Im literarischen Grenzland Europas?

Der Balkan in deutschsprachigen Texten der Gegenwart
 
 
Neofelis (Verlag)
  • erschienen am 9. Februar 2017
  • |
  • 140 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95808-175-8 (ISBN)
 

Ende der 1990er Jahre erschüttert der kriegerische Zerfall Jugoslawiens das 'Friedensprojekt Europa'. In der politischen Narration findet der Begriff 'Balkan' im deutschsprachigen Raum medial nun vornehmlich Verwendung zur Beschreibung eines als Problemregion verhandelten Teils des Kontinents, der mit den Jugoslawienkriegen seine Utopie eines Kontinents ohne Krieg verliert.

Ausgehend von dieser Marginalisierung des Balkans gewinnt die Frage an Bedeutung, wo dieser eigentlich beginnt. Im Zuge der Diskussionen dieser Frage wird mit Landkarten und Grenzziehungen argumentiert, die es de facto nicht gibt. Dennoch haben sich derartige Mental Maps in politische wie auch in literarische Diskurse eingeschrieben. Zu prüfen ist, ob solche projektionsreichen Bilder in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur fortgeschrieben oder aber aufgebrochen und umgeschrieben werden. In textnahen Lektüren zeigt Im literarischen Grenzland Europas?, wie Juli Zeh in Die Stille ist ein Geräusch (2002), Sasa Stanisic in Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006) und Marica Bodrozic in Das Gedächtnis der Libellen (2010) tradierte Imaginationen des Balkans als Krisengebiet unterlaufen. Ausgehend von einem weit gefassten Exilbegriff und unter Bezugnahme kulturwissenschaftlicher Forschungsansätze lässt sich erkennen, wie in den untersuchten Prosatexten Denk- und Handlungsräume entfaltet werden, die als transkulturell und transnational zu bezeichnen sind.

Die drei Gegenwartsromane enttarnen den Balkan als ein mentales Konstrukt Westeuropas. Ebendieses Konstrukt erfährt im Kontext aktueller politischer Debatten um Geflüchtete und die geschlossene 'Balkanroute' eine rhetorische Renaissance. Hier knüpft die vorliegende Studie an und legt mit der beispielhaften Analyse deutschsprachiger sowie dem Verweis auf angloamerikanische Texte eine zeitgenössische Kartografie Europas vor, die den Balkan ins Zentrum (des Erzählens) stellt.

  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • Neue Ausgabe
  • Höhe: 21 cm
  • |
  • Breite: 13.5 cm
  • 2,26 MB
978-3-95808-175-8 (9783958081758)
3958081754 (3958081754)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Sarah Steidl studierte Germanistik, Philosophie und Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg mit Studienaufenthalten in Istanbul und Sofia. Von 2015 bis 2016 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stiftung Mercator-Forschungsprojekt "Geteilte Erfahrung Migration im deutsch-türkischen und türkischen Film"; seit 2016 ist sie Stipendiatin im Doktorandenkolleg Geisteswissenschaften in Hamburg. Dort arbeitet sie an ihrem Promotionsprojekt zu Fluchtnarrativen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Zu ihren Forschungsinteressen zählen Phänomene zeitgenössischer Literatur (z.B. Formen der Mehrsprachigkeit und Grenzen nationaler Identifizierung).

  • Cover
  • Half Title
  • Title Page
  • Colophon
  • Table of Contents
  • Siglenverzeichnis
  • I. Einführung
  • 1. In medias res: Wo liegt der Balkan?
  • 2. Tendenzen der Forschung
  • 3. Eigene Verortung: Methodischer und theoretischer Ansatz
  • II. Streifzug durch den Balkan: Deutschsprachige Verhandlungen von Goethe bis Handke
  • 1. Präimperiale, imperiale und postimperiale Projektionen
  • 2. Peter Handke: Monopolisierung und Lähmung der Literaturproduktion?
  • 3. Vorläufiger Ausklang und Exkurs: Die Erfindung des Balkans
  • III. Balkan aktuell: Transformationen als Entfaltung von Transkulturalität bei Juli Zeh, Marica Bodrozic und Sasa Stanisic
  • 1. Narration: Verwirr- und Verweisspiele der Ich-Erzählfiguren
  • 1. Intertextualität: Andere Stimmen, geteilte Erfahrungen?
  • 3. Figurenpersonal: Transkulturelle und transnationale Selbstverständnisse
  • 4. Motivik und Metaphorik: Exil, Heimat und Fremde revisited
  • IV. "Balkan Turn gefällig?": Herausforderungen für die Literaturwissenschaft
  • V. Schlussbemerkung als Ausblick
  • Literaturverzeichnis

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