Mechanik der Glückseligkeit

Emotionale Probleme erkennen und auflösen
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. November 2018
  • |
  • 232 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7460-5219-9 (ISBN)
 
Die Inhalte dieses Buches lehnen sich zwar an die Naturwissenschaften an, sind jedoch in einen einfach verständlichen, belletristischen Erzählrahmen verpackt. Im Buch wird dem Leser auf 232 Seiten ein Gespür dafür vermittelt, wie erworbene dysfunktionale Regungsmuster in kurzer Zeit so verändert werden können, dass aus der Wechselwirkung zwischen dem eigenen Ich-Konzept und der Aussenwelt mehr Gutes entstehen kann. Mechanik der Glückseligkeit wurde durch einen erfahrenen wissenschaftlichen Zeichner liebevoll illustriert.

Der Inhalt des Buches wird aus der Optik der Körperzelle namens Fridolin vermittelt. Fridolin arbeitet als Abteilungsleiter der Netzhaut. Die Netzhaut ist der Ort im menschlichen Körper, auf dem sich das (grundsätzlich) neutrale, reflektierte Licht der Aussenwelt unverfälscht abbildet.
Aufgrund seines Arbeitsplatzes ist Fridolin in der Lage, eine entstehende Differenz zu erkennen. Eine Differenz zwischen dem, was gerade in Form von reflektiertem Licht von aussen eindringt und dem, was unbewusst arbeitende Systeme daraus erzeugen. Basierend auf individuellen Vorerfahrungen lassen erwähnte unbewusste Mechanismen ganz zum Schluss eines komplexen Aufbereitungsprozesses ein Produkt entstehen. Dieses erschliesst sich dem Verstand (symbolisch als Reiter auf dem Rücken des Elefanten dargestellt) als inneres Bild der äusseren Welt.
Für Fridolin ist es darum sonnenklar, dass der Mensch gut daran täte, sich seinen inneren Mechanismen zuzuwenden, um im Leben besser zurechtzukommen. An konkreten Beispielen wird die Mechanik dieser inneren Prozesse im Buch aufgezeigt. Diese werden konstruktiv genutzt und dem Leser wird ein Gespür dafür vermittelt, dass bestehende dysfunktionale Muster oft mit geringem Aufwand verändert werden können.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 4,34 MB
978-3-7460-5219-9 (9783746052199)
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Ruedi Stampfli Ruoss wurde 1973 in der Schweiz geboren. Der Autor ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Seit vielen Jahren arbeitet er für die Psychiatrische Universitäts-Klinik Zürich. Daneben ist er seit 2015 in selbständiger Tätigkeit als Selbstwert-Trainer (siehe selbstwert-trainer.ch) in Zürich tätig.

KAPITEL 11


Selbstbild


Was du beim Blick in den Spiegel erkennen kannst, ist nicht dein unmittelbares äusseres Abbild. Ein Spiegel ist zu nichts anderem in der Lage, als die Strahlung des auftreffenden Lichtes zurückzuwerfen.

Licht entspringt einer Energiequelle, beispielsweise einer Lampe oder der Sonne. Danach legt das Licht eine gewisse Wegstrecke zurück, bis es irgendwo (z.B. auf deiner Frisur) auftrifft. Ein Teil dieser Strahlung wird dabei "geschluckt" (absorbiert). Ein anderer Teil der Strahlung wird zurückgeworfen (reflektiert) und macht sich auf den Weg in Richtung Spiegel. Dort wird diese verbleibende Reststrahlung auf der Oberfläche des Spiegels auftreffen. Der Spiegel wird kein Licht mehr "schlucken", sondern alles unverfälscht zurückwerfen. Erst dieses gebrochene und zurückgeworfene Licht wird schliesslich durch deine Pupille in dein Auge eindringen. Auf seinem weiteren, langen Weg wird es zu jenem Bild verarbeitet werden, das du schliesslich sehen kannst.

Schau doch beim nächsten Blick in den Spiegel einmal gezielt auf deine Frisur. Wenn das, was dir das Spiegelbild anbietet, mit deinem inneren Bild vom Ideal deiner Frisur übereinstimmt, wirst du mit dem, was du siehst, zufrieden sein. Entspricht das reflektierte Spiegelbild hingegen nicht exakt dem inneren Bild, welches du als Ideal deiner Frisur gespeichert in dir trägst, wirst du korrigierend eingreifen und dir die Haare richten. Dies wirst du in der Regel so lange tun, bis das reflektierte äussere Bild wieder mit dem drinnen gespeicherten, idealen Selbstbild übereinstimmt. Bilder verlangen nach Deckungsgleichheit!

Es ist gut möglich, dass ein kurzer Moment der Irritation eintritt, wenn du frühmorgens, noch etwas verschlafen, das Licht beim Badezimmerspiegel einschaltest. Diese Irritation entsteht, weil dein letztes gespeichertes inneres Bild allenfalls im warmen Licht des Sonnenuntergangs entstanden ist. Deshalb ist es nicht mehr exakt deckungsgleich mit jenem äusseren Bild, das dir jetzt aus dem Badezimmerspiegel entgegenblickt.

Die Diskrepanz zwischen deinem inneren Bild von dir selbst und jeder geringfügig davon abweichenden äusseren Differenz irritiert. Es geht immer um die Frage des Abgleichs. Bilder sind entweder deckungsgleich, oder sie differieren. Entweder es entsteht Spannung, oder es entsteht keine.

Genau so, wie du eine Tasse nur dann erkennen kannst, wenn du über ein inneres Bild einer Tasse verfügst, kannst du auch dich selbst ausschliesslich in der Wechselwirkung zum Aussen erkennen. Hättest du kein inneres Bild davon, wie du aussiehst, wäre es dir nicht möglich, das was von aussen kommt, als Spiegelbild deiner Selbst zuzuordnen.

Tiere, die beim Anblick ihres Spiegelbildes erschrecken, dieses als Bedrohung einordnen und es gar anfauchen, verfügen über kein inneres Bild ihrer selbst. Wenn da plötzlich etwas ist, das sie nicht erkennen und einordnen können, ist es angemessen, bei dessen Anblick zu erschrecken. Dies auch dann, wenn es sich beim Auslöser nur um das Spiegelbild ihrer selbst handelt. Auf den Beobachter mag solches Verhalten dumm wirken. Bei genauerer Betrachtung aber handelt es sich um eine Wechselwirkung zwischen innen und aussen, die einfach nur physikalischer Logik folgt.

Dein eigentliches Selbstbild ist in seinem Aufbau sehr komplex.

Es beschränkt sich bei Weitem nicht auf dein inneres Bild deiner äusseren Erscheinung. So oberflächlich bist du nicht.

Dein Selbstbild ist vielschichtig und steht immer in Beziehung zu aller von aussen eintreffenden Information. Alle einzelnen Anteile deines Selbstbildes dienen stets als innere Referenz-Vergleichsgrösse. Sie werden an aller von aussen eintretenden Sinnesinformation, an allen neu entstandenen Bildern gemessen. Um mit der Aussenwelt sicher interagieren zu können, musst du zwingend über ein klares, positives Empfinden darüber verfügen, wer du bist. Die eigene innere Bewertung des Bildes, welches du von dir hast, bezeichnet man als Selbstwert.

Viele Menschen denken, dass sie über ein gutes Selbstwertgefühl verfügen. Ich hoffe, dass auch du zu dieser Gruppe gehörst.

Die Verarbeitung der Erfahrung, die du im Leben gemacht hast, prägt das innere Bild deiner Selbst. Dein Selbstbild definiert dein Gefühl dafür, wer du bist und was dir im Leben möglich sein wird.

"Den Selbstwert" gibt es jedoch nicht in dieser absoluten Form. Das Selbstwertgefühl ist keine starre Grösse, welche entweder "gut" oder "schlecht" ist. Auch der Selbstwert unterliegt Wechselwirkungen. Er schwankt in Abhängigkeit davon, was im Aussen gerade geschieht. Er ist kontextabhängig.

Es ist daher nicht ganz richtig, pauschal von sich zu behaupten, dass man über einen "guten" Selbstwert verfügt.

Bei dem Bild, welches du dir von dir über die Jahre hinweg gemacht hast, handelt es sich um ein sehr vielschichtiges Bild, ein Gesamtbild, das aus zahllosen einzelnen Facetten besteht. Jede Facette ist an Gefühle gekoppelt. Die jeweilige Facette und das dazugehörige Gefühl werden ständig davon beeinflusst, was im Aussen geschieht.

Beispiele für solche Facetten:

  • Du trägst ein komplexes, emotional bewertetes Bild hinsichtlich deiner beruflichen Entwicklung in dir.
  • Du trägst ein komplexes, emotional bewertetes Bild hinsichtlich deiner Qualitäten als Partner/-in in Beziehungen in dir.
  • Du trägst ein komplexes, emotional bewertetes Bild hinsichtlich deiner Fähigkeit, dich in schwierigen Situationen für dich einzusetzen, in dir.

Die Art und Weise, wie du dich selbst siehst, steht in permanenter Wechselwirkung zu dem, was gerade in deiner Aussenwelt geschieht.

Die Art und Weise, dich selbst zu sehen, entscheidet daher massgebend darüber mit, welche Erfahrungen du mit deiner Aussenwelt machen wirst.

Eigentlich ist das ganz einfach. Ein Beispiel dazu:

Stell dir vor, du betreibst eine Würstchen-Bude. Deine Eltern hatten dir schon früh klar vermittelt, dass du als Kind von einfachen Arbeitern beruflich wohl keine grossartige Laufbahn einschlagen wirst. Deine schulischen Leistungen waren ebenfalls dürftig und bestätigten den elterlichen Eindruck. Nun tritt ein gut gekleideter Kunde mit einer teuren, grossen Armbanduhr, Marke "Erfolg", an deine Würstchen-Bude und bestellt das teuerste Menü.

Variante A: Du bist grundsätzlich zufrieden mit deinem Beruf und davon erfüllt. Beim Anblick der goldenen Uhr meldet sich dein Elefant in Form von Stolz und Freude, weil du mit deiner Würstchen-Bude ein breites Publikum anziehst. Dank der offenbar hohen Qualität deiner Dienstleistung bist du offensichtlich in der Lage, auch den Anforderungen anspruchsvoller Kundschaft gerecht zu werden (positives Selbstbild). Auch deine gute Laune (aufgrund deines aktuell guten Selbstwertgefühls) wird vermutlich einen Beitrag dazu leisten, dass der Kunde gerne wieder kommt, um sich verköstigen zu lassen.

Variante B: Beim Anblick der protzigen goldenen Armbanduhr meldet sich dein Elefant in Form von Unruhe und Anspannung. Du zweifelst, ob du es dem Kunden recht machen kannst (negatives Selbstbild). Deine schmerzlichen, schulischen Niederlagen werden aktiviert, gepaart mit der Enttäuschung über deine Eltern, welche dich nicht besser unterstützt und gefördert hatten. Beim Anblick der goldenen Uhr machen sich Gefühle der Unterlegenheit und Scham (negatives Selbstwertgefühl) breit und schlagen um in Ärger gegenüber dem selbstbewusst, fordernd auftretenden Kunden. Aufgrund deiner Anspannung, welche auch der Kunde wahrnimmt, gelingt die Zubereitung des Menüs allenfalls nicht optimal und der Kunde entscheidet sich beim nächsten Mal eher für eine andere Würstchen-Bude.

Wenn du in eine Situation gerätst, in der sich die Wechselwirkung problemlos gestaltet, wirst du dich selbst als sicher und stark erleben. Dadurch wirst du im Aussen vermutlich mehrheitlich gut aufgenommen werden.

Kommst du aber in eine Situation, in der dein Selbstbild zu schwach/negativ erscheint für das, was im Aussen geschieht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du eher negative Erfahrungen machen wirst.

Sicherheit lässt sich (von deinem Verstand) nicht einreden im Sinne von "positivem Denken". Bei deinem Sicherheitsempfinden handelt es sich um ein Gefühl. Deine Gefühle sind nicht Sache deines Verstandes, sondern Sache deines Elefanten. Entweder ist die Selbstsicherheit da oder eben nicht. Das hängt mit der Differenz zwischen den Bildern und der Tatsache zusammen, dass du nicht wirklich sehen, sondern nur Bilder abgleichen kannst.

In der Wahrnehmung deiner Welt geht es hauptsächlich um die Spannung, welche aus dieser Wechselwirkung resultiert. Deine Aussenwelt zu verändern ist eine ausgesprochen mühsame Angelegenheit. Viel einfacher ist es, die Wechselwirkung zwischen den Bildern innen und aussen zu beeinflussen. Es gilt, an deinen beteiligten, inneren Bildern zu schrauben. Wenn dir dies gelingt, wird die Wechselwirkung zwischen innen und aussen positiv beeinflusst und die Spannung sinkt zwangsläufig. Dadurch gelangst du zu mehr Sicherheit. Wenn dein Selbstbild positiver ist, werden sich die Erfahrungen mit der...

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