Romance Edition (Verlag)
1. Auflage
Erschienen am 9. Februar 2024
260 Seiten
E-Book
ePUB ohne DRM
978-3-903413-88-7 (ISBN)
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Ein Ex-Army mit großem Beschützerinstinkt.
Eine schlagfertige Büchernärrin.
Zwei Welten, die mit einem Boom kollidieren.

Frisch aus der Armee entlassen, hat Tavonte Jones alle Hände voll damit zu tun, seine Schwester vor einem narzisstischen Widerling zu retten. Dass er dabei der Frau begegnet, für die er schon in der Highschool schwärmte, hätte er nicht für möglich gehalten. Doch sofort steht für ihn fest: Selma Black gehört zu ihm. Insgeheim hat Selma immer gehofft, einem Mann mit Buchheldenqualitäten im echten Leben zu begegnen - Tavonte scheint ein solcher Mann zu sein. Doch kann sie mit ihm wirklich auf ein Happy End hoffen? Als es gefährlich wird, bekommt er die Chance, genau das zu beweisen.

Until Us: Selma ist ein Crossover der Dead Presidents MC-Reihe, die ebenfalls bei Romance Edition erscheint, sowie ein Teil des Until-Universums von Aurora Rose Reynolds. Wenn du Until You: December geliebt hast, dann ist Until Us: Selma ein Must-Read.
Die internationale Bestsellerautorin Harley Stone liebt Tiere, Bücher, dunkle Schokolade und Rotwein. Sie ist immer für ein Abenteuer zu haben (real oder fiktiv) und wenn sie nicht gerade imaginäre Welten erschafft, verbringt sie gern Zeit mit ihrem Mann und ihren Jungs im Südwesten Washingtons.

Tavonte


Mein Jahrzehnt in der Army hatte mich zu jemanden gemacht, der einen sehr leichten Schlaf hatte. Moms Wecker war kaum durch ihre Schlafzimmertür zu hören, doch er weckte mich trotzdem. Das Sofa, auf dem ich geschlafen hatte, war zu kurz, und ich fühlte mich zusammengeknautscht wie eine verdammte Ziehharmonika. Mühsam richtete ich mich auf, streckte mich und verfluchte alle meine Schmerzen. Natürlich hatte ich schon unter viel schlimmeren Bedingungen geschlafen, aber diese Tage sollten eigentlich hinter mir liegen.

Ich hörte Mom in ihrem Zimmer herumwuseln und ging in die Küche, um eine Kanne Kaffee aufzusetzen. Ich war nicht in diesem Haus groß geworden. Mom kaufte dieses kleine Haus mit zwei Schlafzimmern, kurz nachdem ich zur Army gegangen war. Es lag am anderen Ende der Stadt und hatte die perfekte Größe für Mom und meine kleine Schwester Kiana, für drei Personen war es eindeutig zu klein. An den Wänden hingen Familienfotos, und es roch wie zu Hause, trotzdem fühlte ich mich seltsam fehl am Platz. Während meiner Urlaube vorübergehend hier zu übernachten war eine Sache, aber jetzt, wo ich endgültig zu Hause war, brauchte ich eine eigene Wohnung. Sobald ich die gefunden hatte, konnte ich auch meinen Kram aus dem Lager holen.

Immerhin hatte ich im Laufe der Jahre genug Zeit hier verbracht, um zu wissen, wo sich alles befindet. Während ich wartete, holte ich zwei Tassen aus dem Schrank und stellte sie neben die Kaffeekanne.

Der Wasserhahn in der Küche tropfte. Jemand - wahrscheinlich Mom - hatte einen Lappen in die Spüle gelegt, um das Geräusch zu dämpfen. Die veraltete, mit Wasserflecken übersäte Armatur sah aus, als müsste sie ersetzt werden. Seltsam. Mom war stolz auf ihr handwerkliches Geschick und hatte mir gegenüber erst vor ein paar Wochen damit geprahlt, dass sie die Rohrleitungen in einem der Bäder repariert hatte. Dieses Problem muss neu sein. Ich nahm mir vor, ihr einen neuen Wasserhahn zu besorgen und ihn gleich einzubauen. Sie würde mir wahrscheinlich die Hölle heißmachen, weil ich ihr etwas abgenommen hätte. Aber wenn ich schon mal da war, konnte ich mich auch nützlich machen. Wenn das jemand verstehen konnte, dann meine hart arbeitende Mom.

Als hätten meine Gedanken sie angezogen, kam Mom in diesem Moment aus ihrem Zimmer. Ihr Blick landete auf mir, und sofort erhellte sich ihr ganzes Gesicht. »Tay.« Tränen strömten aus ihren Augen. Ich hoffe, es sind Tränen der Freude und der Erleichterung, wie sonst auch, wenn ich heil nach Hause gekommen bin.

»Hey, Fremde. Lange nicht mehr gesehen«, begrüße ich sie mit einem Lächeln auf den Lippen.

»Fang mir nicht mit Hey, Fremde an. Junge, komm in meine Arme, und lass mich dich genau betrachten. Ich dachte, du kommst erst heute an?«

Ich schlenderte zu ihr und umarmte sie. »Das liegt daran, dass ich einen späten Flug hatte. Hätte ich dir Bescheid gegeben, wärst du sicher so stur gewesen und hättest darauf bestanden, mich vom Flughafen abzuholen.«

»Also hast du mich angelogen?« Sie versuchte, sich zu befreien, als wäre sie verärgert, aber ich drückte sie fest an mich.

»Nö. Genau genommen, ist mein Flug heute gelandet.«

»Hör auf mit solchen Haarspaltereien. Du weißt genau, dass das trotzdem eine Lüge ist.« Nun stieß sie mich von sich. »Mir ist egal, für wie erwachsen du dich hältst, ich bin immer noch deine Mom und kann dich ausschimpfen.« Ihre Worte wären viel überzeugender gewesen, wenn sie zu lächeln aufhören könnte.

»Gut, dass du keine Spielerin bist, denn an deinem Pokerface musst du noch arbeiten«, entgegnete ich. »Eigentlich bist du doch stolz auf mich. Immerhin hast du mir beigebracht, aufmerksam und rücksichtsvoll zu sein, und ich wollte nicht, dass du mitten in der Nacht rausmusst. Du arbeitest hart, und da solltest du nicht bis spät in die Nacht aufbleiben, um dich um mich zu kümmern. Ich komme gut allein klar.«

»Trotzdem werde ich mich immer um dich sorgen. Das ist mein Job als deine Mutter, und du hast kein Recht, mir das wegzunehmen.« Mit ihren Handflächen umschloss sie mein Gesicht und musterte mich genau. »Du siehst gut aus, Tay. Gesund. Guter Gott, ich danke dir für meine schönen Babys.«

Mit meinen achtundzwanzig Jahren war ich zwar kein Baby mehr, aber es macht keinen Sinn, das jetzt zu diskutieren. In ihren Augen würde ich immer ihr Baby sein. Mom würde alles für mich tun, auch wenn ich es nicht wollte. Die Gewissheit, dass sie immer hinter mir stehen würde, hatte etwas Beruhigendes an sich.

Wir gingen zurück in die Küche, und sie drückte meine Hand, bevor sie mich losließ. »Danke, dass du den Kaffee schon angestellt hast. Jetzt setz dich hin. Ich werde uns Frühstück machen, während du mir von Seattle erzählst.«

Doch anstatt mich zu setzen, ging ich zum Waschbecken und wusch mir die Hände, um ihr zu helfen. »Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du auf deine alten Tage herrisch wirst?«

»Keiner, der seine Zähne noch hat«, gab sie zurück.

Ich lachte und hob kurz meine nassen Hände, um ihr zu zeigen, dass ich mich geschlagen gebe, bevor ich nach einem Handtuch griff. Moms Schlagfertigkeit war eine wunderbare Sache.

»Lass mich wenigstens helfen.«

Sie reichte mir ein Schneidebrett und eine Papiertüte voll mit Pilzen. »Putze und schneide etwa die Hälfte davon.«

Ich holte mir ein Sieb und stellte das Wasser wieder an. »Seattle ist toll, eine wunderschöne Stadt. Ich war allerdings nicht lange genug dort, um den ständigen Regen zu erleben, über den sich alle beschweren.«

»Und was ist mit den Bikern, bei denen du gewohnt hast ...?« Mom war alles andere als begeistert davon gewesen, dass ich in einem Motorradclub untergekommen war. Was seltsam war, da Kianas Dad ein Harley-Fahrer war.

»Es war nicht so, wie du denkst. Die Gruppe besteht aus Veteranen. Gute Männer. Wo wir gerade dabei sind, hast du eigentlich noch Macs Motorrad in der Garage?«

Sie nickte. »Noch konnte ich mich nicht dazu durchringen, es loszuwerden. Kiana denkt, ich hebe es für sie auf, aber mein Mädchen lasse ich auf keinen Fall auf ein Bike. Vor Kurzem hat sie ihre Fahrerlaubnis bekommen. Seither jammert sie mich ständig an, dass ich mit ihr fahren soll, aber ich habe schreckliche Angst. Das Mädchen hat die Konzentration einer Mücke auf Koffein.«

»Du hast wohl Erfahrung mit solchen Mücken?«, fragte ich lachend.

»Ich habe dich großgezogen, nicht wahr?« Ihre Augen verengten sich. »Und versuch nicht, das Thema zu wechseln. Ich war schon in solchen Bikerclubs, Tay, und habe gesehen, was sich dort abspielt. Veteranen hin oder her, diese Typen sind keine Heiligen.«

Fragend zog ich eine Augenbraue hoch. »Du warst in einem Bikerclub?«

»Ja, war ich. Wenn du das mit der Augenbraue machst, siehst du genauso aus wie dein Dad.« Sie schüttelte den Kopf. »Gott hab ihn selig.«

»Wer wechselt jetzt das Thema?«, fragte ich. »Wann warst du in einem Bikerclub?«

»Ich selbst war nicht Mitglied, aber Mac. Dort hat er deinen Onkel Tin kennengelernt.«

»Warte, was?«, fragte ich völlig überrumpelt. Für einen Moment fühlte es sich an, als würde sich der Boden unter meinen Füßen auftun, um mich zu verschlucken und in einem anderen Universum auszuspucken. Mac, auch bekannt als David MacDonald, war mein Stiefvater und ein Navy Seal. Eines Tages spielte er mit einem Freund Basketball. Als er sich hinsetzte, um Luft zu schnappen, stand er nicht mehr auf. Sein Herz war einfach stehen geblieben. Damals war ich erst dreizehn Jahre alt. Jedenfalls konnte ich mich nicht daran erinnern, dass er jemals eine Motorradkluft getragen oder zu Bikerclub-Treffen gegangen war. Abgesehen davon lebten wir in einer beschissenen Kleinstadt. »Hier gibt es einen Motorradclub?«

»Nicht hier. In Atlanta.«

Das ergab schon mehr Sinn, trotzdem konnte ich es noch nicht fassen. »Warum wusste ich nichts davon?«

»Vor euch Kindern hat er es geheim gehalten. Er wollte nicht, dass du oder Kia etwas mitbekommt. Ich habe keine Ahnung, woran sein Club beteiligt war, aber sie mochten definitiv keine Polizisten. Die wenigen Male, bei denen ich ihn begleitet hatte, versteckte er meine Waffe und meine Marke in seinem Stiefel. Mich filzten sie, aber niemand kam auf die Idee, Mac anzufassen.«

Wenn das, was sie sagte, wahr war, gehörte mein Stiefvater, der für mich immer ein Heiliger war, zu einer One-Percenter-Gang. So wurden Motorradgangs genannt, die ohne Rücksicht und Kompromisse lebten. Obwohl mich Mom nie angelogen hatte, konnte ich diese neuen Informationen nicht mit meinen Erinnerungen an den Mann in Einklang bringen, der mich großgezogen hatte.

»Deine Marke?« So nannte sie ihre Polizeimarke. In Atlanta war sie stellvertretender Sheriff gewesen und arbeitete damals im Gefängnis. »Er war Mitglied in einer Gang, während du Polizistin warst?«

»Ja.« Sie starrte auf das Sieb mit den Pilzen, das ich noch immer unter den Wasserstrahl hielt. »Die schneiden sich nicht von selbst.«

Ich drehte den Wasserhahn ab und kippte die Pilze auf das Schneidebrett. »Hattest du keine Angst, deinen Job zu verlieren? Oder dein Leben?«, wollte ich wissen. Es gibt bestimmt irgendwelche Regeln, die es Polizisten verbieten, sich mit Gesetzlosen einzulassen. Aber halt. Mac konnte doch nicht wirklich ein Verbrecher gewesen sein. Er war ein guter Kerl gewesen. Ich musste etwas übersehen haben.

Sie schüttelte den Kopf. »Nein. Mac hätte nie zugelassen, dass mir jemand wehtut. Und da ich nicht wusste, was der Club vorhatte ...«

»Mom! Du warst eine Vertreterin des Gesetzes.« Und eine eingefleischte Regelbefolgerin. »Du nimmst mich doch auf den Arm, oder?« Das...

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