Tabulos

Erotische Storys
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. Oktober 2011
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1125-6 (ISBN)
 
Ein Uniprofessor, dessen Lehrstunden für eine Studentin unvergesslich werden. Eine Krankenschwester, die sich heimlich nach ihrem Patienten verzehrt - Dieses Buch versammelt Geschichten über erotische Begegnungen der ganz besonderen Art: prickelnd, sinnlich - und vor allem ohne Tabus.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 1,37 MB
978-3-8387-1125-6 (9783838711256)
3838711254 (3838711254)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Telefoniert (S. 118-119)

Sie reden über alles. Sie weiß es. Sie weiß, ob er sich für grün oder für blau entscheidet. Sie weiß, wie sein Tag gewesen ist. Was er zum Abendessen haben möchte und auch sonst alle Kleinigkeiten am Tag. Der eine kennt das Leben des anderen in- und auswendig. Es gibt nichts, worüber sie nicht reden könnten. Und vielleicht ist das der Grund, warum sie die besten Freunde sind. Oder es liegt daran, dass sie das meiste am Telefon regeln. Am Telefon sieht man nämlich nicht, wenn der andere die Augen verdreht. Keiner fasst den anderen unbeholfen an, keine steifen Umarmungen, kein Händeschütteln und all dieser Quatsch.

Sie mag diesen seltsamen Tunnel der Geräusche, ganz so, als würde er Worte in sie füllen, die von allem Ballast befreit sind, der unangenehm oder schmerzhaft sein könnte. Sie kann sich ihr eigenes Bild von ihm machen. Wenn er einen Moment lang schweigt, hat er das Interesse nicht verloren. Er hat dann einfach den Hörer fallen lassen oder einen Schluck Tee genommen, oder er lässt sich Badewasser einlaufen. Man sieht keine andere Person an, die vielleicht gelangweilt ist. Alles ist voll konzentriert, eindeutig vorgegeben, aufeinander bezogen. Und dann ist da natürlich noch seine Stimme.

Dieser fast monotone Tonfall, bei dem jede noch so kleine Betonung elektrisierend wirkt. Dieser dunkle, metallene Beigeschmack, als wäre er insgeheim ein böser Roboter. Er ist HAL 9000 aus Odyssee im Weltraum und sagt ihr, dass er dies nicht tun will, dass es aber nur zu ihrem Besten sei. Sie hat keine Ahnung, was für sie das Beste ist, aber die Telefonanrufe helfen ihr. Sie helfen bei scheinbar unbedeutenden Sachen, etwa dabei, dass die eigenen sozialen Kompetenzen nicht verkümmern. Genau das sagt er zu ihr, als sie beide gleichzeitig Sandwiches mit Dosenschinken zubereiten, dreißig Meilen voneinander entfernt. Sie kann sich gar nicht erinnern, wann sie das letzte Mal Sandwiches gemacht haben und nicht voneinander getrennt waren.

Genau das sagt sie ihm, während sie sich beide alte Episoden von Poirot anschauen und überlegen, wer der Täter sein könnte. Und da sind sie auch dreißig Meilen voneinander entfernt. Und später lauschen sie, wie der jeweils andere ins Bett geht und zufrieden seufzt, oder zumindest in einer Weise, dass es zufrieden klingt. Und an diesem Punkt sagt Roy dann zu Olive: »Gute Nacht, Ol.« Und Ol sagt dann immer zu Roy: »Gute Nacht, Roy.«

Und beide denken sie kurz vorm Einschlafen: Dreißig Meilen ist keine so große Entfernung. Aber dreißig Meilen ist eine große Entfernung. Sie ist sogar so groß, dass Olive schon vergessen hat, wie Roy aussieht. Natürlich weiß sie, dass er ein sehr ausdrucksstarkes Gesicht hat - wie bei einem Stummfilmstar -, aber das liegt vielleicht auch nur daran, dass sie in letzter Zeit viele Stummfilme gesehen hat. Zweifellos wird er sich jede Menge nackte Schauspielerinnen ins Gedächtnis rufen, weil er in letzter Zeit ziemlich viele anzügliche Filme gesehen hat. Alles nur Recherche für eine Homepage, die er für jemanden bastelt und auf der Sexszenen aus Kinofilmen gelistet sind. Nicht weil er so geil ist. Sie überinterpretiert es nicht gleich, wenn er etwas aufgeregt von der dritten Sexszene in einem Kinofilm erzählt, in dem jede Menge Leute kunstvoll vögeln.

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