Die drei !!!, 27, Vampire in der Nacht (drei Ausrufezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. März 2013
  • |
  • 128 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-13674-4 (ISBN)
 
Kim, Franzi und Marie trauen kaum ihren Augen, als die örtliche Presse mit der Schlagzeile "Vampire in der Stadt" Panik verbreitet. Doch wer oder was steckt wirklich hinter dieser Schlagzeile? "Die drei !!!" fangen an zu ermitteln und machen dabei eine schockierende Entdeckung: Vampire gibt es wirklich ... Oder?

Die drei !!! sind allerbeste Freundinnen und erfolgreiche Detektivinnen. Mutig und clever lösen sie jeden noch so kniffligen Fall und sind zusammen ein unschlagbares Team.
weitere Ausgaben werden ermittelt

Herzen aus Eis

Dicke Schneeflocken wehten Kim ins Gesicht, als sie das Haus verließ. Ihr Fahrrad glich mehr einem in Puderzucker getauchten abstrakten Gebilde als einem Fortbewegungsmittel. Kim ließ das eingeschneite Kunstwerk stehen und ging zu Fuß in Richtung Café Lomo. Sie bog rechts in die Frickestraße ein. Ein Mann kam ihr entgegen, den sie im Vorbeigehen nur flüchtig wahrnahm. Dennoch bemerkte sie, dass er traurig wirkte, irgendwie verloren. Hoffentlich hat der Kälteeinbruch sein Herz nicht schockgefroren, dachte Kim. Sie wünschte, dass auch Michi nur unter dem Ende der langen Sonnentage litt und die Wärme nicht total aus ihm gewichen war. Er war neuerdings so anders, so zielstrebig und auf Sicherheit bedacht, dass es ihr Herz war, das sich in seiner Nähe schmerzhaft zusammenzog. Er war ihr fremd geworden. Irgendwie war er nicht mehr ihr Michi. Wo war nur der lustige Junge geblieben, der für jeden Spaß zu haben war? Und sogar bei den Ermittlungen der drei !!! hatte er ihr oft hilfreich zur Seite gestanden. Sie waren jetzt schon so lange ein Paar, dass es Kim fröstelte, wenn sie daran dachte, wie fremd er ihr geworden war. Gedankenverloren zog sie ihren Schal bis über die Nasenspitze und vergrub die Hände in den Jackentaschen.

In den letzten Stunden hatte es unaufhörlich geschneit. Dicke Flocken hatten die ganze Stadt in eine Winterlandschaft verwandelt. Es sah romantisch aus, aber es war bitterkalt. Kim bibberte. Als sie mittags aus der Schule gekommen war, hatte der Wind noch mit den gefallenen Blättern gespielt und die Herbstsonne rötlich durch die kahlen Äste geschienen. Hätte sie geahnt, dass nicht nur die Sonne innerhalb von drei Stunden verschwinden, sondern der eisige Wind auch noch einen sibirischen Winter ankündigen würde, hätte sie sich gegen ein Treffen im Café Lomo entschieden und stattdessen einen kuscheligen Abend bei Marie vor dem Kamin vorgeschlagen. Marie wohnte nicht weit entfernt von Kim mit ihrem Vater in einer noblen Penthousewohnung mit Swimmingpool auf dem Dach. Die Luxuswohnung konnte sich Maries Vater locker leisten. Als Schauspieler verdiente er genug, um Marie jeden Wunsch von den Augen abzulesen, was er auch immer wieder tat. Maries Taschengeldkonto war stets gut gefüllt und auch für zusätzliche Anschaffungen war immer Geld da. Als Hauptkommissar Brockmeier in der Vorabendserie Vorstadtwache war er zwar viel unterwegs, aber seine Tochter stand trotzdem bei ihm immer an erster Stelle. Kim stellte sich für ein paar Sekunden vor, wie sie, Marie und Franzi vor dem Kamin in Maries Wohnzimmer lümmelten und sich von Herrn Grevenbroich eine riesige Schüssel Auberginenauflauf reichen lassen würden – und zum Nachtisch Mousse au Chocolat. Hmmm. Kim lief das Wasser im Mund zusammen. Sie legte einen Schritt zu. Nichts wie rein ins Lomo und ihr Lieblingsgetränk, heiße Schokolade mit Vanillearoma, genießen! Und dazu Schokoladenkekse mit extra viel Schokolade! Die brauchte sie jetzt auch. Ausnahmsweise mal nicht, weil ihr der Kopf wegen eines neuen Falles qualmte, sondern weil ihr einfach nur irre kalt war.

Arme Franzi, die wird völlig erfroren im Café Lomo ankommen, überlegte Kim und war froh, dass sie selbst nicht so weit außerhalb der Stadt wohnte.

Auf der anderen Seite war es bei Franzi aber auch ziemlich gemütlich. Sie lebte mit ihren Eltern und ihren Geschwistern in einem kleinen Bauernhaus am Stadtrand. Dort war auch das Hauptquartier der drei !!! – in einem Pferdeschuppen. Trotz Bollerofen zog es dort aufs Heftigste, wenn der Wind um die Ecken pustete, da halfen manchmal auch die vielen Decken nichts, in die sie sich dann kuschelten. Trotzdem trafen sie sich dort oft, um sich in die alte Pferdekutsche zu verziehen, wenn es etwas besonders Geheimes zu besprechen gab. Egal wie kalt es auch war. Und in einem Geheimfach im Bürocontainer bewahrten sie alles auf, was topsecret war. Man konnte ja nie wissen, wer von Franzis Geschwistern doch mal neugierig durch den Pferdeschuppen streifen würde und seine Nase in Dinge steckte, die ihn nichts angingen. Obwohl, Franzis Schwester Chrissie war der Detektivclub eigentlich völlig egal. Ihr Bruder Stefan war da schon anders. Er fand es spannend, was die drei !!! schon alles erlebt hatten. Er würde bestimmt nicht in im Schuppen herumspionieren!

Heute hätten Kim allerdings keine zehn Pferde aus der Stadt getrieben. Sie war froh, dass das Café Lomo gleich bei ihr um die Ecke lag.

Franzi saß bereits im Lomo, als Kim das Café erreichte.

»Huch? Du siehst nicht so aus, als wärst du ne halbe Stunde durch die Kälte geradelt«, wunderte sich Kim.

»Bin ich auch nicht!« Franzi strahlte. »Stefan hat mich mit dem Auto mitgenommen. Er hat irgendetwas in der Stadt zu erledigen. Praktisch, was?«

Kim nickte und setzte sich zu Franzi auf ihr Lieblingssofa. »Du hast einen echt coolen Bruder. Wie oft hat Stefan uns schon zu irgendwelchen Einsätzen gefahren? Oft genug bestimmt!«

Zum Glück, dachte Kim. Ohne Auto wären sie oftmals ziemlich aufgeschmissen gewesen. Daran hatte Kim nämlich gar nicht gedacht, als sie damals den Detektivclub Die drei !!! ins Leben gerufen hatte. Wie hätte sie auch ahnen können, dass sie so erfolgreich werden würden und dass sie jemals weiter als über die Stadtgrenze hinaus irgendwelchen Verbrechern auf die Spur kommen würden? Sogar in Paris, Nizza, Berlin und England hatten die drei Detektivinnen schon erfolgreich ermittelt. Kim war in diesem Moment mächtig stolz auf sich und ihre beiden Freundinnen.

»Wir sind schon ein tolles Team! Und dein Bruder ist echt klasse«, sagte sie zu Franzi. »Ich wünschte, meine Brüder wären älter. Mit diesen beiden zehnjährigen Nervensägen kann man nichts Vernünftiges anfangen. Warum hat das Schicksal mich nur mit diesen hyperaktiven Zwillingen bestraft?« Kim verzog das Gesicht und wechselte das Thema. »Und Marie? Wo steckt die?«

Franzi zuckte mit den Schultern. »Die wird sicherlich noch nen superhippen Schal suchen. Der Winter kam so plötzlich, darauf war sie ganz sicher nicht vorbereitet. Hey, Wintereinbruch Anfang November! Darauf konnte sie sich gar nicht eingestellt haben. Ich bin sicher, sie hat noch nicht mal eine neue Mütze. Welche Farben sind jetzt gerade in?«, fragte Franzi.

»Magenta«, sagte Marie fachmännisch, die in dieser Sekunde im Café auftauchte und Franzis Frage nicht überhören konnte. Sie zog die Mütze vom Kopf, schüttelte ihr langes blondes Haar und ließ sich aufs Sofa plumpsen. »Noch Fragen?« Marie ließ ihre Mütze um den Finger kreisen ließ. »Glaubt mir, ohne Magenta lebt ihr in diesem Winter einfach auf dem falschen Planeten.«

»Schon klar!« Franzi zwinkerte Kim zu, die mit ihrem schwarzen Rollkragenpulli damit nicht nur vom falschen Planeten kam, sondern in Maries Mode-Welt wahrscheinlich noch nicht mal existieren durfte. Auch Franzi machte sich nicht halb so viel aus Mode wie Marie, die wirklich immer den neuesten Trends folgte.

Die Kellnerin war an den Tisch von Franzi, Kim und Marie getreten und grinste frech. »Wollt ihr auch unser neues Spezialgetränk oder traut ihr euch nicht?«

»Was ist denn das neue Spezialgetränk?«, fragte Marie und zog eine Augenbraue hoch.

»Vampire Defence«, sagte die Kellnerin so lässig, als sei damit alles gesagt.

»Bitte?« Kim glaubte sich verhört zu haben. »Was soll denn das sein?«

»Unser neuer alkoholfreier Cocktail aus Buttermilch, Kakao und pürierten Cranberrys«, sagte die Kellnerin und deutete auf die Tafel, die das bizarre Getränk anpries. Knallrot prangte der Name des Cocktails auf der schwarzen Tafel, dramatisch umrandet von aufgemalten Bluttropfen und weißen Kreide-Kreuzen.

Franzi schüttelte sich. Buttermilch mit Kakao und roten Beeren – bäh!

»Klingt ja ekelig!«, sagte Marie. »Das gerinnt doch bestimmt. Wozu soll das denn gut sein?«

»Wie gesagt, es ist unser neues Spezial-Getränk. Es hält dir sämtliche Vampire der Umgebung vom Leib, wie der Name ja schon sagt. Ist der Renner!«

»Was für ein Quatsch!« Kim zog die Nase kraus.

»Dann eben nicht. Ihr lest wohl keine Tageszeitung, was?«, sagte die Kellnerin. Sie fischte eine Zeitung aus dem Zeitungsständer und hielt sie den dreien unter die Nase.

Kim las die Schlagzeile laut vor: »Kuh von Vampiren ausgesaugt?« Ungläubig sah sie zu Marie und Franzi.

»Wenn das so ist«, sagte Marie lässig, »dann nehme ich einen Vampire Defence! Bevor auch ich noch von irgendwelchen Viechern ausgesaugt werde.«

»Na gut«, sagte Franzi.

Auch Kim bestellte wenig überzeugt ein Glas der Geheimwaffe gegen Vampirbisse.

»Wenn’s denn hilft«, seufzte sie, als die Gläser mit der leicht klumpigen Flüssigkeit vor ihnen standen. Mutig hob sie das Glas und trank einen Schluck unter den abwartenden Blicken der Kellnerin.

Gleich beim ersten Schluck musste sie sich schütteln. »Igitt! Ist das ekelig! Das vertreibt nicht nur Vampire! Das vertreibt auf Dauer auch mich – aus dem Lomo! Es sei denn, ich bekomme doch noch meinen geliebten Kakao Spezial. Heute mal mit einer Prise Zimt«, sagte sie. »Zimt soll ja bekanntlich die Glückshormone ankurbeln!« Vielleicht half es ja. Dass Michi und sie nicht mehr auf Wolke sieben schwebten, bereitete ihr einiges Kopfzerbrechen.

Franzi und Marie tranken zwar jeder ein paar Schlucke mehr, aber überzeugt waren auch sie nicht vom Vampire Defence. Da konnte eine Extraportion Glücksrausch sicher nicht schaden. Her mit...

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