Secrets of Amarak (1)

Spione der Unterwelt:
 
 
Arena (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 6. Januar 2017
  • |
  • 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-401-80670-9 (ISBN)
 

Nach über einem Jahr erhält Alexander Mercurius endlich eine Nachricht
von seinen verschollenen Eltern. Doch als er den merkwürdigen
Briefumschlag erwartungsvoll öffnet, enthält der nur ein leeres Blatt
Papier! Alex' Freunde Rebecca und Joe sind sich sicher, dass trotzdem
mehr dahintersteckt. Vielleicht ist der Brief eine Warnung? Die
Suche nach Anhaltspunkten führt die drei in ein dunkles Gängesystem
unter der Stadt. Zu spät merken sie, dass ihnen jemand gefolgt ist.

  • Deutsch
  • Würzburg
  • |
  • Deutschland
  • 18,51 MB
978-3-401-80670-9 (9783401806709)
weitere Ausgaben werden ermittelt

2

Rebecca?« Es war stockdunkel in dem niedrigen Schacht. Joe konnte die Hand nicht vor den Augen sehen. Hätte er doch bloß eine Taschenlampe mitgenommen. »Rebecca, wo steckst du?«

»HIER!«

Joe schreckte auf und - BONG! - knallte mit dem Kopf gegen die Schachtdecke. Rebeccas Stimme war direkt vor ihm.

»Aua, verdammt!«, fluchte er. »Was soll denn das?«

»Ich antworte doch nur«, erwiderte seine Schwester unschuldig.

»Du hast mich erschreckt«, sagte Joe und rieb sich den Kopf. »Wir müssen zurück und eine Taschenlampe holen. Sonst sehen wir weder, wie es weitergeht, noch finden wir zurück.«

Ein grelles Licht flammte auf - direkt vor seinen Augen. Erschrocken fuhr Joe hoch und - BONG! - stieß sich erneut den Kopf.

»Mann, du kannst auch einfach sagen, dass du eine Taschenlampe hast .«

»Willst du meckern oder mitkommen?«, fragte Rebecca.

»Natürlich komme ich mit«, sagte Joe und zog seiner Schwester mit einer raschen Bewegung die Lampe aus der Hand. »Aber ich gehe voran.«

»Hey!«, rief Rebecca.

»Nix hey.« Er zwängte sich an ihr vorbei. Missmutig folgte Rebecca ihm.

Der Gang führte erst eine Weile geradeaus und knickte dann im rechten Winkel ab. Nach ein paar Metern endete er an einem Loch, in das eine Leiter hinabführte. Joe leuchtete mit der Taschenlampe hinunter.

»Sieht ganz schön tief aus«, murmelte er. »Was wohl da unten ist?«

»Finden wir es heraus«, sagte Rebecca unternehmungslustig und sich an ihrem Bruder vorbeizudrängeln. Aber Joe hielt sie zurück. »Was, wenn der Gang in der Kanalisation endet? Oder in irgendeiner verseuchten Grube? Vielleicht wurden hier früher Abfälle runtergeworfen und da unten wimmelt es jetzt von Ratten und Käfern und fetten Würmern.«

Rebecca schnupperte. »Also ich riech nichts. Und es würde ja wohl stinken, wenn da unten eine Müllhalde wäre. Also los: Klettern wir runter und sehen nach.«

»Und wenn ein gefährliches Tier da unten lauert? Ein tollwütiger Hund oder eine giftige Schlange?«

Rebeccas Gesicht verfinsterte sich. »Hast du etwa Schiss?«

Joe schnaubte. »Ich? Schiss? Pah!« Er nahm die Taschenlampe zwischen die Zähne, packte die Leiter und betrat die erste Stufe. »Chich checher chochan.«

»Aye, aye, Captain«, sagte Rebecca und deutete mit der Hand einen militärischen Gruß an.

Die Leiter führte senkrecht hinab und Joe fragte sich, hinter welcher Wand im Haus sie sich gerade befanden. Denn es war klar, dass der Schacht, den er und Rebecca hinabkletterten, innerhalb der Gebäudemauern liegen musste. Aber so dicke Mauern hatte ein Haus eigentlich gar nicht. Allerdings war ihre neue Heimat nur von innen aufgefrischt worden, von außen sah das Haus noch genauso aus wie vor hundert Jahren. Und wer weiß, wie die Leute damals gebaut hatten. Möglicherweise lag der Schacht hinter dem halbrunden Fassadenteil an der Vorderseite, den Joe für einen alten Kaminschacht gehalten hatte. Aber wieso führte überhaupt ein Gang durch das Haus? Wer hatte ihn angelegt und wozu? Dass er sich nicht von Anfang an im Mauerwerk befunden hatte, erkannte man daran, wie der Gang angelegt worden war: Er war uneben und führte durch verschiedene Materialschichten, von Mörtel über Backstein bis zu Holz. Hätten die Erbauer des Hauses vorgehabt, einen versteckten Schacht zu bauen, hätten sie das schon während der Planungsphase berücksichtigt. Dieser Gang war ganz offensichtlich im Nachhinein gegraben worden. Die Frage war nur: Wozu?

Nach ein paar Metern erreichten sie den Boden.

»Staubtrocken«, stellte Joe fest, als er den Grund mit der Taschenlampe ableuchtete.

Rebecca grinste. »Sag ich doch.«

»Und wo geht's jetzt weiter?« Joe tastete mit der Lampe die Umgebung ab. Der Tunnel war hoch genug, dass sie bequem in ihm stehen konnten. Er erstreckte sich zu beiden Seiten.

»Da lang«, sagte Rebecca und zeigte nach links.

»Wieso?«, fragte Joe.

»Wieso nicht?« Seine Schwester zuckte mit den Achseln. Joe seufzte. »Also gut.«

Der Tunnel führte ein paar Meter geradeaus, knickte dann zur Seite ab und endete an einer Geröllwand.

»Endstation«, kommentierte Joe. »Sieht aus, als wäre der Gang hier eingestürzt.«

»Nehmen wir halt die andere Richtung«, schlug Rebecca vor. Sie gingen zurück, passierten die Leiter und folgten dem rechten Teil.

»Ich schätze, wir sind mindestens zehn Meter tief unter der Erde«, sagte Joe. »Aber wozu haben die so ein tiefes Loch gegraben? Und dann noch diesen Tunnel angelegt?«

»Die?«, fragte Rebecca. »Wen meinst du mit die?«

»Keine Ahnung«, sagte Joe. »Eben die, die diesen Tunnel gebuddelt haben. Einer alleine wird das ja wohl kaum gewesen sein.«

»Der Graf von Monte Christo hat seinen Tunnel auch alleine gegraben«, gab Rebecca zu bedenken. »Nur mit einem Löffel!«

»Der Graf von Monte Christo ist eine ausgedachte Geschichte, die nichts mit der Wirklichkeit .«

»Vorsicht!«

Fast wäre Joe gegen die Tür gerannt, die plötzlich vor ihnen aufgetaucht war und den Gang verschloss. Joe leuchtete sie mit der Taschenlampe ab. Die Tür bestand aus massivem Holz, das mit Eisenbeschlägen verstärkt worden war. Das Holz war so dunkel, als hätte es schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Die Tür war schmal und kaum höher, als Joe groß war, und sie hing in einem Rahmen, der sich perfekt in den Gang einpasste und fest in ihm verankert war.

Joe packte den geschwungenen Metallgriff und rüttelte daran. »Abgeschlossen.« Er lehnte sich mit der Schulter gegen die Tür und drückte mit aller Kraft dagegen. »Keine Chance«, ächzte er. »Da kommen wir nicht durch.«

»Nicht ohne Schlüssel«, stellte Rebecca klar und zeigte auf ein altes, leicht verrostetes Türschloss. »Wenn derjenige, der die Tür eingebaut hat, der Besitzer unseres Hauses war und nicht wollte, dass jeder hier durchkann, dann hat er den Schlüssel vielleicht irgendwo im Haus versteckt.«

»Und du denkst, dann ist der Schlüssel immer noch da? Du hast wohl vergessen, dass das Haus von innen renoviert wurde«, gab Joe zu bedenken. »Wenn dabei ein Schlüssel aufgetaucht wäre, hätten sie den doch bestimmt weggeschmissen.«

»Einen Schlüssel schmeißt man doch nicht einfach weg! Sicher haben die Handwerker ihn zu den anderen gelegt. In so einem Haus gibt es ja haufenweise Schlüssel. Vielleicht bewahren Mom und Dad sie irgendwo auf.«

»Das müssen wir checken«, sagte Joe. »Und falls wir den Schlüssel nicht finden, müssen wir die Tür irgendwie anders .«

»Pst!«

»Was .?«

Rebecca streckte den Arm aus und presste ihre Hand auf Joes Mund. Joe wollte protestieren, doch dann verstummte er. Denn plötzlich waren Geräusche zu hören - Geräusche, die von der anderen Seite der Tür kamen.

Rebecca nahm die Hand vom Mund ihres Bruders. »Da ist jemand«, flüsterte sie.

»Wer kann das sein?«, flüsterte Joe zurück. Rebecca zuckte mit den Achseln. Sie warteten. Nichts geschah. Auch die Geräusche waren verstummt.

»Ich seh mal nach«, sagte Rebecca leise und beugte sich hinab. Sie kniff das linke Auge zusammen und linste mit dem rechten durch das Schlüsselloch. Ein kaltes Auge starrte ihr entgegen. Erschrocken zuckte Rebecca zurück. Gleich darauf wurde der Griff heruntergedrückt und an der Tür gerüttelt. Dann war es eine Zeit lang still und schließlich hörten Joe und Rebecca, wie sich auf der anderen Seite leise Schritte entfernten.

Joe atmete erleichtert auf. »Wer kann das gewesen sein?«

»Keine Ahnung«, erwiderte Rebecca. »Aber gute Absichten hatte der bestimmt nicht.«

»Wie kommst du darauf?«

»Weil er sonst irgendwas gerufen hätte, Hallo oder so. Gibt ja keinen Grund, hier so rumzuschleichen.«

»Na ja, wir tun das ja auch«, sagte Joe und legte die Stirn in Falten. »Was hast du gesehen, als du durchs Schlüsselloch geguckt hast?«

Rebecca schluckte. »Ein Auge. Aber kein normales.« Bei der Erinnerung lief es ihr kalt den Rücken herunter. »Es wirkte irgendwie kalt und starr. So wie das Auge von einem Reptil.«

Joe kam ins Grübeln. »Und wenn der jetzt in unser Haus kommt?«

»Der hat keine Ahnung, wohin unsere Seite des Tunnels führt«, widersprach Rebecca. »Sonst wäre er schon längst bei uns gewesen. Schließlich war das Haus einige Monate lang unbewohnt. Zeit genug, um sich in aller Ruhe umzusehen.«

»Vielleicht war er sogar schon da und hat bloß den Geheimgang nicht gefunden«, überlegte Joe.

»Der Geheimgang interessiert ihn nicht«, vermutete Rebecca. »Der führt ja bloß zu unserem Haus und im Gang selber...

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