Haut, so weiß wie Schnee

 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. September 2011
  • |
  • 303 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1155-3 (ISBN)
 
Ein Mädchen, so schön wie Schneewittchen. Jette ist unglaublich hübsch, aber abgesehen davon ist ihr Leben ganz normal. Doch dann lernt sie Jonah kennen - und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Der Junge warnt sie davor, dass ein Kosmetikkonzern es auf ihr Blut abgesehen hat, weil er damit Forschungen betreiben will. Für Jette und Jonah beginnt ein gefährlicher Kampf.
weitere Ausgaben werden ermittelt
Zweiter Teil (S. 87-88)

Saalfeld unter Druck


«Guten Morgen, Herr Dr. Saalfeld. Sonniger Tag, nicht?« Benno Krawtschik machte eine formvollendete Verbeugung und öffnete seinem Chef per Tastendruck den Aufzug zur Vorstandsetage. Saalfeld trat in die Kabine, Krawtschik folgte, und mit einem sanften Ruck setzte sich die gläserne Kapsel in Bewegung. Saalfeld blickte durch das schusssichere Glas direkt in das Blätterwerk einer angrenzenden Eiche. Normalerweise genoss er es, aus dem Grün des Baumes förmlich herauszuschießen, aber heute war er abgelenkt. »Guten Morgen«, hatte der Aufzugführer gesagt. Sonst wünschte er Saalfeld immer einen »Wunderschönen guten Morgen«. Genau genommen war dies das erste Mal innerhalb von zehn Jahren Vorstandstätigkeit, dass der Aufzugführer sich gegenüber seinem Chef so kurz fasste.

Die fahrbare Kapsel kam mit einem Ruck zum Stehen. Kai Saalfeld konnte beim Hinausgehen noch sehen, wie Benno Krawtschik wieder nach seinem Krimi griff. Auch das hatte es noch nie gegeben! Dass der Aufzugführer bereits nach seiner Lektüre kramte, noch bevor der Chef die Kabine richtig verlassen hatte. Was für eine Unverschämtheit! Saalfeld sah keinen Grund, diese Respektlosigkeit durchgehen zu lassen. Morgen würde sich Krawtschik am Kantinenaufzug wiederfinden.

Im siebzehnten Stock der Konzernzentrale angelangt, marschierte Saalfeld zu seinem Büro. Trotz der dicken Teppiche waren seine Schritte deutlich zu hören. Er wandte dafür eine besondere Gehtechnik an, die er in den ersten Wochen seines neuen Amtes trainiert hatte. Dank ihrer Hilfe wusste jeder auf dem Flur sofort, dass der Chef nahte. Gleich würde die Tür zu seinem Vorzimmer aufgehen und seine Sekretärin ihm noch im Türrahmen Mantel und Jacke abnehmen. Aber was war das? Im letzten Augenblick konnte Saalfeld gerade noch scharf stoppen. Die Tür war geschlossen, fast wäre er dagegengeprallt. Mit einem Hieb auf den Türgriff verschaffte er sich Einlass. Das Zimmer war leer. Unglaublich. Frau Menzel, seine Sekretärin, hatte es noch nie einfach so verlassen. Selbst wenn sie austreten musste, bat sie immer eine Kollegin von nebenan, sich kurz an ihren Schreibtisch zu setzen.

Was war hier eigentlich los? Außer ihrem Lodenmantel, der ordentlich am Kleiderständer hing, und dem eingeschalteten Computer wies nichts auf die Anwesenheit der Sekretärin hin. Saalfeld durchquerte den Raum, ging in sein Büro und warf dort wütend seinen Mantel und seine Tasche auf einen kleinen Couchtisch. Dann ließ er sich in seinen Chefsessel fallen und wartete, was eine völlig ungewöhnliche Situation war, denn normalerweise war jede Minute seiner Arbeitszeit verplant. Seine Sekretärin schob ihn von einem Meeting in das nächste, verlangte ständig Unterschriften oder stellte Telefonate durch.

Schließlich hatte er fünfundsiebzigtausend Mitarbeiter zu führen. Nur vier Jahre hatte er damals gebraucht, um es bei Stayermed vom Abteilungsleiter zum Vorstandsvorsitzenden zu bringen. Seine Kollegen hatten immer sein Gespür für gute Geschäfte gerühmt, sein Verhandlungsgeschick und seine schnellen, klaren Entscheidungen. Jahrelang war er auf einer Welle des Erfolgs geschwommen. Aber jetzt ging es mit der Stayermed-Aktie bergab.

Und Besserung war nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Gestern hatte ihn ein alter Jagdfreund angerufen. Er arbeitete inzwischen bei der Investmentfirma, die bei Stayermed Großaktionär war, und hatte ihm gesteckt, dass die Investmentfirma in Kürze einen Großteil der Aktien verkaufen würde. Man gehe von weiter fallenden Kursen aus und hoffe darauf, noch ohne großen Verlust aussteigen zu können. Das bedeutete für die Stayermed-Aktie, dass sie noch stärker unter Druck geraten würde.

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

9,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok