ROY MATLOCK #12: Lindas teuflischer Coup

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. März 2018
  • |
  • 120 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-1814-4 (ISBN)
 
Eigentlich hatte Roy Matlock geplant, ein paar ruhige Tage in Rawlins verbringen zu können. Aber dann wird sein alter Freund Bully Jackson von der Union Pacific gefeuert, und der hat nichts Besseres zu tun, aus Wut darüber im Saloon eine Schlägerei anzufangen. Dafür landet er natürlich hinter Gittern. Das ist aber nicht der einzige Ärger, den es gibt. Denn eine abgebrühte Lady namens Linda hat es auf Matlock abgesehen. Sie hat einen teuflischen Plan und möchte Matlock auf ihrer Seite haben. Dafür verspricht sie ihm alles - und noch viel mehr ... Aber ein Mann wie Roy Matlock lässt sich von keiner Frau um den Finger wickeln. Selbst wenn sie die Sünde pur ist! Als er erkennt, was Linda im Schilde führt, beschließt er, diesen teuflischen Coup zu verhindern. Selbst wenn es deswegen in Rawlins drunter und drüber gehen sollte!
  • Deutsch
  • 0,44 MB
978-3-7389-1814-4 (9783738918144)
3738918140 (3738918140)

Roman:


Roy Matlock hatte das Gefühl, heute einen guten Tag zu haben. Denn gerade hatte er einige sehr nette Worte mit einer ausnehmend hübschen Lady gewechselt. Und das Gespräch hatte sich in eine Richtung entwickelt, wie es dem Eisenbahnmarshal gefiel. Matlock war ein Mann, der solche Gelegenheiten gerne nutzte. Denn sein Job war hart und gefährlich - und wenn er mal eine Chance bekam, nicht seinen Hals für die Union Pacific zu riskieren, dann waren solche Momente umso wertvoller. Deshalb war er umso glücklicher gewesen, mit der Lady ein nettes Gespräch führen zu können - und vielleicht mit der Chance auf noch etwas mehr .?

Aber ausgerechnet jetzt wollte der alte Brady drüben bei der Wells Fargo-Agentur etwas von ihm und winkte ihm ganz aufgeregt zu. Auf Maddock wirkte das so, als wenn Brady ihm etwas ganz Wichtiges zu verstehen geben wollte. Etwas, das keinen Aufschub duldete.

Teufel nochmal, dachte Roy. Sieht Brady denn gar nicht, dass ich beschäftigt bin?

"Ich komme gleich, Brady!", rief Matlock zur anderen Straßenseite. "Einen Augenblick noch!"

Aber dazu kam es leider nicht. Denn innerhalb weniger Sekunden überschlugen sich die Ereignisse! Das Schreien und Toben einer panikartig auseinanderstiebenden Menschenmasse zog die Aufmerksamkeit Matlocks sich.

Roy Matlock hörte die ängstliche Frauenstimme der hübschen Lady längst nicht mehr. Er musste einem kleinen Jungen ausweichen, der ihn frontal gerammt hätte. Dann stürmte ein brüllender Mann haarscharf an ihm vorüber.

Plötzlich wurde geschossen. Mindestens ein halbes Dutzend Schüsse feuerte irgendein Verrückter ab. In die Luft.

Matlock sah den Kerl. Er stand mit dem Rücken zu ihm. Keine zwanzig Schritt von den vier Pferden entfernt, die sich auf einmal aufbäumten, sich mit ängstlichem Wiehern herumschwangen, in die entgegengesetzte Richtung fliehen wollten.

Die vor Angst hysterischen Tiere befanden sich in Panik. Jemand musste sie zu Tode erschreckt haben. Sie scheuten vor dem bewaffneten Mann. Und sie wagten auch nicht, in die entgegengesetzte Richtung davonzujagen. Denn dort hatten sich zwei beherzte Männer aufgebaut, schwangen die Hüte und brüllten aus Leibeskräften.

Blieben noch zwei Wege für die Tiere. Sie konnten auf den Zug losstürmen - oder durch die weit offenstehende Tür des Warteraums.

Matlock hatte den Schützen erreicht. Er hörte sein Lachen.

"Verdammter Ochse!", schrie er, holte aus und wuchtete dem Mann die Faust zwischen die Schulterblätter.

Der Getroffene wurde von den Beinen gefegt, als hätte ihn ein Blitz getroffen. Er ging zu Boden, tauchte ordentlich mit dem Gesicht in den Dreck.

Matlock war fast heran. Da schoss wieder einer. Er stand links, zwischen den vor Angst fast wahnsinnigen Tieren und dem Zug. Er lachte. Sein Gesicht war dunkelrot. Vermutlich war der Mann voll wie tausend Mann.

Matlock bremste seinen Lauf. Eins der Pferde stob an ihm vorüber. Mit einem mächtigen Sprung in den Warteraum. Und die anderen Tiere folgten ihm, bevor jemand einschreiten konnte.

Sofort klangen vielstimmige Schreckensrufe, Angstschreie, das laute Kreischen von Frauenstimmen auf. Das Bahnhofsgebäude erzitterte bis in die Grundfesten. Fensterscheiben gingen in tausend Scherben.

Das Poltern der Hufe auf dem Holzboden war zu hören. Tische stürzten um, Stühle gingen in die Brüche. Flaschen wurden zerschlagen.

Dann schrien einige Verletzte.

Matlock stürzte in den Warteraum. Er hatte nicht einmal die Zeit, seine Augen an die veränderten Lichtverhältnisse zu gewöhnen, als ihn nach einem ungewöhnlich lauten Bersten und Krachen eine Lichtfülle blendete.

Das ganze Gebäude schien einzustürzen. Es bebte und krächzte in allen Fugen.

Dann war es auf einmal verdammt still. Der Hufschlag war nur als sich rasch entfernendes Poltern draußen auf der Straße zu vernehmen.

Die Tiere hatten die Holzwand durchbrochen.

Nur noch das Schreien einiger Verwundeter gellte in den Ohren des Eisenbahnmarshals. Die anderen Reisenden, die hier auf die Abfahrt des Zuges warteten, standen wie erschlagen da, starrten mit weit aufgerissenen Aügen auf das riesige Loch in der Wand. Kalkweiß im Gesicht. Zu keiner Bewegung fähig.

Nicht anders benahm sich der Mann hinter dem Tresen. Auch er schien nicht glauben zu können, was er sah. Schreckensbleich umklammerte er eine Whiskyflasche, während er sich mit der anderen Hand am Tresen festhielt.

Matlock machte kehrt. Er verließ den Warteraum. Und keine vier Schritte von der Tür entfernt stieß er auf den Mann, der durch seine Schüsse dafür gesorgt hatte, dass die Tiere in den Warteraum stürmten.

Roy blieb stehen. Er sah den aus voller Brust lachenden Burschen mit einem kalten Lächeln auf den Lippen an.

"War ein toller Spaß, Bruder, was?"

Der Angesprochene japste. Er amüsierte sich köstlich, brauchte eine Weile, bis er heftig nickend herausbrachte: "Ja, Mann, das war der beste Scherz, den ich jemals ..."

Matlocks Lächeln verflüchtigte sich.

"Wirst gleich einen besseren erleben", knurrte er. Und da zuckte seine Rechte nach vorn. Blitzschnell. Der andere sah die geballte Faust gar nicht kommen. Er reagierte nicht einmal.

Mit voller Wucht schlug dieser Hammer am Kinn des noch immer lachenden Mannes ein. Sie schmetterte die Kinnlade herunter, bis sie vom Brustbein gebremst wurde. Und die Linke, schräg nach oben gezogen, verlieh erst dem Schädel, dann dem ganzen Körper des überraschten Mannes eine schwungvolle Drehung. Er hob die Arme, setzte zu einer geradezu graziösen Pirouette an, die jedoch schon nach einer vollen Drehung abrupt endete, weil die Beine des Getroffenen nachgaben.

Mit dumpfem Gepolter landete der Ohnmächtige auf dem Boden.

Matlock sah die Genugtuung im Gesicht eines Zuschauers. Aber als er sich bückte, um seinen Hut aufzuheben, hörte er stampfende Schritte.

Hastig richtete sich der Eisenbahn-Marshal wieder auf.

Früh genug, den wütend schnaubenden Burschen zu bremsen, den er knapp eine Minute vorher zu Boden geschlagen hatte.

"Du lausiger Dreckskerl!", brüllte jener. Das passte gar nicht zu seiner eleganten Kleidung, die Matlock beinahe hätte vermuten lassen, dass auch die in dem feinen Stoff steckende Figur von einiger Höflichkeit sein musste.

Roy kniff die Augen zu.

"Du meinst mich?", fragte er nachdenklich.

Die Ruhe brachte den anderen aus der Fassung.

"Verdammt, du bist wohl von einem Affen gebissen worden, Mann? Was fällt dir ein, mich zusammenzuschlagen? Ich werde ..."

Matlock hob die Hand.

"Überleg dir, was du sagst, mein Freund! Ich mag's nicht, wenn mir einer droht, klar? Und ich mag's noch weniger, wenn einer die Schnauze weiter aufreißt, als er eigentlich sollte! Setz deinen Hut auf, dreh dich um und hau ab!"

Ein zorniges Funkeln ließ die Augen des anderen leuchten. Seine Zähne mahlten aufeinander. Er kaute auf der Unterlippe, stieß schnaubend die Luft aus.

"Und wenn ich es nicht tue?", fragte er herausfordernd.

"Dann kriegst du einen Tritt in den verlängerten Rücken, dass dir keine Hosen mehr passen, Junge."

In der Menge der Neugierigen, die jetzt näher herankamen, lachte einer laut und meckernd.

"Nicht übel! Verdient hätte er es schon eine Ewigkeit, Mann!"

Matlock kümmerte sich nicht um den Schreihals. Er rechnete nicht damit, dass sein Gegenüber das Feld räumen würde. Schließlich musste er seine verlorene Ehre wieder herstellen.

Aber bevor er sich überlegt hatte, wie das am ersten zu machen war, lenkte das Dröhnen einer tiefen, grollenden Bassstimme die Aufmerksamkeit Matlocks und seines Gegners ab.

"Was sagst du dazu, Mann! Da sieht's aus, dass dir das kalte Grausen kommt!"

Ein Hüne bahnte sich mühelos einen Weg durch die dicht gedrängten Menschen. Es sah beinahe aus, als bewegte er sich durch ein wogendes Weizenfeld, so leicht kam er voran, während sich die Gaffer unsanft nach links und rechts gestoßen fühlten.

Matlock schmunzelte, als er Bully sah.

Und Bully Jackson, der Heizer, hob die Hand und winkte ihm zu.

Diesen Moment sah der Widersacher Matlocks als günstig an.

Mit einem raschen Satz hechtete er sich nach vorne. Beide Fäuste schossen auf Matlocks Gesicht zu.

Roy blieb stehen. Er beugte nur den Oberkörper nach links. So weit, dass die Fäuste ihn verfehlten. Lediglich die Rechte des Angreifers streifte ihn schwach am Oberarm.

"Hampstead greift an!", brüllte der Mann, der schon vorher durch sein meckerndes Gelächter aufgefallen war.

Die Worte waren noch nicht verklungen, da trat Matlock zu. Er fegte die Beine des anderen weg. Seine Handkante fuhr herunter wie ein Schwert. Sie traf die Schulter Hampsteads, dass der stürzende Mann laut aufbrüllte. Er musste erneut Staub schlucken.

Um sich schlagend versuchte er, sich auf den Rücken zu drehen.

Matlock bückte sich. Er packte Hampsteads Hemd, unterstützte dessen Bemühungen, schleuderte ihn auf den Rücken.

Hampstead war ein gerissener Bruder. Obwohl seine Schulter höllisch schmerzte, wollte er nicht aufgeben. Er sah Matlocks Stiefel. Und aus den Augenwinkeln heraus hatte er die Gesichter einiger Freunde erblickt.

"Macht ihn fertig!", schrie er auf. Gleichzeitig packte er Matlock am Bein, drehte mit aller Kraft nach außen.

Matlock schaffte es nicht, den Fuß rechtzeitig zurückzuziehen. Er hatte nicht erwartet, dass sein Gegner einen neuen Angriff riskierte.

Schon raste ein glühender Schmerz durch seinen Knöchel, zog sich übers Knie herauf bis in den Oberschenkel und die Hüften.

Matlock musste der Drehung...

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