Praxisbuch AMDP

Psychopathologische Befunderhebung - Grundlagen und Anwendungsbeispiele
 
 
Hogrefe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Oktober 2017
  • |
  • 322 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8409-2852-9 (ISBN)
 
Das AMDP-System ist seit mehr als 50 Jahren neben der Forschung auch in der klinischen Anwendung ein wichtiges Verfahren, insbesondere zur Erfassung und Dokumentation des psychopathologischen Befundes. Im praktischen Einsatz ergeben sich immer wieder Fragen im Hinblick auf Vorgehensweisen der Erhebung, auf Möglichkeiten der Anwendung, auf das Training und die praktische Umsetzung im klinischen Alltag. Diese Themen sind Gegenstand des vorliegenden Buches.
Der Band stellt zunächst die Grundlagen des AMDP-Systems für die klinische Anwendung vor. Dabei wird u.a. auf die methodischen Grundlagen, speziell die verschiedenen Möglichkeiten der Befunderhebung auf der Symptom-, Syndrom- und Diagnoseebene, eingegangen. Zudem werden häufige Probleme bei der Anwendung des Systems erörtert. Ein Abschnitt zu speziellen Anwendungsbereichen fokussiert auf die verschiedenen Einsatzbereiche des Systems in Forschung und Praxis, z.B. bei der Begutachtung oder zur Therapieevaluation. Im Abschnitt zur Aus-, Fort- und Weiterbildung geht es um die Möglichkeiten des Trainings und der Wissensvermittlung mithilfe des AMDP-Systems in unterschiedlichen klinischen Kontexten (u.a. in der Pflegeausbildung). Schließlich wird anhand von ausgewählten Störungsgruppen, z.B. Schizophrenie, Depression, Manie, PTBS, Essstörungen, ADHS, exemplarisch dargestellt, wie ausgehend von der Befunderhebung mit dem AMDP-System ein psychopathologischer Befund formuliert werden kann.
1. Auflage 2018
  • Deutsch
  • Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinische Psychologen, Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, Psychologische Berater, Studierende und Lehrende in der psychiatrischen, psychologischen und psychotherapeutischen Aus-, Fort- und Weiterbildung.
  • 2,83 MB
978-3-8409-2852-9 (9783840928529)
3840928524 (3840928524)
10.1026/02852-000
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Praxisbuch AMDP [Seite 1]
1.1 - Vorwort der Herausgeber: Das AMDP-System in der klinischen Anwendung [Seite 7]
1.2 - Inhalt [Seite 11]
2 - 1Grundlagen für die praktische Anwendung von AMDP [Seite 21]
3 - 2 Vom Patientengespräch zum Ausfüllen des Dokumentationsbogens [Seite 33]
4 - 3 Vom Symptom zum psychopathologischen Befund [Seite 42]
5 - 4Vom Symptom zum Syndrom [Seite 54]
6 - 5Vom Symptom zur Diagnose [Seite 65]
7 - 6Probleme und Fragen in der praktischen Anwendung des AMDP-Systems [Seite 76]
8 - 7AMDP - Kulturelle Aspekte [Seite 90]
9 - 8AMDP in der Begutachtung [Seite 97]
10 - 9AMDP in besonderen Untersuchungssituationen [Seite 102]
11 - 10Forschung mit dem AMDP-System [Seite 110]
12 - 11AMDP in Kombination und Abgrenzung zu anderen Verfahren (im Kontext anderer Verfahren) [Seite 117]
13 - 12Therapieevaluation mit dem AMDP-System [Seite 132]
14 - 13Erfassung von Nebenwirkungen mit dem AMDP-System [Seite 141]
15 - 14Die AMDP-Module [Seite 145]
16 - 15 Vermittlung von psychopathologischem Wissen [Seite 155]
17 - 16Organisation von AMDP-Seminaren [Seite 163]
18 - 17AMDP im Pflegeunterricht und bei anderen Berufsgruppen [Seite 174]
19 - 18AMDP in Aus-, Fort- und Weiterbildung/Ausbildung internationaler Ärzte [Seite 180]
20 - Fallbeispiele - Vorbemerkungen [Seite 187]
21 - 19AMDP-Fallbeispiel Demenz vom Alzheimer-Typ [Seite 190]
22 - 20AMDP-Fallbeispiel Alkoholabhängigkeit und komorbide Depression [Seite 198]
23 - 21AMDP-Fallbeispiel Alkoholabhängigkeit und amnestisches Syndrom [Seite 204]
24 - 22AMDP-Fallbeispiel Akute Schizophrenie [Seite 211]
25 - 23AMDP-Fallbeispiel Chronische Schizophrenie [Seite 218]
26 - 24AMDP-Fallbeispiel Depression [Seite 226]
27 - 25AMDP-Fallbeispiel Depressive Episode und Soziale Phobie [Seite 233]
28 - 26AMDP-Fallbeispiel Manie [Seite 239]
29 - 27AMDP-Fallbeispiel Agoraphobie mit Panikstörung [Seite 246]
30 - 28AMDP-Fallbeispiel Zwangsstörung [Seite 252]
31 - 29AMDP-Fallbeispiel Posttraumatische Belastungs­störung und depressive Episode [Seite 258]
32 - 30AMDP-Fallbeispiel Anorexia nervosa [Seite 264]
33 - 31AMDP-Fallbeispiel Borderline-Persönlichkeitsstörung [Seite 270]
34 - 32AMDP-Fallbeispiel Autismus-Spektrum-Störung (ASS) [Seite 276]
35 - 33AMDP-Fallbeispiel ADHS im Erwachsenenalter [Seite 281]
36 - Literatur [Seite 287]
37 - Anhang [Seite 297]
37.1 - Anhang A: Befundbogen [Seite 299]
37.2 - Anhang B: Deutsch-, englisch- und französischsprachige Bezeichnung der AMDP-Merkmale [Seite 303]
37.3 - Anhang C: AMDP-Syndrome [Seite 312]
37.4 - Die Autorinnen und Autoren des Bandes [Seite 319]
11 AMDP im Kontext anderer Verfahren (S. 115-116)

Rolf-Dieter Stieglitz, Matthias Albers und Silke Kleinschmidt

11.1 Vorbemerkungen

Im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Klinischen Psychologie gibt es zwischenzeitlich eine kaum noch zu überblickende Vielzahl von Untersuchungsverfahren, die in unterschiedlichen Bereichen Anwendung finden. Überblicke geben z. B. Geue et al. (2016) oder Strauß und Schumacher (2005) bzw. Stieglitz und Freyberger (2017). Die Verfahren haben unterschiedliche Indikationsbereiche, speziell werden diese als Outcome- Skalen zur Erfassung der Psychopathologie im Kontext von therapeutischen Interventionen eingesetzt.

In die Zeit der Entdeckung und Entwicklung der Psychopharmaka (vgl. auch Kapitel 1) in den 1950er Jahren fällt zeitversetzt um ca. 10 bis 15 Jahre die Entwicklung wichtiger Psychopathologieskalen wie die Brief Psychiatric Rating Scale (BPRS; CIPS, 2015), die Inpatient Multidimensional Psychiatric Scale (IMPS; Hiller et al., 1986), die Present State Examination (PSE; Wing et al., 1982) oder die Comprehensive Psychiatric Rating Scale (CPRS; Åsberg et al., 1978), die alle zeitgleich mit dem AMDP-System entwickelt wurden (vgl. Tabelle 11.1 sowie Stieglitz, 2010). Einige davon sind auch heute noch im Einsatz. Dies betrifft vor allem die BPRS, die zwischenzeitlich in Modifikationen vorliegt, während die anderen heute kaum noch einen Stellenwert innerhalb der psychiatrisch-psychotherapeutischen Diagnostik haben wie die CPRS, aber leider auch die IMPS. 11.2 Multimodale Diagnostik

Eine Multimodale Diagnostik (vgl. den Überblick Baumann & Stieglitz, 2001) hat das Ziel, den vielfältigen Facetten eines Menschen dadurch gerecht zu werden, alle Ebenen zu berücksichtigen, die für psychische Störungen relevant sind, und mittels geeigneter Methoden abzubilden. In der klinischen Praxis ist eine derartige, alle Aspekte der Störung berücksichtigende Diagnostik sehr umfangreich und daher eher ein Ideal, das kaum bei jedem Patienten realisierbar ist. Daher gilt es im Einzelfall im Hinblick auf die im Vordergrund stehende Störungsdimension sowie die Assessmentziele, das entsprechende Verfahren auszuwählen. Zu berücksichtigen sind unterschiedliche Perspektiven der Beurteilung, verschiedene Merkmale des Individuums in Bezug auf unterschiedliche Funktionsbereiche sowie unterschiedliche Methoden. Allgemein wird unterschieden zwischen:
-- Datenebenen (Grundkategorien organismischer Merkmale: z. B. biologische, psychologische, soziale und ökologische Ebene),
-- Datenquellen (Informationsgeber: z. B. Selbst- und Fremdbeurteilung),
-- Konstrukte/Funktionsbereiche (Einheiten einzelner Datenebenen bzw. über einzelne Ebenen hinweg): z. B. psychologische Datenebene mit den Konstrukten Leben und Verhalten,
-- Untersuchungsverfahren: z. B. psychologische Verfahrensgruppe (z. B. Interviews, Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren), apparative Verfahren.

Multimodalität ist als ein allgemeines Rahmenmodell zu verstehen, das für die konkreten Untersuchungen des Einzelfalls die spezifische Auswahl von Untersuchungsverfahren notwendig macht.

Im Kontext der Psychiatrie und Psychotherapie spielen vor allen Dingen Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren zur Abbildung der psychologischen Datenebene eine herausragende Rolle. Zu beiden liegt zwischenzeitlich vor allem für den Depressionsbereich eine Vielzahl von vergleichenden Studien vor, die unabhängig von den erfassten Konstrukten zu folgenden Ergebnissen kommen (Stieglitz, 2008):
-- Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren korrelieren im Querschnitt oft nur in einer maximal mittleren Größenordnung.
-- Auf Einzelfallebene können sich zwischen Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren große Diskrepanzen zeigen.

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