Gedanken werden geboren

und Geschichten lebendig
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. August 2020
  • |
  • 204 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7526-3144-9 (ISBN)
 
Aus Gedanken geboren wurden Gedichte und Geschichten, die jetzt auf ihre LeserInnen warten. Werfen Sie doch einen Blick übern Gartenzaun und freuen sich auf gute Nachbarschaft.
Die Geschichte »Weißt Du noch?« wird Sie nachdenklich stimmen und ein grauer Läufer schmunzeln lassen. Während ein nächtliches Fußballspiel nicht ohne Folgen bleibt, sorgt eine Himmlische Verwandlung für ein Happy End.
Auch das aktuelle Thema rund um das Corona-Virus kommt nicht zu kurz. Sogar im Märchen »Green Moon« spielt Corona eine Rolle.

Habe ich Sie neugierig gemacht?
Dann lassen Sie doch alles auf sich einwirken, denn egal ob Erlebtes, Fiktives oder nebenbei Aufgeschnapptes - es ist von allem und für jeden etwas dabei - Geschichten, die lebendiger nicht sein können.
2. Auflage
  • Deutsch
  • 1,93 MB
978-3-7526-3144-9 (9783752631449)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Unter dem Pseudonym Elfride Stehle schreibt und veröffentlicht Frieda E. Heidi Stolle seit 2012 Gedichte und Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien.
Die in Cottbus geborene Autorin lebt seit 1974 mit ihrer Familie in der Oberlausitz. Für ihre Bücher »Lust auf Blütenduft und mee(h)r« und »Wenn Worte anklopfen« nahm sie der Karina Verlag, Vienna unter Vertrag. Dort wirkte die Autorin auch an vielen Anthologien mit, u.a. an der Reihe »Jedes Wort ein Atemzug«.
Der Erlös dieser Bücher geht zu 100 Prozent an die Gewaltopferhilfe in Österreich.
Im Dezember 2018 veröffentlichte sie ihr viertes Buch »Der Mond knipst die Sterne an«, erstmalig im Selfpublishing.

Himmlische Verwandlung


3. November - Jasmin Mauer sitzt gedankenverloren in der gemütlichen Gaststätte am Altmarkt in Cottbus. Das >Kellert< ist sehr beliebt, denn hier stimmt einfach alles - von der Bedienung über das Ambiente bis zum Preis-Leistungs-Verhältnis. Starker Regen prasselt an die Scheiben und lässt Jasmin zum Fenster blicken. Nun regnet es schon den dritten Tag, stellt sie seufzend fest, und es scheint kein Ende in Sicht. »Mistwetter«, murmelt sie vor sich hin.

An jedem ersten Sonntag im Monat treffen sich Jasmin und Christine Kellert zum Mittagessen. Das ist seit Jahren nun schon Tradition. Heute ist es wieder mal soweit. Die beiden Freundinnen hatten auch diesmal das Glück, den einzigen Zweiertisch für ihr Monatstreffen reservieren zu können. Trotz des schlechten Wetters ist die Gaststätte, wie immer, gerappelt voll. Hin und wieder ist Geschirrklappern aus der Küche zu hören, doch das wird vom Stimmengewirr der Gäste übertönt. Jasmin nimmt die Geräusche um sich herum überhaupt nicht mehr wahr. Sie riskiert einen Blick auf ihre Armbanduhr, um ihn dann erwartungsvoll in Richtung Tür schweifen zu lassen. Jeden Moment könnte Tine hereinkommen. Jasmin winkt dem Kellner, ohne dabei die Tür aus den Augen zu lassen.

Kurt Bär, ein schlanker und kurz vor der Rente stehender, gepflegter Mann, bringt ihr lächelnd die Speisekarte: »Na, Jasmin, ein Wasser zuerst, wie immer?«

Doch die junge Frau antwortet nicht. Sie schaut ihn nicht einmal an, sondern mit teilnahmslosem Blick an ihm vorbei. Der Kellner zuckt mit den Achseln und wendet sich dann einem anderen Gast zu.

Heute will Jasmin sich endlich ihrer Freundin anvertrauen. Tine ist die einzige, mit der sie darüber reden kann. Da wird sie mit dem plötzlichen Öffnen der Glastür aus ihren Gedanken gerissen. Eine junge Frau mit strohblonden schulterlangen Haaren kommt hereingestürmt.

Hektisch sieht sie sich um, versucht ihren Regenschirm in den ohnehin schon überfüllten Ständer zu stopfen, doch ohne Erfolg. Deshalb lässt Tine ihn aufgespannt im hinteren Teil der Gaststätte verschwinden. Sie kennt sich hier aus, denn Christian Kellert ist nicht nur der Besitzer dieses Restaurants, er ist auch ihr Bruder. Noch in voller Montur umarmt Tine ihre beste Freundin und gibt ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Dann wirft sie ihren Mantel über die Stuhllehne und lässt sich auf das rote Lederpolster fallen. Auf die Speisekarte zeigend fragt sie: »Hast du schon gewählt? Also ich esse wie immer Nudeln mit Tomatensauce, und du sicher Bratklopse mit Buttermöhren und.« Tine unterbricht ihr Geplapper. Sie sieht Jasmin erschrocken an. »Liebes, was ist los, warum weinst du denn, Herr Gott« - sie schaut sich hilflos um, und winkt kurzerhand den Kellner zu sich. »Hallo Kurt - ich grüße dich - bringst du uns bitte zwei Wasser?« Als der Kellner das Wasser bringt, fragt ihn Tine: »Sag mal, wo ist denn Christian? Ich habe ihn noch gar nicht gesehen?«

»Der Chef ist in Berlin mit seiner Freundin Bri.«

Tine lässt ihn gar nicht zu Ende sprechen. Krebsrot im Gesicht werdend ruft sie ärgerlich: »Brigitte? Diese Hexe .«, doch gleich darauf flüstert sie: »was will diese Hexe von ihm? Ich dachte, er hätte sich von ihr getrennt?« Ängstlich sieht sie sich um. Doch keiner der Gäste scheint ihren Wutausbruch mitbekommen zu haben.

»Dazu kann ich nichts sagen«, meint Kurt Bär. Er räuspert sich verlegen und fügt hinzu: »Ich weiß nur, dass sie in Berlin sind - wegen der Gastronomiemesse.« Für ihn ist das Gespräch damit beendet, und er wendet sich rasch einem Gast am Nebentisch zu.

Tine schaut dem Kellner reglos hinterher. Dann sagt sie, mehr zu sich selbst: »Na klar, die Messe. Die hab ich ganz und gar vergessen.«

Während sie mit einer Hand Christians Nummer ins Telefon tippt, greift sie mit der anderen nach ihrem Glas. In dem Moment schluchzt Jasmin herzzerreißend auf. Tine lässt das Handy los und verschluckt sich fast an dem Wasser. Gleichzeitig blickt sie entgeistert ihre Freundin an. Aber die winkt nur ab und meint, dass alles in Ordnung sei. Tine wählt erneut die Nummer ihres Bruders. Dann schüttelt sie den Kopf, trinkt einen weiteren Schluck und murmelt leise: »Ausgeschalten, Mist!« Ihre Augen werden zu schmalen Schlitzen. Ärgerlich wirft sie ihr Handy auf den Tisch, dass es scheppert.

Kurt, der die beiden Frauen nun schon viele Jahre kennt, bringt für jede die Lieblingsspeise. Inzwischen ist es auch schon vierzehn Uhr. Die Freundinnen essen schweigend, was sonst nicht ihre Art ist. Zumindest Tines Mund steht nie still. Deshalb schaut diese jetzt auch ihre Freundin verstohlen von der Seite an. Als Dessert gönnt sich Jasmin sonst immer einen großen Eisbecher mit viel Schlagsahne. Heute scheint sie darauf keinen Appetit zu haben. Sogar vom Mittagessen hat sie was übriggelassen - dabei liebt sie Buttermöhren. Nur einen Espresso hat sie bestellt.

Tine verzichtet nicht auf ihre zwei Kugeln Vanilleeis, allerdings ohne Sahne, denn eine schlanke Linie ist ihr wichtig. Dafür geht sie jeden Freitagabend ins Fitness-Studio, welches ihr Freund, Peter Sprenger, schon zwei Jahre betreibt. So lange kennen sie sich auch schon. Von allen Seiten wird Tine gefragt, wann denn die Hochzeitsglocken läuten würden. Aber sie wartet bis jetzt vergebens auf den ersehnten Heiratsantrag von Peter . Total verträumt blickt sie zu Jasmin, die immer noch an dem Espresso nippt, der sicher inzwischen kalt geworden ist. Tine dagegen ist mit ihrem Dessert gerade fertig. Sie wischt sich mit der Serviette den Mund ab und sieht ihre Freundin forschend an.

»Jasmin, was ist los mit dir? Du ziehst ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter - dabei regnet es erst seit drei Tagen, hm, nun sag schon«, bettelt Tine und fragt weiter: »Appetit scheinst du auch keinen zu haben, oder hat es was mit Christian zu tun? Ich weiß doch, dass du ihn magst.« Jasmin verzieht den Mund, doch plötzlich bricht es aus ihr heraus: »Ja, ich mag deinen Bruder, eigentlich schon immer, aber verliebt habe ich mich erst, als ich ihn mit Brigitte das erste Mal sah. Als er sich dann von ihr trennte, hatte ich die stille Hoffnung, er hätte es meinetwegen getan, weil er mich vielleicht auch mag. Nur - sieh mich doch an, ich bin hässlich, einfach nur hässlich - halt ein richtiges Mauerblümchen.« So, nun war es heraus, was Jasmin schon so lange auf der Seele lag.

Tine schaut entsetzt, doch plötzlich wird ihr Blick spitzbübisch. »Sage mal - du hast doch nächste Woche Geburtstag, Jasmin - und ich habe schließlich nicht umsonst einen eigenen Friseur- und Kosmetiksalon.«

»Ja, und .?«

»Ach Süße, lass dich doch einfach überraschen.«

Dann blickt Tine auf die Uhr: »Oh, schon Viertel Vier«, und sie zückt ihr Portemonnaie. Sofort eilt der Kurt herbei. Er bringt zusammen mit der Rechnung für jede noch eine Tasse Kaffee. Das ist schon Tradition. Auch, dass die Freundinnen sich jeden Monat mit dem Bezahlen abwechseln. Kaum hat Tine die Rechnung beglichen, wird der Kellner zum Telefon gerufen. Er nickt der Schwester seines Chefs noch freundlich zu, geht zum Tresen und nimmt seiner Kollegin den Hörer ab, um dann eine Bestellung entgegen zu nehmen . »Eine Hochzeit, hier bei uns im Haus?«, fragt Kurt Bär ungläubig. Alle Farbe weicht aus seinem Gesicht und er legt mit zittrigen Händen den Hörer auf.

Die Freundinnen bekommen von alldem nichts mit. Im Stehen trinken sie noch ihren Kaffee aus, denn neue Gäste warten bereits darauf, ihre Plätze einnehmen zu können.

Die beiden Frauen verlassen das Lokal und sind froh, endlich dem Krach entronnen zu sein. Tine hakt sich bei Jasmin unter. Ihren Schirm vergisst sie. Es hat auch aufgehört zu regnen. Die beiden Frauen bemerken es gar nicht. Auch nicht, dass es kälter geworden ist. Tine ist in Gedanken schon mit Jasmins Geburtstagsüberraschung beschäftigt, und Jasmin wohnt nur zehn Schritte von der Gaststätte entfernt. Tine begleitet die Freundin noch bis nach Hause. Dort umarmen sich die beiden Frauen, und Jasmin schaut der davoneilenden Tine nach. Wie immer, hat diese auch heute ihr Auto an der Oberkirche geparkt.

Eine Woche später - Das Telefon klingelt . Jasmin reibt sich die Augen und schaut auf die Wanduhr. Erst sechs. Sie dreht sich auf die andere Seite. Es klingelt. Wer zum Teufel ruft zu dieser nachtschlafenden Zeit an, dazu noch sonntags?! Sie zieht sich die Bettdecke über den Kopf, aber das Telefon klingelt unbeirrt weiter. Genervt springt Jasmin aus dem Bett und rennt barfuß in die Küche. Sie nimmt den Hörer ab und sagt etwas ungehalten: »Wenn Sie nicht einen triftigen Grund haben, mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf zu holen, verklage ich Sie!« Dann horcht sie ins Telefon und vernimmt Tines aufgeregte Stimme: »Hi Süße, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Vierteljahrhundert. Ich bin in zehn Minuten bei dir....

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