Treu und Glauben im Unionsprivatrecht

 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Februar 2016
  • |
  • 349 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-154420-0 (ISBN)
 
Es gibt im Unionsprivatrecht wenige Begriffe, die über den einzelnen Rechtsakt hinaus von so großer Bedeutung und zugleich so wenig übergreifend und systematisierend erforscht sind wie Treu und Glauben. Dies mag daran liegen, dass man es mit einem in Anwendungsbereich, Inhalt und Rechtsfolgen höchst unbestimmten Grundsatz im Umfeld einer fragmentarischen Rechtsmaterie zu tun hat. Eine nationalrechtliche Vorprägung ist zwar durchgehend vorhanden, fällt jedoch unterschiedlich aus. Christian Stempel untersucht, wie sich vor diesem Hintergrund ein einheitliches Verständnis des unionsprivatrechtlichen Grundsatzes von Treu und Glauben entwickeln kann, der mittlerweile vom Unionsgesetzgeber und auch vom Europäischen Gerichtshof häufig verwendet wird. Er zeigt vorhandene Entwicklungen und Missstände auf, eröffnet aber auch Perspektiven für eine transparentere, einheitlichere und systematischere Handhabung des Grundsatzes auf unionaler wie auf nationaler Ebene.
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • 3,86 MB
978-3-16-154420-0 (9783161544200)
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsübersicht
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Einleitung
  • Kapitel 1 - Grundlagen
  • A. Treu und Glauben im Unionsprivatrecht
  • I. Unionsprivatrecht
  • 1. Unionales Recht
  • 2. Privatrecht
  • II. Generalklausel
  • 1. Generalklausel und unbestimmter Rechtsbegriff
  • 2. Regel und Prinzip
  • III. Mehrebenensystem und allgemeine Grundsätze
  • 1. Treu und Glauben im Vorabentscheidungsverfahren
  • 2. Die Unterscheidung zwischen Auslegung und Anwendung
  • 3. Treu und Glauben als beweglicher Begriff
  • 4. Keine reine Billigkeitsnorm ohne inneren Zusammenhang
  • 5. Die Suche nach allgemeinen Grundsätzen des Unionsprivatrechts
  • 6. Eine Schwelle zum "allgemeinen" Grundsatz?
  • 7. Auswahl und Prüfung relevanter Fallgruppen
  • B. Vorverständnis
  • I. Ursprung und Wortlaut
  • II. Status quo von Treu und Glauben im Unionsprivatrecht
  • III. Rechtsvergleichender Überblick
  • 1. Deutschland
  • 2. Frankreich
  • 3. England
  • 4. Weitere Mitgliedstaaten
  • IV. Akademische Regelkataloge
  • 1. PECL
  • 2. Acquis-Principles
  • V. Der Vorschlag für ein Gemeinsames Europäisches Kaufrecht
  • C. Verwandte Maßstäbe
  • I. Rechtsmissbrauch
  • II. Verwirkung
  • III. Fairness
  • IV. Berechtigte Erwartungen
  • V. Loyalität und Billigkeit
  • VI. Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit
  • VII. Vernünftigkeit
  • D. Zwischenergebnis: Zuschnitt der Arbeit
  • Kapitel 2 - Bestandsaufnahme und Analyse
  • A. Schranke der Privatautonomie
  • I. Zwingendes Recht und Umgehungsverbote
  • II. Vorformulierte Klauseln: Die Richtlinie 93/13
  • 1. Anwendungsbereich und Ratio
  • 2. Die Generalklausel
  • a) Konkretisierungskriterien: Treu und Glauben und das erhebliche Missverhältnis
  • b) Konkretisierungszuständigkeit
  • 3. Konkretisierungsmaßstab
  • a) Generell-abstrakter oder individuell-konkreter Maßstab?
  • b) Formelles und materielles Missverhältnis sowie Transparenz
  • c) Erwägungsgründe
  • d) Die Liste im Richtlinienanhang
  • aa) Bindungswirkung der Liste
  • bb) Materieller Gehalt der Liste
  • e) Klauselrichtlinie und Wettbewerbsrecht
  • 4. Materielle Konkretisierung durch den Europäischen Gerichtshof
  • a) Einführung
  • b) Scheinbare Annahme der Konkretisierungsaufgabe
  • c) Ablehnung der Konkretisierungsaufgabe
  • d) Erteilung von Hinweisen an das nationale Gericht
  • aa) Fehlende Transparenz und die Bedeutung des Anhangs
  • bb) Berücksichtigung der übrigen Vertragsklauseln
  • cc) Treu und Glauben und hypothetische Individualvereinbarung
  • dd) Preisänderungsklauseln
  • ee) Maßstab des Missverhältnisses
  • 5. Prozessuale Gewährleistung der Klauselkontrolle
  • a) Verpflichtung zur Klauselkontrolle von Amts wegen
  • b) Amtswegige Tatsachenermittlung?
  • c) Klauselkontrolle im Vollstreckungsverfahren
  • d) Verbot geltungserhaltender Reduktion
  • 6. Testfall: Verfallsklauseln bei Flugreisen
  • a) Tarifmodelle und Umgehungsversuche
  • b) Nationale Rechtsprechung zu Verfalls- und Nachberechnungsklauseln
  • aa) Deutschland
  • bb) Österreich
  • cc) Frankreich
  • dd) Spanien
  • c) Unionsautonome Lösungsansätze zu Verfalls- und Nachberechnungsklauseln
  • 7. Ergebnisse
  • a) Konkretisierungskompetenz
  • b) Unionsautonomer Standard
  • aa) Missbräuchlichkeit ohne Vergleichsmaßstab bei einseitiger Belastung des Verbrauchers?
  • bb) Vergleichsmaßstab aus dem Acquis
  • cc) Vergleichsmaßstab aus den nationalen Rechtsordnungen
  • c) Beispiele
  • aa) Vertragsschluss
  • bb) Transparenzgebot
  • cc) Pacta sunt servanda
  • d) Prozessuale Schutzkomponente
  • e) Ergebnisse für die Arbeit
  • III. Vorformulierte Klauseln in anderen Rechtsakten
  • 1. Verbraucherkreditrichtlinie: Ausgleichsanspruch
  • 2. Pauschalreiserichtlinie: Preisanpassungsklauseln
  • 3. Zahlungsverzugsrichtlinie
  • 4. Klauselkontrolle im CESL-Vorschlag
  • IV. Kartellrecht
  • B. Schranke der Rechtsausübung
  • I. Missbrauchsverbot in der Grundrechtecharta
  • II. Missbrauchsverbote im Sekundärrecht
  • III. Marktmissbrauch (Insidergeschäfte)
  • IV. Missbräuchliche Berufung auf Unionsrecht in der Rechtsprechung des EuGH
  • 1. Grundfreiheiten
  • a) Umgehung zwingenden nationalen Rechts
  • b) Export und sofortiger Reimport
  • c) Gesellschaftsrecht: Wegzugs- und Zuzugsfälle
  • d) Steuerrecht und Grundfreiheiten
  • e) Gesellschaftsrecht: Rechte von Aktionären aus der Zweiten Richtlinie
  • f) Zwischenergebnis
  • 2. Internationales Zuständigkeitsrecht
  • a) Schriftform von Gerichtsstandsvereinbarungen
  • b) Torpedoklagen
  • c) Dual Use-Verträge
  • d) Zuständigkeitserschleichung
  • e) Herbeiführung eines Vorabentscheidungsverfahrens
  • V. Ergebnis: Das Rechtsmissbrauchsverbot
  • C. Begründung von Treuepflichten in Sonderverbindungen
  • I. Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit im Primärrecht
  • II. Handelsvertreterrichtlinie: Pflichten der Parteien
  • III. Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente
  • D. Lauterkeit beruflichen Handelns
  • I. Die UGP-Richtlinie
  • 1. Die Begriffe in der Generalklausel
  • 2. Verhältnis zu schwarzer Liste und kleinen Generalklauseln
  • 3. Konkretisierung und Auslegung
  • II. Fernabsatzrichtlinien
  • E. Bindung an eigenes Vorverhalten und Verwirkung
  • I. Rechtsprechung des EuGH zum Verwaltungsrecht
  • II. Rechtsprechung des EuGH zum Abbruch von Vertragsverhandlungen
  • III. Rechtsprechung des EuGH zur Verwirkung von Verbraucherrechten
  • IV. Verwirkung des Ausgleichsanspruchs nach der Handelsvertreterrichtlinie
  • V. Ergebnis: Bindung an eigenes Vorverhaltens und Verbot der Berufung auf eigenes rechtswidriges Verhalten
  • F. Begründung sonstiger Pflichten
  • G. Berechtigte Erwartungen
  • I. Produkthaftungsrichtlinie
  • II. Verbrauchsgüterkaufrichtlinie
  • H. Verhältnismäßigkeit, Gerechtigkeit und Fairness
  • I. Handelsvertreterrichtlinie: Ausgleichsanspruch nach Billigkeit
  • II. Urheberrechtsrichtlinie
  • III. Richtlinie zum Vermiet- und Verleihrecht
  • IV. Datenschutzrichtlinie
  • V. Richtlinie über alternative Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten
  • I. Bösgläubigkeit
  • I. Gemeinschaftsmarkenverordnung und Markenrichtlinie
  • II. Die ".eu"-Domain-Verordnung
  • Kapitel 3 - Ergebnisse
  • A. Die wissenschaftliche Debatte um Treu und Glauben im Europäischen Privatrecht
  • B. Allgemeiner Grundsatz, zugrundeliegendes Prinzip oder unbestimmter Rechtsbegriff
  • C. Quellen und Anwendungsbereich
  • D. Horizontale und vertikale Dimension
  • I. Ein besonderes Bedürfnis für Treu und Glauben
  • II. Besondere Schwierigkeiten im Umgang mit Treu und Glauben
  • E. Treu und Glauben und guter Glaube
  • F. Verwandtschaften und Definitionselemente
  • I. Verbot des Rechtsmissbrauchs
  • II. Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit
  • Vernünftigkeit
  • III. Anständigkeit und Fairness
  • IV. Sorgfaltsmaßstab und Sorgfaltspflichten
  • V. Willkürverbot und Motivationszwang sowie Verhandlungspflichten
  • G. Standardhöhe
  • H. (Fehl-)Entwicklungen
  • I. Schlussfolgerungen
  • Literaturverzeichnis
  • Rechtsprechungsverzeichnis
  • Europäischer Gerichtshof
  • Gericht der Europäischen Union (vormals Gericht Erster Instanz)
  • Bundesgerichtshof (Deutschland)
  • Oberlandesgerichte (Deutschland)
  • Cour de Cassation (Frankreich)
  • Cours d'Appel (Frankreich)
  • Oberster Gerichtshof (Österreich)
  • Supreme Court (vormals House of Lords
  • Vereinigtes Königreich)
  • Court of Appeal (Vereinigtes Königreich)
  • High Court (Vereinigtes Königreich)
  • Sachverzeichnis

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