Nerd Attack!

Eine Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook - Ein SPIEGEL-Buch
 
 
Deutsche Verlags-Anstalt
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. August 2011
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05588-2 (ISBN)
 
Eine Reise zu den Schauplätzen der digitalen Revolution

Die Revolution begann in Kinderzimmern: Mit dem C64, dem ersten millionenfach verbreiteten Heimcomputer, eroberten sich Kinder und Jugendliche in den achtziger Jahren die digitale Welt und trieben die Entwicklung mit voran, als Hacker, Cracker, Nerds, Bastler und neugierige User. Christian Stöcker, Ressortleiter Netzwelt bei SPIEGEL ONLINE und mit dem Computer aufgewachsen, beschreibt in seiner persönlich gefärbten Geschichte der Netzkultur die Akteure der digitalen Szene und ihr Selbstverständnis, die Einflüsse von Film und fantastischer Literatur, die Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesellschaft und Wirtschaft sowie die Auseinandersetzungen über den viel beschworenen digitalen Graben hinweg. Sein Buch ist nicht nur ein unterhaltsamer Streifzug durch die digitalen Welten, sondern auch ein Appell, die Möglichkeiten zu nutzen, die digitale Medien und Technologien bieten.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
DVA
mit Abbildungen
  • Breite: 118 mm
  • 0,49 MB
978-3-641-05588-2 (9783641055882)
3641055881 (3641055881)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Kapitel 12 Die langen Leinen der Konzerne (S. 202-203)

Im Februar 2009 reichte ein kleiner Software-Hersteller ein Spiel namens »Party Trampoline« zum Verkauf in Apples App Store fürs iPhone ein. Darin kann man US-Politiker auf einem Trampolin im Oval Office herumhüpfen lassen, Republikaner wie Demokraten. Die Cartoon-Versionen von Barack Obama, Hillary Clinton oder Sarah Palin müssen mit Kippbewegungen des Geräts so gesteuert werden, dass sie mit ihrem Kopf an Ballons stoßen, die dann zerplatzen. Apple verweigerte dem Programm die Aufnahme. Der Grund: Die Regeln des App Store untersagen Inhalte, »die Figuren des öffentlichen Lebens der Lächerlichkeit preisgeben«. Inzwischen ist »Party Trampoline« doch im App Store erhältlich, nur tragen jetzt die Politiker auf dem Trampolin im Oval Office braune Papiertüten mit Gucklöchern über den Köpfen. Ref 6

Die Prophezeiungen von Internetoptimisten wie John Perry Barlow scheinen sich auf den ersten Blick erfüllt zu haben: Es gibt mehr Kommunikation, mehr weltweiten Austausch, mehr Transparenz als je zuvor. Als sei der Cyberspace, dessen Unabhängigkeit Barlow in einem berühmt gewordenen, pathetischen Traktat aus dem Jahr 1996 beschwor, tatsächlich Wirklichkeit geworden: »Der Cyberspace besteht aus Transaktionen, Beziehungen und dem Denken selbst, wie eine stehende Welle im Gewebe unserer Kommunikation.

Unsere Welt ist eine, die überall und nirgends ist, in der es keine Körper gibt. Wir schaffen eine Welt, die jeder betreten darf, ohne Privilegien oder Vorurteile, die auf Rasse, wirtschaftlicher oder militärischer Macht oder dem Stand, in den man hineingeboren wird, beruhen. Wir schaffen eine Welt, in der jeder überall seine oder ihre Überzeugungen ausdrücken darf, egal wie ungewöhnlich sie sein mögen, ohne befürchten zu müssen, zum Schweigen oder zur Anpassung gezwungen zu werden.« Ref 7

Schon damals allerdings, vor dem Platzen der Dotcom-Blase und den lauter werdenden Warnungen vor den vermeintlichen Gefahren der Vernetzung, regte sich Widerspruch. 1997 schrieben die britischen Soziologen Richard Barbrook und Andy Cameron einen viel beachteten Aufsatz, in dem sie das Gedankengut, das aus der Allianz zwischen Althippies und Digital-Unternehmern hervorgegangen war, »kalifornische Ideologie« tauften – um dann hart damit ins Gericht zu gehen: »Obwohl die Anhänger der elektronischen Agora und des elektronischen Marktes die Befreiung der Individuen von staatlichen Hierarchien und privaten Monopolen versprechen, lässt die soziale Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft eine noch beklemmendere Vision der digitalen Zukunft entstehen.

Die Technologien der Freiheit werden zu Maschinen der Herrschaft.« Barbrook und Cameron bezogen ihre Kritik damals ganz explizit auf die Leute im Dunstkreis der Online-Community The Well, auf Barlow, Kapor und den »Wired«-Gründungschefredakteur Kevin Kelly. Der hatte 1994 ein Buch namens »Out of Control« geschrieben, in dem er eine neue Ära gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Organisation prophezeite.

Er erfand eine Vorstellung von unternehmerischem Handeln, die bis heute in den Köpfen vieler Internetfirmengründer herumspukt. Kelly war der Meinung, dass Unternehmen, wenn man sie nur richtig, nämlich dezentral und vernetzt organisierte, im Wortsinne »gut« sein könnten. Genau diese Vorstellung durchweht das Silicon Valley bis heute – was einerseits den naiven Charme vieler Startup-Unternehmen ausmacht, andererseits aber zu wachsender Heuchelei bei vielen führt, die das Netz derzeit unter sich aufzuteilen versuchen."

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