Abenteuer Hausbau

Bauen Sie noch oder leben Sie schon
 
 
Musikverlag Hayo e.K.
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. November 2021
  • |
  • 436 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-949343-41-4 (ISBN)
 
Risiken und Nebenwirkungen erfolgen auf eigene Gefahr! Dummerweise hat irgendjemand beim Hausbau die Packungsbeilage vergessen. Daher möchte ich Sie lieber warnen: Wenn Sie planen, ein Haus zu bauen, stellen Sie sich am besten auf ein paar kleinere und größere Katastrophen ein, rechnen Sie mit genügend unvorhersehbaren Ausgaben und legen Sie sich ein stabiles Nervenkostüm zu. Der Hausbau ist ein wunderbares Abenteuer, häufig aber auch eine Belastungsprobe für die Nerven, die Ehe und nicht zuletzt den Geldbeutel. Um dieses Abenteuer gut zu überstehen, helfen nur wachsame Augen auf der Baustelle, eine große Schippe Humor und natürlich dieses Buch.

Die Autorin ist Juristin und hat sich mit ihrer Familie den Traum vom eigenen Haus erfüllt. Doch auch der Bau ihres frei geplanten massiven Fertighauses blieb nicht ohne Stolpersteine. Von den kleineren und größeren Katastrophen, die dabei passiert sind, erzählt sie ungeschminkt in diesem Buch und gibt Ihnen gleichzeitig wichtige Praxistipps, damit Sie das Abenteuer Hausbau ganz entspannt angehen können.

Hinweis: Die Praxistipps in diesem Buch beziehen sich auf die Rechtslage in Deutschland.
  • Deutsch
  • Bergen-Belsen
  • |
  • Deutschland
  • Bauherren
  • 3,00 MB
978-3-949343-41-4 (9783949343414)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Biografische Angaben: Nina Marie Stegner:
Nina Marie Stegner, aufgewachsen in Thüringen und Rheinland-Pfalz studierte nach dem Abitur Jura in Mainz.
Die Liebe verschlug sie nach Hessen, wo sie kurze Zeit nach dem zweiten Staatsexamen ihren Sohn bekam. Nach knapp sieben Jahren als angestellte Juristin entdeckte sie ihre alte Leidenschaft wieder: das Schreiben. Anfangs waren es nur Gedichte, doch dann kam der Bau ihres Traumhauses.

Instagram: nina_m._schreibt

Die wohl wichtigste Frage, die sich vor einem Hausbau stellt, ist: Können wir uns überhaupt ein Haus leisten?

Um diese Frage realistisch beantworten zu können, ist es wichtig, mehrere Umstände zu berücksichtigen.

Zum einen kommt es darauf an, wieviel Sie schon angespart haben. Ein gewisses Eigenkapital sollte beim Hausbau nicht fehlen. Es sollte mindestens fünfzehn Prozent der Bausumme, besser noch zwanzig bis dreißig Prozent betragen. Zwar kann man auch ganz ohne Eigenkapital bauen, aber das ist nur bedingt empfehlenswert. Finanzierungen ohne Eigenkapital sind riskanter und werden nur von wenigen Banken und unter ganz bestimmten Umständen angeboten. Und das Fehlen des Eigenkapitals führt häufig zu einem höheren Zinssatz.

Alles was nicht mit Eigenkapital bezahlt werden kann, muss also finanziert werden. Aber wie hoch darf die Kreditrate sein?

Viele Banken raten, dass die Kreditrate fünfunddreißig bis vierzig Prozent des monatlichen Nettoeinkommens nicht übersteigen sollte. Um diese Frage etwas individueller beantworten zu können, ist es sinnvoll, sich die regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben Ihres Haushalts genauer anzuschauen, am besten mithilfe der Kontoauszüge des letzten Jahres. Dann können Sie Einnahmen und Ausgaben (ohne Kaltmiete) gegenüberstellen.

Bedenken Sie auf alle Fälle auch individuelle Lebensumstände, die eintreten können, sowie mögliche zusätzliche Ausgaben. Dazu gehören:

 Höhere Nebenkosten für Strom oder Heizung aufgrund einer größeren Wohnfläche, zusätzliche Versicherungen (Gebäudeversicherung, Risikolebensversicherung, etc.), Steuern

 erhöhte Fahrtkosten zur Arbeit, falls der neue Wohnort weiter von der Arbeitsstelle entfernt ist

 Familienplanung: Womöglich fällt künftig ein Einkommen weg, z.B. wenn Kinder geplant sind oder ein Familienmitglied krank oder pflegebedürftig wird

 Fragen wie: Wie sicher ist der Arbeitsplatz? Sind berufliche Veränderungen wie z.B. Teilzeit oder Selbständigkeit geplant?

Sonstige Infos zum Thema Finanzierung, insbesondere zu Eigenleistungen, Eigenkapital, Fördermitteln und Zinsbindung, finden Sie im Infoteil »Finanzierung und Fördermittel« auf Seite 133 dieses Buches.

Weitergehende Infos wie z.B. Liquiditätschecklisten zum Eintragen Ihrer Einnahmen und Ausgaben sowie Tabellen und Formeln zur Berechnung der maximalen Kreditsumme finden Sie im Artikel der Verbraucherzentrale »Immobilienfinanzierung-so berechnen Sie, was Sie sich leisten können1« und im Ratgeber »Kauf und Bau eines Fertighauses oder Massivhauses.2«

Mit dem kostenlosen Kredit- und Tilgungsrechner der Stiftung Warentest3 können Sie Kreditangebote miteinander vergleichen.

 

Die Frage »Können wir uns überhaupt ein Haus leisten?« hatte uns etwas unsanft auf den Boden der Realität geklatscht. Bei näherer Betrachtung zeigte sich, dass es nötig wäre, für unser Traumhaus noch mehr Eigenkapital anzusparen. Einiges mehr! Ein Sparprogramm auf Hochtouren war jetzt also angesagt. In der Zwischenzeit wollten wir schon mal in Ruhe nach einem Baugrundstück Ausschau halten.

Doch das Wichtigste für mich war: Wir hatten uns geeinigt, ein eigenes Haus zu bauen!

Was bei einem Hausbau alles auf uns zukommen sollte, konnten wir allerdings zu dem Zeitpunkt nur erahnen. Auf einen Hausbau muss man sich einlassen, genau wie auf die Elternschaft. Wenn man sich vorher zu gut darüber informiert, was alles schiefgehen kann, bleibt man am Ende kinderlos oder eben in der guten alten Mietwohnung hängen.

Marc und ich waren zuversichtlich. Wir fühlten uns bereit für den Hausbau, denn das mit der Elternschaft hatten wir schließlich auch ganz gut hinbekommen. Also bis jetzt.

Wir hatten die sehr kurzen Nächte in den ersten drei Monaten nach Max´ Geburt überstanden, den Impfmarathon mit so ziemlich allen möglichen und unmöglichen Nebenwirkungen aus diversen Beipackzetteln hinter uns gebracht, einen All-Inclusive-Urlaub auf der Magen-Darm- Quarantänestation im Krankenhaus gemacht und das, obwohl Max Lungenentzündung hatte und keiner von uns Magen-Darm. Zumindest bis dahin. Wir hatten eine Dauerkarte für nächtliche Besuche in der Kinderambulanz abonniert, mal ganz zu schweigen vom Familien-Viren-Ping-Pong,4 was wir spätestens seit dem Kindergarten des Öfteren spielten. Mein Mann und ich waren inzwischen ein kampferprobtes Team und aus diesem Grunde davon überzeugt, für das Abenteuer Hausbau gewappnet zu sein.

Ein gewisses Maß an Risikobereitschaft ist also nötig, um den Hausbau zu wagen. Die gute Nachricht ist: Die Risiken lassen sich auf ein Minimum reduzieren, wenn ein paar grundlegende Dinge beachtet werden. Welche das sind, erfahren Sie im Laufe dieses Buches.

Und noch ein kleiner Tipp gleich zu Anfang: Informieren Sie sich schon im Vorfeld über in Frage kommende Banken, Versicherungen, das Grundstück, die berühmt-berüchtigte BG (Berufsgenossenschaft) Bau, die Hausbaufirmen oder Architekten und nicht zuletzt: die Handwerker.

Ganz wichtig ist: Lassen Sie die Handwerker während der Bauphase möglichst niemals aus den Augen und - ich meine wirklich NIEMALS. Andernfalls passieren manchmal die seltsamsten Dinge auf der Baustelle - Dinge wie versehentlich verbaute Fenster, mysteriöse Schäden an Dachrinnen und Vordächern, für die keiner verantwortlich sein möchte, offen gelassene Wasserhähne ohne Abfluss darunter, angebohrte Kabel und so einiges mehr .

Es können wirklich nie zu viele Augen sein, die eine Baustelle im Blick behalten. Glauben Sie mir, je mehr Augen auf eine Baustelle aufpassen, desto besser!

Das Grundstück

Marc und ich hatten schon einige Monate die Augen nach einem Baugrundstück in Vogelswalde offengehalten. Vogelswalde ist ein kleiner Ort inmitten von Hessen, umgeben von grünen Wiesen und Wäldern. Die Anzahl der Einwohner kann man guten Gewissens als »überschaubar« bezeichnen, die Autobahn ist genauso weit entfernt wie der nächste Bahnhof. Meilenweit!

Das Örtchen liegt also genau da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen - sollten sie sich überhaupt jemals begegnen. Der Vorteil daran, hier zu bauen ist, dass die Grundstückspreise im Gegensatz zu anderen Gegenden noch halbwegs erschwinglich sind.

Bisher hatten wir jedoch noch keinen geeigneten Bauplatz gefunden. Platz war hier eigentlich genug. Nur scheinbar nicht für Baugrundstücke. Und wenn es doch mal ein einzelnes gab, war es nicht zu verkaufen. Einmal verhandelten wir über den Kauf einer alten Scheune, die wir hätten abreißen lassen, um auf das Grundstück zu bauen, aber von jetzt auf gleich war selbst die Scheune unverkäuflich. Es war wie verhext.

Weil mein Mann unbedingt in Vogelswalde bleiben wollte, sah ich meine Chancen auf ein eigenes Haus so langsam schwinden. Und uns noch ein paar Jahre länger im Hause der Schwiegereltern sitzen.

Doch dann war es endlich so weit: Es gab ein neues Baugebiet in Vogelswalde, malerisch gelegen in Ortsrandlage. Dummerweise waren wir nicht die Einzigen, die auf ein Baugrundstück in schöner Lage gewartet hatten. Kaum war das Rennen auf die freien Parzellen eröffnet, häuften sich die Grundstücksreservierungen bei der Gemeinde.

Auch mein Mann hatte davon Wind bekommen. Der Flurfunk im Ort war wirklich gut. Die Anwohner wussten manchmal sogar Dinge über einen, von denen man selber noch nichts zu ahnen wagte.

An jenem Nachmittag, an dem mein Mann erfahren hatte, dass die ersten Grundstücke reserviert waren, geriet er in einen seltsam aufgeregten Zustand.

»Ich bin mal kurz weg«, sagte er und stürmte ohne weitere Erklärungen die Treppe hinunter.

Ehe ich fragen konnte, was er denn vorhatte, fiel zwei Etagen tiefer die Haustür ins Schloss. Ratlos blieb ich zurück.

Eine Dreiviertelstunde später war er wieder da. Diesmal lief er deutlich langsamer. Enttäuschung zeichnete sich auf seinem Gesicht ab.

»Was ist los?«, fragte ich.

»Ich war kurz drüben auf der Gemeinde, um unser Grundstück zu reservieren.«

Das hatte ich mir schon fast gedacht. »Und? Hast Du es?«, fragte ich.

»Es war weg! Anderweitig reserviert! JEMAND anderes war tatsächlich schneller als ich!«, ärgerte er sich.

»Oje!«

Schweigen.

»Dann müssen wir wohl oder übel ein anderes Grundstück nehmen«, fügte ich beschwichtigend hinzu.

»Ich will aber nicht irgendein Grundstück! Sondern genau das ganz oben, am Ortsrand!«, schmollte er.

Warum hatte er sich jetzt so sehr auf dieses eine Grundstück versteift? Es gab ja noch genügend andere.

»Andere Grundstücke haben bestimmt auch ihre Reize«, versuchte ich ihn zu beruhigen.

Einen Moment später hellten sich seine Gesichtszüge merklich auf.

»Ich habe uns an zweiter Stelle für das Grundstück eintragen lassen. Nur für den Fall, dass es sich die anderen noch mal überlegen.«

»Dann gibt es ja noch eine Chance«, sagte ich erleichtert.

»Und sicherheitshalber habe ich ein zweites Grundstück reserviert: das direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite.«

»Ist das auch oben am Ortsrand?«

»Na klar.« Jetzt konnte ich glatt einen Anflug von Lächeln auf seinen Lippen erkennen.

Zwei Grundstücke! Diesmal hatte mein Mann wirklich auf Nummer sicher gehen wollen.

Ein paar Tage später, an einem Nachmittag im August, machten wir unseren ersten gemeinsamen Spaziergang zum...

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