Küsse unterm Winterhimmel

 
 
Midnight (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2017
  • |
  • 95 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-95818-233-2 (ISBN)
 

Von wegen Besinnlichkeit: Weihnachtswahnsinn, Raubüberfälle und die ganz große Liebe

Tonia ist im Grunde zufrieden mit ihrem Job und auch ihrem Singleleben. Doch als Rafael plötzlich in ihr Leben tritt, ändert sich alles: Der gutaussehende Unternehmenserbe umgarnt die Supermarktkassiererin und beeindruckt sie mit seinem Sportwagen und seiner unverblümten Art. Aber irgendetwas kommt Tonia komisch vor, und als Rafael sie kurz darauf für ihre Kollegin sitzen lässt, hat sie sowieso die Nase voll. Dann wird kurz vor Weihnachten der Markt überfallen. Hat Rafael etwas damit zu tun? Jedenfalls denkt das der gutaussehende Polizist Mark, der Tonia befragt. Und Tonia ahnt, dass dieses Weihnachtsfest vielleicht noch ein ganz besonderes werden kann…

  • Deutsch
  • Deutschland
  • 2,53 MB
978-3-95818-233-2 (9783958182332)
395818233X (395818233X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Gisela Stiens ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und war in ihrer Jugend immer mit Tieren zusammen. Schon immer war das Schreiben ihre Lieblingsbeschäftigung. Unter anderem Namen veröffentlichte sie Kriminalromane und spannende Kinderbücher. Wenn sie nicht gerade an einem neuen Manuskript arbeitet, wandert sie gern und fotografiert dabei alles, was ihr vor die Linse kommt. Sie wohnt in Ostwestfalen und ist Mitglied in verschiedenen Autorenvereinigungen, unter anderem bei DELIA, dem Verein deutscher Liebesromanautoren.

1. Kapitel


Die Arbeit zog sich unendlich hin an diesem Freitag. Tonia Volkers hätte gern früh Feierabend gemacht. Sie hatte allerdings die Rechnung ohne die Kunden gemacht, die erst kurz vor Ladenschluss hereingeströmt waren, als gäbe es am Samstag nichts mehr zu kaufen. Alle drei Kassen waren besetzt.

Tonia, die gleich die erste Kasse am Eingang bediente, zog mechanisch die Ware über den Scanner, nahm das Geld entgegen, gab Wechselgeld und Bon heraus und wünschte wohl schon zum hundertsten Male einen guten Abend. Wenn jemand sie gefragt hätte, wie denn der Kunde aussah, der gerade vorbeigegangen war, sie hätte es nicht sagen können. Sie warf einen flüchtigen Blick auf ihre Armbanduhr, zehn nach acht, und die Schlange zog sich bis zur Kühltheke. Die Stimme der Marktleiterin, Marita Merck, erscholl schon zum zweiten Mal mit gleicher Durchsage aus dem Lautsprecher.

»Verehrte Kundinnen und Kunden, bitte beachten Sie, dass wir um zwanzig Uhr schließen.«

Tonia seufzte. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass es den Leuten Spaß machte, in der Schlange zu stehen. Deshalb kamen sie auch in letzter Minute in den Laden. Zum Glück hatte Frau Merck nun die Eingangstüren abgeschlossen, sodass keine Kunden mehr nachkommen konnten, und die Schlange löste sich langsam auf.

Eigentlich hatte Tonia sich vorgenommen, etwas eher Schluss zu machen, um sich neue Schuhe zu kaufen. Dafür war es heute Abend definitiv zu spät, das Schuhgeschäft schloss ebenfalls um acht Uhr. Endlich schob sie die letzte Ware über den Scanner und sah aufatmend den jungen Mann an, der ihr einen Zwanzigeuroschein hinhielt. Seine Augen waren tiefblau unter der wuscheligen dunkelbraunen Mähne, und seine Mundwinkel umspielte ein sympathisches Lächeln.

Tonia gab leicht errötend das Wechselgeld heraus. Langsam packte der Unbekannte seine Kleinigkeiten in eine Tüte, während seine Augen sie ungeniert musterten. Ihr Herz machte einen Sprung, und ihre Hände, die die Kassenschublade zuschoben, zitterten plötzlich.

»Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen«, drang seine wohltönende Tenorstimme in ihr Bewusstsein, und ein wohliges Gefühl rieselte durch ihren Körper.

»Danke, gleichfalls«, stotterte sie und sah ihm erstarrt nach.

»Wer war denn das?« Ramona von der Kasse nebenan kam mit der Kassenschublade zu Tonia herüber und schaute dem Kunden neugierig hinterher. »Sieht toll aus. Dein Freund?«

Tonia schüttelte den Kopf und begann ihre Einnahmen durchzuzählen. Noch immer war sie ganz durcheinander. So etwas war ihr noch nie passiert. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel hatte dieser Blick aus seinen blauen Augen sie getroffen. Wow, was für ein Mann!

Ramona ging davon, ein leises Lied auf den Lippen.

Tonia musste an diesem Abend zweimal zählen, so sehr hatte der Unbekannte sie aus dem Konzept gebracht. Sie schalt sich eine dumme Gans, weil sie bei seinem Anblick Herzflattern gehabt hatte wie beim ersten Date in der Schule. Was war schon Besonderes geschehen? Sie hatte einen Kunden gehabt, der toll aussah. Wahrscheinlich würde sie ihn nie wiedersehen, denn er war das erste Mal in ihrem Markt gewesen, da war Tonia ganz sicher.

Der Typ wäre ihr bestimmt aufgefallen und Ramona, die jedes männliche Exemplar, dass den Laden betrat, aus den Augenwinkeln betrachtete, als müsste sie sein Potential als zukünftigen Partner prüfen, hätte so einen gutaussehenden Mann niemals übersehen.

Gegen einundzwanzig Uhr war Tonia endlich fertig und verließ das Geschäft durch den Hintereingang. Sie stülpte ihre Kapuze über, weil ein scharfer Wind ihr ins Gesicht blies. Fast hätte sie ihre Tasche mit der Lichterkette und den Nüssen vergessen, so sehr war sie an diesem Abend in Gedanken.

Der Fremde hatte aber auch super ausgesehen. Einen Kopf größer als sie, breite Schultern, zumindest sah es in seinem Mantel so aus, das wuschelige Haar und der akkurat gestutzte Vollbart in dem markanten Gesicht. Und dann diese Augen, von einem so intensiven Blau, wie sie es noch nie gesehen hatte. Einfach umwerfend.

Sie war gerade bei ihrem Auto angekommen, als eine fröhliche Männerstimme in ihrem Rücken erscholl. »Endlich! Ich dachte schon, Sie wollen hinter Ihrer Kasse übernachten!«

Es war kalt, aber der Novemberhimmel war sternenklar, und die hohen Lampen beleuchteten schemenhaft den Parkplatz.

Tonias Hände waren plötzlich feucht, trotz des scharfen Windes, der über den Platz fegte, und der dicke Steppmantel, den sie trug, kam ihr mit einem Male viel zu warm vor, so sehr brachte dieser Mann ihr Blut in Wallung.

»Haben Sie auf mich gewartet?« In ihrer Erregung stotterte sie leicht und ärgerte sich sofort über diesen banalen Spruch.

»Sehen Sie hier sonst noch jemanden?«, antwortete er grinsend und machte eine Handbewegung, die den ganzen Parkplatz umfasste.

Tonia hatte mittlerweile ein Gesicht wie eine reife Tomate und war froh, dass es in der schemenhaften Parkplatzbeleuchtung wohl kaum auffiel. Sie war sicher, dass ihre Kollegin Ramona diese Situation mit Bravour gemeistert hätte. Ihr selbst fiel in solchen Momenten schier gar nichts ein, und so packte sie schweigend ihre volle Einkauftasche in den Kofferraum, um Gelegenheit zum Nachdenken zu bekommen.

Der Fremde sah ihr zu und fragte plötzlich: »Ist das die Hintertür zum Laden, aus der Sie da gerade gekommen sind?«

Sie registrierte die Frage nur im Unterbewusstsein und murmelte: »Ja.«

»Haben Sie auch einen Schlüssel dafür?« Erschreckt über die weitere Frage, kam sie mit dem Kopf hoch und stieß sich heftig am Kofferraumdeckel.

»Au!«, entschlüpfte es ihr und sie fasste sich instinktiv an den Hinterkopf.

»Haben Sie sich wehgetan Das tut mir leid.«

Tonia richtete sich auf. »War nur der Schreck«, erklärte sie hastig und knallte den Kofferraumdeckel zu.

Der Fremde fasste plötzlich nach ihrer Hand.

»He«, wehrte Tonia empört ab und steckte ihre Hand schnell in die Tasche.

Er lachte. »Keine Bange, ich wollte Sie nur auf eine Pizza einladen. Sie sehen aus, als hätten Sie seit Stunden nichts gegessen«, sagte er, ging voraus, ohne an seine vorherige Frage anzuknüpfen und nahm ihr so jegliche Entscheidung ab.

Sie nickte nur zustimmend und betrat mit ihm die Pizzeria. Er steuerte zielstrebig auf einen Tisch zu, über dem ein riesengroßes Plakat hing, auf dem ein Weihnachtsmann gerade eine dampfende Pizza aß und eine kitschige Sprechblase verriet: »Ho, ho, ho! Damit der Weihnachtsmann bei Kräften bleibt!«

Tonia musste lächeln, und mit einem Mal war alle Schüchternheit wie weggeblasen. Sie schälte sich aus ihrem Mantel, der Fremde nahm ihn ihr ab und hängte ihn direkt neben dem Tisch an einen Garderobenständer.

»Ich esse für meine Leben gern Thunfischpizza, und Sie?« Er sah sie fragend an, als sie sich gesetzt hatte.

»Thunfisch mag ich auch gern.« Tonia fühlte sich wohl in seiner Gegenwart und nickte ihm freundlich zu.

»Zweimal Thunfisch, zweimal Cola«, bestellte er und sah Tonia fragend an, weil er die Cola zuvor gar nicht erwähnt hatte.

Tonia nickte. »Cola passt gut, ich muss ja noch fahren.«

Die Bedienung servierte kurz darauf die Cola und die dampfende Pizza.

Beim gemeinsamen Essen erfuhr Tonia endlich den Namen ihres Gegenübers.

»Ich bin Rafael«, stellte er sich vor.

Abgelenkt durch die Pizza, gelang es Tonia, ihren Namen ohne zu Stottern herunterzuleiern. Denn plötzlich war ihre Schüchternheit wieder da und sie überlegte blitzschnell, was wohl ihre Mutter sagen würde, dass sie mit einem wildfremden Mann einfach mitgegangen war.

Ihre Mutter hatte immer Angst um Tonia und fand es überhaupt nicht gut, dass Tonia bis spät am Abend arbeiten musste. »Es ist dunkel, wenn du von der Arbeit kommst, was da alles passieren kann. Sei bloß vorsichtig.«

Tonia lächelte, weil sie ausgerechnet jetzt daran denken musste.

»Die Pizza scheint dir zu schmecken, Tonia«, sagte Rafael.

Tonia nickte wortlos.

»Macht dir die Arbeit im Markt Freude?«, fragte Rafael nun.

»Ich bin zufrieden«, murmelte Tonia und überlegte, oder er sich wirklich für ihre Arbeit interessierte oder einfach nur neugierig war? Obwohl plötzlich solche Fragen in ihrem Kopf auftauchten, konnte sie sich seinem Charme nicht entziehen und war einfach glücklich, neben ihm zu sitzen.

Rafael war, ohne sie zu fragen, gleich zum Du übergegangen, was Tonia kaum bemerkte. Sie nickte nur und senkte den Blick auf ihren Teller, denn schon wieder stieg ihr die Röte ins Gesicht. Er plauderte unbefangen über das Wetter und die verschiedenen Pizzen, die er hier in der Pizzeria schon gegessen hatte und fragte zwischendurch immer wieder nach ihrer Arbeit.

Er erkundigte sich nach ihren Arbeitszeiten und wie sie es schaffte, stundenlang an der Kasse zu sitzen, was denn so am Abend in ihrer Kasse war, und auch wer das Geld des Marktes zur Bank brachte.

Tonia antwortete ziemlich einsilbig, weil sie sich wunderte, dass er immer wieder das Thema ihrer Arbeit aufgriff. Die letzten Fragen beantwortete sie gar nicht, sondern biss hastig von ihrer Pizza ab. Um ihn von ihrer Arbeit abzulenken, fragte sie: »Was machst du denn beruflich?«

»Ich bin Computerspezialist.« Er grinste, neigte sich zu ihr hinüber und flüsterte: »Zumindest behauptet das mein Vater, weil ich für seinen Laden den ganzen Computerkram erledige.«

»Habt ihr eine größere Firma?«

Rafael winkte großspurig ab. »Nicht der Rede...

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